Wirtschaft

Lufthansa will, darf aber nicht Weitere US-Airlines beschließen Impfpflicht

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Die Lufthansa muss nachweisen, dass ihre Crews geimpft sind, darf aber nicht nachfragen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Immer mehr Länder lassen Flugzeugcrews nur noch mit einem Corona-Impfnachweis ins Land. Drei weitere US-Airlines verpflichten ihr fliegendes Personal daher zum Piks, eine neuseeländische geht sogar noch einen Schritt weiter. Verliert Deutschlands größte Fluggesellschaft den Anschluss?

Unter dem Druck der US-Regierung haben weitere US-Airlines ihre Mitarbeiter zu Corona-Schutzimpfungen verpflichtet. Unter anderem die "New York Times" und das "Wall Street Journal" berichten, dass American Airlines, Alaska Airlines und Jet Blue am Wochenende eine Impfpflicht für ihr Personal verfügt und entsprechende Rundschreiben an die Belegschaft verschickt hätten.

US-Präsident Joe Biden hat verfügt, dass ab dem 8. Dezember nur noch Unternehmen mit geimpften Mitarbeitern staatliche Aufträge bekommen. Mehrere Fluggesellschaften gehen davon aus, dass sie unter diese Regel fallen. Als erste Fluggesellschaft hatte United Airlines die Corona-Impfung schon zuvor für alle Mitarbeiter vorgeschrieben. Mehr als 96 Prozent haben die Vorgabe erfüllt, knapp 600 Beschäftige haben sich geweigert und sollten entlassen werden. Nach Angaben des "Wall Street Journal" hat rund die Hälfte dann doch noch eingelenkt.

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Die staatliche neuseeländische Fluggesellschaft Air New Zealand geht noch einen Schritt weiter und weitet die Impfpflicht auf Reisende aus. Ab Februar sind den Angaben zufolge nur noch vollständig geimpfte Passagiere auf internationalen Flügen zulassen. "Die Impfpflicht auf unseren internationalen Flügen gibt sowohl den Kunden als auch den Mitarbeitern die Gewissheit, dass jeder an Bord die gleichen gesundheitlichen Anforderungen erfüllt", sagte Vorstandschef Greg Foran. Die Impfung gegen Covid-19 sei "die neue Realität bei internationalen Reisen".

Impfnachweis seit Jahrzehnten üblich

Auch die Lufthansa will ihr Flugpersonal nach wie vor vollständig gegen Corona impfen lassen. Ansonsten sei ein stabiler, weltweiter Flugbetrieb künftig nicht mehr darstellbar, heißt es. Einzelne Länder würden die Impfung für Piloten, Pilotinnen, Flugbegleiter und Flugbegleiterinnen bereits verlangen, weitere folgen. "Als weltweit operierende Airline befürworten wir eine verpflichtende Impfung für unsere Crews und brauchen darüber hinaus eine Möglichkeit zur Erfassung der Impfdaten", betonte Lufthansa-Vorstand Detlef Kayser in der "Bild am Sonntag".

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Anders als ihre Schweizer Tochter Swiss darf die Lufthansa aber keine Impfpflicht verhängen. Swiss hatte die Regelung für Besatzungen im August angekündigt. Kabinenpersonal, dass nicht bis zum 1. Dezember vollständig geimpft ist, soll entlassen werden.

Bereits seit Jahrzehnten sei der Nachweis anderer Impfungen etwa gegen Gelbfieber für Lufthansa-Crews im Langstreckeneinsatz üblich, um die Einreisevoraussetzungen vieler Länder zu erfüllen, heißt es weiter von der Lufthansa. Für die Einsatzplanung müsse es zumindest möglich sein, die Covid-Impfdaten von Crews zu erfragen und zu erfassen. Um eine möglichst hohe Impfquote auch ohne Pflicht zu erreichen, arbeitet sie mit den Personalvertretungen an entsprechenden Vereinbarungen. Ein Sprecher sagte am Sonntag auf Anfrage: "Mit den Mitbestimmungsgremien sind wir im Austausch, um eine Lösung zu finden."

Quelle: ntv.de, chr/dpa

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