Wirtschaft

Montag drohen Verspätungen Verdi bestreikt Hamburger Flughafen

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Im Januar streikte in Hamburg das Sicherheitspersonal, nun tritt das Bodenpersonal in den Warnstreik.

(Foto: imago/Chris Emil Janßen)

Die Löhne des Bodenpersonals am Flughafen Hamburg sinken zuletzt "dramatisch", kritisiert die Gewerkschaft Verdi. Sie kündigt deshalb für Montag einen Warnstreik an. Passagiere müssen mit Verspätungen rechnen.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat für Montag die Beschäftigten der Bodenverkehrsdienste am Hamburger Flughafen zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Durch den ab 3 Uhr beginnenden Ausstand könne es zu Verspätungen im Flugverkehr kommen, teilte die Gewerkschaft in der Hansestadt mit.

Grund sei "das unzureichende Arbeitgeberangebot in der laufenden Tarifrunde zwischen Verdi und der Arbeitsrechtlichen Vereinigung Hamburg für die fast 1000 Beschäftigten der Unternehmen Groundstars, Stars und Cats". Verdi fordert unter anderem eine monatliche Tariferhöhung von 275 Euro für alle.

Seit der Ausgliederung der Bodenverkehrsdienste aus dem öffentlichen Dienst seien die Löhne der Beschäftigten "dramatisch gesunken", erklärte Verdi-Verhandlungsführerin Irene Hatzidimou. Dieser Trend müsse gestoppt werden.

"Überzogen und unverhältnismäßig"

"Ein unangekündigter 24-Stunden-Warnstreik ist völlig überzogen und unverhältnismäßig", kritisierte dagegen Flughafensprecherin Katja Bromm. An dem Airport sind für Montag 388 Flüge geplant, darunter 194 Abflüge und 194 Ankünfte.

Auch von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen kam Kritik. "Mir fehlt jedes Verständnis dafür, dass Verdi seine Interessen auf dem Rücken der Reisenden austrägt", sagte Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. "Einen ganztägigen Warnstreik weniger als zwölf Stunden vorher anzumelden, ist eine Zumutung und zeugt von einem unseriösen Vorgehen."

Die Beschäftigten der Bodenverkehrsdienste sind am Hamburger Flughafen unter anderem für die Flugzeug- und Gepäckabfertigung, den Busverkehr und die Reinigung der Flugzeuge zuständig. Eine Sprecherin des Flughafens empfahl Reisenden, am Montag "ausreichend Zeit" einzuplanen und ihr Gepäck auf ein Minimum zu reduzieren. Wenn möglich sollten sie nur mit Handgepäck fliegen.

Quelle: n-tv.de, fhe/AFP/dpa

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