Wirtschaft

Rekordjagd an Wall Street US-Anleger stecken Apple-Schwäche weg

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Lieferengpässe bremsen die Geschäfte von Amazon und Apple.

(Foto: AP)

Ihre Enttäuschung über die Bilanzen der Tech-Riesen Amazon und Apple überwinden die US-amerikanischen Anleger schnell. Nach anfänglichen Verlusten nimmt die Rekordjagd an der Wall Street wieder Fahrt auf. Der Nasdaq markiert das nächste Allzeithoch.

Die Wall Street hat den ersten kräftigen Dämpfer der laufenden Berichtssaison gut weggesteckt. Trotz schwacher Quartalszahlen der beiden Technologie-Konzerne Apple und Amazon schlossen Dow & Co mit leichten Aufschlägen. Nach anfänglichen Abgaben kam es im Verlauf zu einer Erholung.

Nasdaq Composite
Nasdaq Composite 15.719,63

"Ich denke, die Anleger nehmen die Ergebnisse von Apple und Amazon gelassen hin, weil sie während der Berichtssaison eine allgemeine Stärke des Marktes gesehen haben", sagte Keith Lerner, Co-Chief Investment Officer bei Truist Advisory Services. "Sie sehen in diesem Quartal, dass die US-Unternehmen zeigen, wie anpassungsfähig sie sind".

Der Dow-Jones-Index verbesserte sich um 0,2 Prozent auf 35.820 Punkte. Der S&P-500 kletterte um 0,2 Prozent und der Nasdaq-Composite schloss mit einem Aufschlag von 0,3 Prozent. Den 1625 (Donnerstag: 2316) Kursgewinnern standen dabei 1704 (1014) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 118 (128) Titel.

Amazon und Apple im Minus

Amazon
Amazon 3.528,61

Amazon vermeldete am Vorabend nach Handelsende einen unerwartet starken Gewinneinbruch und gab auch nur einen recht trüben Ausblick auf das wichtige Weihnachtsquartal. Der Handelsriese kämpft mit Problemen in der Lieferkette und beim Personal. Das Ergebnis sackte um knapp die Hälfte ab. Das war der stärkste Rückgang seit mehr als vier Jahren. Die Amazon-Aktie fiel um 2,2 Prozent.

Apple hat in seinem vierten Geschäftsquartal unterdessen die Umsatzprognose verfehlt, die iPhone-Verkaufszahlen fielen etwas geringer aus als erwartet. Zugleich warnte das Unternehmen für die kommenden Monate vor größeren Problemen mit der Lieferkette. Die Aktie verlor 1,8 Prozent.

Auch Starbucks hat Geschäftszahlen vorgelegt. Die Kaffeehauskette verfehlte die Umsatzerwartung des Marktes. Dagegen wurde beim Nettogewinn die Prognose leicht übertroffen. Die Aktie büßte 6,3 Prozent ein.

Biontech
Biontech 263,00

Der Covid-19-Impfstoff von Pfizer/Biontech wurde durch die Food and Drug Administration (FDA) für Kinder ab fünf Jahren zugelassen. Es ist die erste Impfung, die die US-Bundesgesundheitsbehörden für diese Altersgruppe erlaubt haben. Während die Biontech-Aktie 1,8 Prozent verlor, verbesserten sich Pfizer um 1,3 Prozent.

Einen schwachen Börsengang verzeichnete die US-Tochter des deutschen Biopharma-Unternehmens Biofrontera an der Nasdaq. Der erste Kurs hatte bei 4,09 Dollar gelegen und damit deutlich unter dem Ausgabepreis von 5 Dollar. Die Papiere schlossen bei 4,41 Dollar, ein Minus von 11,8 Prozent zum Ausgabekurs.

Dollar mit kräftigem Plus

Der Dollar legte nach den Vortagesverlusten kräftig zu, der Dollar-Index gewann 0,8 Prozent. "Der Dollar ist wieder in der Offensive", sagte Karl Schamotta von Cambridge Global Payments. Er steige im Vorfeld der Sitzung der US-Notenbank kommende Woche. "Händler erwarten mehrheitlich, dass die Fed mit der Drosselung der Anleihekäufe beginnen wird, aber es bleibt eine beträchtliche Unsicherheit darüber, wie die politischen Entscheidungsträger auf die Kombination aus hohen Preisen und nachlassendem Wachstum reagieren werden", so der Teilnehmer.

Goldpreis
Goldpreis 1.783,54

Der wieder anziehende Dollar belastete den Goldpreis, der sich von der Marke von 1800 Dollar entfernte. "Gold ignoriert weiterhin den steigenden Inflationsdruck und wird stattdessen durch den langsamen Anstieg der Renditen und die ständigen Beteuerungen der Zentralbanken, dass der Preisanstieg nur vorübergehend sein wird, belastet", so das Brokerhaus ED&F Man Capital Markets.

Die Ölpreise legten leicht zu. "Es scheint wahrscheinlich, dass selbst ohne einen erneuten Covid-Ausbruch das Angebot die Nachfrage zu Beginn des neuen Jahres übersteigen wird", so Michael Lynch, Präsident von Strategic Energy & Economic Research. "Ich glaube nicht, dass die Opec+ ihre Pläne bei der nächsten Sitzung ändern wird, was kurzfristig positiv sein wird", sagte Lynch mit Blick auf das Treffen am kommenden Donnerstag.

Quelle: ntv.de, chl/DJ/rts

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