Wirtschaft

Eon nimmt wieder Neukunden auf Verbraucherschützer prüfen Klage wegen CO2-Preis

65039702.jpg

Gestiegene Gaspreise lassen Verbraucher vor der Abrechnung zittern.

(Foto: picture alliance / ZB)

Wegen explodierender Gaspreise legt Eon seine Geschäfte mit Neukunden auf Eis. Nun laufen sie wieder an - Kunden müssen jedoch mit höheren Kosten rechnen. Derweil prüft die Verbraucherzentrale eine Klage gegen die CO2-Bepreisung von Gasanbietern.

Nach rund einwöchiger Unterbrechung bietet der Energieversorger Eon wieder deutschlandweit Gaslieferverträge für Neukunden an - allerdings zu höheren Preisen als noch vor wenigen Wochen. "Bei unserer Preisgestaltung können wir uns - wie viele andere Anbieter auch - dem aktuellen Marktbedingungen nicht entziehen. So bezahlt ein durchschnittlicher Haushalt mit einem Verbrauch von 18.000 kWh im Jahr rund 170 Euro netto monatlich für Erdgas", berichtete ein Unternehmenssprecher.

Eon hatte das Neugeschäft mit Privatkunden in der vergangenen Woche wegen des enormen Preisanstiegs beim Gas vorübergehend gestoppt. Auch andere Gasversorger wie EnBW hatten ihre Marketingaktivitäten deutlich zurückgefahren. Der Hintergrund: In den vergangenen Monaten sind die Großhandelspreise für Gas international auf Rekordstände geklettert. Nach Angaben des Vergleichsportals Check24 verteuerte sich die Megawattstunde Gas binnen Jahresfrist um 451 Prozent auf 44,03 Euro.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) will derweil die Weitergabe von Kosten der CO2-Bepreisung durch Gasanbieter an ihre Kundinnen und Kunden in bestimmten Konstellationen rechtlich prüfen lassen. "Uns liegen Verbraucherbeschwerden vor, bei denen Preise trotz bestehender Preisgarantie erhöht wurden", erklärte die Referentin im Team Marktbeobachtung Energie des vzbv, Sabine Lund.

Gleichzeitig seien manche Verbraucher aber nicht auf ihr Sonderkündigungsrecht hingewiesen worden. Seit Januar 2021 erhalten die Verbraucherzentralen vermehrt Beschwerden über erhöhte Gaspreise, die von den Energieversorgern mit der Anfang des Jahres eingeführten CO2-Bepreisung begründet würden. Der vzbv will nun die Daten von betroffenen Verbraucherinnen und Verbrauchern sammeln und eine Musterfeststellungsklage prüfen.

Wie der vzbv in einer Erhebung für die "Welt am Sonntag" errechnete, muss ein typischer Familienhaushalt in einem 120 Quadratmeter großen Einfamilienhaus im Jahr 2021 wegen steigender Gaspreise mit einem Heizkostenanstieg von mehr als 200 Euro im Vorjahresvergleich rechnen. So betrug die Rechnung für Heizung und Warmwasser im Jahr 2020 noch durchschnittlich 990 Euro, im Jahr 2021 werden es voraussichtlich 1260 Euro. Auch die Heizrechnung in einer 100 Quadratmeter großen Wohnung steigt demnach von durchschnittlich 770 auf 980 Euro.

Quelle: ntv.de, lve/AFP/dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.