DAX bekommt zweite Luft - kleines Plus
Nach stundenlangem Verharren im roten Bereich hat sich der deutsche Aktienmarkt am Nachmittag wieder berappelt. Im Blick der Anleger stand vor allem Großbritannien mit dem Rücktritt von Premierministerin Liz Truss. "Für das Pfund ist der Abgang ein Segen", hieß es bei IG Markets. Allerdings gehe das Regierungschaos im Vereinigten Königreich nun erst einmal noch weiter.
Der DAX gewann 0,2 Prozent und ging mit 12.767 Punkten aus dem Handel, sein Tageshoch lag bei 12.818 Zählern. Der EUROSTOXX50 notierte 0,6 Prozent höher bei 3491 Stellen.
Auf der Branchenseite setzen die Chemietitel ihre Erholung fort. BASF stiegen um 0,9 Prozent, Covestro um 2,2 Prozent und Lanxess um 0,9 Prozent. Auf dem Parkett sprach man von Anschlusskäufen, nachdem die Branche zuletzt vor allem vom starken Gaspreisrückgang profitiert hatte. "Allerdings dürfte der Effekt nun langsam auslaufen", so der Marktteilnehmer. Zum einen sei der mit der Erholung der drei Kurse um 20 Prozent oder mehr seit den Tiefs Ende September eingepreist, zum anderen steige der Gaspreis nun schon wieder.
Bei den Einzelwerten verloren Deutsche Börse nach Zahlen 3,7 Prozent. Einige Anleger dürften sich am Ausblick des Unternehmens stören. Dieser wurde zwar nach starken Zahlen angehoben, die Citigroup fragt sich allerdings, warum die Ziele nicht stärker nach oben genommen worden seien. Entweder sei der Börsenbetreiber übertrieben vorsichtig, oder aber er erwarte möglicherweise einen starken Anstieg der operativen Kosten im vierten Quartal.
Rheinmetall verteuerten sich um 5,7 Prozent. Grund war eine Kaufempfehlung durch die US-Bank Goldman Sachs. Stärkster Wert im MDAX waren K+S mit einem Zugewinn von 6,5 Prozent. Grund waren die sich stark verteuernden Papiere des norwegischen Düngemittelherstellers Yara wegen einer Sonderdividende.
"FraAlliance" soll Service am Frankfurter Airport verbessern
Fraport und die Lufthansa verstärken ihre Zusammenarbeit am Flughafen Frankfurt. Wie der Flughafenbetreiber mitteilte, hat er mit der Airline ein paritätisches Gemeinschaftsunternehmen mit dem Namen "FraAlliance" gegründet. Bei dem Joint Venture geht es um die Verbesserung der Produkt- und Servicequalität am Flughafen Frankfurt, insbesondere eine bessere Zusammenarbeit bei Serviceleistungen am Terminal 1.
"Klassischer Energiesektor ist wieder interessant"
Varta macht Miese
Der schwäbische Batteriehersteller Varta ist in die Verlustzone gerutscht. Im dritten Quartal sei ein Verlust vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) von 2,5 Millionen Euro aufgelaufen, teilte das MDAX-Unternehmen mit. Ein Jahr zuvor hatte noch ein operativer Gewinn von 70,2 Millionen Euro zu Buche gestanden. Grund für die Lage seien sehr hohe Rohstoff- und Energiepreise, die sich vor allem im wachsenden Geschäft mit Haushaltsbatterien niederschlügen, hieß es.
Die Varta-Aktie schlug sich wacker, sie verteuerte sich leicht um 0,2 Prozent.
US-Börsen auf Richtungssuche
Aus Verunsicherung über die künftige Entwicklung der britischen Wirtschaft halten sich Investoren mit Engagements an der Wall Street zurück. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 fielen zur Eröffnung am Donnerstag um bis zu 0,2 Prozent und stiegen danach um bis zu einem Prozent.
Gleichzeitig glichen positive Prognosen von IBM und AT&T die Rückgänge bei Tesla aus und knüpften an die Erfolge von Netflix und Procter & Gamble vom Mittwoch an. Allerdings bleibt es Analysten zufolge weitgehend offen, ob die Gewinnsaison ein Katalysator sein könnte, der den langfristigen Abwärtstrend an den Börsen aufhält.
