DAX kriegt spät die Kurve
Für den DAX geht es auch im Dienstagsgeschäft erst einmal abwärts. Allerdings verringert sich der Abschlag im Verlauf. Am späten Nachmittag dreht der deutsche Börsenleitindex dann sogar ins Plus, weil auch die US-Indizes zunächst zulegen. Zum Handelsende steht ein Aufschlag von 0,6 Prozent auf 12.903 Punkte. Das Tagestief notiert bei 12.655 Zählern. Von weiterhin sehr dünnen Umsätzen sprechen Marktteilnehmer am Dienstag. "Der Markt wartet auf Impulse von der Berichtsaison", so ein Händler. Daneben mache sich aber auch die Urlaubssaison mit dem traditionellen Sommerloch zunehmend bemerkbar. Mit der Gas-Krise in Europa, der Gefahr von Corona-Lockdowns in China und Lieferkettenproblemen gibt es weiterhin reichlich Belastungsfaktoren. Die ZEW-Konjunkturerwartungen enttäuschen denn auch deutlich und schüren Konjunktursorgen.
"Der DAX war den Großteil des Handelstages im Rückwärtsgang unterwegs ", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Katja Dofel. "Die Anleger zittern auf Termine hin, etwa zur Wochenmitte die Verbraucherpreise in den USA", erläutert sie. "Heute war es der ZEW-Index - und der hat einen Einbruch erlitten, was die Verunsicherung widerspiegelt. Das Thema Rezession ist allgegenwärtig", unterstreicht Dofel. "Die Anleger können aktuell die wirtschaftliche Lage nur schwer deuten, die Skepsis ist greifbar."
Bei den Einzelwerten zeigen sich Airbus und MTU an der Spitze der DAX-Gewinner. Die Aktien legen jeweils um rund 3,5 Prozent zu. Auch BASF-Titel präsentieren sich stark, gewinnen etwa 2,5 Prozent. Der Chemie-Konzern hatte vorläufige Zahlen präsentiert und dabei Großteils überzeugt. Auf der Verliererseite finden sich Symrise und Qiagen: Die Papiere büßen ebenso mehr als zwei Prozent ein wie auch Sartorius.
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PC-Markt verzeichnet stärksten Rückgang seit Jahren
Inflation und Ukraine-Krieg setzen dem PC-Markt zu. Nach ersten Berechnungen seien die weltweiten PC-Auslieferungen im zweiten Quartal um 12,6 Prozent auf 72 Millionen Einheiten gesunken, teilt das Research- und Beratungsunternehmen Gartner mit. Das sei der stärkste Rückgang seit über neun Jahren. "Der Rückgang, den wir bereits im ersten Quartal 2022 beobachtet haben, hat sich im zweiten Quartal noch weiter verstärkt", erklärte Mikako Kitagawa von Gartner.
Gründe dafür seien die anhaltende geopolitische Instabilität, der Inflationsdruck und ein starker Rückgang der Nachfrage für Chromebooks, also Notebooks mit Google-Betriebssystem.
"Staat darf nicht zum Inflationstreiber werden"
Bitcoin rutscht unter 20.000-Dollar-Marke
Aus Furcht vor einer Rezession trennen sich Investoren von riskanten Anlangen wie Kryptowährungen. Darüber hinaus mache sie die Aussicht auf eine strenge Regulierung in den USA nervös, sagt Analyst Timo Emden von Emden Research. Dies drückt Bitcoin 3,2 Prozent ins Minus auf 19.754 Dollar. Ethereum verbilligt sich doppelt so stark auf 1067 Dollar. US-Notenbankerin Lael Brainard hatte für ein rasches Vorgehen plädiert, um Risiken für den Finanzsektor zu minimieren.
Geplante Sondersteuer belastet Banken
Eine geplante Sondersteuer für Finanzinstitute in Spanien schickt die dortigen Geldhäuser auf Talfahrt. Die Aktien von Caixabank, Banco de Sabadell, BBVA, Bankinter und Santander fallen um bis zu zwölf Prozent. Ministerpräsident Pedro Sanchez will Geldhäuser und Versorger 2023 und 2024 mit zusätzliche Abgaben belegen, um damit Entlastungen für die von der Inflation gebeutelten Bürger zu finanzieren.
Pepsico übertrifft Erwartungen
Pepsico hat mit Umsatz und Gewinn im zweiten Quartal die Erwartungen an der Wall Street übertroffen. Der Getränke- und Snackgigant verzeichnete zwar einen Rückgang des Nettogewinns auf 1,43 Milliarden US-Dollar bzw 1,03 Dollar je Aktie, verglichen mit 2,36 Milliarden Dollar bzw 1,70 Dollar je Aktie im Vorjahreszeitraum. Ohne Berücksichtigung einmaliger Posten lag der bereinigte Gewinn pro Aktie aber mit 1,86 Dollar über dem Factset-Konsens von 1,74 Dollar. Der Umsatz wuchs um 5,2 Prozent auf 20,23 Milliarden Dollar und übertraf damit den Konsens von 19,51 Milliarden Dollar, da die Nordamerika-Umsätze von Frito-Lay, PepsiCo Beverages und Quaker Foods alle über den Erwartungen lagen. Die Umsatzkosten stiegen um 6,0 Prozent auf 9,42 Milliarden Dollar. Für das Jahr 2022 bestätigte das Unternehmen seine Prognose für das bereinigte Ergebnis je Aktie von 6,63 Dollar, die mit dem Factset-Konsens von 6,64 Dollar übereinstimmt.
