Wirtschaft

Brent wieder über 130 Dollar US-Importstopp lässt Ölpreise weiter steigen

Die ohnehin angespannte Situation auf dem Ölmarkt wird durch den Importstopp der USA für russisches Öl weiter verschärft. Die Preise für die Ölsorten Brent und WTI steigen nach der Ankündigung von US-Präsident Biden weiter.

Das Importverbot der USA für russisches Rohöl hat die Ölpreise deutlich steigen lassen. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 131,41 US-Dollar. Das waren 8,21 Dollar mehr als am Montag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 7,91 Dollar auf 127,21 Dollar. Am Montag war der Brent-Preis noch kurzzeitig bis auf rund 139 Dollar gestiegen, WTI hatte in der Spitze mehr als 130 Dollar gekostet.

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 85,57

Als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine erließen die USA ein Importverbot für Rohöl, Erdgas und Energie aus Russland. Das sagte US-Präsident Joe Biden im Weißen Haus. Zudem will Großbritannien bis Ende 2022 seine russischen Ölimporte auslaufen lassen. Die Entscheidungen trieben die Ölpreise weiter nach oben.

Deutschland und die EU-Staaten werden sich an den Maßnahmen nicht beteiligen. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hatte am Dienstag vor einem starken Wirtschaftseinbruch im Fall eines Embargos für Öl und Gas aus Russland gewarnt. "Wir reden dann über eine schwere Wirtschaftskrise in Deutschland und damit in Europa", sagte der Grünen-Politiker im "ntv Frühstart". Er betonte, die Situation sei nicht vergleichbar mit den USA. "Das wissen auch die Amerikaner."

Rohöl (WTI)
Rohöl (WTI) 79,89

Opec-Generalsekretär Mohammed Barkindo warnte, dass die weltweite Erdölförderung nicht ausreiche, um einen kompletten Ausfall Russlands auszugleichen. Russland gehört dem erweiterten Verbund Opec+ an, der seine Produktion seit Längerem schrittweise und moderat ausweitet. Fatih Birol, Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), sagte, man könne zusätzliche Ölreserven freigeben, falls dies erforderlich werden sollte.

Quelle: ntv.de, mli/dpa

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