Wirtschaft

Diskussion über Bahn-Tickets Verband nennt Preiserhöhung "Schnapsidee"

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Die Idee des Bahn-Beauftragten Ferlemann, Ticketpreise zu erhöhen, stößt auf Ablehnung.

(Foto: picture alliance/dpa)

"Die Zeiten des ruinösen Wettbewerbs sind vorbei", sagt der Bahn-Beauftragte des Bundes, Ferlemann. Deswegen fordert er die Deutsche Bahn auf, die Ticketpreise zu erhöhen oder Sondertarife einzuschränken. Bei Kunden-Vertretern kommt dieser Vorschlag nicht gut an.

Der Bahnkunden-Verband hat die Forderung des Bahn-Beauftragten Enak Ferlemann nach höheren Fahrpreisen als "Schnapsidee" kritisiert. Verbandspräsident Gerhard Curth erklärte, er habe die Aussagen Ferlemanns "mit äußerstem Befremden" zur Kenntnis genommen. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium hatte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS) gesagt, die Bahn könnte ihre Preise anheben oder die Sondertarife reduzieren. Denn auch Fernbusse würden teurer, "die Zeiten des ruinösen Wettbewerbs sind vorbei". Es könne nicht der Normalfall sein, für 19 Euro quer durch Deutschland zu fahren.

Der Bahnkunden-Verband verwies auf das "Zukunftsbündnis Schiene" im Bundesverkehrsministerium, das sich eine Verdopplung der Fahrgastzahlen zum Ziel gesetzt habe. "Ferlemanns Forderung bewirkt jedoch eher das Gegenteil", erklärte Verbands-Präsident Curth. Er erwarte nun, dass diese Frage nicht an dem Zukunftsbündnis vorbei entschieden werde. Der Bahnkunden-Verband ist Mitglied des Bündnisses.

Auch Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter hatte den Vorstoß Ferlemanns kritisiert und gefordert, stattdessen die Bahn attraktiver zu machen. "Eine Preiserhöhung würde die Entwicklung der Bahn sabotieren." Höhere Preise und schlechtere Angebote würden dazu führen, dass Reisende auf andere Verkehrsmittel umstiegen.

Ferlemann ist einer der schärfsten Kritiker der Bahn. Zusammen mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer verhandelt er momentan mit dem Bahnvorstand, wie das Unternehmen Pünktlichkeit und Service verbessern kann. An Bahnchef Richard Lutz will der Staatssekretär trotz der Probleme festhalten, wie er der FAS sagte. "Wir haben einen guten Vorstandsvorsitzenden Lutz und ein gutes Vorstandsmitglied Pofalla. Ein neuer Chef macht die Bahn nicht besser."

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Quelle: n-tv.de, fzö/AFP/DJ

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