Wirtschaft

Einkaufen bleibt günstig Verbraucherpreise steigen nur leicht an

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Der Weihnachtseinkauf kann beginnen: Die Verbraucherpreise bleiben auch am Jahresende niedrig.

(Foto: dpa)

Die Inflation in Deutschland verharrt auf einem niedrigen Niveau. Verbraucher dürfen sich damit auch in der Vorweihnachtszeit über weiterhin günstige Preise freuen. Die europäischen Notenbanker bekommen dadurch allerdings ein Problem.

Gute Nachrichten für den Weihnachtseinkauf: Die Verbraucherpreise haben im Oktober zwar wieder angezogen, aber nur leicht. Vor allem teurere Lebensmittel sorgten dafür, dass sich die Inflation von der Nullmarke löste. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, zogen die Preise im September auf Jahressicht um 0,3 Prozent an. Damit bewege sich die Inflationsrate "weiterhin auf niedrigem Niveau". Grund sind die weiter vergleichsweise niedrigen Energiekosten. Im Vergleich zum August stagnierten die Preise indes.

Im Schnitt mussten die Verbraucher für Nahrungsmittel 1,6 Prozent mehr bezahlen als vor einem Jahr. Vor allem für Obst und Gemüse sind die Preise gestiegen - für Kartoffeln beispielsweise wurden 30,7 Prozent mehr fällig als im Vorjahresmonat, für Äpfel 10,9 Prozent. Auch Süßwaren und Fisch wurden teurer, während Molkereiprodukte und Eier günstiger wurden. Deutlich teurer sind beispielsweise auch Taxifahrten mit einem Plus von 13,4 Prozent geworden, genauso wie der Besuch beim Friseur, in Restaurants oder Cafés.

Die Energiepreise sind dagegen erneut gesunken. Innerhalb eines Jahres verbilligten sich Heizöl um 24,5 Prozent und Kraftstoffe um 13,1 Prozent. Ohne Berücksichtigung der Energie hätte die Inflationsrate dementsprechend auch deutlich höher bei 1,4 Prozent gelegen. Auch die Preise für Unterhaltungselektronik und Telefone sind gesunken.

Während die niedrige Inflation für Verbraucher eine gute Nachricht ist, ist sie für die Notenbanker der Europäischen Zentralbank (EZB) ein großes Problem. Durch die niedrigen Preise droht eine Deflation, die nur schwer bekämpft werden kann. Weil der Leitzins schon fast null beträgt, kauft die EZB monatlich Anleihen für rund 60 Milliarden Euro. Mit dieser Geldflut will die EZB die Banken anregen, mehr Kredite an die Wirtschaft zu vergeben. Das soll die Konjunktur beflügeln und die extrem niedrige Inflation antreiben.
EZB-Präsident Mario Draghi hatte bei seiner letzten Pressekonferenz sogar signalisiert, das ohnehin massive Kaufprogramm noch stärker auszuweiten.

Quelle: ntv.de, chr/AFP/DJ