Wirtschaft

Politik soll Tempo machen VDA fordert mehr Einsatz für E-Mobilität

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Wenn mehr Autofahrer mit einem E-Auto unterwegs sein sollen, braucht es auch noch mehr Ladestationen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Damit auf Deutschlands Straßen deutlich mehr Elektroautos fahren, muss sich bei der Infrastruktur noch viel tun. Es könne nicht sein, dass eine Ladesäule erst nach einem halben Jahr genehmigt wird, kritisiert der Branchenverband VDA und fordert Rückenwind von der Politik.

Nach dem Streit um den Antrieb der Zukunft haben deutsche Autobauer mehr Engagement aus der Politik für Elektromobilität gefordert. Der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Bernhard Mattes, sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", um mit Batteriefahrzeugen und Plug-in-Hybriden möglichst viele Kunden zu erreichen, müssten die Rahmenbedingungen stimmen: "Wir brauchen dringend mehr Engagement für eine rasche Ausweitung der Ladeinfrastruktur in Deutschland und Europa." Zudem müsse am rechtlichen Rahmen gearbeitet werden. "Es kann nicht sein, dass das Genehmigungsverfahren für eine Ladesäule ein halbes Jahr dauert", sagte Mattes. Wichtig seien auch Anreize wie "steuerliche Maßnahmen".

Laut Mattes haben sich die Chefs der deutschen Autobauer Volkswagen, Daimler und BMW auf einen gemeinsamen Ansatz geeinigt, wonach Elektromobilität Priorität haben soll. Dieser unterstütze die CO2-Reduktionsziele und sorge für mehr Tempo in Sachen E-Mobilität. Der Branchenverband will nun ein zwischen den Herstellern abgestimmtes Forderungs-Papier erarbeiten. Klar sei, dass „die Elektromobilität – neben der weiteren Effizienzsteigerung des Verbrennungsmotors – den größten Beitrag leistet, um die kurz- und mittelfristigen Klimaschutzziele erreichen zu können. Das sehen auch unsere Mitglieder so", sagte der VDA-Präsident.

Die drei Autobauer bezeichneten die Elektromobilität als volkswirtschaftlich notwendig. Angesichts der Klimaschutzziele sei der Systemwechsel zu batterieelektrischen und Hybrid-Autos politisch gewollt - jetzt müsse die Politik die Bedingungen dafür schaffen, sagte ein Manager nach Angaben aus Unternehmenskreisen. Im nächsten Jahrzehnt gebe es keine Alternative, weder die wasserstoffbetriebene Brennstoffzelle noch alternative Kraftstoffe seien bis 2030 serienreif, hieß es. Diese Festlegung ist nicht selbstverständlich - beispielsweise Toyota setzt auf die Brennstoffzelle.

Dem Gespräch zwischen Mattes und den Autobauer-Chefs vorausgegangen waren Uneinigkeiten vor allem zwischen BMW-Chef Harald Krüger und VW-Konzernchef Herbert Diess. In Kern ging es darum, ob Fördergelder - wie in einem VW-Strategiepapier vorgesehen - künftig ausschließlich für Batteriefahrzeuge fließen. Kritiker beklagten, die Vorschläge seien zu sehr auf Volkswagen gemünzt.

Quelle: n-tv.de, hul/dpa

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