Wirtschaft

Staatshilfen oder Pleite im Mai US-Airlines brauchen 50 Milliarden Dollar

2020-03-14T191323Z_1746448001_RC2VJF920EFN_RTRMADP_3_HEALTH-CORONAVIRUS-USA-AIRLINES.JPG

US-Airlines wie Delta müssen ihren Flugbetrieb im April und Mai um die Hälfte reduzieren.

(Foto: REUTERS)

Wie die Lufthansa müssen auch US-Airlines ihren Flugbetrieb angesichts der Corona-Krise drastisch herunterschrauben. Vielen von ihnen droht dadurch die Pleite. Bei der US-Regierung beantragen sie deshalb ein Rettungspaket, das dreimal größer wäre als das nach den Anschlägen vom 11. September 2001.

Die US-Fluggesellschaften haben die US-Regierung wegen der Coronavirus-Pandemie um finanzielle Unterstützung in Höhe von mehr als 50 Milliarden US-Dollar gebeten. Kreisen zufolge haben sie das Weiße Haus gewarnt, dass sie ohne Rettungspaket Ende Mai zahlungsunfähig sein könnten. Die Aussichten stehen gut: "Wir werden die Fluggesellschaften zu 100 Prozent unterstützen", sagte US-Präsident Donald Trump auf einer Pressekonferenz. "Wir müssen die Fluggesellschaften unterstützen. Es ist nicht ihre Schuld".

Boeing
Boeing 154,22

Mit einer Summe von 50 Milliarden Dollar wären die Staatshilfen dreimal so hoch wie jene, die US-amerikanische Airlines nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 erhalten haben. Wie genau sie aussehen sollen, wird noch zwischen US-Regierung und Kongress diskutiert. Es könnte staatlich abgesicherte Kredite, Barzuschüsse oder die Befreiung von Steuern umfassen, heißt es von Personen, die in die Gespräche involviert sind.

Der angeschlagene US-Flugzeugbauer Boeing bestätigte am Montagabend, dass er mit der US-Regierung und führenden Kongress-Mitgliedern in Kontakt steht. Für Fluggesellschaften, Flughäfen, Hersteller und Zulieferer sei der kurzfristige Zugriff auf staatliche und private Liquidität "der wichtigste Schritt", um wieder auf die Beine zu kommen, erklärte das Unternehmen. "Man kann jetzt sagen, dass das der größte Schock ist, den die Luftfahrt weltweit je erlebt hat", schrieb der Chef der australischen Airline Qantas, Alan Joyce, in einem Brief an die Belegschaft.

*Datenschutz

Halber Flugbetrieb in April und Mai

Die Branchen-Gruppe Airlines for America (A4A) fordert ebenfalls staatliche Zuschüsse und Garantien für Fracht-Unternehmen in Höhe von acht Milliarden Dollar. Auch die US-Flughafenbetreiber bitten informierten Personen zufolge separat um Stützungsmaßnahmen von zehn Milliarden Dollar, um erwartete Verluste, die derzeit mit rund neun Milliarden Dollar beziffert werden, abzufedern. Ein Hilfspaket benötigt die Zustimmung des US-Kongresses, jedoch droht hier Widerstand gegen Staatshilfen.

Die Fluggesellschaft United Airlines hatte am Sonntag mitgeteilt, dass der Flugbetrieb im April und Mai um die Hälfte reduziert werden soll. Der Konzern befände sich zudem in Gesprächen mit den Gewerkschaften bezüglich Maßnahmen wie die Beurlaubung von Personal, Gehaltskürzungen beziehungsweise anderer Schritte, um Personalkosten einzusparen. Die Fluglinie erwartet, dass selbst die noch fliegenden Flugzeuge nur zu einem Viertel ausgelastet sein dürften.

Quelle: ntv.de, chr/DJ/rts