Der Börsen-Tag

Der Börsen-Tag Axa schnappt sich XL - doch Allianz gewinnt

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(Foto: picture alliance / dpa)

Die gut 15 Milliarden Euro schwere Übernahme des US-Versicherungskonzerns XL Group stößt den Investoren von Axa sauer auf. Die Aktien des französischen Allianz-Rivalen sacken um bis zu zehn Prozent auf 22,55 Euro ab. Das ist der tiefste Stand seit über einem Jahr. Analysten kritisieren, dass Axa zu teuer gekauft hat. "Der Preis sieht sehr hoch aus, selbst nach Synergieeffekten", erklären die Analysten des Bankhaus Lampe. Die Schuldenquote von Axa werde dadurch erheblich belastet. Die Franzosen zahlen 57,60 Dollar je XL-Aktie. Die Titel gingen am Freitag mit 43,30 Dollar aus dem Handel.

Nicht Axa, sondern Allianz ist am Markt bislang Gewinner der Übernahme: Auch der deutsche Versicherungsriese war als Käufer der XL Group gehandelt worden. Die Allianz-Aktie rückt nun mit einem Plus von 2,3 Prozent in die Riege der größten Dax-Gewinner vor, obwohl die französische Konkurrenz bei XL das Rennen gemacht hat.

Händler sprechen von einer Erleichterungsrally, weil die XL Group nun an die Axa fällt. Die Synergien, die Axa mit XL haben könne, seien geringer als die, die bei einem Zusammenschluss mit der Allianz möglich gewesen seien, heißt es in einem Marktkommentar der KBW. "Axa hätte deshalb einen niedrigeren Preis bezahlen sollen."

Dank der Erleichterung, dass die Allianz sich XL nicht teuer eingekauft hat, rücken sogar die durchwachsenen Zahlen der Allianz am Markt in den Hintergrund. Stürme haben dem Versicherungsriesen 2017 die Bilanz verhagelt. Der Gewinn fiel wegen der hohen Kosten für Elementarschäden unterm Strich um ein Viertel auf rund 1,5 Milliarden Euro.

Quelle: ntv.de