DIW-Chef erwartet für 2023 und 2024 Insolvenzwelle
Der Ökonom Marcel Fratzscher rechnet wegen des erwarteten anhaltenden Wirtschaftsabschwungs mit einer Welle von Firmeninsolvenzen in den kommenden beiden Jahren. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass über die nächsten zwei Jahre deutlich mehr Unternehmen in die Insolvenz gehen oder ihr Geschäft einstellen müssen", sagte der DIW-Chef der "Augsburger Allgemeinen" vom Donnerstag.
"Viele Unternehmen haben bereits infolge der Corona-Pandemie kaum noch Rücklagen und müssen jetzt zudem einen Einbruch der Nachfrage und höhere Energiepreise stemmen", sagte Fratzscher. Der Spielraum für Wirtschaftshilfen sei dabei derzeit begrenzt.
BMW will bei Produktion auf Wasserstoff setzen
Der Autobauer BMW testet in seinem Werk in Leipzig den Einsatz von Wasserstoff in der Fertigung. Dazu sei ein flexibler Brenner in der Lackiererei in Betrieb genommen worden, der mit Erdgas und Wasserstoff sowie einer Mischung der beiden Energieträger betrieben werden könne, teilte das DAX-Unternehmen mit.
Der Doppelbrenner werde zunächst im Rahmen eines Pilotprojekts zum Einsatz kommen. Autohersteller benötigen Erdgas unter anderem dafür, Öfen zur Lacktrocknung anzuheizen. Wasserstoff spielt bei BMW seit längerem eine größere Rolle als bei anderen deutschen Autoherstellern.
Was die Börse vom Spielcasino unterscheidet
Stehen die Chancen auf schwarz oder rot an der Börse immer auf 50 zu 50? Ist es dort also ähnlich wie beim Roulette? Raimund Brichta spricht mit Matthias Hüppe von der HSBC darüber, was die Börse vom Casino unterscheidet und wie man das fürs eigene Handeln nutzen kann.
US-Jobmarkt bleibt stark
Der US-Arbeitsmarkt zeigt sich überraschend robust. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sank in der vergangenen Woche um 12 000 auf 214 000, wie das Arbeitsministerium mitteilte. Experten hatten mit einem Anstieg auf 233.000 gerechnet.
Damit bleibt das Niveau der Hilfsanträge im längeren Vergleich niedrig. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gelten als kurzfristiger Indikator für die Entwicklung des Arbeitsmarkts.
Aktie der Porsche AG erklimmt neue Höhen
Die Aktien der Porsche AG schlagen sich weiter gut. Am Nachmittag gewann das Papier um bis zu ein Prozent auf 94,32 Euro und markierte neue Höchststände. Möglicherweise gebe es Umschichtungen aus Tesla-Aktien, sagte ein Marktteilnehmer in Frankfurt. Die Aktien des US-Konzerns hatten nachbörslich trotz Rekordzahlen sechs Prozent verloren.
"Pöstchen-Angst" in London - Pfund wird härter
Das Pfund ist nach dem Rücktritt der britischen Premierministerin Liz Truss gegenüber dem Euro auf neue Tageshochs gestiegen. "Gut ist die Entwicklung nicht", so ein Marktteilnehmer. Einen Rücktritt in so einer Krise brauche der Markt nicht. "Da haben die anderen Tories Angst um ihre Pöstchen", sagt ein Marktteilnehmer.
Dow-Gewinn mehr als halbiert, aber Erwartungen übertroffen
Die hohen Energiepreise zehren an den Gewinnen des US-Chemiekonzerns Dow. Der Nettogewinn brach im dritten Quartal auf 739 Millionen Dollar von 1,68 Milliarden vor Jahresfrist ein. Dazu trug auch eine langsamer als erwartete Erholung der Nachfrage bei. Der Umsatz sank um knapp fünf Prozent auf 14,2 Milliarden Dollar.
Trotz des anhaltenden Kosten- und Lieferkettendrucks konnte Dow die Erwartungen von Analysten übertreffen. Aufgrund des schwierigen makroökonomischen Umfelds will der Konzern im kommenden Jahr eine Milliarde Dollar einsparen.
