Wirtschaft

Verunsicherte Investoren Warum die US-Börsen schwanken

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Die Wall Street ist auf Richtungssuche.

(Foto: AP)

Wie geht es an den amerikanischen Börsen weiter? Es bleibt volatil, sagt Investment-Stratege Yardeni. Dafür gebe es mehrere Gründe.

Den US-Aktienmärkten fehlt weiterhin eine klare Richtung. Der bisherige Verlauf der Handelswoche spiegelt dies deutlich wieder. Es wechselten sich steigende und fallende Indizes im Tagesrhythmus ab. Damit setzt sich ein bereits seit Februar zu beobachtender Trend fort. Die Aktienmärkte konsolidieren, nachdem es zuvor rund drei Jahre kräftig nach oben gegangen war.

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Für Ed Yardeni, Präsident und Investment-Stratege bei Yardeni Research, zeigt sich darin die derzeit bei Investoren "verbreitete Unsicherheit über die weitere Richtung der Aktienmärkte und der Konjunktur". Der Stratege macht drei wesentliche Gründe für die aktuelle Tendenz aus.

So sei der S&P-500 am vergangenen Donnerstag erneut auf ein Rekordhoch gestiegen, allerdings nur mit geringer Dynamik. Nachdem der Index diese Marke erreicht hatte, sei es an drei der folgenden vier Handelstage mit den Kursen nach unten gegangen. Auch sei der Ausbruch ohne eine Bestätigung durch den Dow-Transport-Index erfolgt, der sich aktuell in der Nähe eines Siebenmonatstiefs befinde und rund 5 Prozent unterhalb der 200-Tage-Durchschnittslinie, so Yardeni. Der Dow-Transport-Index wird von Analysten mit besonderem Interesse beobachtet, da sein Anstieg mit dem des Gesamtmarkts ein Zeichen der Stärke darstellt.

Als weiteren Belastungsfaktor macht der Stratege die Unsicherheit um den Zeitpunkt einer ersten Zinserhöhung in den USA aus. Hier seien die Anleger weiter im Unklaren. Am Dienstag, als der Markt nachgab, hätten sich die Anleger so verhalten, als ob noch in diesem Jahr mit einer Zinserhöhung zu rechnen sei. Am Mittwoch seien die Anleger dann von einem Zinsschritt nicht mehr überzeugt gewesen oder zu der Überzeugung gelangt, dass ein einzelner Zinsschritt durch die Fed noch keinen Beinbruch darstelle. In der Folge legten die Kurse zu. Ohne endgültige Klarheit über den genauen Zeitpunkt eines ersten Zinsschritts der US-Notenbank dürften Börsen weiter volatil bleiben.

Und schließlich seien auch die Umsätze deutlicher zurückgegangen, so Yardeni. Dies sei ebenfalls ein Zeichen der Unsicherheit. Im Mai rutschte der durchschnittliche Tagesumsatz auf 3,3 Milliarden Aktien ab, während es in den ersten vier Monaten des Jahres noch 3,6 Milliarden Titel je Handelstag gewesen waren.

Quelle: n-tv.de, jga/DJ