"Wir sind mit unseren Ergebnissen für das zweite Quartal zufrieden, da unsere Geschäftsdynamik trotz der anhaltenden makroökonomischen und geopolitischen Volatilität und der höheren Inflation in unseren Mäten anhielt", sagte Chief Executive Ramon Lagurta. Die Titel ziehen 1,7 Prozent an.
105-Prozent-Kurssprung dank Walmart-Deal
Ein Großauftrag von Walmart für Canoo elektrisiert Anleger. Die Aktien des Anbieters von Elektrolastern steigen 105 Prozent, so stark wie noch nie seit dem Börsengang vor gut drei Jahren. Walmart kauft den Angaben zufolge 4500 elektrische Liefer-Fahrzeuge und hat eine Option auf weitere 10.000 Einheiten. Finanzielle Details wurden nicht genannt.
Wall Street leicht im Plus –
Aus Furcht vor einem Rückschlag für die Weltwirtschaft scheuen Anleger größere Engagements an der Wall Street. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P-500 steigen zunächst ein knappes halbes Prozent, nachdem sie zum Wochenauftakt bis zu 2,3 Prozent abgerutscht waren.
"Wenn viele Zahlen zur Veröffentlichung anstehen wie Inflationsdaten und Firmenbilanzen, ist es nicht ungewöhnlich, dass Investoren risikoscheu sind", sagte Art Hogan, Chef-Anlagestratege des Finanzdienstleisters B. Riley. Ein Lichtblick sei allerdings, dass die Gewinnerwartungen für die zweite Jahreshälfte stabil blieben. "Das dämpft einige der Sorgen, dass die Wirtschaft in eine Rezession schlittert."
Milliardär mischt bei Euroshop mit
Der US-Finanzinvestor Oaktree und der Hamburger Milliardär Alexander Otto haben sich eine satte Mehrheit am Einkaufszentren-Investor Deutsche Euroshop gesichert. 51 Prozent der Euroshop-Aktionäre hätten die Offerte angenommen, teilte das Bieterkonsortium mit. Dazu kommen 20 Prozent, die Ottos Vermögensverwaltung Cura bereits gehalten hatte, so dass das Konsortium nun über 71,03 Prozent der Euroshop-Anteile verfügt. Für die restlichen Aktionäre beginnt am Mittwoch eine Nachfrist, in der sie ihre Papiere noch bis 26. Juli für 21,50 Euro verkaufen können. Ein Euro je Aktie kommt hinzu, wenn die Dividende nicht mehr vor dem Vollzug der Übernahme ausgeschüttet wird. Die von Alexander Otto geführte Cura beherrscht auch ECE, die die meisten der 21 Shopping-Malls betreibt, die Euroshop gehören.
Airbus und MTU profitieren von Euro-Schwäche
Airbus sind einer der großen Gewinner in Europa. Der Kurs steigt um knapp 2 Prozent auf 98,50 Euro. Damit profitiert der Konzern von der guten Auftragslage. Zudem spielt ihm die Währung in die Hände. Einerseits fallen so genannte Windfall-Profits an, andererseits nimmt die Wettbewerbsfähigkeit mit dem festen Dollar zu. "Ein Test der 100er Marke sollte nicht überraschen", so ein Händler. Auch andere dollarabhängige Branchentitel stehen auf der Gewinnerseite - so MTU mit einem Plus von 1,7 Prozent.
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So profitieren Anleger von der Mobilität der Zukunft
Aussichten deutscher Firmen trüben sich ein
Die deutschen Firmen blicken wegen der Folgen des Ukraine-Kriegs deutlich skeptischer nach vorn. Die Erwartungen in puncto Produktion, Beschäftigung und Investitionen trübten sich für 2022 immer stärker ein, wie aus einer Studie des IW-Instituts unter rund 2300 Unternehmen hervorgeht, die Reuters am Dienstag vorlag. Demnach rechnen zwar 37 Prozent mit einem Produktionsplus im Vergleich zu 2021 und ein Viertel mit einem Minus. Allerdings lag der Saldo aus positiven und negativen Geschäftserwartungen im Juni damit nur noch bei zwölf Prozentpunkten, nach 34 im Spätherbst 2021 und 15 im Frühjahr 2022. Vor allem am Bau drohe eine Rezession. "Hier bremsen Materialengpässe, hohe Kostensteigerungen und fehlende Mitarbeiter die wirtschaftlichen Aktivitäten."
Auf die Stimmung der Wirtschaft drückten vor allem die Kriegsfolgen, die hohen Energiepreise, eine schlechte Auftragslage bei der Industrie und wenig Konsum. Im Frühjahr hatte es noch die Hoffnung auf einen Nachholeffekt bei Auslaufen der Corona-Einschränkungen gegeben. Dieses Potenzial werde durch die zuletzt hohe Inflation von sieben bis acht Prozent jedoch "mehr als aufgerieben".
Ist eine Rezession trotz Gasstopps vermeidbar?