Türkei-Leitzins sinkt stärker als erwartet - Lira wird ganz weich
Die türkische Zentralbank setzt ihre unorthodoxe Geldpolitik fort und senkt ungeachtet einer extrem hohen Inflation ihren Leitzins. Er werde von bislang 12,0 auf nunmehr 10,5 Prozent zurückgenommen, gaben die Währungshüter in Ankara bekannt. Analysten hatten zwar mit einer Senkung gerechnet, allerdings nur auf 11,0 Prozent. Die Notenbank signalisierte zugleich noch eine weitere Senkung.
Die türkische Lira geriet unmittelbar nach Bekanntgabe der Entscheidung erneut unter Abwertungsdruck. Der Kurs fiel auf das Rekordtief von 18,6150 zum US-Dollar.
Große Umkehrformation in Deutscher Börse
Die Aktie der Deutschen Börse ist noch tiefer ins Minus gerutscht. Der Kurs des Konzerns fiel am Nachmittag um vier Prozent auf 156,75 Euro und lag damit am DAX-Ende.
Im Chart nimmt die große obere Umkehrformation nun Konturen an. Zum einen sind mehrere Versuche zum Überwinden des Jahreshochs bei knapp 176 Euro gescheitert. Zum anderen haben sich alle Erholungsversuche in Richtung Nackenlinie im Bereich 163 bis 164 Euro nur als Pull-Backs entpuppt. Damit deutet der Chart aus technischer Sicht auf einen Test der Unterstützung bei 150 Euro hin.
"Wir sind sehr über kommenden Kosten-Tsunami besorgt"
Der Inhaber der Lambertz-Gruppe, Hermann Bühlbecker, rechnet für seinen Konzern mit einer Kostenexplosion. Die zahlreichen Preissteigerungen müssten zum Teil auch an die Kunden weitergegeben werden. Mit einem starken Konsumrückgang bei Backwaren rechnet Bühlbecker nicht.
DAX wieder bei fast 12.700 - Unterstützung bei 12.675
Der DAX hat am frühen Nachmittag nur noch 0,3 Prozent auf 12.698 Punkte verloren. Damit ist er über die Marke von 12.675 zurückgekehrt. Das ist laut Marktanalysten wichtig, weil hier das Ausbruchsniveau der jüngsten Aufwärtsbewegung liegt. "Solange die 12.675 Punkte auf Tagesschlusskursbasis als Unterstützung halten, ist die Bodenbildung intakt", sagt Jochen Stanzl von CMC Markts.
Ein Rutsch darunter würde das technische Bild allerdings wieder verschlechtern. Laut Mußler-Brief könnte der Leitindex dann in Richtung flachen Aufwärtstrend bei 12.060 Punkten fallen.
BMW-Chef hält Verbrenner-Aus für "politisch gefährlich"
BMW-Chef Oliver Zipse sieht das Verbot von Verbrennungsmotoren skeptisch. "Wir wollen nicht, dass Autos aus dem Basissegment verschwinden, das ist politisch gesehen sehr gefährlich", sagt Zipse vor der Ankündigung von Investitionen in Höhe von 1,7 Milliarden Dollar in die Produktion von Elektroautos in den USA. "Wenn der Autobesitz plötzlich nur noch für reiche Leute möglich ist, ist das eine gefährliche Sache." BMW unterstütze ehrgeizige Fahrzeugvorschriften, aber die Festlegung eines festen Datums für das Ende des Verkaufs von Verbrennungsmotoren könnte auch dazu führen, dass die Menschen weiterhin ihre alten Autos fahren - "und das ist nicht das, was wir wollen". US-Präsident Joe Biden will bis 2030 die Hälfte aller verkauften Neufahrzeuge als Elektroautos oder Plug-in-Hybride auf die Straße bringen.
Pfeile an der Wall Street zeigen nach unten
Weiter steigende Anleihezinsen dürften die US-Börsen erneut belasten. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen hat den höchsten Stand seit Ende 2007 erreicht. Anleger fürchten, dass steigende Zinsen in Verbindung mit der hartnäckig hohen Inflation die Wirtschaft abwürgen könnten. Der S&P-Future liegt vorbörslich 0,4 Prozent im Minus, der Nasdaq-Future fällt um 0,7 Prozent.
Daneben muss der Markt einige Konjunkturdaten verarbeiten. Veröffentlicht werden die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe aus der Vorwoche, der Philadelphia-Fed-Index für Oktober, der Index der Frühindikatoren für September und Daten zu den Verkäufen bestehender Häuser, ebenfalls aus dem September.
