Wirtschaft
Auf der IAA weist VW-Chef Müller Kanzlerin Merkel den Weg.
Auf der IAA weist VW-Chef Müller Kanzlerin Merkel den Weg.(Foto: picture alliance / Andreas Arnol)
Mittwoch, 14. März 2018

Zehn Millionen Euro für den Chef: VW-Gehälter "erstaunen" Merkel

Die Gehaltserhöhungen der VW-Topmanager sorgen für Irritationen. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Diesel-Debatte äußert selbst Kanzlerin Merkel Erstaunen. Das Geld stattdessen für Hardware-Nachrüstungen auszugeben, hält sie dennoch nur für bedingt sinnvoll.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich erstaunt über die Einkommenszuwächse von VW-Topmanagern geäußert. "Ich freue mich, wenn es Gewinne gibt, weil dann vielleicht auch Geld in die Zukunft investiert werden kann", sagte die Kanzlerin. "Trotzdem war ich jetzt schon erstaunt, dass es auch sehr hohe Zuwachsraten bei bestimmten Gehältern gibt." Zuvor war Merkel gefragt worden, ob sie sich angesichts der hohen Konzerngewinne von VW in der Diesel-Debatte nicht an der Nase herumgeführt fühle.

Die gesamte deutsche Automobilindustrie müsse jetzt die Zukunftsaufgaben meistern, betonte Merkel. Es bleibe in der Diesel-Debatte dabei, dass Fahrverbote möglichst vermieden werden sollten. Die Autoindustrie trage dabei "natürlich" eine Verantwortung für die Lösung des Problems.

Technischen Nachrüstungen steht die neu ins Amt gewählte Kanzlerin kritisch gegenüber. Hardware-Nachrüstungen seien ein Weg, erklärte sie, der aber wenig nütze, wenn er drei oder vier Jahre dauere. Die Frage, wie man den am meisten betroffenen Städten helfen könne, werde die neue Bundesregierung "als erstes mit in Angriff" nehmen, versprach sie.

Am Vortag war bekanntgeworden, dass die Gewinnverdopplung bei Volkswagen auch die Bezüge von Vorstandschef Matthias Müller auf 10,14 Millionen Euro steigen ließen. Insgesamt erhöhten sich die Vorstandsbezüge bei Volkswagen um fast ein Drittel auf gut 50 Millionen Euro.

Quelle: n-tv.de