Wirtschaft

Vergütungssystem umgestellt Windrad-Betreiber legen Schlussspurt hin

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Mehr als 28.000 Windräder drehen sich inzwischen in Deutschland.

(Foto: picture alliance / Julian Strate)

In Deutschland drehen sich derzeit so viele Windräder wie noch nie zuvor. Grund ist die Neuregelung des Vergütungssystems. Die auslaufende Garantie sorgt für einen Ausbauboom.

In Deutschland sind im vergangenen Jahr mehr Windräder als je zuvor aufgestellt worden. Insgesamt kamen 1500 Windkraftanlagen neu hinzu, knapp über 300 wurden mit stärkeren Turbinen ertüchtigt. Zusammen haben sie eine Leistung von 5300 Megawatt, wie der Bundesverband Windenergie und der Maschinebauverband VDMA mitteilten.

Es wurden jedoch auch fast 400 alte Anlagen abgerissen, so dass sich unterm Strich 2017 gut 1400 Windräder mehr an Land drehten. Insgesamt sind es nun über 28.000. Dazu wurden auf hoher See im vergangenen Jahr noch einmal 1250 Megawatt Leistung mit über 220 Anlagen in Betrieb genommen. Mittlerweile liefern 19 Windparks in Nord- und Ostsee Energie. Bei den Bundesländern lag erneut das vergleichsweise windreiche Niedersachsen auf dem ersten Rang, wo 30 Prozent aller neuen Windräder installiert wurden. Auf Platz zwei und drei folgen Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein.

Damit war 2017 das beste Jahr für die Branche seit dem Ausbau der Windenergie in Deutschland. Auf Jahressicht erreichte sie eine Steigerung von 15 Prozent. Der Zubau liegt damit deutlich über dem von der Politik veranschlagten Grenzwert. Für das laufende Jahr sind die Unternehmen allerdings skeptischer. Die Verbände erwarten, dass Windräder mit einer Leistung von lediglich 3500 Megawatt neu an das Stromnetz angeschlossen werden.

Hauptgrund für den rasanten Ausbau im vergangenen Jahr ist laut BWE die Umstellung der Förderung auf ein Ausschreibungssystem, das künftig zu deutlich niedrigeren Erlösen für die Betreiber führen dürfte. Früher erhielten sie eine staatlich festgelegte Preisgarantie für ihren Strom, die zuletzt zwischen sieben und acht Cent pro Kilowattstunde lag. Seit vergangenem Jahr werden die Projekte ausgeschrieben, wer die geringste Vergütung verlangt, erhält den Zuschlag. Die garantierten Abnahmepreise sanken so auf etwa vier Cent. Die neuen Anlagen von 2017 stützen sich auf Genehmigungen unter dem alten Regime, das viele Betreiber noch ausnutzen wollten.

Quelle: n-tv.de, jwu/rts/DJ