Morgan Stanley skizziert mittelfristige EZB-Zinspolitik
Ausweislich der Protokolle über die September-Sitzung glaubt die EZB nicht, dass die Rezession ausreichen wird, um die Inflation im Euroraum zu senken, wie die Ökonomen von Morgan Stanley festhalten. Angesichts einer anhaltenden und höheren Kerninflation erwarten die Experten, dass die Notenbank die Zinsen im Oktober um 75 Basispunkte und im Dezember um 50 Basispunkte anheben wird, um bis Ende 2022 ein Niveau zu erreichen, das viele im Rat als nahe der neutralen Rate, also 2,00 Prozent, betrachten könnten.
Danach werde sich das Tempo der Zinserhöhungen verlangsamen, und die EZB werde ihren Zinserhöhungszyklus im März 2023 bei 2,50 Prozent beenden. Zudem geht Morgan Stanley davon aus, dass die EZB bei der Oktober-Sitzung das Problem der inzwischen zu günstigen TLTROs angehen wird, indem sie entweder die TLTRO-Preisformel oder die Vergütungspolitik für Überschussliquidität anpasst.
Tesla-Aktie ist vorbörslich sehr schwach
Ein deutliches Minus droht heute dem Technologiesegment in den USA. Beobachter machen dafür die Tesla-Aktie verantwortlich, die vorbörslich um 5,8 Prozent nach unten rauscht. Der Elektroautohersteller hatte zwar einen Rekordgewinn ausgewiesen, Analysten hatten aber noch mehr erwartet.
DAX verbleibt im Minus - nur geringe Ausschläge
Nur wenig Veränderung an der Frankfurter Börse: Der DAX lag auch am Mittag 0,7 Prozent tiefer bei 12.647 Punkten. Bislang bewegte sich der Leitindex in einer Spanne zwischen 12.629 und 12.696 Stellen. Der EUROSTOXX50 notierte 0,5 Prozent leichter bei 3455 Zählern.
Brudermüller bleibt auf der BASF-Brücke
Der Aufsichtsrat des Chemiekonzerns BASF hat den Vertrag mit Vorstandschef Martin Brudermüller verlängert. Der 61-Jährige bleibe bis nach der Hauptversammlung 2024 im Amt, teilte das DAX-Unternehmen in Ludwigshafen mit. Brudermüller ist seit 2018 BASF-Chef und seit 2006 Mitglied des Vorstands.
Zudem bestellte das Aufsichtsgremium Dirk Elvermann zum neuen Finanzvorstand. Er folge Hans-Ulrich Engel, dessen Mandat mit Ablauf der Hauptversammlung 2023 ende.
Bund-Renditen steigen auf Mehrjahres-Hochs
In Erwartung weiterer EZB-Zinsstraffungen werfen Anleger Staatsanleihen aus ihren Depots. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen stieg im Gegenzug um achteinhalb Basispunkte auf 2,453 Prozent. Damit stand sie so hoch wie seit August 2011 nicht mehr. Die zweijährigen Papiere rentierten so hoch wie seit Ende 2008 nicht mehr und standen bei 2,158 Prozent.
Mercedes ordert Lithium in großem Stil
Mercedes-Benz hat einen Auftrag für die Belieferung mit Lithium mit dem deutsch-kanadischen Start-up Rock Tech Lithium unterzeichnet. Pro Jahr sollen im Schnitt 10.000 Tonnen Lithium geliefert werden, heißt es in der Mitteilung des DAX-Konzerns. Damit könnten die Batteriepartner von Mercedes-Benz künftig direkt mit Lithiumhydroxid beliefert werden.
Der Autobauer will bis Ende des Jahrzehnts - wo immer es die Marktbedingungen zulassen - nur noch vollelektrische Autos verkaufen. Um dieses Ziel zu erreichen, baut Mercedes-Benz mit Partnern weltweit acht Zellfabriken, vier davon in Europa.
Ein Kurssprung in Norwegen zieht K+S mit nach oben
Die geplante Sonderdividende von Yara erfreut die Anleger. Die Aktien des norwegischen Düngemittelherstellers sprangen um 4,6 Prozent nach oben. Das lieferte auch der Aktie des deutschen Konkurrenten K+S Rückenwind, die 3,5 Prozent zulegte und damit im MDAX-Vorderfeld notierte.
