Chipwerte legen deutlich zuUS-Anleger gehen vor Quartalszahlen auf Einkaufstour

Die Ölpreise ziehen wegen der angespannten Lage im Nahen Osten wieder an, doch das scheint die US-Anleger nicht zu stören. Vor den wichtigen Quartalszahlen im Tech-Sektor decken sie sich vor allem mit Halbleiterwerten ein.
Eine deutliche Erholung bei Halbleiteraktien hat der Wall Street am Dienstag Gewinne beschert. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,7 Prozent höher bei 52.225 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 rückte um 0,9 Prozent auf 7509 Zähler vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 1,3 Prozent auf 25.837 Punkte.
Anleger blendeten die jüngsten geopolitischen Spannungen im Nahen Osten sowie neue US-Strafzölle auf kanadische Importe weitgehend aus und richteten ihren Blick stattdessen auf die anstehenden Quartalszahlen großer Technologiekonzerne. Der Branchenindex der Halbleiterwerte verzeichnete ein Plus von 5,2 Prozent. Investoren kauften sich vor den anstehenden Bilanzen wieder in den Sektor ein, sagte Lindsey Bell, Chefstrategin bei 248 Ventures. Aus Sorge, eine Rally zu verpassen, griffen sie bei den zuletzt gefallenen Werten zu. Die Expertin warnte jedoch, dass die hohen Erwartungen bereits in den Kursen eingepreist seien. Das könnte weitere Kurssprünge nach der Vorlage der Geschäftszahlen erschweren.
Sandisk, Western Digital und Micron Technology zählten im S&P 500 mit Aufschlägen zwischen 12,2 und 14,3 Prozent zu den größten Gewinnern. Die Bilanzen von Alphabet, Intel und Texas Instruments werden im weiteren Wochenverlauf erwartet.
Angehobene Jahresprognosen sorgten bei weiteren Einzelwerten für Kauflaune. Die Aktien des Industriekonzerns 3M stiegen um 7,3 Prozent, und die Papiere des Spielzeugherstellers Hasbro gewannen 8,8 Prozent.
Die Titel von Danaher brachen dagegen um elf Prozent ein. Das Medizintechnikunternehmen hatte seine Erwartungen für das Kernumsatzwachstum gesenkt.
Die Anleger ließen sich am breiteren Markt weder von den am Montag durch US-Präsident Donald Trump angekündigten Zöllen in Höhe von 50 Prozent auf kanadische Importe noch von steigenden Ölpreisen beunruhigen. Die Rohöl-Notierungen hatten zuvor angezogen, nachdem die jemenitische Huthi-Miliz mit einer Blockade der Handelsschifffahrt im Roten Meer gedroht hatte. Brent kostete 91,01 Dollar pro Barrel, gut zwei Prozent mehr als am Vortag und so viel wie zuletzt Mitte Juni.
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