Dax schließt fester - Le Pen im Fokus
Der Frankfurter Aktienmarkt präsentiert sich freundlich. Der Dax stieg 0,7 Prozent auf 25.254 Punkte. Für die Kursgewinne gab es vor allem zwei Gründe.
Zum einen sorgte der weiter fallende Ölpreis für Rückenwind. Zum anderen beruhigte sich der Anleihemarkt. Auch französische Staatsanleihen gingen nach dem jüngsten Ausverkauf auf Erholungskurs. Zuvor hatte Marine Le Pen, die Favoritin für die Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr, angekündigt, dass Frankreichs Defizit bis 2030 auf drei Prozent zu drücken. Zugleich stellte sie in Aussicht, während einer fünfjährigen Amtszeit Einsparungen von insgesamt 140 Milliarden Euro vornehmen zu wollen.
Experte: Börsencrash steht vor der Tür
Öl wird billiger
Die Ölpreise geben nach. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verbilligt sich um 1,5 Prozent auf 98,00 Dollar. US-Leichtöl WTI kostet mit 88,03 Dollar je Fass 2 Prozent weniger als gestern. Als Gründe gelten robuste Exporte aus dem Nahen Osten und die Freigabe von Notreserven durch die G7-Staaten.
Saudische und jemenitische Streitkräfte haben zudem eine Gegenoffensive gestartet und die Huthi-Rebellen im Jemen zurückgedrängt. Diese verlieren dadurch ihre Kontrolle über die Meerenge Bab al-Mandab - einer wichtigen Transitroute für Energieexporte durch das Rote Meer. Dies wird als ein Zeichen für eine Verbesserung der Angebotssituation interpretiert. "Kuwait gibt an, derzeit 75 Prozent des Vorkriegsniveaus zu produzieren, während die Saudis den offiziellen Verkaufspreis ab November für Lieferungen nach Asien gesenkt haben - ein Zeichen für eine verbesserte Versorgungslage", so die ING-Analysten.
US-Börsen auf Rekordkurs
Die US-Börsen zeigen sich optimistisch. Der S&P 500 ist auf dem Weg ist, ein neues Rekordhoch zu erreichen. Der Index steigt 0,4 Prozent auf 7773 Punkte – und liegt damit knapp unter seinem Rekordniveau. Auch der Dow Jones Industrial und der Nasdaq legen im frühen Handel zu. Der technologielastige Index ist auf dem besten Weg, ein zweites Rekordhoch in Folge zu erreichen.
Die Renditen von Staatsanleihen legen nach einem fast unaufhaltsamen Ausverkauf bei US-Regierungspapieren eine Pause ein. Die zehnjährigen Kreditkosten hatten am Montag ihren höchsten Stand seit April 2002 erreicht.
Le Pen kündigt Sparkurs an
Angesichts der Turbulenzen an den Finanzmärkten verschärft Marine Le Pen ihre Spar-Ankündigungen für den Fall eines Wahlsiegs bei der französischen Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr deutlich. Sie kündigte an, während einer fünfjährigen Amtszeit Einsparungen von insgesamt 140 Milliarden Euro vornehmen zu wollen. Bis 2030 solle das öffentliche Defizit auf die EU-Obergrenze von drei Prozent gedrückt werden. Frankreich könne seine finanzielle Unabhängigkeit verlieren, wenn nicht die "richtigen Entscheidungen" getroffen würden, sagte Le Pen. Ihre ursprünglich geplanten Einsparungen von 125 Milliarden Euro seien angesichts der gestiegenen Zinsen nicht mehr ausreichend.
Le Pen ist die Favoritin für die Präsidentschaftswahlen. Ihre Ankündigung ist eine direkte Reaktion auf die angespannte Lage an den Anleihemärkten. Dort ist Frankreich wegen seiner Haushaltsprobleme und des schwachen Wirtschaftswachstums zuletzt stark in den Fokus geraten.
Um die Haushaltsdisziplin zu untermauern, hat Le Pen angekündigt, eine "goldene Regel" per Referendum in der Verfassung verankern. Diese solle vorschreiben, das Defizit jährlich um mindestens einen halben Punkt zu senken, bis die Staatsverschuldung wieder bei 60 Prozent der Wirtschaftsleistung liegt. Derzeit steuert sie auf 119 Prozent zu. Zudem kündigte Le Pen an, den Nettobeitrag Frankreichs zum EU-Haushalt auf fünf Milliarden Euro begrenzen zu wollen.
