Wirtschaft

1000 Prozent KursgewinnWie Tim Cook Apple zum Multibillionen-Konzern machte

21.04.2026, 18:09 Uhr
imageVon Max Borowski
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In den vergangenen 15 Jahren mit Tim Cook an der Spitze stieg der Wert von Apple an der Börse um mehr als das Zehnfache. (Foto: picture alliance/AP Images)

Der Erfolg von Tim Cook als Chef von Apple bemisst sich nicht in Milliarden, sondern in Billionen von Dollar. Unter seiner Führung formte er aus den revolutionären Ideen seines Vorgängers Steve Jobs eine Gewinnmaschine und knackte einen Börsen-Rekord nach dem anderen.

Am 10. August 2011 hatte Apple - so schien es - den Höhepunkt erreicht. Das Unternehmen, das vier Jahre zuvor das erste iPhone vorgestellt hatte, war zur wertvollsten Firma der Welt aufgestiegen. Mit einer Marktkapitalisierung von 348 Milliarden Dollar überholte Apple den bisherigen Börsenchampion, den Ölkonzern ExxonMobil. Zwei Wochen später übergab Steve Jobs, der legendäre Gründer und langjährige Chef von Apple, die Führung an Tim Cook, den bisherigen Leiter des Tagesgeschäfts.

Der Sprung auf den Spitzenrang unter den größten börsennotierten Konzernen der Welt 2011 war bereits zu einem erheblichen Teil auch Cooks Triumph. Jobs hatte den Manager 1998 zu Apple geholt, als der Konzern am Boden lag. Umsätze und Gewinn gingen zurück. Der Börsenwert war auf unter zwei Milliarden Dollar gesunken. Während Jobs dafür sorgte, dass Apple mit Innovationen wie dem iPod und dem iPhone für Innovationen ganz neue Märkte erschloss, krempelte Cook die gesamte Wertschöpfungskette um. Er lagerte nahezu die gesamte Lieferkette aus - zum Großteil nach China, das um die Jahrtausendwende noch keineswegs als Hightech-Standort bekannt war, sondern für Billigprodukte. Gleichzeitig sorgte Cook dafür, dass Apple die volle Kontrolle über jedes kleinste Detail in seiner Produktion behielt.

Diese Kombination machte Apple in wenigen Jahren zu einer Gewinnmaschine. 1997, bevor Cook seinen Job bei Apple antrat, steckte das Unternehmen noch tief in den roten Zahlen. Für 2011, als Jobs die Führung abgab und wenige Wochen darauf an seiner Krebserkrankung starb, wies Apple einen Überschuss von fast 26 Milliarden Dollar aus.

Doch diese eindrucksvolle Erfolgsbilanz unter der Führung von Steve Jobs mit Unterstützung von Cook als für das Tagesgeschäft verantwortlichem Vorstandsmitglied verblasst gegenüber dem, was in den kommenden 15 Jahren mit Cook auf dem Chefsessel folgte. Das im September 2025 endende Geschäftsjahr schloss Apple mit einem Nettogewinn von 112 Milliarden Dollar ab.

Apples Bewertung an der Börse brach unter Cooks Führung einen Rekord nach dem anderen. Schon ein Jahr nach Cooks Aufstieg an die Konzernspitze erreichte Apple eine Marktkapitalisierung von mehr als 620 Milliarden Dollar und wurde damit das wertvollste Unternehmen an der Börse. 2018 knackte Apple als erstes Unternehmen die Grenze von einer Billion Dollar Börsenwert. 2020 durchbrach Apple - ebenfalls als Erster - die Schallmauer von zwei Billionen und im Jahr 2023 von drei Billionen Dollar.

Im vergangenen Herbst erreichte Apple erstmals einen Börsenwert von vier Billionen Dollar. Diese Schwelle hatten allerdings ein anderes Unternehmen - der Chiphersteller Nvidia - schon zuvor als erstes überschritten. Cooks Nachfolger, John Ternus, übernimmt nun den aktuell hinter Nvidia und dem Google-Mutterkonzern Alphabet mit einer Bewertung von 4,013 Billionen Dollar drittwertvollsten Konzern der Welt.

In absoluten Zahlen entstanden mehr als 90 Prozent dieses gigantischen Werts unter Cooks Führung. Das entspricht einem Kursgewinn von mehr als 1000 Prozent. Dabei wurden verglichen mit Jobs' revolutionären Ideen in den vergangenen Jahren nur wenige aufsehenerregende Apple-Produkte auf den Markt gebracht.

Das größte und teuerste Wagnis in seiner Zeit als Chef, die Entwicklung eines Apple-Autos, beerdigte Cook 2024. Stattdessen konzentrierte sich der Manager darauf, die bestehenden Produktkategorien weiterzuentwickeln. Wie kein anderes Unternehmen formte Apple aus seinen Geräten und Dienstleistungen ein Ökosystem, das die Kunden an die Marke bindet. So kaufen iPhone-Nutzer oft auch die hochpreisigen Macbooks oder Tablets aus dem Apple-Sortiment, die passenden Kopfhörer und Smartwatches natürlich ohnehin, und nutzen die Software- und Streamingplattformen des Konzerns.

Ob diese Strategie ausreicht, nicht nur weiter Jahr für Jahr Milliarden zu verdienen, sondern den Konzern nun unter neuer Führung noch einmal zu einem neuen Höhenflug zu führen, bezweifeln manche Kritiker. Für Skepsis sorgt aktuell unter anderem, dass Apple bei der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz offenbar nicht mit Konkurrenten wie Google mithalten kann. Diese Zweifel ähneln allerdings sehr denen, die Tim Cook vor 15 Jahren entgegenschlugen, als er den Chefposten bei Apple übernahm.

Quelle: ntv.de

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