Bericht: Streit in der Regierung um China-Einstieg bei Hafenterminal
Zwischen dem Bundeskanzleramt und mehreren Ministerien gibt es nach Medieninformationen Streit um die Genehmigung eines bereits vereinbarten chinesischen Einstiegs bei einem Containerterminal im Hamburger Hafen. "Nach Informationen von NDR und WDR haben alle sechs Ministerien, die an der Investitionsprüfung fachlich beteiligt sind, das Geschäft abgelehnt", berichteten die Sender. "Das Kanzleramt drängt der Recherche zufolge jedoch darauf, dass der Einstieg zustande kommen soll."
Hintergrund ist eine im September 2021 geschlossene Vereinbarung zwischen dem Hamburger Hafenlogistiker HHLA und dem chinesischen Terminalbetreiber Cosco über eine 35-Prozent-Beteiligung der Chinesen am Hamburger HHLA-Terminal Tollerort (CTT). Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums wollte den Bericht nicht kommentieren.
"Der richtige Einstiegszeitpunkt an der Börse ist jetzt"
Berlin an Vattenfalls Fernwärmegeschäft interessiert
Berlin strebt einen größeren Einfluss auf die Gas- und Fernwärmeversorgung in der Stadt an. Der Senat denke darüber nach, sowohl das Berliner Fernwärmegeschäft von Vattenfall als auch Anteile des schwedischen Unternehmens am Berliner Energieversorger Gasag zu erwerben, teilt das Presse- und Informationsamt des Landes mit. Berlin habe sein Interesse an einer gebündelten Übernahme bekundet. Vattenfall hatte Anfang Mai angekündigt, eine strategische Neubewertung seines Berliner Wärmegeschäfts vorzunehmen. Das Land peilt eine Mehrheitsbeteiligung an der Gasag an. Viele Berliner heizen mit Erdgas oder Fernwärme.
Auftrag: Rheinmetall produziert V8-Zylinderkurbelgehäuse
Rheinmetall hat von einem "namhaftem englischen Sportwagenhersteller" einen Auftrag für die Serienproduktion von V8-Zylinderkurbelgehäusen erhalten. Die Business Unit Castings entwickle nun gemeinsam mit dem Hersteller neue, hocheffiziente Zylinderkurbelgehäuse für dessen gesamte V8-Modellpalette. Im Vorfeld war bereits die Gusstechnologie für die Prototypen entwickelt und gefertigt worden. Nun erfolgte der Zuschlag zur Serienproduktion.
Die Fertigung soll Ende 2024 beginnen. Laut Mitteilung ist die Business Unit Castings ein globales Joint Venture von Rheinmetall und Huayu Automotive Systems Co. Ltd. (HASCO), einer Tochtergesellschaft der chinesischen SAIC-Gruppe. Ein Auftragsvolumen nannte Rheinmetall nicht. Die Aktie der Düsseldorfer lag mit plus 3,8 Prozent an der MDAX-Spitze.
Siemens-Rivale meldet Gewinnproblem
Kosten für eine Untersuchung im Zusammenhang mit einem Kraftwerksprojekt in Südafrika haben den Gewinn des Schweizer Elektrotechnikkonzerns und Siemens-Konkurrenten ABB im dritten Quartal geschmälert. Unter dem Strich stand im Zeitraum Juli bis September ein Nettoergebnis von 360 Millionen Dollar, wie das Unternehmen aus Zürich mitteilt. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es noch 652 Millionen Dollar. ABB hatte Ende September für das Kusile-Projekt vorsorglich 325 Millionen Dollar beiseitegelegt.
Im Tagesgeschäft lief es indes rund. Der Umsatz stieg um fünf Prozent auf 7,41 Milliarden Dollar und die operative Gewinnmarge (EBITA) verbesserte sich um 1,5 Prozentpunkte auf 16,6 Prozent. Der Siemens-Konkurrent übertraf damit den eigentlich erst für das kommende Jahr angepeilten Zielwert von mindestens 15 Prozent.
Analysten hatten einer Umfrage von ABB zufolge im Durchschnitt mit einem Gewinn von 444 Millionen Dollar und einer operativen Marge von 15,4 Prozent gerechnet.