Entspannung bei Frankreichs Staatsanleihen
Französische Staatsanleihen gehen nach dem jüngsten Ausverkauf auf Erholungskurs. Im Gegenzug geben die Renditen für zehnjährige französische Anleihen deutlich auf 4,728 Prozent nach von 4,862 Prozent gestern.
Die Renditedifferenz zwischen französischen und deutschen Bonds verringert sich auf 135 Basispunkte nach dem am Freitag erreichten 15-Jahres-Hoch von 158 Basispunkten. Anleger fragten sich Analysten zufolge, ob der jüngste Anstieg der Risikoprämie für Frankreich zu weit und zu schnell gegangen sei.
An den Finanzmärkten ist Frankreich wegen seiner Haushaltsprobleme und eines schwächeren Wirtschaftswachstums zuletzt immer stärker in den Fokus geraten. Im kommenden Jahr findet in Frankreich die Präsidentschaftswahl statt. Favoritin ist Marine Le Pen.
Der Euro schwächelt deutlich
Sorgen über die hohe Verschuldung in Frankreich halten den Euro in der Nähe seines 17-Monats-Tiefs. Die Gemeinschaftswährung notiert 0,1 Prozent fester bei 1,1237 Dollar, nachdem sie gestern auf 1,116 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Mai 2025 gefallen war. "Wir sind ziemlich pessimistisch, was den Euro angeht", sagt Joseph Capurso, Stratege bei der Commonwealth Bank of Australia. "Wir glauben, dass er auf unter 1,10 Dollar fallen wird." Damit der Euro an Wert gewinne, bräuchte es einen deutlichen Rückgang der Ölpreise. "Eine weitere Voraussetzung wäre, dass Frankreich endlich sein Haushaltsdefizit in den Griff bekommt, aber ich glaube nicht, dass das in absehbarer Zeit passieren wird."
Rüstungsaktien fallen
Rüstungsaktien fallen zurück, der Subindex Luftfahrt und Verteidigung liegt 1,3 Prozent im Minus gegen den insgesamt freundlichen Gesamtmarkt. "Die übliche grobe Trennung von Munition und Fahrzeugen gegen Elektronik funktioniert nicht", sagt ein Händler. Im Elektronikbereich sind Thales, Vincorion und Elbit mit Einbußen von je gut 2 Prozent dabei, Hensoldt mit 2,9 Prozent. Bei den reinen Munitionsherstellern fallen CSG um 2,4 Prozent, die Aktien der Hersteller von Landfahrzeugen wie BAE Systems, Leonardo und Rheinmetall geben zwischen 2 und 3 Prozent nach. TKMS verbilligen sich um 3 und Renk um 2,6 Prozent.
Nachrichtliche Gründe für diese Bewegungen seien nicht erkennbar, heißt es im Handel.
Gas wird teurer
Die Gaspreise in Europa ziehen an. Der europäische Erdgas-Future steigt um knapp sechs Prozent auf bis zu 77,34 Euro je Megawattstunde. Die Aussicht auf kühleres Wetter bei zugleich niedrigen Füllständen der Gasspeicher treibt Analysten zufolge die Preise. Europa profitiere derzeit zwar von milden Temperaturen, sagten Analysten von Mind Energy. "Aber da die Speicherstände auf dem niedrigsten Stand seit mindestens 15 Jahren liegen, könnte sich die Situation ändern, wenn die Nachfrage im Falle eines Übergangs zu kälteren Bedingungen anzieht."
Die Vorhersagen für das Wetter in Nordwesteuropa wurden für die zweite Oktoberhälfte nach unten korrigiert, teilten Analysten von Northern Gas and Power mit.
Die europäischen Gasspeicher sind nach Daten von Gas Infrastructure Europe zu knapp 73 Prozent gefüllt. Zwar gab es Anzeichen für zunehmende Exporte von Flüssigerdgas (LNG) aus Katar, die Mengen seien aber noch zu gering, um einen wirklichen Einfluss zu haben, so Analysten von Engie EnergyScan mit.
