Wirtschaft

Landesvertreter intervenieren VW-Aufsichtsrat vertagt Stadler-Personalie

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Wie die Zukunft von Rupert Stadler bei Audi aussieht, steht bislang nicht fest.

(Foto: picture alliance/dpa)

Seit mehr als drei Monaten sitzt Rupert Stadler in U-Haft. Seitdem versucht Volkswagen, die Nachfolge des von seinen Aufgaben entbundenen Audi-Chefs zu regeln. Eine entsprechende Zusammenkunft des Aufsichtsrats endet allerdings ohne Ergebnis.

Volkswagen hat eine Entscheidung über die Zukunft des inhaftierten Audi-Chefs Rupert Stadler einem Insider zufolge erneut vertagt. Der Aufsichtsrat des Mutterkonzerns Volkswagen habe über die Personalie gesprochen, aber nicht entschieden, sagte eine Person mit Kenntnis der Beratungen. An diesem Dienstag sollen die Gespräche fortgesetzt werden.

Das "Handelsblatt" berichtete aus dem Umfeld des Kontrollgremiums, an Stadlers Abberufung gebe es keinen Zweifel, wohl aber an den Modalitäten. Gut informierten Kreisen zufolge waren die beiden Vertreter des Landes Niedersachsen im VW-Aufsichtsrat, Ministerpräsident Stephan Weil und Wirtschaftsminister Bernd Althusmann, mit der Lösung einer Vertragsaufhebung samt Abfindung für den Chef der VW-Tochter nicht einverstanden.

Stadlers Vertrag als Audi-Chef war erst im vergangenen Jahr um fünf Jahre verlängert worden. Volkswagen äußerte sich nicht. Der 55-Jährige sitzt seit mehr als drei Monaten in Untersuchungshaft, weil ihm die Staatsanwaltschaft München Behinderung der Dieselermittlungen vorwirft. Der Audi-Chef soll versucht haben, Zeugen zu beeinflussen. Stadler bestreitet das.

Die Aufsichtsräte von VW und Audi entbanden ihn von seinen Aufgaben als VW-Vorstand und Audi-Chef, "bis der Sachverhalt geklärt ist, der zu seiner Verhaftung geführt hat". Seitdem leitet Audi-Vertriebsvorstand Bram Schot das Unternehmen als kommissarischer Vorstandschef. An der Rückkehr Stadlers auf den Audi-Chefposten wird in der Branche auch nach einer möglichen Haftentlassung nicht gerechnet.

Potentieller Nachfolger bei BMW gebunden

Wunschkandidat für die Stadler-Nachfolge ist Markus Duesmann, der bis Juli 2018 Einkaufsvorstand von BMW war. Dem Ingenieur wird zugetraut, die Entwicklung von sauberen Dieselmotoren voranzutreiben - und Audis Altlasten im Abgasbetrug zu beseitigen. Der 49-Jährige soll in den VW-Vorstand eintreten, sobald er zur Verfügung steht.

Wann das sein wird, steht allerdings in den Sternen, da Duesmann bisher keine Freigabe durch BMW hat. Duesmanns Vertrag bei dem Münchner Autobauer läuft bis 2019, danach wirkt eine einjährige Konkurrenzklausel. Sollten sich die Niedersachsen nicht mit den Bayern einigen, wäre Duesmann bis 2020 gebunden.

Quelle: n-tv.de, fzö/rts/dpa

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