Experte: "Musk nimmt den Mund dermaßen voll"
Bei den Tesla-Zahlen finden die Anleger "ein feines Härchen in der Suppe" und dann haut Tesla-Chef Musk auch noch "in die Sahne", meint Jürgen Pieper. Der Autoanalyst vom Bankhaus Metzler schätzt ein, wie es mit Tesla - und der gesamten Autobranche - weitergehen könnte.
Inflationsgespenst tobt - Erzeugerpreise steigen massiv
Die deutschen Hersteller haben ihre Preise im September erneut in Rekordtempo angehoben. Die Erzeugerpreise legten wegen teurer Energie wie schon im August um durchschnittlich 45,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. "Somit wurden im August und September 2022 die höchsten Anstiege der Erzeugerpreise gegenüber einem Vorjahresmonat seit Beginn der Erhebung im Jahr 1949 gemessen", hieß es. Ökonomen hatten mit einem leichten Rückgang auf 44,7 Prozent gerechnet.
Verglichen mit dem Vormonat legten die Erzeugerpreise um 2,3 Prozent zu und damit deutlich langsamer als im August, als mit 7,9 Prozent der bislang größte Preissprung binnen eines Monats ermittelt worden war. Die Produzentenpreise gelten als Vorläufer für die Entwicklung der allgemeinen Inflation.
Minus in Japan - leichtes Plus in China
Die Angst der Anleger vor einer drohenden Rezession hat die asiatischen Börsen belastet. In Tokio fiel der Nikkei um 0,9 Prozent auf 27.006 Punkte. Der breiter gefasste Topix sank um 0,5 Prozent. Technologiewerte zählten zu den größten Verlierern. Aktien von Tokyo Electron fielen um 2,3 Prozent.
Die Börse in Shanghai holte hingegen anfängliche Verluste auf und notierte leicht im Plus. Medienberichte schürten Hoffnungen auf gelockerte Covid-Quarantäne-Regeln. Peking erwäge eine Verkürzung der Isolationspflicht auf sieben von bisher zehn Tagen, berichtete Bloomberg. An den restlichen asiatischen Börsen dominierte die Furcht vor straffen Zinserhöhungen und deren Folgen für das globale Wirtschaftswachstum.
DAX taucht erst einmal ab
An der Frankfurter Börse dominiert zu Handelsbeginn die rote Farbe. Der DAX verlor in den ersten Minuten 0,7 Prozent auf 12.647 Punkte. MDAX, SDAX und TECDAX gaben zwischen 0,3 und 0,5 Prozent nach.
Die Bärenmarktrally, die den DAX innerhalb von vier Handelstagen um gut 900 Punkte in die Höhe getrieben hat, scheint zunächst zu Ende zu sein. Auch erneut steigende Zinsen liefern Gegenwind für höhere Bewertungen bei den Aktien.
Trotz Musks großer Reden: Tesla überzeugt Anleger nicht
Tesla verdient weiter glänzend, aber trotz Rekordumsatzes reagieren die Anleger verhalten. Bei der Präsentation der Zahlen schwingt Tesla-Chef Elon Musk große Reden: Der E-Auto-Vorreiter sei auf Kurs, Apple und Saudi Aramco als wertvollste Konzerne der Welt zu überholen.
Nokia verfehlt Erwartungen
Der finnische Telekommunikationsausrüster Nokia hat im dritten Quartal dank der Nachfrage nach 5G-Technologie mehr verdient, dabei aber die Analystenschätzungen verfehlt. Der Betriebsgewinn stieg auf 658 (Vorjahr: 633) Millionen Euro, wie Nokia mitteilt. Analysten hatten indes mit 690,6 Millionen Euro gerechnet. Der Nettoumsatz legte um sechs Prozent auf 6,24 Milliarden Euro zu und übertraf damit die Expertenschätzungen von 6,06 Milliarden.
Bei Ericsson bleibt weniger hängen
Steigende Kosten machen dem schwedischen Telekomausrüster Ericsson zu schaffen. Der bereinigte operative Gewinn sank im dritten Quartal auf 7,1 Milliarden Kronen - rund 648 Millionen Euro - von 8,8 Milliarden Kronen vor Jahresfrist, wie der Konzern mitteilt. Analysten hatten mit 8,73 Milliarden Kronen mehr erwartet. Der Umsatz legte derweil auf 68 Milliarden von 56,3 Milliarden Kronen im Vorjahr zu.