Kursgewinne an Europas Börsen
Nach dem verhaltenen Wochenstart lassen sinkende Anleiherenditen und nachgebende Ölpreise die Anleger an den europäischen Aktienmärkten aufatmen. Dax und EuroStoxx50 klettern jeweils um rund ein Prozent auf bis zu 25.522 und 6310 Zähler. Die zuletzt auf Mehrjahreshochs gestiegenen Renditen von Staatsanleihen der Eurozone gaben nach. Vor allem in Frankreich legten Investoren nach dem jüngsten Ausverkauf bei Anleihen eine Verschnaufpause ein.
Regierung versichert: Frankreich "derzeit kein Fall für Notprogramm"
Trotz der Turbulenzen am französischen Anleihemarkt sieht die Regierung in Paris Frankreich zurzeit nicht als einen Fall für ein Eingreifen der Europäischen Zentralbank. Die Turbulenzen hätten noch kein Ausmaß erreicht, das Überlegungen zum Einsatz des Notfallinstruments der EZB erforderlich machen würde, sagte Finanzminister Roland Lescure: "Das Ziel ist natürlich, diesen Punkt unter allen Umständen zu vermeiden. Deshalb setzen wir derzeit auf Haushaltskonsolidierung."
In der Bevölkerung wächst unterdessen der Unmut über die Sparpläne. Beschäftigte des öffentlichen Dienstes streikten am Dienstag gegen den Lohnstopp. Die Proteste von Schülern gegen mangelnde Mittel für Schulen weiten sich aus. Die Regierung bezeichnet den Sparkurs aber als notwendig, um das Haushaltsdefizit in den Griff zu bekommen. Seine beiden Vorgänger waren über ihre Sparpläne gestürzt, und seit den vorgezogenen Parlamentswahlen 2024 verfügt die Regierung über keine eigene Mehrheit mehr.
Dem Gesetzesvorhaben steht jedoch ein schwieriger Weg in einem tief gespaltenen Parlament bevor, in dem sich die politischen Lager bereits für die Wahl im April und Mai positionieren.
An den Finanzmärkten ist besonders Frankreich wegen seiner Haushaltsprobleme und eines schwächeren Wirtschaftswachstums zuletzt immer stärker in den Fokus geraten. Die EZB hat mit dem Transmission Protection Instrument (TPI) ein Notprogramm in der Hinterhand, mit dem sie theoretisch unbegrenzt Staatsanleihen eines in Bedrängnis geratenen Euro-Landes kaufen kann. Bedingung dafür ist aber, dass dieser Staat unter einer ungerechtfertigten Verschärfung seiner Finanzierungsbedingungen leidet und der Anstieg der Renditen ungeordnet erfolgt, beispielsweise wegen heftiger Turbulenzen an den Börsen.
"Wenn es zum Schwur kommen sollte, wird die EZB vermutlich mit dem TPI-Instrument eingreifen", meint Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank. Das gelte insbesondere dann, wenn andere Länder wie Italien, Spanien und Portugal angesteckt würden. Erste Bewegungen in diese Richtung ließen sich schon beobachten: "Bislang kann man allerdings noch nicht erkennen, dass Frankreich und den anderen Ländern der Zugang zum Kapitalmarkt verwehrt wird", so der Experte.
So steht es um die Nachfrage nach der Abnehmtablette
Einen Monat nach der Markteinführung der Abnehmtablette in deutschen Apotheken nehmen offenbar wenige Menschen das neue Angebot an. "Die ersten Rückmeldungen aus den Apotheken zeigen: Die Nachfrage nach den neuen, sogenannten Abnehmtabletten ist derzeit noch nicht so groß", sagte Apothekerpräsident Thomas Preis. Die zunächst schwache Nachfrage sei zu erwarten gewesen, so Preis, denn viele Patientinnen und Patienten seien bereits auf die Spritze eingestellt. "Wenn umgestellt wird, wird das durch den Arzt gemacht und das wird dann erst nach und nach kommen."
Die Spritze hat laut Preis mehrere entscheidende Vorteile: Sie müsse im Gegensatz zur täglich einzunehmenden Tablette nur einmal in der Woche angewandt werden. Bei der Tablette müssten Patienten zudem auch genau darauf achten, wie man sie einnehme. Man dürfe 8 Stunden vorher nichts essen und auch danach nicht sofort Nahrung oder Flüssigkeit zu sich nehmen.
