Wirtschaft

Drei Millionen Briefe betroffen Tausende Post-Mitarbeiter legen Arbeit nieder

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Anfang Februar sollen die Tarifverhandlungen in die nächste Runde gehen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Millionen Briefe und Pakete lassen an diesem Wochenende auf sich warten. Seit Donnerstag streiken deutschlandweit Tausende Beschäftigte von Post- und Paketzentren. Angesichts der hohen Inflation fordert die Gewerkschaft Verdi 15 Prozent mehr Lohn für die Mitarbeiter - die Deutsche Post hält dagegen.

Viele Briefkästen dürften leer bleiben: Im Tarifstreit bei der Deutschen Post hat die Gewerkschaft Verdi ihre Warnstreiks fortgesetzt. Nachdem am Freitag der Schwerpunkt auf den Brief- und Paketzentren lag, waren am Samstag die Zusteller bundesweit aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen. "Die Beteiligung ist gut, die Stimmung unter den Streikenden auch", sagte ein Verdi-Sprecher in Berlin.

Es könne bei der Abholung und Auslieferung von Brief- und Paketsendungen zu mehreren Tagen Verzögerung kommen, teilte die Post mit. Dabei kämen in einigen Regionen die durch den Wintereinbruch schwierigen Witterungsverhältnisse einschränkend hinzu. Nach aktuellem Stand seien am Samstag rund eine Million Paketsendungen und drei Millionen Briefe betroffen. Das entspreche etwa 15 Prozent der durchschnittlichen Tagesmenge bei den Paketen und sechs Prozent bei den Briefen.

15 Prozent mehr Lohn

Die Beteiligung an den Streiks falle je nach Region und Standort unterschiedlich aus, entsprechend unterschiedlich seien die Auswirkungen, teilte ein Postsprecher mit. Insgesamt seien rund 9400 Beschäftigte dem Streikaufruf gefolgt, dies seien etwas mehr als ein Drittel der Beschäftigten, die am Samstag arbeiten sollten.

An den Ausständen in den Brief- und Paketzentren hatten sich nach Verdi-Angaben am Donnerstag und Freitag rund 15.000 Beschäftigte beteiligt. Schon aus diesem Grund kann es laut Post zu tagelangen Verzögerungen bei der Zustellung kommen. Die Gewerkschaft verlangt 15 Prozent mehr Geld bei einer Vertragslaufzeit von einem Jahr. Der Post-Vorstand lehnt die Forderung als unrealistisch ab.

Verdi will die Streiks "als deutliches Zeichen in Richtung Arbeitgeber" verstanden wissen. Die Arbeitgeber hätten in der zweiten Verhandlungsrunde deutlich gemacht, dass sie nicht bereit seien, die Reallohnverluste der Beschäftigten auszugleichen. Rund 140.000 bis 160.000 Tarifbeschäftigte gehörten Entgeltgruppen an, in denen das monatliche Gehalt zwischen 2109 und 3090 Euro brutto betrage. Die Verhandlungen gehen am 8. und 9. Februar weiter. Die Post hat angekündigt, dann ein Angebot vorlegen zu wollen.

Quelle: ntv.de, lno/dpa

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