Wirtschaft

Handelsgespräche trotz Corona USA und China gehen aufeinander zu

2019-12-13T084848Z_1202312040_RC28UD9V29YN_RTRMADP_3_USA-TRADE-CHINA.JPG

Peking hat zugesagt, im Zeitraum von zwei Jahren zusätzlich US-Güter im Wert von 200 Milliarden Dollar zu importieren.

(Foto: REUTERS)

In den vergangenen Wochen bestimmt vor allem ein Thema die bilateralen Beziehungen zwischen Peking und Washington: das Coronavirus. Trotz aller Differenzen einigen sich die beiden Regierungen nun darauf, auch den Streitpunkt Handel wieder in den Fokus zu rücken.

Die USA und China haben trotz ihres Streits über die Corona-Pandemie laut Angaben aus Peking vereinbart, die Umsetzung ihrer Handelsvereinbarungen vom Januar voranzubringen. Das chinesische Handelsministerium teilte mit, bei einem Telefonat hätten beide Seiten versichert, eine "günstige Atmosphäre" und die Bedingungen für die Umsetzung der Vereinbarung schaffen zu wollen.

An dem Gespräch hatten den Angaben zufolge der chinesische Vize-Regierungschef Liu He sowie der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer und Finanzminister Steven Mnuchin teilgenommen. Verabredet worden sei, die Kommunikation und Koordination zu den Handelsthemen aufrechtzuerhalten.

Drohungen aus Washington, den Handelskonflikt zwischen den beiden weltgrößten Volkswirtschaften wieder zu verschärfen, hatten in den vergangenen Tagen die Märkte zusätzlich zur Corona-Krise beunruhigt. US-Präsident Donald Trump hatte Peking Anfang Mai im Streit um die Ursachen der Pandemie mit neuen Strafzöllen gedroht.

Die Vereinbarung vom Januar war mit dem Ziel unterzeichnet worden, ein Ende des Handelskonflikts einzuleiten, in dem sich die beiden Länder über zwei Jahre hinweg mit massiven gegenseitigen Strafzöllen überzogen hatten.

Trump spricht von Virus-"Attacke"

Peking sagte im Rahmen der Vereinbarung unter anderem zu, im Zeitraum von zwei Jahren zusätzlich US-Güter im Wert von 200 Milliarden Dollar (184 Milliarden Euro) zu importieren. Trump ist das gewaltige Defizit seines Landes im Handel mit China ein ständiger Dorn im Auge.

Durch die Ausbreitung von Sars-CoV-2 sind die Beziehungen zwischen den USA und China zusätzlich massiv belastet worden. Das Virus war zuerst in der zentralchinesischen Millionenmetropole Wuhan bei Menschen festgestellt worden und breitete sich danach über den gesamten Globus aus. Inzwischen sind die USA mit mehr als 1,2 Millionen Infektions- und rund 74.000 Todesfällen das mit Abstand am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt.

*Datenschutz

Trump wirft Peking mangelnde Transparenz über das Virus vor und hat mit Entschädigungsforderungen gedroht. Am Mittwoch sagte er, die "Attacke" durch das Virus sei schlimmer als die Terroranschläge vom 11. September 2001 und der japanische Angriff auf den US-Stützpunkt Pearl Harbor im Zweiten Weltkrieg. Der US-Präsident hat auch den Verdacht verbreitet, dass das Virus aus einem Labor in Wuhan stamme. Belege für diesen Vorwurf liefert er nicht.

Quelle: ntv.de, fzö/AFP