Die Wegovy-Tablette von Novo Nordisk mit dem Wirkstoff Semaglutid ist seit dem 1. September 2026 in deutschen Apotheken erhältlich. Zugelassen ist das Mittel für Menschen mit Adipositas oder mit Übergewicht und mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung. Die Kosten liegen je nach Darreichungsform und Dosierung bei einigen Hundert Euro im Monat. Sie werden bislang nur bei Menschen mit Typ-2-Diabetes von den Krankenkassen übernommen. Ansonsten gelten Abnehmmittel in Deutschland als sogenannte Lifestyle-Arzneimittel und sind keine Kassenleistung.
Bitcoin setzt auf nächsten Katalysator
Der Bitcoin gibt leicht nach und notiert um 85.700 Dollar, während die Märkte auf den nächsten Katalysator warten. "Eine ruhigere Makrowoche könnte genau das sein, was Kryptowährungen brauchen, um weiteren Boden gutzumachen", kommentiert Chris Beauchamp von IG. Der Fokus richte sich nun auf die kommende US-Berichtssaison, fügt er hinzu. Starke Unternehmensergebnisse würden die wichtigsten US-Aktienindizes beflügeln und damit die Marktliquidität sowie die Risikobereitschaft der Anleger für Risikoanlagen einschließlich Bitcoin stärken.
Vermögensaufbau-Gipfel 2026: So stellen Sie Ihre Altersvorsorge neu auf
Für Millionen Deutsche bedeutet das neue Altersvorsorgedepot einen Quantensprung: Dank großzügiger staatlicher Förderung können sie ab 2027 mit Fonds und ETFs bis zur Rente ein Vermögen aufbauen. Welche neuen Produkte gibt es? Und wie sollte die Anlage in Zeiten globaler Konflikte und technologischer Umbrüche ausgerichtet sein?
Auf dem Vermögensaufbau-Gipfel von Capital und ntv analysieren Ökonomen, Fondsmanager und Politiker die Lage und Aussichten an den Märkten. Sie diskutieren über langfristige Entwicklungen und erklären, wie sich Anleger am besten aufstellen - am 15. Oktober 2026 in Frankfurt am Main oder digital. Hier können Sie sich Tickets sichern.
"Politik verzockt den Euro", statt Trump-Vorlage zu nutzen
Rheinmetall zieht es ins Weltall
Der Panzerbauer Rheinmetall hat mit der Serienproduktion von Satelliten begonnen, um sein Produktportfolio zu erweitern und alle Ebenen des modernen Gefechtsfeldes abzudecken. Die Fertigung in Neuss sei erfolgreich angelaufen, teilte das Unternehmen mit. Nach Vorarbeiten samt Planung und Aufbau sei man in die industrielle Umsetzung übergegangen.
Es geht um SAR-Satelliten, die zusammen mit dem finnischen Unternehmen Iceye gebaut werden. Die "Synthetic Aperture Radar"-Technologie liefert auch bei Nacht und schlechtem Wetter präzise Aufnahmen von Truppenbewegungen und Stellungen des Feindes. Dabei wird Künstliche Intelligenz (KI) eingesetzt, um relevante Informationen herauszufiltern und aufzubereiten. Hersteller ist die Rheinmetall Iceye Space Solutions GmbH, an der Rheinmetall 60 Prozent hält.
Pro Jahr sollen etwa 50 Satelliten hergestellt werden; Anfang 2027 soll der erste Neusser Satellit mit einer Trägerrakete von SpaceX in den Orbit gebracht werden und dort seine Bahnen ziehen.
United Internet stockt bei Tochter auf
United Internet stockt die Beteiligung an 1&1 leicht auf und erlässt seiner Mobilfunk-Tochter im Gegenzug 850 Millionen Euro an Schulden. Der Schritt steht im Zusammenhang mit dem Aufbau eines eigenen Mobilfunknetzes von 1&1, mit dem das Unternehmen zum vierten Netzbetreiber in Deutschland geworden ist. United Internet zeichnet eine Sachkapitalerhöhung um 20 Prozent und schraubt seine Beteiligung an 1&1 damit auf 89,3 von 87,2 Prozent. Damit steigere 1&1 seine Eigenkapitalquote und erhalte dadurch mehr finanziellen Spielraum für den weiteren Netzausbau, erklärten beide Unternehmen.
