Wirtschaft

"Einzigartig in Europa"Tesla will Batterie-Produktion in Grünheide ausbauen

12.05.2026, 19:36 Uhr
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Tesla öffnete die Gigafactory Berlin-Brandenburg vor rund vier Jahren. (Foto: picture alliance/dpa)

Die E-Auto-Zulassungszahlen sind zeitweise eingebrochen - doch Elon Musk sieht eine Trendwende. Im einzigen europäischen Tesla-Werk werden mittelfristig alle Produktionsschritte gebündelt: Von der Batteriezelle bis zum fertigen Elektroauto - mit mehr Mitarbeitern.

Der US-Elektroautobauer Tesla will mehr als 1500 Beschäftigte für die Batteriezellfertigung in Grünheide vor den Toren Berlins neu einstellen. Knapp 250 Millionen US-Dollar - umgerechnet mehr als 210 Millionen Euro - sollen investiert werden, um die Voraussetzungen für die jährliche Produktion von 18 Gigawattstunden Batteriezellen in Grünheide zu schaffen, teilte Tesla mit.

Im April hatte Tesla bekanntgegeben, dass der US-Konzern bis Ende Juni rund 1000 neue Jobs in seinem einzigen europäischen Autowerk schaffen werde, um die Produktion wegen gestiegener Nachfrage um ein Fünftel auf rund 6000 Fahrzeuge pro Woche hochzufahren. Die Produktions- und Zulassungszahlen waren zeitweise gesunken, nun sieht Tesla aber eine Trendwende auf dem E-Auto-Markt.

"Von der Batteriezelle bis zu Elektrofahrzeugen soll ab voraussichtlich 2027 alles an einem Standort produziert werden", kündigte das Unternehmen an. "Das ist einzigartig in Europa." Damit soll Tesla nach eigener Einschätzung widerstandsfähiger werden.

Für das Hochfahren der Batteriezellfertigung würden mehr Arbeitskräfte benötigt. Der Personalbedarf in der Batteriezellfertigung belaufe sich auf mehr als 1500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Auf Nachfrage erklärte ein Sprecher, dies solle "mittelfristig" geschehen. Die "Märkische Allgemeine" berichtete, bis zum Jahresende sollten 350 neue Stellen im Batteriewerk entstehen. Dies ist laut Tesla eine frühere Planung.

Bisher nur Batteriekomponenten in Grünheide

"Deutschland ist weiterhin in der Lage, große industrielle Investitionen anzuziehen", lobte Brandenburgs Wirtschaftsministerin Martina Klement den Ausbau der Industrieproduktion. Die Batterietechnologie werde demnach für industrielle Wertschöpfung und moderne Mobilität in den kommenden Jahren eine zentrale Rolle spielen.

Derzeit werden in Brandenburg nur Komponenten produziert. Die Zellen werden in den USA gefertigt und kommen nach Deutschland. Europa hinkt bisher bei der Fertigung von Batteriezellen für E-Autos vor allem Asien hinterher. Tesla-Chef Musk hatte 2020 angekündigt, er wolle das Werk bei Berlin zur weltgrößten Batteriefabrik machen. 

Im Dezember hatte Tesla angekündigt, voraussichtlich ab 2027 bis zu acht Gigawattstunden Batteriezellen pro Jahr zu produzieren. Eine Gigawattstunde entspricht einer Million Kilowattstunden. Ein Tesla Model Y Standard verbraucht nach Konzernangaben 13,1 Kilowattstunden pro 100 Kilometer.

Tesla öffnete die Gigafactory Berlin-Brandenburg vor rund vier Jahren und peilte in einer ersten Phase 500.000 Autos im Jahr an, die Zielzahl sollte mit einem Ausbau auf eine Million im Jahr verdoppelt werden. Mit 6000 Fahrzeugen pro Woche wären es demnächst rechnerisch rund 300.000 im Jahr.

Vor etwas mehr als zwei Jahren arbeiteten bei Tesla in Grünheide rund 12.400 Menschen - doch die Zahl sank zuletzt. In der Gigafactory Berlin-Brandenburg sind nach Unternehmensangaben aktuell rund 10.700 Menschen beschäftigt. Tesla will voraussichtlich rund 500 Leiharbeiter im Laufe des Jahres in feste Arbeitsverhältnisse übernehmen.

Quelle: ntv.de, bho/dpa

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