Wirtschaft

Kraftfahrt-Bundesamt drängt VW muss sich bis 7. Oktober äußern

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Im schlimmsten Fall könnten die Typengenehmigungen entzogen werden.

(Foto: REUTERS)

In Wolfsburg arbeitet man an einem Krisenplan, um den VW-Konzern möglichst schnell wieder aus den Schlagzeilen zu bringen. Das Kraftfahrt-Bundesamt fordert jetzt einen konkreten Zeitplan und droht mit heftigen Konsequenzen.

Im Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Volkswagen fordert das Kraftfahrt-Bundesamt vom Konzern einen konkreten Zeitplan zur Beseitigung der Manipulationen. Das Bundesamt habe VW schriftlich aufgefordert, bis 7. Oktober einen verbindlichen "Maßnahmen- und Zeitplan" vorzulegen, ob und bis wann seine Fahrzeuge ohne Manipulationssoftware die Abgas-Verordnung einhalten werden, berichtete die "Bild am Sonntag". Es müsse sichergestellt werden, dass die Fahrzeuge "mit dem jeweiligen genehmigten Typ in Übereinstimmung gebracht werden", hieß es laut "BamS" in dem Schreiben weiter.

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Sollte Volkswagen die Aufforderung des Bundesamtes nicht beachten, könnten die Typengenehmigungen der Wagen entzogen werden. Dann dürften die betroffenen Autos nicht mehr verkauft oder bewegt werden. Ein VW-Sprecher sagte der Zeitung, alle betroffenen Fahrzeuge seien "absolut sicher und fahrbereit".

"Mit Vollgas dran"

Ein Volkswagen-Sprecher sagte, der Konzern werde einen Maßnahmenplan präsentieren und "dann sagen, wann wir voraussichtlich eine Rückrufaktion starten". Volkswagen plane eine kostenfreie Maßnahme im Rahmen einer Rückrufaktion. Dabei werde es zum Beispiel ein Software-Update geben. VW arbeite derzeit einen Katalog ab. "Wir sind mit Vollgas dran, das offenzulegen", sagte der Volkswagen-Sprecher.

Die Fahrzeuge mit der manipulierten Abgas-Software seien identifiziert, nun müssten die Fahrzeugnummern ermittelt werden. Sobald anhand der Fahrgestellnummer festgestellt worden sei, wo sich die Autos befänden, könnten die Händler informiert werden, die wiederum Kontakt zu den Kunden aufnähmen.

Nach Untersuchungen der US-Umweltschutzbehörde EPA hatte der Wolfsburger Konzern eingeräumt, dass mit Hilfe einer Software Abgaskontrollen von Diesel-Fahrzeugen manipuliert wurden. Auf das Unternehmen kommen deswegen Milliardenlasten zu. Der langjährige Konzernchef Martin Winterkorn musste seinen Posten räumen. Er wurde am Freitag durch den bisherigen Porsche-Boss Matthias Müller ersetzt.

Quelle: n-tv.de, sba/AFP/rts