Europa könnte wahrscheinlich eine vollständige Kürzung und dauerhaften Stopp des russischen Gases verkraften, da die erhöhte Verfügbarkeit von Flüssiggas den größten Teil des Defizits kompensieren würde, erklärt Norbert Rücker, Head of Economics bei Julius Bär (JB), in einem Kommentar.
Darüber hinaus hätten die politischen Entscheidungsträger verschiedene Möglichkeiten, die Widerstandsfähigkeit des Marktes gegen einen vollständigen Stopp des russischen Gases zu stärken, von der Wiederherstellung der niederländischen Produktion bis hin zur Normalisierung der französischen Kernkraftwerke.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Energiekrise können eingedämmt werden, wenn die richtigen Maßnahmen ergriffen werden", meinte Rücker. "Mit einer umsichtigen Politik können die Regierungen eine energiebedingte Rezession verhindern, zum Beispiel durch die Versteigerung von Reserven oder die Senkung der Emissionspreise durch die Freigabe von mehr Zertifikaten."
Anleger treten bei VW-Konkurrenten auf die Kursbremse
Die Titel von Renault geben nach einem Einbruch bei den Absatzzahlen an der Börse in Paris um bis zu 2,5 Prozent nach. Der Rückzug aus Russland ließ die Verkaufszahlen des französischen Autobauers im ersten Halbjahr um fast 30 Prozent sinken.
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Flugchaos könnte noch länger dauern
Das Flugchaos in Europa dürfte einer Studie zufolge noch länger anhalten und bei den Passagieren auch zu höheren Ticketpreisen führen. Seit Anfang 2022 seien die Kerosin-Kosten um 89 Prozent geklettert und dürften weiter steigen, wie aus einer Analyse des Kreditversicherers Allianz Trade hervorgeht. Demnach dürfte das Fliegen im Gesamtjahr 21 Prozent teurer sein als vor Jahresfrist. Ferner seien Löhne und Gehälter für das Personal nach dem Treibstoff die zweitwichtigsten Kosten und machten bei den europäischen Airlines 25 Prozent ihres Umsatzes (weltweiter Durchschnitt: 19 Prozent) aus. "In einem finanziell angespannten Umfeld gibt es also kaum Anreize, das während der Pandemie abgebaute Personal aufzustocken."
Die Airlines in Europa hätten ihre Belegschaft 2021 um weitere acht Prozent reduziert, hieß es. Dies führe nun auch zu Flugstreichungen. "Die Fluggesellschaften versuchen, die Verluste von zwei Jahren Corona-Pandemie wettzumachen", sagte Milo Bogaerts, der Chef von Allianz Trade in der Region Deutschland, Österreich und Schweiz.
An Flughäfen in Deutschland und Europa kommt es derzeit zu langen Warteschlangen, Verzögerungen und Tausenden Flugstreichungen. Grund ist vor allem ein Personalmangel - verstärkt bei den Bodendienstleistern, aber auch in der gesamten Luftfahrt. Die Branche hat eingeräumt, in der Virus-Pandemie mitunter zu viel gespart zu haben und ein zu ehrgeiziges Flugprogramm für den Sommer geplant zu haben.
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Absatz von VW-Konkurrenten bricht fast 30 Prozent ein
Der Rückzug aus Russland hat die Absatzzahlen des französischen Autobauers Renault im ersten Halbjahr deutlich einbrechen lassen. Die weltweiten Verkaufszahlen gingen um 29,7 Prozent auf etwas über eine Million Fahrzeuge zurück, wie Renault mitteilt. Ohne das russische Geschäft sei der Absatz um zwölf Prozent gesunken. Das Marktumfeld sei weiter von einer Knappheit an Halbleitern geprägt gewesen.
Renault hatte seinen Rückzug vom russischen Markt wegen des Kriegs in der Ukraine und den gegen Russland verhängten westlichen Sanktionen im April angekündigt. Den Mehrheitsanteil an dem russischen Lada-Hersteller Avtovaz verkauft der Autobauer an das russische Forschungsinstitut Nami mit einer Rückkaufoption über sechs Jahre. Insgesamt hat Renault rund 2,2 Milliarden Euro auf das Russlandgeschäft abgeschrieben.
Neues EZB-Werkzeug - Bundesbank stellt Bedingungen
Bundesbank-Präsident Joachim Nagel will seine Zustimmung zum geplanten neuen Instrument der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Bekämpfung unerwünschter Renditeausschläge von den Bedingungen des Werkzeugs abhängig machen. "Wir dürfen uns als Notenbanken nicht der Gefahr einer fiskalischen Dominanz aussetzen", sagt Nagel. Der Eindruck dürfe nicht erweckt werden, dass Notenbanken die Fiskalpolitik davon abhalten, eine Haushaltskonsolidierung einzuleiten. "Ich habe gesagt, dass ich so ein Instrument nicht generell ausschließe, aber meine Zustimmung davon abhängig mache, wenn es so sein sollte, wie diese Konditionalität ausfällt", sagte Nagel.
Die Konditionalität müsse ganz klar so angelegt sein, dass sie begründbar sei, sagte der Bundesbank-Präsident. Es müsse auch eine entsprechende Proportionalität geben, wie ein solches Instrument eingesetzt werde. "Die Diskussion, die wird zu führen sein, und ich werde mich daran aktiv beteiligen." Die Ausgestaltung des Programms solle sich anlehnen an die Erfahrungen mit dem OMT-Programm der EZB. Das Mandat der Notenbank sei aber klar Preisstabilität. "Darauf sollte jetzt zunächst der Fokus liegen und das andere Thema, wenn es ordentlich gelöst wird, dann kann ich auch an der Stelle Unterstützer sein." Aber er müsse erst die Lösung kennen, bevor er sich dazu positioniere.
