Wirtschaft

Sanktionen belasten Tourismus Zypern und Bulgarien fehlen die Russen

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(Foto: imago images/Peter Erik Forsberg)

Sie kommen seit Jahren und bringen eine Menge Geld: Russische Touristen sind auf Zypern und in Bulgarien gern gesehene Gäste. Nun aber bricht der Kundenstamm wegen der Sanktionen gegen Russland weg. Lachender Dritter könnte die Türkei sein - zumindest in einer Region steigt die Nachfrage.

Auf Zypern und in Bulgarien bangt die Tourismus-Branche um die Sommersaison 2022. Durch die Sanktionen gegen Russland dürften russische Gäste fast vollständig fernbleiben. Nach den Umsatzeinbrüchen in der Pandemie fürchten viele Unternehmen, nicht mehr lange über die Runden zu kommen. Profitieren könnte die Türkei: Ankara spricht sich gegen Sanktionen aus und hält den Luftraum für russische Flieger offen.

Der russische Botschafter in Nikosia, Stanislaw Ossadtschi, sagte es kurz nach Kriegsbeginn unverblümt einem zyprischen Fernsehsender: "Wo wird Zypern russische Touristen herbekommen? Sie werden nicht kommen!" Nikosia hatte seinen Luftraum für russische Flieger gesperrt. Zypern habe sich selbst ins Knie geschossen, sagte Ossadtschi. Die Russen würden stattdessen in die Türkei reisen und ihr Geld dort ausgeben.

Russen stellten zuvor rund 25 Prozent Feriengäste auf der Insel. "Wenn wir davon ausgehen, diese Gäste alle zu verlieren, dann wird uns das bis zu zwei Prozent unseres Bruttoinlandsprodukts kosten", warnt Finanzminister Konstantinos Petridis.

Auch andere Touristen scheuen Bulgarien

Auch an der bulgarischen Schwarzmeerküste zeichnet sich eine schlechte Sommersaison ab. In den Hotels dort sind jetzt Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine untergebracht. Ausfallen könnten neben den russischen und ukrainischen Touristen auch die gut 350.000 russischen Besitzer von Ferien-Immobilien - zwischen den Ländern gibt es zurzeit keine Flugverbindungen. Auch Buchungen aus West- und Mitteleuropa gab es seit Kriegsbeginn kaum. Das Land liegt wohl zu nah am Kriegsschauplatz.

Ob sich russische Urlauber stattdessen in diesem Jahr in die Türkei aufmachen, bleibt offen. Auch dort fürchtet die Branche einen Einbruch. "Wenn der Krieg weitergeht und es keine neue Entwicklung gibt, werden nur 30 Prozent der Russen kommen", sagte der Chef des Tourismusverbands Etik, Mehmet Isler, türkischen Medien. Schon jetzt gebe es Stornierungen. 2021 kamen laut Statistikbehörde 4,6 Millionen Touristen aus Russland, gefolgt von etwa 3 Millionen Deutschen und 2 Millionen Ukrainern.

Immobilienmakler in Antalya hingegen berichten von deutlich mehr Anfragen russischer und ukrainischer Kunden. Özkan Tekce von der Immobilienagentur Antalya Homes sagte, die Nachfrage sei zweieinhalb Mal so hoch wie sonst zu dieser Jahreszeit.

Quelle: ntv.de, ino/dpa

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