Die 35,4 Millionen neuen Papiere würden mit je 24,05 Euro bewertet, dem Schlusskurs der 1&1-Aktie vom vergangenen Freitag, also mit insgesamt 850,3 Millionen Euro. Genau diesen Betrag hatte United Internet der ehemaligen 1&1-Tochter Versatel geliehen. Er wird nun gegen 1&1-Aktien getauscht. Damit werde auch die konzerninterne Finanzstruktur vereinfacht, erklärte der Mutterkonzern. Zuletzt hatte er die 1&1-Beteiligung durch Zukäufe am Markt bereits um 1,3 Millionen Aktien aufgestockt. 4,7 Millionen weitere 1&1-Aktien könnten bis Mitte 2027 noch hinzukommen.
Engpässe befürchtet - Ölpreise ziehen wieder an
Sorgen wegen der angespannten Lage im Nahen Osten treiben den Ölpreis erneut an. Die Nordseesorte Brent und US-Leichtöl WTI verteuern sich jeweils um 0,7 Prozent auf 100,99 beziehungsweise 90,05 Dollar je Barrel. Trotz zunehmender Öl-Exporte vom Persischen Golf und der Freigabe strategischer Reserven durch die G7-Staaten befürchten Anleger angesichts der stockenden Gespräche zwischen den USA und dem Iran drohende Engpässe. Sorgen bereiten zudem Angriffe der vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen auf Ziele in Saudi-Arabien.
Zwar zeigten Schifffahrtsdaten, dass regionale Rohölexporte Ende September an mehreren Tagen das Vorkriegsniveau sogar überstiegen hätten, sagte Priyanka Sachdeva, Analystin bei Phillip Nova. "Von einer vollständigen Normalisierung der Lieferketten zu sprechen, erscheint jedoch noch nicht gerechtfertigt." Es habe erneute Angriffe auf Tanker gegeben, was Kosten, Versicherung und Sicherheitsrisiken für Transporte erhöht habe.
Dax zieht weiter nach oben
Der Dax bewegt sich zum Handelsstart weiter aufwärts. Nachdem der deutsche Börsenleitindex gestern 0,1 Prozent auf 25.254 Punkte zulegen konnte, notiert er aktuell im Bereich von 25.390 Zählern. Positive Vorgaben von Seiten der Wall Street und aus Asien stützen. Der Brent-Preis bewegt sich um die 100-Dollar-Marke. Im Blick haben die Anleger die Entwicklung des Euro, der sich zum Dollar auf einem 17-Monatstief befindet.
Dieser Wert sticht in Seoul positiv heraus
Überwiegend im Plus tendieren die Börsen in Ostasien und Australien. Neben positiven Vorgaben der US-Börsen liefert der Ölpreis Unterstützung, der noch am Vortag gefallen ist. Auf der anderen Seite bremsen aber die gestiegenen Marktzinsen. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen stieg am Montag auf den höchsten Stand seit April 2002.
Die Börse in Shanghai ist noch bis einschließlich Mittwoch feiertagsbedingt geschlossen. Am Aktienmarkt in Hongkong notiert der Hang-Seng-Index 0,8 Prozent höher. In Sydney steigt der S&P/ASX-200 um 0,5 Prozent. An der Tokioter Börse klettert der Nikkei-Index um 0,7 Prozent. Der breiter gefasste Topix steigt um 0,8 Prozent.
In Seoul gibt der Kospi nach dem langen Feiertagswochenende gegen die positive regionale Tendenz um 1,4 Prozent nach. Belastet wird der Index von den Schwergewichten Samsung Electronics und SK Hynix. LG Electronics steigen um 7,4 Prozent. Das Unternehmen hat einen Auftrag zur Lieferung von Kühlsystemen für Datenzentren in den USA an Land gezogen, der sich über mehrere Jahre erstreckt.
Industrie erleidet Auftragseinbruch
Die Erfolgsserie der deutschen Industrie ist im August gerissen: Nach zuvor drei Anstiegen in Folge musste sie diesmal einen unerwartet starken Auftragseinbruch hinnehmen. Das Neugeschäft schrumpfte um 10,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat und damit so stark wie seit Jahresbeginn nicht mehr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Ökonomen hatten nur mit einem Rückgang von 1,0 Prozent gerechnet. Der Einbruch hängt mit dem Ausbleiben von Großaufträgen zusammen: Werden diese ausgeklammert, dann hätte das Minus im August nur 0,1 Prozent betragen.
