Wall Street im MinusStarke Arbeitsmarktdaten machen US-Anlegern Sorgen

Der Jobmarkt in den USA erholt sich viel schneller als erwartet. Was für das Wirtschaftswachstum eine gute Nachricht ist, kommt an der Wall Street trotzdem nicht gut an: Die US-Börsen geben nach.
Ein überraschend starker US-Arbeitsmarktbericht hat an der Wall Street am Freitag die Sorge vor einer weiteren Zinserhöhung geschürt und die Kurse ins Minus gedrückt. Vor dem verlängerten Wochenende schloss der Standardwerteindex Dow Jones 0,5 Prozent tiefer mit 53.414 Punkten. Der technologielastige Nasdaq gab 0,3 Prozent auf 26.507 Zähler nach und der breit gefasste S&P 500 büßte 0,4 Prozent auf 7719 Stellen ein. Auf Wochensicht veränderten sich die Indizes kaum. Am Montag bleiben die US-Börsen wegen des Feiertags "Labor Day" geschlossen.
Im August schuf die US-Wirtschaft 162.000 neue Stellen und damit fast dreimal so viele wie von Experten erwartet. Zudem wurden die Zahlen für Juni und Juli um insgesamt 55.000 Jobs nach oben korrigiert. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 4,1 Prozent. Ein sich verbessernder Arbeitsmarkt sei zwar grundsätzlich eine positive Entwicklung für die Wirtschaft, sagte Ryan Detrick, Chef-Marktstratege der Carson Group. "Auf der anderen Seite sind die Chancen auf eine Zinserhöhung der Fed leicht gestiegen, da die Wirtschaft weiterhin etwas heiß läuft."
Die US-Notenbank versucht derzeit, den Preisdruck bei Energie einzudämmen, der vor allem durch den von den USA und Israel begonnen Krieg gegen den Iran ausgelöst wurde. Laut dem FedWatch-Tool der CME Group preisen die Finanzmärkte nun eine Wahrscheinlichkeit von gut 58 Prozent für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte im September ein, verglichen mit rund 49 Prozent am Donnerstag.
Bei den Einzelwerten sorgte Lululemon für Enttäuschung. Die Aktien des Sportbekleidungsherstellers brachen ein, nachdem das Unternehmen seine Gewinn- und Umsatzprognosen für das Gesamtjahr gesenkt hatte. Auch die Papiere von Adobe gaben nach. Der Softwarekonzern hatte zuvor mitgeteilt, dass der langjährige Chef Shantanu Narayen durch den Manager Anil Chakravarthy aus den eigenen Reihen abgelöst wird.
Deutliche Verluste verzeichneten zudem US-Wirtschaftsauskunfteien wie Fair Isaac, TransUnion und Equifax. Zuvor hatte der Direktor der Aufsichtsbehörde FHFA, Bill Pulte, die staatlich gestützten Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac angewiesen, allen Kreditgebern die Nutzung des Bonitätsbewertungssystems Vantagescore zu genehmigen.
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