Wirtschaft
Der Fardienst Uber verfolgt eine äußerst aggressive Strategie und investiert hohe Summen in neue Geschäftszweige.
Der Fardienst Uber verfolgt eine äußerst aggressive Strategie und investiert hohe Summen in neue Geschäftszweige.(Foto: REUTERS)
Dienstag, 20. Dezember 2016

Experten schlagen Alarm: Uber verliert 800 Millionen Dollar

Der Fahrdienstvermittler Uber plant für 2017 den Börsengang, doch das Unternehmen fährt weiter hohe Verluste ein. Inzwischen summiert sich das Minus für 2016 auf fast zwei Milliarden Dollar. Experten rufen zu einem Kurswechsel auf.

Der Trend zu hohen Verlusten beim Fahrdienst Uber erhält neuen Aufwind. Auch im dritten Quartal schreibt das Unternehmen tiefrote Zahlen. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg, das "Wall Street Journal" und der Techblog "The Information" übereinstimmend berichten, summiert sich das Minus auf 800 Millionen Dollar. Insgesamt seien im laufenden Jahr Verluste von rund zwei Milliarden Dollar angefallen.

Beim Umsatz soll der Fahrdienst, der Mitfahrgelegenheiten per App vermittelt, im dritten Quartal auf rund 1,7 Milliarden Dollar gekommen sein. Im vergangenen Quartal sollen es laut Bericht lediglich 1,1 Milliarden Dollar gewesen - damit liegt das Unternehmen dennoch auf Kurs, im Geschäftsjahr 2016 Erlöse von mehr als 5,5 Milliarden Dollar zu verzeichnen.

Die Zahlen sollen aus einer Telefonkonferenz mit Investoren in der vergangenen Woche stammen. Offiziell Stellung genommen hat Uber noch nicht.

Die hohen Verluste sind das Resultat einer aggressiven Wachstumsstrategie. Uber gab unter anderem viel Geld aus, um neue Fahrer anzuwerben. Außerdem investiere der Fahrdienst in neue Geschäftszweige wie autonomes Fahren oder den Essenslieferdienst Uber Eats.

Experten geben zu Bedenken, dass das Unternehmen seine Verluste bald begrenzen müsse, wenn es nicht seinen eigenen Börsengang erschweren will. Der Wert des Fahrtenvermittlers, der europaweit mit Sicherheitsvorschriften und Arbeitnehmerschutzgesetzen kollidert, wird derzeit auf bis zu 68 Milliarden Dollar geschätzt. Der Börsengang wird für 2017 anvisiert.

Quelle: n-tv.de