Gas-Krise drückt Euro erstmals seit 2002 unter Dollar-Parität
Die drohende Gas-Krise und die hohe Inflation haben den Euro erstmals seit 2002 wieder kurzzeitig unter die Parität zum Dollar gedrückt. Im Tief rutschte er bis auf 0,999995 Dollar ab. Die Gemeinschaftswährung liegt aktuell mit 1,0022 Dollar nur knapp über der Parität. Zu Jahresbeginn hatte die Gemeinschaftswährung noch bei 1,1370 Dollar notiert.
Der Rutsch unter die Parität hatte sich bereits in den vergangenen Tagen angekündigt. Neben den sei längerem herrschenden Lieferkettenproblemen und der hohen Inflation ist es vor allem die drohende Gas-Krise, die den Euro belastet. Ein vollständiger Stopp der russischen Gaslieferungen nach Europa würde wahrscheinlich zu einer Rezession in der Eurozone führen und den Euro um weitere 10 Prozent fallen lassen, so Analyst Kit Juckes von der Societe Generale. Selbst das beste Szenario - eine Fortsetzung des Status Quo - würde die Märkte nervös machen und dürfte den Euro allenfalls leicht stützen, erwartet Juckes.
Commerzbank-Devisenanalyst Ulrich Leuchtmann sieht die Inflationserwartungen in Europa deutlich anziehen. Mit Gaspreisen in schwindelerregender Höhe wachse die Gefahr, dass zum bisherigen Inflationsschock ein weiterer hinzukomme. Man brauche nicht lange spekulieren, ob das für den Euro positiv oder negativ wäre. Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte in einer Gas-Krise nur das nötigste an Inflationsbekämpfung durchführen: Gerade so viel, um eine Spirale aus Euro-Abwertung und Inflationsbeschleunigung zu verhindern. Manche mögen laut Leuchtmann sogar befürchten, dass ihr selbst das nicht gelingt. Daher neige der Euro zu Schwäche.
Die starken Verluste des Euro könnten die EZB dazu ermutigen, die Zinssätze bei ihrer nächsten Sitzung am 21. Juli stärker anzuheben als angekündigt, merken die Devisen-Experten der ING an. Die EZB könnte den Leitzins um 50 anstelle der 25 Basispunkte erhöhen, die sie bei ihrer Juni-Sitzung in Aussicht gestellt habe, so Carsten Brzeski, Global Head of Macro.
Wall Street im Griff der Rezessionssorgen
Die Wall Street dürfte am Dienstag an ihre Vortagesverluste anknüpfen. Der Aktienterminmarkt lässt auf leichtere Kassakurse zum Handelsbeginn schließen. Händler sprechen von ausgeprägten Rezessionsängsten abzulesen an fallenden Erdölpreisen, steigenden Rentennotierungen und der Dollarstärke. Der Euro hat erstmals seit 2002 die Parität zum Dollar erreicht. Der Dollarindex klettert um weitere 0,5 Prozent. Neben den sinkenden Erdölpreisen gilt Kupfer als Rezessionsbarometer. Der Preis des wichtigen Industriemetalls fällt an der Terminbörse in London um über aktuell über 2 Prozent. Im vergangenen Monat war der Preis um ein Fünftel eingebrochen, seit dem jüngsten Allzeithoch im März hat sich Kupfer um 30 Prozent verbilligt.
Die Rezessionssorgen hatten mit neuen Lockdowns in China einen weiteren Schub erhalten. Denn die sich nun anbahnenden erneuten Lieferkettenschwierigkeiten dürften die Inflation weiter anheizen und der US-Notenbank Argumente für eine forsche Gangart bei geldpolitischen Straffungen liefern - und dies bei einer aktuell schon zu beobachtenden Wachstumsverlangsamung. "Es wird eine Rezession geben, aber so weit sind wir noch nicht. Das Wichtigste ist, dass sich die finanzielle Liquidität reduziert", sagt Vermögensverwalter Philip Saunders von Ninety One.
Rückschlag für Elon Musk
Ein Prototyp einer Trägerrakete für das SpaceX-Raumschiff Starship ist in Texas bei einem Test in Flammen aufgegangen. Damit hat SpaceX-Eigentümer und Tesla-Gründer Elon Musk wohl einen Rückschlag bei seinem Ziel erlitten, die nächste Generation des Starship-Raumschiffs noch in diesem Jahr in die Umlaufbahn zu bringen. "Ja, tatsächlich nicht gut. Das Team bewertet den Schaden", so Musk. Künftig werde es keinen Test aller 33 Antriebsmaschinen auf einmal geben, kündigte Musk an. Sein Raumfahrtunternehmen SpaceX hat bei Tests in großer Höhe in den Jahren 2020 und 2021 insgesamt vier Prototypen des Starships selbst verloren. Bei der Landung waren sie explodiert. Im Mai 2021 war das erste Starship heil auf die Erde zurückgekehrt.
