Wirtschaft

Tochterfirma war schon gegründet VW beerdigt Pläne für neues Türkei-Werk

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Der Zuschlag für die Türkei schien schon sicher, nun stoppt VW seine Pläne für Manisa.

(Foto: imago/Deutzmann)

Ein Investitionsvolumen von mehr als einer Milliarde Euro veranschlagt Volkswagen für ein Werk in der Türkei. Doch der Bau verzögert sich mehrfach - offiziell wegen der türkischen Militäroffensive in Nordsyrien. Nun verwirft der größte deutsche Autokonzern seine Pläne aus einem anderen Grund.

Der Volkswagen-Konzern stoppt die Pläne für den Bau eines neuen Werks in der Türkei. "Hintergrund ist der durch die Corona-Krise erfolgte Einbruch der globalen Automobilnachfrage", erklärte der größte deutsche Automobilbauer in Wolfsburg. Das Projekt für die Fabrik in Manisa bei Izmir war eigentlich so gut wie beschlossen, hatte aber zuletzt auf Eis gelegen.

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Offiziell lag das Vorhaben seit Beginn der Militäraktionen der Türkei in Nordsyrien im Herbst 2019 auf Eis. Es gab Kritik an dem Vorhaben, ausgerechnet in einem Land mit heikler Menschenrechtslage eine neue Mehrmarken-Fabrik zu eröffnen.

Mehrfach hatte es von VW-Seite aus geheißen, man sei in "finalen" Gesprächen. Das Unternehmen gründete auch bereits eine türkische Tochtergesellschaft. Die Firma wurde ins Handelsregister eingetragen und mit einem Kapital von umgerechnet rund 164 Millionen US-Dollar ausgestattet.

In das Werk nahe der Westküsten-Metropole Izmir wollte Volkswagen mehr als eine Milliarde Euro investieren, die Kapazität sollte bei mehr als 300.000 Fahrzeugen jährlich liegen. Geplant war zudem, dass 4000 Arbeitsplätze in der Westtürkei entstehen sollen.

Mit dem neuen Werk sollte unter den Bedingungen vor Corona vor allem in Osteuropa und im Nahen Osten künftiges Wachstum bedient werden. Jetzt sollen alle geplanten Fahrzeugprojekte innerhalb des bestehenden Verbundes an Produktionsstätten gefertigt werden. Vor der Pandemie wollte der Konzern neue Kapazitäten für den bisher in Emden hergestellten Passat und den Superb der Schwestermarke Skoda schaffen.

Quelle: ntv.de, cri/dpa