Wirtschaft

"Großer Gegenschlag"Trump droht Europäern mit Vergeltung beim Verkauf von US-Staatsanleihen

22.01.2026, 17:16 Uhr
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Ausländer halten rund ein Drittel der gehandelten US-Staatsanleihen. (Foto: picture alliance / Daniel Kalker)

Im Grönland-Streit ist ein möglicher Verkauf von US-Staatsanleihen in den Fokus gerückt. Wichtige Inhaber sind unter anderem Belgien, Frankreich und Großbritannien. Stoßen sie massiv Anleihen ab, könnte das für die USA schmerzhaft werden. Jetzt richtet Donald Trump deutliche Worte an Europa.

US-Präsident Donald Trump hat den Europäern mit vehementen Vergeltungsmaßnahmen für den Fall gedroht, dass sie in großem Stil US-Staatsanleihen abstoßen. Sollte dies geschehen, würden die USA mit einem "großen Gegenschlag" antworten, sagte Trump dem US-Sender Fox Business. "Und wir haben alle Karten in der Hand", fügte der US-Präsident in dem Interview hinzu, das er am Rande des Weltwirtschaftsforums im schweizerischen Davos gab.

Über die Option eines möglichen massiven Abstoßens von US-Staatsanleihen war in den vergangenen Tagen in Europa im Zuge des Streits mit den USA um Grönland diskutiert worden. Allerdings wurde der durch Trumps Drohungen mit einer US-Übernahme der zum Nato- und EU-Mitgliedstaat Dänemark gehörenden Arktis-Insel ausgelöste Streit inzwischen entschärft.

Am Mittwoch vollzog Trump eine Kehrtwende, indem er in einer Rede beim Weltwirtschaftsforum die Anwendung von Gewalt für eine US-Übernahme von Grönland ausschloss. Wenig später gab Trump dann eine vorläufige Einigung mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte im Grönland-Streit bekannt. Die angedrohten Strafzölle gegen Deutschland und sieben weitere europäische Länder sagte der US-Präsident ab.

Ausländer halten rund ein Drittel der gehandelten US-Staatsanleihen - allen voran Japan. Weitere wichtige Inhaber von US-Staatsanleihen sind Belgien, Frankreich, Großbritannien und Kanada. Würden europäische Staaten sich in einer gemeinsamen Strategie all ihrer US-Staatsanleihen entledigen, könnte das für die USA schmerzhaft werden: In dem Fall stiegen die langfristigen Renditen, und die US-Regierung müsste tendenziell mehr zahlen, um sich am Markt Geld zu leihen.

Am Dienstag hatte der dänische Pensionsfonds AkademikerPension angekündigt, sich bis Ende des Monats von seinen US-Staatsanleihen im Wert von rund 100 Millionen Dollar zu trennen. Dieser begründete den Schritt mit den US-Staatsfinanzen. Auch ein schwedischer Vermögensverwalter hat den Verkauf von US-Staatsanleihen verkündet. Der Pensionsfonds Alecta begründete dies am Mittwoch mit großen politischen Risiken in den Vereinigten Staaten.

Quelle: ntv.de, are/AFP/rts

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