"Haben ein schwieriges zweites Halbjahr vor uns"
Euro-Dollar-Parität erreicht
Der Eurokurs ist erstmals seit fast 20 Jahren auf ein Dollar-Tauschverhältnis von eins zu eins gefallen. Am Mittag erreicht die Gemeinschaftswährung die Parität zum US-Dollar.
Euro / Dollar o
Bei dieser DAX-Marke wird es spannend
Auch am Dienstag bleibt der deutsche Aktienmarkt unter Druck. So verliert der DAX bis zum Mittag 0,6 Prozent auf 12.750 Punkte. Im Fokus stehen weiterhin die steigenden Covid-Infektionen in China sowie die Ungewissheit über die zukünftige Gasversorgung für Europa. Die Anleger halten sich mit Käufen zurück und gehen davon aus, möglicherweise auf einem noch niedrigen Niveau einsteigen zu können. Spannend wird es, wenn der DAX erneut sein Jahrestief bei 12.391 Punkten testet. Sollte sich der charttechnische Doppelboden nicht als tragfähig erweisen, könnte erneuter Abgabedruck aufkommen.
ZEW enttäuscht massiv - Euro knapp über Parität
Der ZEW-Index der Konjunkturerwartungen per Juli ist auf minus 53,8 gefallen, erwartet wurde er bei minus 41,0. Auch die Lage ist mit minus 45,8 deutlich unter den erwarteten minus 34 ausgefallen. Damit hat sich die Stimmung wesentlich deutlicher eingetrübt, als erwartet. Für das Währungspaar Euro/Dollar liefert er derweil nicht den entscheidenden Impuls, aktuell handelt es bei 1,0007 Dollar.
ZEW-Konjunkturerwartungen schwächer als erwartet
Die Konjunkturerwartungen von Börsen- und Finanzexperten für Deutschland haben sich im Juli deutlicher als erwartet eingetrübt, wobei die Beurteilung der aktuellen Lage regelrecht abstürzte. Der vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erhobene Erwartungsindex fiel auf minus 53,8 (Juni: minus 28,0) Punkte, wie das ZEW mitteilt. Volkswirte hatten mit einem Rückgang auf minus 41,0 Punkte gerechnet. Der Index zur Beurteilung der Konjunkturlage stürzte auf minus 45,8 (minus 27,6) Punkte. Volkswirte hatten lediglich minus 34,0 Punkte prognostiziert.
"Die aktuell großen Sorgen über die Energieversorgung in Deutschland, der angekündigte Zinsanstieg der EZB sowie weitere coronabedingte Einschränkungen in China führen zu einer erheblichen Verschlechterung des Konjunkturausblicks", erklärte ZEW-Präsident Achim Wambach. Die Expertinnen und Experten bewerteten die aktuelle Wirtschaftslage deutlich schlechter als im Vormonat und senkten ihre ohnehin ungünstige Prognose für die nächsten sechs Monate weiter ab.
Besonders stark gingen Wambach zufolge die Erwartungen für energieintensive und exportorientierte Wirtschaftssektoren zurück, aber auch der private Konsum sei deutlich schwächer eingeschätzt worden.
Euro nähert sich Dollar-Parität weiter an
Der Euro nähert sich weiter der Parität zum Dollar. Die Furcht vor einer Rezession in der Euro-Zone und der wachsende Zinsabstand zu den USA drücken die Gemeinschaftswährung bis auf 1,0004 Dollar. Zuletzt war der Euro im Dezember 2002 unter die Marke von einem Dollar gefallen.
Euro / Dollar
Unsicherheit belastet BASF-Aktie
Für eine positive Überraschung sorgen die vorläufigen Zahlen von BASF für das zweite Quartal. Die Analysten von Jefferies stellen das EBIT von 2,339 Milliarden Euro positiv heraus, das Ergebnis der Betriebstätigkeit liege 12 Prozent über dem Konsens und 6 Prozent oberhalb der eigenen Schätzung. BASF habe im Vergleich zum Vorjahresquartal ein leicht negatives Volumen ausgewiesen, wobei Preis- und Währungseffekte und das Umsatzwachstum zulegen konnten.
Das Unternehmen habe seine Jahresprognose nicht angepasst, obwohl die aktuelle Prognose einen deutlichen EBIT-Rückgang in der Mitte des Jahres zeige. Die Unsicherheit in der zweiten Jahreshälfte ist für die Analysten von Jefferies nach wie vor groß. Leicht negativ wird gewertet, dass das Segment "Nutrition & Care" enttäuscht habe. Für die weitere Geschäftsentwicklung sei wichtig, dass schon bald wieder Gas durch die Pipeline Nordstream 1 gepumpt werde. An der Börse wird nach vorne geschaut und die Unsicherheit für die kommenden Monate höher bewertet, in der Folge geht es für die Aktie um 2,1 Prozent nach unten.
