Wirtschaft

Brandbrief an Trump Zollstreit wird zum "Jobkiller"

122394082.jpg

Ob dieser Brandbrief bei Donald Trump auf offene Ohren stößt? Der Branchenverband FDRA hatte sich bereits im Mai in einem Brief gegen Importzölle der US-Regierung gestellt.

(Foto: picture alliance/dpa)

200 US-Schuhhersteller sowie Verbände schlagen Alarm. Das wichtige Jahresendgeschäft steht bevor, aber schon Anfang September droht sich die Zollspirale weiter zu drehen. Es sei der denkbar "schlechteste Zeitpunkt", warnen die Wirtschaftsvertreter in einem Schreiben an den US-Präsidenten.

Mehrere hundert Unternehmen und Wirtschaftsverbände in den USA haben Trumps Zollpolitik scharf kritisiert und ein Ende des Handelsstreits mit China gefordert. Die jüngst von den USA angekündigten neuen Strafzölle kämen "zum schlechtesten Zeitpunkt", nämlich inmitten der Lieferungen für das Jahresendgeschäft, heißt es in einem an den Präsidenten gerichteten Schreiben. Unterzeichnet wurde es von Vertretern der Software-, Mode- und Chemiebranche.

"Wir haben dem Weißen Haus von Anfang an gesagt, dass letztlich die US-Bürger diese Zölle zahlen werden, nämlich in Form von höheren Preisen", erklärten die Unternehmen. Letztlich werde der Zollstreit zum "Jobkiller". "Wir verstehen Ihren Frust mit China", wandten sich die Firmen direkt an Trump. Die Zollspirale jedoch immer weiter nach oben zu drehen und damit letztlich US-Unternehmen und Verbraucher leiden zu lassen, "entfernt uns von einem Handelsabkommen, das Sie schließen wollen".

Weitere Verhandlungen nahen

Trump beklagt seit jeher das immense Handelsdefizit mit China und wirft dem Land vor, mit Billigprodukten die US-Märkte zu überschwemmen. Seit rund anderthalb Jahren überziehen sich deshalb beide Länder gegenseitig mit immensen Strafzöllen auf eine Reihe von Importgütern im Milliardenwert. Anfang September und Mitte Dezember stehen neue Abgaben an - zuletzt gab es aber Anzeichen, dass sich Handelsvertreter der Länder erneut an den Verhandlungstisch setzen.

Die US-Regierung argumentiert, dass ihre Zölle einzig die chinesischen Firmen und die Regierung in Peking belasten. Wirtschaftsexperten gehen aber davon aus, dass durch die ständigen Zölle und Gegenzölle und das damit verbundene steigende Preisniveau in den USA vor allem die US-Firmen und letztlich die Verbraucher in den USA unter dem Konflikt leiden.

Vor diesem Hintergrund warnten zudem rund 200 Schuhhersteller und -händler, darunter Nike und Foot Locker, vor Kosten in Höhe von zusätzlichen rund vier Milliarden Dollar pro Jahr durch die neuen geplanten Zölle. Außerdem steige die Gefahr einer Rezession.

Quelle: n-tv.de, ddi/AFP