Wirtschaft

"Verlieren werden alle" Wirtschaft reagiert entsetzt auf Strafzölle

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Die USA brechen internationales Recht, sagt DIHK-Präsident Eric Schweitzer.

(Foto: picture alliance / Roland Weihra)

Mit der Entscheidung, ab Freitag Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus Europa zu verhängen, verärgern die USA die deutsche Wirtschaft. Die Unternehmerverbände plädieren für ein Zeichen der Geschlossenheit auf europäischer Ebene.

Die deutsche Wirtschaft reagiert entsetzt auf die höheren Importzölle der USA für Stahl und Aluminium aus der EU. "Mit der Einführung von Strafzöllen selbst gegen engste Verbündete brechen die USA internationales Recht", sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer.

"Verlieren werden alle: US-Verbraucher, europäische Unternehmen sowie der Produktionsstandort USA." Jetzt gelte es, den Schaden in Grenzen zu halten und europäische Geschlossenheit zu zeigen. "Im Zweifel sind Gegenmaßnahmen nötig, um die EU-Position zu stärken", sagte Schweitzer. "Sonst besteht die Gefahr, dass Zugeständnisse unsererseits zu immer neuen Zumutungen aus den USA führen - zum Schaden unserer Wirtschaft.

So wichtig es ist, im Gespräch mit den USA zu bleiben, als Partner verhandelt man nicht im Boxring." Mindestens jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland hänge am Export, so Schweitzer. Für offene Märkte und international faire Wettbewerbsbedingungen einzustehen, sei deshalb oberstes Gebot - "notfalls auch mit härteren Bandagen".

"Zäsur im transatlantischen Handel"

"Die US-Zollpolitik ist irrational", sagte auch Mittelstandspräsident Mario Ohoven. "Die USA schaden sich mit den Zöllen auf Stahl und Aluminium in erster Linie selbst." Den dort ansässigen Unternehmen, die auf qualitativ hochwertiges Stahl und Aluminium aus Europa angewiesen seien, drohe ein Preisschub und damit der Verlust von Wettbewerbsfähigkeit. "Es wäre völlig falsch, wenn die EU im Gegenzug ihrerseits an der Zollschraube dreht", ergänzte Ohoven. Die EU sollte den USA schnell Verhandlungen über einen umfassenden Abbau von Zöllen anbieten.

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer sprach von einer "Zäsur im transatlantischen Handel". "Galten die USA über Jahrzehnte als Champion der offenen Märkte und des freien Wettbewerbs, setzt die Trump-Regierung eine gefährliche Spirale des Protektionismus in Gang", kritisierte Kramer. "Wenn die USA internationale Handelsregeln außer Kraft setzen, dann ist eine entschiedene, vor allem aber eine gemeinsame starke Antwort der EU Pflicht." Die EU müsse auch die Chance ergreifen, sich als starker und selbstbewusster Wirtschaftsraum neu aufzustellen.

Ab Freitag gelten die neuen Zölle auf Stahl- und Aluminium auch für die EU, Mexiko und Kanada. Sie waren bislang ausgenommen.

Quelle: n-tv.de, fzö/rts

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