T-Aktie hält sich tapfer
Die Aktie der Deutschen Telekom hält sich mit einem Minus von 0,2 Prozent auffallend gut. "Der Verkauf steht bereits seit längerem fest", so ein Marktteilnehmer zu einem Handelsblatt-Bericht. Die Deutsche Telekom stehe demnach in finalen Verhandlungen zum Verkauf eines Mehrheitsanteils an ihrem Funkturm-Geschäft. Ein Konsortium der Investoren KKR, Stonepeak und GIP sei der letzte verbliebene Bieter, wie mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Zeitung sagten. Der Fokus liege nun auf Mittwoch, dann werde sich der Aufsichtsrat mit dem Deal befassen. Die im Bericht genannte Bewertung von 18 Milliarden Euro für das Funkturm-Portfolio decke sich mit den bisherigen Erwartungen. Die Finalisierung des Verkaufs in diesem schwierigen Umfeld sei leicht positiv, so der Marktteilnehmer.
Deutsche Exporte nach Russland wieder gestiegen
Die deutschen Exporte nach Russland sind trotz vieler Sanktionen und dem Rückzug vieler Firmen zuletzt wieder kräftig gestiegen. Ursache dafür waren vor allem pharmazeutische Produkte, die von den Sanktionen ausgenommen sind. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, legten die gesamten Exporte im Mai gegenüber dem Vormonat um 35,6 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro zu. Kalender- und saisonbereinigt betrug der Anstieg gegenüber dem Vormonat 29,4 Prozent. Im Jahresvergleich lagen die Exporte allerdings um 50,9 Prozent niedriger.
Die Steigerung von April zu Mai ist vor allem auf die gestiegenen Exporte von dosierten Arzneimitteln zurückzuführen. Diese Arzneimittelexporte aus Deutschland nach Russland stiegen im Mai auf 215,1 Millionen Euro. Das war ein Zuwachs gegenüber dem Vorjahr um 47,7 Prozent und gegenüber dem Vormonat um 60,5 Prozent. Damit waren im Mai pharmazeutische Erzeugnisse das wichtigste deutsche Exportgut im Handel mit Russland.
Im Mai 2021 waren Maschinen noch das wichtigste Exportgut im deutschen Handel mit Russland gewesen. Durch den Rückgang von 52,2 Prozent auf 279,9 Millionen Euro fielen die Maschinenexporte auf Rang zwei zurück. Noch größere Rückgänge waren bei den Exporten von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeugteilen nach Russland zu verzeichnen. Die Kraftfahrzeugexporte gingen um 96,2 Prozent auf 13,6 Millionen Euro zurück.
Energieagentur warnt vor schwierigem Winter in Europa
Die Internationale Energieagentur (IEA) sieht die europäischen Staaten in den kommenden Monaten vor einer ernsten Herausforderung bei der Öl- und Gasversorgung. "Dieser Winter wird in Europa sehr, sehr schwierig werden", warnt IEA-Direktor Fatih Birol. Die Energieversorgung sei eine große Sorge. "Das kann ernste Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben", sagte der Chef des Interessenverbands von westlichen Industriestaaten.
Nach Birols Einschätzung hat die Welt noch nie eine so tiefgreifende und komplexe Energiekrise erlebt. Er befürchte, dass "wir das Schlimmste vielleicht noch nicht gesehen haben".
Zuletzt hat sich die Sorge vor einer Energiekrise verstärkt, nachdem Russland die wichtige Gaspipeline Nord Stream 1 wegen routinemäßigen Wartungsarbeiten geschlossen hat. Seit Montagmorgen fließt kein Gas mehr durch die Leitung nach Deutschland. Es gibt die Befürchtung, dass die Pipeline nach den Arbeiten nicht wieder in Betrieb genommen wird.
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Bruch der Euro-Dollar-Parität nur Frage der Zeit
Die Flucht in den sicheren Hafen am Devisenmarkt, den Dollar, belastet unter anderem den Euro. Aktuell handelt das Währungspaar mit 1,0015 noch knapp oberhalb der Parität, diese könnte nach Einschätzung der Devisenstrategen der Commerzbank im Tagesverlauf getestet werden. Das Zünglein an der Waage könnte der ZEW-Index am Vormittag sein. Wie stark die Zukunftsängste unter den Analysten grassieren, werde wohl der Index für Juli allen noch einmal vor Augen führen. Nach der Euphorie in der zweiten Jahreshälfte vergangenen Jahres, dass die Pandemie hinter uns liegen könnte, schlage neben den gängigen Lieferketten- und Preisproblemen seit Februar die Möglichkeit einer Energiekrise und Rezession mächtig aufs Gemüt der Analysten. Aber auch tiefrote Vorzeichen am Aktienmarkt könnten den Euro belasten.
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Versicherungs-Startup mit 4,5 Milliarden bewertet
Das deutsch-schweizerische Versicherungs-Startup WeFox wird von seinen Investoren inzwischen mit 4,5 Milliarden Dollar bewertet. In der jüngsten Finanzierungsrunde sammelte WeFox weitere 400 Millionen Dollar Eigen- und Fremdkapital ein, wie das Berliner Unternehmen am Dienstag mitteilte. "Wir sind gut durchfinanziert und hätten eigentlich kein Geld gebraucht", sagt Vorstandschef und Mitgründer Julian Teicke. "Aber wir haben viele Anfragen von Investoren bekommen. Jetzt sehen wir die Möglichkeit, die Krise zu nutzen und aggressiver zu wachsen als geplant."
