Wirtschaft

Übernahme-Kampf in Hollywood Warner lehnt verbessertes Angebot von Paramount ab

07.01.2026, 18:50 Uhr
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Warner Brothers hat Rechte an zahlreichen Filmklassikern, außerdem gehören der Bezahlsender HBO und der Nachrichtenkanal CNN zum Konzern. (Foto: picture alliance / Sipa USA)

Netflix will das Medienunternehmen Warner Bros. übernehmen, wird jedoch von Paramount überboten. Der Machtkampf reicht bis ins Weiße Haus - doch das erste Milliarden-Angebot scheitert. Nun entscheidet Warner über ein neues Angebot von Paramount.

In der Übernahmeschlacht um den US-Film- und Medienkonzern Warner Brothers Discovery ist der Bieter Paramount Skydance auch mit einem verbesserten Angebot auf Ablehnung gestoßen. Der WBD-Verwaltungsrat habe das neue Angebot "einstimmig" zurückgewiesen, wie das Unternehmen mitteilte. Es bleibe "in mehreren wichtigen Punkten" hinter der Fusionsvereinbarung mit dem Streamingdienst Netflix zurück.

Die rund 108 Milliarden Dollar (etwa 92 Milliarden Euro) schwere Übernahmeofferte sei eine riskante Transaktion, teilte Warner Bros mit. Das Management riet den Aktionären einstimmig davon ab, ihre Anteile Paramount anzudienen. Es bezeichnete das Übernahmeangebot des Streaminganbieters Netflix im Volumen von knapp 83 Milliarden Dollar (gut 71 Milliarden Euro) als die bevorzugte Alternative. Netflix begrüßte die Aussagen von Warner. Der Medienkonzern hält die Rechte an Filmklassikern wie "Casablanca", der "Harry Potter"-Reihe oder der TV-Serie "Game of Thrones". Zum Konzern gehören außerdem der Bezahlsender HBO und der Nachrichtenkanal CNN.

Paramount will Warner Bros. im Rahmen eines sogenannten Leveraged Buyouts schlucken. Dabei werden die Kredite für die Transaktion mit Vermögenswerten und künftigen Einnahmen des Übernahmeziels besichert. Im aktuellen Fall würde Paramount Warner Bros Schulden in Höhe von 87 Milliarden Dollar aufbürden. Wegen der niedrigen Bonität von Paramount sei fraglich, ob das Unternehmen die notwendigen Kredite aufnehmen könne, warnte das Management von Warner Bros. Ein Scheitern der Transaktion wäre für Warner Bros. mit finanziellen Risiken verbunden. Den Angaben zufolge würde eine Entscheidung zugunsten von Paramount Warner Bros insgesamt rund 4,7 Milliarden Dollar kosten. Ein Großteil dieser Summe seien Vertragsstrafen an Netflix und an Kreditgeber.

Zweifel an Finanzierung

Der Börsenwert von Paramount liegt derzeit bei etwas mehr als 13 Milliarden Dollar. Die Rating-Agentur Standard & Poor's (S&P) stuft die Kreditwürdigkeit des Medienkonzerns mit "BB+" ein. Damit gelten Anleihen von Paramount als spekulativ. Netflix-Bonds benotet S&P mit "A" und betrachtet sie als qualitativ hochwertig. Der Streamingdienst kommt auf eine Marktkapitalisierung von rund 414 Milliarden Dollar.

Paramount und Netflix liefern sich seit Längerem ein Tauziehen um Warner Bros. Paramount hatte seine Offerte Anfang Dezember auf 30 Dollar je Aktie angehoben. Wegen Zweifeln an den Finanzierungsplänen hatte US-Milliardär Larry Ellison eine Garantie über rund 40 Milliarden Dollar abgegeben. Der Mitgründer des SAP-Rivalen Oracle ist der Vater von Paramount-Chef David Ellison. Einem Großaktionär von Warner Bros zufolge ist diese Zusage jedoch unzureichend. Netflix bietet den Eignern von Warner Bros 27,75 Dollar je Aktie.

Der Bieterkampf hat auch eine politische Komponente: Während Netflix der Demokratischen Partei nahesteht, ist Larry Ellison ein Unterstützer Donald Trump. Der US-Präsident hatte die Übernahmepläne von Netflix bereits infrage gestellt und dies mit dem "sehr großen Marktanteil" des Streaminganbieters begründet. Zudem pocht Trump darauf, dass der Fernsehsender CNN, den er in der Vergangenheit wiederholt, scharf kritisiert hatte, verkauft wird.

Quelle: ntv.de, mwa/AFP/rts

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