Wirtschaft

Technologiewerte im Fokus Wall Street bleibt auf Rekordjagd

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Gespannt wurde von Börsianern die Facebook-Bilanz erwartet. Der Technologie-Konzern wollte nach Börsenschluss seine Bücher öffnen.

(Foto: picture alliance / newscom)

Nachdem ein Mega-Deal mit dem Autovermieter Hertz bekannt wird, durchbricht der Elektrobauer Tesla mit seinem Börsenwert die Schallmauer von einer Billion Dollar. An der Wall Street fiebern die Anleger den Zahlen von Facebook entgegen, die nach Börsenschluss veröffentlicht werden sollen.

Die Rekordjagd an der Wall Street hat sich zu Beginn der neuen Woche fortgesetzt, wobei die Anleger auf gute Geschäftszahlen setzten. Im Wochenverlauf nimmt die US-Berichtssaison weiter Fahrt auf, vor allem wichtige Technologieunternehmen werden dann ihre Bücher öffnen. Insgesamt werden 150 Unternehmen aus dem S&P-500 ihre Quartalszahlen vorlegen.

Grund für den Optimismus der Anleger waren unter anderem die guten Ergebnisse der Banken und von Unternehmen aus der Konsumgüterbranche aus der Vorwoche, die zugleich Sorgen dämpften, dass hohe Inflation und Arbeitskräftemangel die Gewinne abschmelzen lassen. Es sei bemerkenswert, wie es den Unternehmen gelungen sei, Preiserhöhungen an die Kunden weiterzugeben, ohne Umsatzeinbußen zu erleiden, sagte CMC-Marktexperte Michael Hewson.

Der Dow-Jones-Index verbesserte sich um 0,2 Prozent auf 35.741 Punkte. Der S&P-500 gewann 0,5 Prozent. Beide Indizes schlossen damit auf Rekordschlussständen. Der Nasdaq-Composite rückte um 0,9 Prozent vor. Den 2098 (Freitag: 1671) Kursgewinnern standen dabei 1261 (1615) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 113 (140) Titel.

Facebook eröffnet Reigen der Technologie-Quartalszahlen

Nach Börsenschluss wird Facebook seine Bücher öffnen, die Aktie schloss nach anfänglichen Abgaben 1,3 Prozent im Plus. Am Dienstag sind Microsoft, Twitter und Alphabet an der Reihe und im späteren Wochenverlauf folgen dann Apple und Amazon.

"Ohne Zweifel ist der Technologiesektor der wichtigste Sektor für den S&P-500", sagte Eric Mintz, Co-Portfoliomanager bei Eagle Asset Management. "Ich erwarte im Großen und Ganzen robuste Ergebnisse aus dem Technologiesektor".

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Weiter ein Thema war auch, wie die Notenbanken weltweit auf die steigenden Preise reagieren werden. Dazu könnten im Wochenverlauf neue Signale von der EZB und der Bank of Japan kommen, nachdem die US-Notenbank für das kommende Jahr bereits eine mögliche Erhöhung der Zinsen in den Raum gestellt hat. Die US-Zehnjahresrendite lag mit 1,64 Prozent auf dem zuletzt deutlich erhöhten Niveau.

Im Blick hatten die Marktteilnehmer auch, wie es mit dem im US-Kongress weiter diskutierten umfangreichen Ausgabenpaket von US-Präsident Joe Biden weitergeht. Ausgaben dieses Ausmaßes würden das Wachstum weiter stützen, sagte Anlageexpertin Esty Dwek von Flowbank. "Die Frage ist aber nun, wie es um die Steuern bestellt ist und wie das alles finanziert werden soll", fügte sie hinzu.

Tesla knackt Marktkapitalisierung von einer Billion Dollar

Im Fokus stand vor allem die Tesla-Aktie, die um 12,7 Prozent auf 1024,86 Dollar zulegte. Der Elektroautobauer gehört nun auch zu den Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von über einer Billion Dollar.

Tesla
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Marktteilnehmer verwiesen auf mehrere Gründe für den Anstieg. So hat der US-Autovermieter Hertz bekannt gegeben, insgesamt 100.000 Tesla-Fahrzeuge zu bestellen. Zudem hat Morgan Stanley das Kursziel für die Aktie 900 auf 1200 Dollar nach oben genommen. Außerdem war das Model 3 des Unternehmens im September das meistverkaufte Fahrzeuge in Europa, wie das Analyse-Unternehmen Jato Dynamics ermittelt hat.

Gold mit Inflationssorgen auf Sechswochenhoch

Gold (+0,8%) war so teuer wie seit sechs Wochen nicht. Selbst die hohen Marktzinsen und der festere Dollar bremsten nicht, weil viele Anleger wegen der hohen Inflation das Edelmetall als Inflationsschutz kauften.

Auf neue Siebenjahreshochs kletterten im Verlauf die Ölpreise, gaben im späten Handel einen Großteil der Gewinne aber wieder ab und zeigten sich uneinheitlich. "Das Aufwärtsrisiko für Rohöl ist real, und ein kurzzeitiger Anstieg auf 100 Dollar je Barrel ist nicht ausgeschlossen, da Öl zu einem Ersatz für Heizung und Strom wird, insbesondere in Asien", hieß es von Rystad Energy.

ExxonMobil
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Der erneute Höhenflug von WTI und Brent trieb die Kurse der Ölaktien weiter an. Die Papiere von Exxon Mobil (+1,9%) und Chevron (+0,9%) gehörten zu den größten Gewinnern im Dow. Der Energie-Sektor im S&P-500 kletterte um 1,4 Prozent nach oben.

Als Grund für die steigenden Ölpreise wurde auf Aussagen Saudi-Arabiens verwiesen, wonach die Opec+ einen vorsichtigen Ansatz auf der Angebotsseite verfolgen solle wegen des Risikos, dass die Nachfrage pandemiebedingt wieder nachlassen könnte. Zum Preisanstieg trage auch die Umstellung von Gas auf Öl bei vor dem Hintergrund der stark gestiegenen Gaspreise, hieß es. Die Gaspreise zogen deutlich an, wozu Marktexperten auf Prognosen einer kühleren Witterung verwiesen, aber auch den Verfall von Optionskontrakten am Dienstag.

Quelle: ntv.de, chf/DJ

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