Angeführt wurde die Finanzierungsrunde vom Staatsfonds von Abu Dhabi, Mubadala, der bereits an dem Insurtech beteiligt war. Daneben gaben Eurazeo und die bestehenden Investoren LGT, Horizons Ventures und Omers Geld. Der Firmenwert des 2015 gegründeten Jungunternehmens ist damit binnen eines Jahres um die Hälfte gestiegen. Die Finanzspritze fällt allerdings kleiner aus als in der vorangegangenen Runde: Damals hatte WeFox 650 Millionen Dollar frisches Geld erhalten, allen voran vom Wagniskapitalgeber Target Global, der damit weiterhin der größte Anteilseigner sein dürfte.
DAX wieder im Abwärtssog
Der DAX geht zum Start in das Dienstagsgeschäft erneut auf Tauchstation. Der deutsche Börsenleitindex verliert 0,6 Prozent und notiert um Kurse von 12.750 Punkten. Negative Vorgaben von Seiten der Wall Street und ein um die Parität kämpfender Euro auf der anderen Seite, dazu die schon seit Wochen laufenden Diskussionen um einen möglichen Stopp der russischen Gaslieferungen und eine daraus resultierende Rezession drücken erneut auf die Stimmung der Anleger. Am Freitag hatte der DAX noch über der 13.000-Punkte-Marke geschlossen, am Montag dann bereits 1,4 Prozent eingebüßt.
Weltgrößter SPAC gibt Hedgefonds-Manager vier Milliarden Dollar zurück
Das größte börsennotierte Übernahmevehikel der Welt gibt die Suche nach einem Kaufobjekt auf und vier Milliarden Dollar an die Investoren zurück. Der Hedgefonds-Manager Bill Ackman, der Pershing Square Tontine (PSTH) initiiert hatte, räumte in der Nacht ein, er habe kein Unternehmen gefunden, das den Qualitäts- und Rendite-Kriterien von PSTH entsprochen hätte.
Special Purpose Acquisition Companies (SPACs) wie Pershing Square Tontine haben nach ihrem Börsengang zwei Jahre Zeit, ein Übernahmeobjekt zu finden, das sie mit dem Geld ihrer Investoren kaufen können. PSTH war im Juli 2020, mitten im SPAC-Boom, an die New Yorker Börse gegangen. Pläne von Ackman, sich mit dem Vehikel mit zehn Prozent an der von Vivendi abgespalteten Universal Music zu beteiligen, waren am Veto der US-Aufsichtsbehörden gescheitert. Der Milliardär stieg bei Universal stattdessen mit seinem Hedgefonds Pershing Square ein.
Airbus rechnet mit Verdopplung der Zahl der Flugzeuge binnen 20 Jahren
Der europäische Flugzeugbauer Airbus rechnet wegen des weltweit weiter zunehmenden Flugverkehrs weltweit mit einer Verdopplung der benötigten Maschinen in den kommenden 20 Jahren. Bis 2041 schätze Airbus den Bedarf auf 39.490 Passagier- und Frachtflugzeuge, teilte das Unternehmen mit. Im Jahr 2020 zählte die weltweite Flotte demnach 22.880 Maschinen.
Die Fluggesellschaften benötigen der Airbus-Prognose zufolge mehr Maschinen, zudem müssen sie alte Flugzeuge austauschen. Airbus-Konkurrent Boeing rechnet sogar mit einem noch größeren Bedarf. Die Corona-Pandemie hat Airbus zufolge keine langfristigen Folgen für den weltweiten Luftverkehr. Ab 2023 bis 2025 werde das Vorkrisenniveau wieder erreicht, schätzt der Flugzeugbauer.
Chef-Wechsel und Umsatzrückgang bei Gap, Aktie fällt
Gap hat einen Wechsel an der Konzernspitze angekündigt. CEO Sonia Syngal trete mit sofortiger Wirkung zurück, teilte der Modekonzern mit. Zunächst werde Executive Chairman Bob Martin ihre Aufgaben kommissarisch übernehmen. Der Umsatz im zweiten Quartal dürfte um einen hohen einstelligen Prozentwert zurückgehen, hieß es weiter. Die Aktie des US-Unternehmens fiel im nachbörslichen Handel zunächst gut vier Prozent. Gap hatte Ende Mai die Gesamtjahresziele gesenkt.
Ölpreise geben deutlich nach
Die Ölpreise sind deutlich gesunken. Eine allgemein trübe Stimmung auf den Finanzmärkten und wachsende Konjunktursorgen hätten auch die Notierungen auf dem Ölmarkt nach unten gezogen, hieß es aus dem Handel.
Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 105,29 Dollar. Das waren 1,81 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI fiel um 1,90 Dollar auf 102,19 Dollar.
Brent Rohöl
Hyundai baut erstes reines E-Werk in Südkorea
Der südkoreanische Autokonzern Hyundai errichtet erstmals eine komplette Produktionsstätte nur für Elektroautos in Südkorea. Ab 2025 sollen die ersten Fahrzeuge vom Band rollen, teilte die Gewerkschaft des Herstellers unter Berufung auf ihren Vorsitzenden mit. Das Unternehmen habe diese Zusage während der laufenden Lohnverhandlungen getroffen.
Hyundai war für eine Stellungnahme nicht sofort erreichbar. Im Mai hatte die Hyundai Motor Group, zu der Hyundai Motor und Kia gehören, angekündigt, bis 2025 rund 48,07 Milliarden Dollar in Südkorea zu investieren.