Die negative Entwicklung geht fast ausschließlich auf den starken Rückgang im Bereich des Sonstigen Fahrzeugbaus zurück, zu dem Flugzeuge, Schiffe, Züge und Militärfahrzeuge gehören. Der Auftragseingang in diesem Bereich sank im August um 61,5 Prozent zum Vormonat. Im Juli hatte er sich wegen eines außergewöhnlich hohen Volumens an Großaufträgen im Schiff-, Schienenfahrzeug- und Flugzeugbau noch mehr als verdoppelt.
Preise von E-Autos und Verbrennern nähern sich wieder an
Die Anschaffungspreise von Verbrennern und E-Autos nähern sich wieder an. Beim Vergleich der beliebtesten Modelle waren reine Stromer im September im Durchschnitt 2.124 Euro teurer als Verbrenner. Der Preisabstand sank im Vergleich zum August um 125 Euro, wie Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer berechnet hat.
Verglichen wurden jeweils die 25 meistverkauften Verbrenner- und E-Modelle in Deutschland. Im Dezember 2025 lag der Aufpreis bei noch 1.328 Euro, stieg bis Juli aber auf einen Wert von 2.363 Euro, wie aus der regelmäßigen Marktstudie des privaten "Center Automotive Research (CAR)" hervorgeht. Der Aufpreis für Stromer im September lag trotz der Annäherung also noch fast 800 Euro über dem Dezember-Wert. Aber: Im langjährigen Vergleich ist das immer noch relativ niedrig. Im Oktober 2024 lag der Preisabstand bei mehr als 6.500 Euro, in den Anfängen der Elektromobilität waren es teils 15.000 Euro.
Dudenhöffer erklärte den Anstieg bis Juli mit einem günstigen Marktumfeld für E-Autos. Sie sind ihm zufolge wegen der hohen Spritpreise und der staatlichen Prämie attraktiv. Eine zusätzliche Verkaufsförderung erscheine aus Sicht der Hersteller nicht notwendig, teilte er damals mit.
Euro nahe 17-Monats-Tief
Am Devisenmarkt notiert der Euro in der Nähe eines 17-Monats-Tiefs bei 1,1215 Dollar. Belastet wird die Gemeinschaftswährung von Sorgen über die Haushaltslage in Frankreich und der politischen Unsicherheit nach der Ankündigung von Neuwahlen in Spanien. Der Dollar legt zum Yen leicht auf 157,96 Yen zu. Zur Schweizer Währung notiert er 0,1 Prozent höher bei 0,8317 Franken.
Dax vor Aufschlag
Der Dax wird mit Gewinnen in den Handel starten. Bereits gestern war der deutsche Leitindex mit 25.254 Punkten leicht fester aus dem Handel gegangen. Sorgen über die französische Haushaltslage hatten dagegen den Euro zeitweise auf ein 17-Monats-Tief gedrückt. An der Wall Street hievten unterdessen die großen Tech-Schwergewichte den US-Technologieindex Nasdaq auf ein frisches Rekordhoch. Im Tagesverlauf richten sich die Blicke der Anleger auf eine Reihe von Konjunkturdaten und Reden von hochrangigen Notenbankern, die neue Hinweise auf die weitere Zinsentwicklung geben könnten.
"Müssen langsam auf Biotechnologie gucken"
Handelskammer wirbt für China-Dialog
Vor der China-Reise von EU-Handelskommissar Maros Sefcovic wirbt die Deutsche Handelskammer in China für Dialog und gezielte Maßnahmen im Handelsstreit. "Entscheidend ist, dass China in den Dialogen neben bestehenden Herausforderungen auch als Partner berücksichtigt wird", erklärte Oliver Oehms, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Kammer in Nordchina. Die EU solle ihre Maßnahmen auf die Probleme einzelner Branchen zuschneiden. "Wir plädieren deshalb für EU-Initiativen, die Nutzen und Risiken abwägen und auf gezielte, sektorspezifische Instrumente setzen, anstatt pauschale Zölle oder allgemeine Vorgaben zu erlassen", sagte Oehms.
Er verwies zugleich auf die Vorteile der Zusammenarbeit: Deutsche Unternehmen entwickelten in China zunehmend Wissen, das auch den deutschen Konzernzentralen zugutekomme und ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken könne. Die Wirtschaftspolitik solle diesen Austausch fördern, wo er beiden Seiten nütze.
