Wirtschaft

Angekündigte Zinswende Wall Street verdaut Fed-Entscheid schwer

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Nach den Ankündigungen des Fed-Chefs sind die Anleger auf Richtungssuche.

(Foto: AP)

Die US-Notenbank belässt den Leitzins noch nahe Null, doch die Aussgagen von Fed-Chef Powell zur künftigen Geldpolitik sorgen für Verunsicherung bei den US-Anlegern. Die zeitweise deutlich erholten Märkte geraten erneut in Turbulenzen. Zu den Gewinnern des Tages gehören Microsoft und Mattel.

Mit gemischten Gefühlen reagieren Anleger auf die Aussagen der US-Notenbank Fed zur Geldpolitik. Der US-Standardwerteindex Dow Jones konnte seine anfänglichen Gewinne nicht halten und schloss 0,4 Prozent tiefer auf 34.168 Punkten. Der technologielastige Nasdaq notierte leicht im Plus bei 13.542 Punkten. Der breit gefasste S&P 500 büßte 0,1 Prozent auf 4349 Punkte ein.

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Angesichts hoher Inflation will die US-Notenbank Fed rasch die Zinswende einleiten und danach die aufgeblähte Bilanz eindampfen. Nach der geldpolitischen Sitzung erklärte sie, eine Erhöhung der Zinsen sei bald angebracht. Laut Notenbankchef Jerome Powell stehen die Währungshüter für eine Straffung im März bereit, wenn es die Bedingungen erfordern. Weitere Anhebungen im Laufe des Jahres dürften folgen. Es gebe "ziemlich viel Spielraum" zur Straffung, ohne die Erholung am Arbeitsmarkt zu gefährden.

Einstweilen beließ die Fed den Schlüsselsatz noch in der Spanne von null bis 0,25 Prozent. Die US-Notenbank habe zwar Zinserhöhungen signalisiert, bleibe in anderen Punkten aber vage, monierte Russell Price, Chef-Volkswirt des Vermögensberaters Ameriprise. "Es gibt immer noch Unsicherheit in Bezug auf den Abbau der Wertpapierbestände."

Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, profitierte von der Aussicht auf baldige US-Zinserhöhungen und stieg um 0,6 Prozent auf 96,53 Zähler. Aus US-Staatsanleihen zogen sich Investoren dagegen zurück. Dies trieb die Rendite der richtungweisenden zehnjährigen Treasuries auf 1,8763 Prozent.

Mattel
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Der Ölpreis zog ebenfalls an. Hier sei allerdings die Furcht vor Liefer-Ausfällen wegen der Spannungen zwischen Russland und der Ukraine sowie den Angriffen auf die Rohöl-Infrastruktur auf der Arabischen Halbinsel der Grund für die Rally, sagte Analyst Stephen Brennock vom Brokerhaus PVM Oil Associates. Daher stieg der Preis für die US-Sorte WTI um 2,5 Prozent auf von 87,81 Dollar je Barrel (159 Liter).

Parallel zum Aktienmarkt grenzten auch die Kryptowährungen ihre Gewinne ein. Bitcoin notierte zuletzt 0,9 Prozent im Plus bei 36.904 Dollar.

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Rückenwind erhielt die Wall Street außerdem von den überraschend starken Quartalsergebnissen und dem optimistischen Ausblick des Software-Konzerns Microsoft. Die Aussicht auf ein wieder beschleunigtes Wachstum der Cloud-Sparte Azure sei ein gutes Omen für die gesamte Branche, kommentierte Analyst Derrick Wood vom Cowen. Microsoft-Aktien stiegen um 2,8 Prozent. Stark gefragt waren auch die Titel von Mattel, die sich um 4,3 Prozent verteuerten. Der "Barbie"-Macher holte sich die Lizenzrechte für Figuren aus Disney-Filmen wie "Die Eiskönigin" oder "Cinderella" nach mehr als sieben Jahren vom Erzrivalen Hasbro zurück. Dessen Papiere gaben daraufhin gut sechs Prozent nach.

Die Papiere von Boeing gingen ebenfalls auf Sinkflug und büßten 4,8 Prozent ein. Die Produktionsprobleme beim Langstrecken-Flieger 787 brocken dem Airbus-Rivalen einen erneuten Milliardenverlust ein. Das Minus liege um ein Vielfaches höher als erwartet, kritisierte Analystin Sheila Kahyaoglu von der Investmentbank Jefferies. Ein Lichtblick sei allerdings der überraschende Barmittel-Zufluss.

Quelle: ntv.de, chr/ino/rts

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