Wirtschaft

"Risiko ist sehr gering" Tui-Chef glaubt an Sommerurlaub 2020

Deutschland lockert die Corona-bedingten Grenzkontrollen. Mitte Juni herrscht wieder grenzenlose Reisefreiheit. Tui-Chef Joussen begrüßt die Entscheidung und appelliert an die Länder, auf Quarantänemaßnahmen zu verzichten. Gerade auf den Balearen oder in Griechenland sei das Risiko sehr gering.

Dass die Bundesregierung die Grenzkontrollen schrittweise wieder lockern will, hält Tui-Chef Friedrich Joussen für richtig. "Es gibt keinen guten Grund, warum die Deutschen auf ihren verdienten Urlaub verzichten müssen", sagt Joussen bei ntv. Es komme jetzt auf die Freigaben der jeweiligen Länder an. Sowohl Deutschland, als auch die Zielländer müssten ihre Grenzen öffnen und auf Quarantänemaßnahmen nach dem Urlaub verzichten. Gerade auf den Balearen, den Kanaren oder in Griechenland "ist das Risiko sehr gering".

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Es sei klar, dass Infektionen im Flugzeug nie ganz ausgeschlossen werden können. "Alle Experten gehen allerdings davon aus, dass eine Infektion im Flugzeug sehr unwahrscheinlich ist", sagt Joussen. Die Kunden seien zudem bereit, auf ihren Reisen Einschränkungen hinzunehmen und etwa eine Maske zu tragen, die Temperatur zu messen oder sich öfter die Hände zu desinfizieren. "Dabei dürfen sich Sicherheit und Urlaubsfreude aber nicht ausschließen", sagt der Konzern-Chef.

Selbst wenn viele Deutsche durch die Coronakrise in finanzielle Schieflage geraten sind, ist sich Joussen sicher: "Die Leute wollen entspannen. Wenn wir unseren Kunden die Möglichkeit geben, in den Urlaub zu fahren, wird das passieren." Schon jetzt verbuche Tui für die Sommersaison 2021 doppelt so viele Buchungen wie im Vorjahr.

Um die Krise zu überstehen, will der Reiseanbieter Tausende Stellen abbauen. "Die größte Krise, der sich der Tourismus und Tui jemals gegenüber sahen", mache enorme Kostensenkungen und den Abbau von weltweit rund 8000 Stellen nötig, kündigte der Konzern an. Tui hatte Mitte März nach Reisebeschränkungen und Reisewarnungen fast aller Länder seine Urlaubsangebote, einschließlich Pauschalreisen, Kreuzfahrten und Hotelbetrieb bis auf Weiteres ausgesetzt und laut Joussen allein in diesem Monat 470 Millionen Euro verloren. Infolge der plötzlichen Geldnot nach dem Geschäftseinbruch bewilligte die Bundesregierung einen Überbrückungskredit der Förderbank KfW in Höhe von 1,8 Milliarden Euro.

Quelle: ntv.de, jki