Sefcovic wird am Donnerstag und Freitag in Peking für Gespräche mit Chinas Handelsminister Wang Wentao erwartet. Die EU dringt auf einen Abbau des Ungleichgewichts im Handel mit China. Sie kauft deutlich mehr Waren aus der Volksrepublik, als sie dorthin verkauft. Peking weist die Kritik an seinen Handelsüberschüssen und Überkapazitäten als protektionistisch zurück.
US-Tech-Rally beflügelt Asien-Börsen
Eine von Technologiewerten getragene Rally an der Wall Street gibt den asiatischen Börsen Auftrieb. Der US-Technologieindex Nasdaq hatte zuvor auf einem Rekordhoch geschlossen. Für zusätzliche Unterstützung sorgen nachgebende Ölpreise. Die Stimmung wird jedoch durch die anhaltend hohen Renditen für längerfristige US-Staatsanleihen gebremst, die in der Nähe von Mehrjahrzehntehochs verharrten.
"Die Rally am Markt wurde einmal mehr von der Technologie angeführt", sagt Kyle Rodda, Analyst bei Capital.com. Die nachlassende Unsicherheit über die Zinsen und eine leichte Entspannung bei den geopolitischen Risiken hätten es den Anlegern ermöglicht, sich auf das außerordentliche Gewinnwachstum der KI-Unternehmen zu konzentrieren. Der japanische Nikkei-Index legt um 0,7 Prozent zu. Die Börse in Schanghai bleibt feiertagsbedingt geschlossen.
Neue E-Autos erhöhen Preisdruck
Zuletzt sind die Rabatte bei den 25 meistverkauften Stromern wieder gestiegen. Im September lag der durchschnittliche Preisnachlass bei 17,9 Prozent - nach 17,4 Prozent im Vormonat, wie aus der regelmäßigen Marktstudie des privaten "Center Automotive Research" (CAR) hervorgeht. Das Institut führt die höheren Rabatte auch auf neue und günstigere E-Modelle auf dem Markt zurück. Der ID. Polo und weitere neue E-Autos aus dem VW-Konzern erhöhen Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer zufolge den Preisdruck auf ältere vollelektrische Kleinwagen. Er ging davon aus, dass sich dieser Trend in den kommenden Monaten noch verstärken dürfte.
CAR vergleicht sogenannte Transaktionspreise: Listenpreise abzüglich der im Internet und bei Vermittlern ermittelten Rabatte. Die Angaben stützen sich dem Institut zufolge außerdem auf Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes. Die staatliche Kaufprämie für E-Autos ist in dem Preisvergleich hingegen nicht berücksichtigt.
Brent-Preis kratzt an psychologisch wichtiger Marke
Am Rohstoffmarkt geben die Ölpreise nach, nachdem die Exporte aus dem Nahen Osten zugenommen haben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verbilligt sich um 1,9 Prozent auf 100 Dollar. Das US-Öl WTI notiert bei 89,68 Dollar.
Frankreich wird zum Faktor
Mit leichten Aufschlägen ist der Dax in die neue Börsenwoche gestartet. Damit konnte er den positiven Vorwochenschluss bestätigen, als der deutsche Börsenleitindex 1,2 Prozent auf 25.231 Punkte zugelegt hatte. Gestern stand ein Plus von 0,1 Prozent auf 25.254 Zähler in den Handelsbüchern. Am Umfeld hat sich wenig geändert: Brent notierte weiter über 100 Dollar das Fass, während zehnjährige US-Benchmarkanleihen mit hohen 5,28 Prozent rentierten. Dazu kamen die Sorgen um die finanzielle Stabilität in Frankreich. Letzteres setzte vor allem dem Euro zu.
Frankreich ist auch heute Thema, denn dort wird ein landesweiter Protesttag gegen Lehrermangel, überfüllte Klassen und marode Schulen erwartet. Zu den Demonstrationen haben Schüler- und Studentenverbände aufgerufen, unterstützt von großen Bildungsgewerkschaften, die Lehrkräfte und weiteres Personal zu Streiks aufgefordert haben. Es wird mit Blockaden und Beeinträchtigungen an Hunderten Gymnasien und Universitäten sowie Solidaritätsaktionen anderer Branchen wie dem Energiesektor gerechnet. In den vergangenen Tagen war es bei Schülerprotesten teils zu gewaltsamen Ausschreitungen und Tausenden Festnahmen gekommen.
Daneben stehen heute zudem die Zahlen zu den deutschen Industrieaufträgen und zu den Einzelhandelsumsätzen im Euroraum im August auf der Agenda.
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