Dax zur Eröffnung niedriger erwartet
Am heutigen Dienstag wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge niedriger starten. Zum Wochenanfang hat die Unsicherheit rund um die künftigen Gaslieferungen aus Russland nach den Wartungsarbeiten an der wichtigen Gas-Pipeline Nord Stream 1 den vorangegangenen Erholungsversuch abgewürgt. Der deutsche Leitindex war am Montag wieder unter die Marke von 13.000 Punkten gerutscht und 1,4 Prozent niedriger mit 12.832 Zählern aus dem Handel gegangen.
"Je nachdem, wie sich in den kommenden zehn Tagen die Nachrichtenlage zu den eigentlich routinemäßigen Wartungsarbeiten, aber vor allem zu der Zeit danach entwickelt, dürfte auch der Dax entweder sein neues Jahrestief noch einmal testen oder doch die 13.000er Marke nach oben überwinden", sagte Jochen Stanzl, Marktanalyst von CMC Markets.
Euro fällt zum Dollar weiter - Kurs nur knapp oberhalb der Parität
Euro / DollarDer Eurokurs ist gefallen und hat sich am Morgen knapp oberhalb der Parität zum Dollar gehalten. Darunter versteht man ein Tauschverhältnis von eins zu eins. Zeitweise wurde die Gemeinschaftswährung zu 1,0006 Dollar gehandelt und ist damit auf dem tiefsten Stand seit 20 Jahren. Bereits in den vergangenen Handelstagen hatte der Euro tiefste Stände seit 2002 erreicht. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag auf 1,0098 Dollar festgesetzt. Erneut wurde der Euro durch einen starken Dollar unter Druck gesetzt.
Wachstums- und Energiesorgen drücken Asien-Börsen, Euro kurz vor Dollar-Parität
Die Aussicht auf eine weitere Straffung der Geldpolitik, der erneute Corona-Ausbruch in China und die Energieknappheit in Europa belasten die Märkte in Asien. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 1,7 Prozent tiefer bei 26.363 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 1,5 Prozent und lag bei 1887 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 0,6 Prozent im Minus.
Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen verlor 0,8 Prozent. "Die Stimmung an den Weltmärkten ist von Risikoarmut geprägt", sagte Yuting Shao, Makrostratege bei State Street Global Markets. "Der Dollar ist die bevorzugte internationale Reservewährung. Wenn also ein Rezessionsrisiko besteht oder die Volatilität zunimmt, ist der Dollar die Währung, auf die sich die Menschen stürzen, weil sie am sichersten ist." Im asiatischen Devisenhandel verlor der Dollar 0,2 Prozent auf 137,16 Yen und legte 0,2 Prozent auf 6,7313 Yuan zu.
Zur Schweizer Währung notierte er kaum verändert bei 0,9831 Franken. Die drohende Rezession in der Euro-Zone und der wachsende Zinsabstand zu den USA setzen dem Euro immer stärker zu. Er fiel auf 1,0006 Dollar und ist damit erstmals seit Dezember 2002 nur eine Haaresbreite von der Parität entfernt. Der Euro gab 0,2 Prozent auf 0,9849 Franken nach. Das Pfund Sterling verlor 0,1 Prozent auf 1,1872 Dollar.
Rezession im Anmarsch? Das wird für den DAX heute wichtig
Zum Wochenstart ist der DAX bis auf 12.724 Punkte gefallen, nachdem er sich am Freitag noch mit einem Stand von mehr als 13.000 Zählern ins Wochenende verabschiedet hatte. Gleichzeitig konnte der deutsche Börsenleitindex im Handelsverlauf am Montag aber einen Teil der morgendlichen Verluste wieder wettmachen, eine schwache Wall Street kostete dann aber Performance, sodass am Ende ein Abschlag von 1,4 Prozent bei einem Schlusskurs von 12.832 Punkten in den Handelsbüchern übrig blieb. Die Themen Gas-Stopp, Corona-Lockdowns sowie Inflations- und Rezessionssorgen bestimmten das nervöse Handeln der Anleger. Und auch am Dienstag wird ein im Raum stehender Konjunkturabschwung Thema bleiben.
Eine Rezession in den kommenden Monaten werde zum Basis-Szenario, schreiben die Analysten des Vermögensverwalters Muzinich & Co. "Für die zweite Jahreshälfte besteht das Risiko, dass der Inflationsdruck nicht entsprechend den Erwartungen der Zentralbanken nachlässt und eine immer stärkere Straffung der Politik erzwingt. Die Kaufkraft der privaten Haushalte und die Vitalität der Unternehmen werden wahrscheinlich unter Druck geraten. Dies wird zu geringeren Ausgaben, Personaleinstellungen und Investitionen führen."
Und das Thema Rezession dürfte auch heute im Mittelpunkt stehen: Um 11.00 Uhr wird der ZEW-Index veröffentlicht. Auf die erst nach US-Börsenschluss erscheinenden US-Rohöllagerbestandsdaten sollten Anleger angesichts der steigenden Rohstoffpreise und des russischen Kriegs in der Ukraine ebenso ein Auge habe. Von Unternehmensseite sieht es dagegen eher ruhig aus: Am Vormittag lädt Cropenergies die Aktionäre zu einer Online-Hauptversammlung. Am Mittag legt dann der Coca-Cola-Konkurrent Pepsico Zahlen vor.