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Energiebedarf global besprechen Merkel: China braucht Gas noch bis 2060

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Die Vorwürfe gegen Russland über mangelnde Gaslieferungen kommentierte die Kanzlerin nicht.

(Foto: picture alliance/dpa/BELGA)

Die Industrienationen ringen um Maßnahmen gegen hohe Energiepreise. Auch in den kommenden Jahren könnte das knappe Angebot am Gasmarkt ein Problem werden. Kanzlerin Merkel fordert daher eine internationale Absprache über den Gasbedarf - denn der dürfte künftig sehr unterschiedlich ausfallen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert eine verstärkte internationale Absprache auch im G20-Rahmen über den künftigen Bedarf an Gas. "Ich rate von vorschnellen Schuldzuweisungen ab", sagte Merkel mit Blick auf die hohen Gaspreise und in Anspielung auf Vorwürfe gegen Russland. "Die Preisbildung ist eine komplizierte Sache", fügte sie hinzu.

Mit Verweis auf ein Gespräch mit Chinas Ministerpräsident Li Keqiang sagte Merkel, dass etwa China Angst vor einer schnellen Umstellung von Kohle- auf Gaskraftwerke habe, weil sich angesichts der Größe des Landes sehr schnell eine Veränderung auf dem weltweiten Gasmarkt ergeben würde. "Wir müssen uns hier, vielleicht auch bei G20 oder international jedenfalls austauschen, wie die erwarteten Energiebedarfe jetzt bei der Transformation der Wirtschaften sind", sagte Merkel. Deutschland etwa werde in 25 Jahren klimaneutral sein und weniger Erdgas bestellen, China werde Gas dagegen noch bis 2060 brauchen. Deshalb wäre es wichtig, eine bessere Planbarkeit zu haben.

Die Kanzlerin lobte die von der EU-Kommission vorgeschlagenen Maßnahmen gegen hohe Energiepreise, verwies aber darauf, dass sich einige Länder durch langfristige Verträge ihre Energielieferungen für die nächsten Jahre bereits gesichert hätten.

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Deutschlands Versorgung mit Gas sieht das Bundeswirtschaftsministerium in diesem Winter weiterhin als gesichert an. Zwar sei der Füllstand der Gasspeicher leicht auf 70 Prozent gesunken, teilte eine Ministeriums-Sprecherin mit. Aber dies sei im Rahmen üblicher Schwankungen. Es habe auch im Jahr 2015 ähnliche Werte gegeben. Regierungssprecher Steffen Seibert nahm zugleich Russland gegen Vorwürfe in Schutz, dass es nicht genug Gas nach Europa liefere.

Nach dem Kenntnisstand der Bundesregierung erfüllt der russische Energiekonzern Gazprom seine vertraglichen Lieferverpflichtungen, sagte Seibert. In der vergangenen Woche hatte das Wirtschaftsministerium davon gesprochen, dass die Gasspeicher in Deutschland zu 75 Prozent gefüllt seien, mit einer leicht steigenden Tendenz.

Quelle: ntv.de, spl/rts

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