Wirtschaft

Onlineshop profitiert in Krise Zalando-Wachstum ist nicht zu stoppen

62624466.jpg

Zalando verzeichnete auch weniger Rücksendungen in 2020.

(Foto: picture alliance / Sven Simon)

Im Gegensatz zum geschlossenen Einzelhandel legt der Onlinemodeshop Zalando massiv an Umsatz zu. Mehr Neukunden und weniger Retouren steigern den Verkauf im Corona-Jahr 2020 um über 20 Prozent. Das Modeunternehmen hat aber noch größere Pläne.

Das Geschäft des Mode-Onlinehändlers Zalando floriert in Zeiten von Corona weiter. 2020 sind die Umsätze sprunghaft um 23,1 Prozent auf acht Milliarden Euro gestiegen, weil die Zahl der Neukunden außerordentlich stark gewachsen sei, wie das Berliner Unternehmen mitteilte. Auch die Zalando-Aktie legte im Parketthandel fünf Prozent zu.

Im laufenden Jahr will der Modehändler die Erfolge aus dem Corona-Jahr noch toppen. Es werde ein Umsatzplus zwischen 24 und 29 Prozent auf 9,9 bis 10,3 Milliarden Euro angepeilt. Zalando profitiert davon, dass immer mehr Menschen angesichts vielerorts geschlossener Läden im Internet ihre Kleidung kaufen und nach Hause liefern lassen. Im Oktober hatte die 2008 gegründete Firma zum zweiten Mal ihre Jahresprognose angehoben und diesen Ausblick nun beim Umsatz sogar übertroffen. Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebit) verdoppelte sich nahezu auf knapp 421 Millionen Euro nach fast 225 Millionen Euro in 2019. Dabei kam Zalando zu Gute, dass weniger Kunden Waren zurücksendeten als zuvor üblich. Dadurch sanken die Retourkosten.

Anfang Dezember berichtete der Konzern, dass der Gesamtwert der Verkäufe auf der Plattform in der Cyber Week um 35 Prozent gestiegen sei und sie mehr als eine Million Neukundinnen und -kunden dazugewonnen habe. Außerdem hätten das Partnerprogramm und die Zahl der teilnehmenden Geschäfte deutlich zugelegt.

Zalando bekommt Gebühren durch das Partnerprogramm, was im wesentlichen Markenshops auf der Zalando-Webseite sind. Wegen der Corona-Krise hat der Konzern die Plattform-Konditionen für Einzelhändler 2020 stark verbessert und verzichtet bis zum ersten Quartal auf Provisionsgebühren. Außerdem plant Zalando, mehr zu investieren als noch 2019 und nun 350 bis 400 Millionen Euro in die Hand zu nehmen - vor allem für Logistik und Technologie.

Die europäische Nummer eins wandelt sich gerade von einem reinen Händler zu einem Plattform-Anbieter, der Provisionen verlangt und mit Logistik-Dienstleistungen Geld verdient. Der Konzern, der inzwischen als Dax-Anwärter gilt, kündigte an, bald einen detaillierten Einblick in das abgelaufene Geschäftsjahr zu geben.

Quelle: ntv.de, spl/rts/dpa/DJ

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.