Wirtschaft

Krise, CO2 und Mehrwertsteuer Tankstellen erhöhen Benzinpreis kräftig

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Die Verbraucherpreise insgesamt stiegen in zwölf Monaten nur zwei Prozent. Sprit wurde dagegen um durchschnittlich mehr als 23 Prozent teurer.

(Foto: picture alliance / Jochen Tack)

In der Corona-Krise 2020 waren Öl und Benzin so billig wie seit Jahren nicht mehr. Doch die Zeit des erschwinglichen Tankens ist vorbei. Zu einer Erholung des Rohölpreises auf dem Weltmarkt kommt die Wirkung des neuen CO2-Preises und das Ende der Mehrwertsteuersenkung.

Tanken ist binnen Jahresfrist deutlich teurer geworden. Im Vergleich zum April 2020 mussten Autofahrerinnen und Autofahrer im vergangenen Monat für Superbenzin rund ein Viertel (plus 24,8 Prozent) mehr bezahlen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Bei Diesel betrug der Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat 19,5 Prozent; die Preise für Autogas kletterten um 14,2 Prozent nach oben.

Brent Rohöl
Brent Rohöl 80,09

Der Anstieg hat mehrere Ursachen: Nach Angaben des Bundesamtes reichen diese von den Auswirkungen der Corona-Krise, die den Ölpreis im Frühjahr 2020 hatten einbrechen lassen, bis zur CO2-Abgabe, die sich seit Januar 2021 neben dem Ende der temporären Mehrwertsteuersenkung preistreibend auf die Kraftstoffe auswirkt. Mit einem Plus von 23,3 Prozent verteuerten sich Kraftstoffe überdurchschnittlich - die Verbraucherpreise insgesamt legten von April 2020 bis April 2021 um 2,0 Prozent zu.

"Seit Januar 2021 wirkt sich neben dem Ende der temporären Mehrwertsteuersenkung auch die Einführung der CO2-Abgabe preistreibend auf die Kraftstoffe aus", erklärten die Statistiker. Klimaschädliche fossile Brennstoffe werden seither mit 25 Euro pro Tonne CO2 belegt. Auch die Entwicklung der Rohölpreise auf den Weltmärkten machte sich an den Zapfsäulen bemerkbar: Die Einfuhrpreise für Rohöl haben sich im März 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat mehr als verdoppelt und liegen wieder auf Vorkrisenniveau. Ein Jahr zuvor war die weltweite Nachfrage aufgrund der Corona-Rezession eingebrochen, was zu einem Preisverfall führte.

Ölimporte rückläufig

Dadurch kommt es zu einem sogenannten Basiseffekt. "Dieser besagt, dass die Höhe der Jahresveränderungsrate eines bestimmten Monats nicht nur von der aktuellen Preisentwicklung abhängt, sondern auch von der Preisentwicklung des Vorjahres", hieß es. Zu Beginn der Pandemie 2020 waren die Rohölpreise wegen geringer Nachfrage auf dem Weltmarkt stark gesunken. Der Vergleich mit diesen Niedrigpreisen "führt aktuell und in den nächsten Monaten zu sehr hohen Jahresteuerungsraten für Erdöl".

Bereits seit Längerem rückläufig ist indes der Import von Rohöl nach Deutschland. Dieser Trend setzt sich laut Bundesamt auch in diesem Jahr fort: Von Januar bis März 2021 wurden mit 18,2 Millionen Tonnen 18,9 Prozent weniger Rohöl eingeführt als im Vorjahreszeitraum. Im Gesamtjahr 2020 waren es 84,7 Millionen Tonnen Rohöl im Wert von 24,1 Milliarden Euro, im Spitzenjahr 2005 waren es noch 114,5 Millionen Tonnen gewesen.

Der mit Abstand wichtigste Rohöl-Lieferant für Deutschland ist Russland. Mit rund 26,3 Millionen Tonnen bezog Deutschland nach Angaben des Bundesamtes 2020 fast ein Drittel (31,0 Prozent) seines Öls von dort. Aus den USA kamen 12,1 Prozent, aus Großbritannien 9,1 Prozent. Dahinter folgen Kasachstan, Norwegen, Nigeria, Aserbaidschan, Saudi-Arabien, Libyen und der Irak.

Quelle: ntv.de, mbo/rts/AFP

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