Diese Schwergewichte stürzten nachbörslich ab
Nach der Vorlage von Quartalszahlen ist es für die Titel von Tesla und Alcoa deutlich abwärts gegangen: Tesla-Papiere stürzten um 6,3 Prozent ab. Der Elektroautohersteller hat wegen Änderungen an seiner Lieferstruktur die Absatzerwartungen für das laufende Jahr gebremst. Sorgen um eine schwächelnde Nachfrage angesichts der drohenden Rezession wischte Konzernchef Elon Musk jedoch beiseite. Im dritten Quartal erzielte Tesla zwar fast einen Rekordgewinn, verfehlte aber die Umsatzerwartungen.
Alcoa brachen 8,9 Prozent ein. Der Aluminiumkonzern meldete für das dritte Quartal einen Verlust von 746 Millionen Dollar, nachdem er im gleichen Zeitraum des Vorjahres noch einen Gewinn von 337 Millionen geschrieben hatte. Alcoa verzeichnete einen Nettoverlust von 4,17 Dollar je Aktie. Der um einmalige Kosten bereinigte Verlust belief sich auf 33 Cent pro Aktie. Die Ergebnisse verfehlten die Markterwartungen, die von einem Gewinn von 8 Cents pro Aktie ausgegangen waren. Auch der Umsatz verfehlte die Marktschätzungen.
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HSI auf tiefstem Stand seit 2009
An den asiatischen Aktienbörsen geht es im späten Geschäft auf breiter Front talwärts. Bereits an der Wall Street hatten heftig gestiegene Rentenrenditen die Aktienmärkte belastet - ein Bild, welches sich nun in Asien wiederholt. Händler sprechen von der bekannten Furcht der Anleger vor einer drohenden Rezession gepaart mit steigenden Marktzinsen und der Erwartung weiter anziehender Leitzinsen durch die Notenbanken und hier zuvorderst der Federal Reserve in den USA. Der Konjunkturbericht Beige Book der Fed lieferte kaum Argumente gegen das Anziehen der geldpolitischen Zügel, wenngleich sich die Unternehmen pessimistischer zeigten. In den USA war die zehnjährige Benchmarkrendite auf ein 14-Jahreshoch geklettert. Steigende Marktzinsen bremsten die Risikoneigung, heißt es im Handel mit Blick auf die Kursverluste bei Aktien.
Der gegenüber den meisten asiatischen Währungen steigende Dollar manifestiert die Erwartung zulegender US-Zinsen. Besonders deutlich wird dies in Japan, wo die Notenbank an ihrer lockeren Geldpolitik festhält und die divergierende Zinspolitik den Yen auf das nächste 32-Jahres-Tief drückt. Aktuell steht der US-Dollar kurz vor der psychologisch wichtigen 150-Yen-Marke. Der Nikkei-225 baut seine Abgaben auf nun 1,1 Prozent aus - belastet von Elektroniktiteln. Die exportlastigen Branchenunternehmen leiden unter Rezessionssorgen und den steigenden Zinsen in den Absatzländern. Banken- und Versicherungswerte halten sich besser, sie profitieren tendenziell von anziehenden Marktzinsen.
An den chinesischen Börsen hält die Talfahrt der vergangenen Tage an, wobei der HSI in Hongkong mit einem Minus von 2,4 Prozent auf den tiefsten Stand im Verlauf seit 2009 abstürzt. In der Sonderwirtschaftszone sind es sehr schwache Technologietitel, die drücken. Sie leiden besonders unter steigenden Marktzinsen wegen eines hohen Fremdfinanzierungsanteils. Baidu stürzen um 9,3 und Meituan um 6,2 Prozent ab - Alibaba verlieren 5,5 Prozent auf den niedrigsten Stand seit ihrem Börsengang in Hongkong. Fosun International steigen um 2,3 Prozent, das Unternehmen will sich von Nanjing Nangang Iron & Steel United trennen. Nach einem Verlustausweis verlieren die Kasinoaktien von Sands China 6,3 Prozent. Im chinesischen Kernland halten sich die Abgaben in Grenzen, der Schanghai-Composite zeigt sich etwas leichter - gedrückt von Automobil- und Batteriewerten. Der Sektor wird von schwachen Tesla-Zahlen belastet.
DAX hält die Stellung
Der DAX wird Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge kaum verändert starten. Aktuell wird der deutsche Börsenleitindex mit Kursen um 12.730 Zähler taxiert, was einem minimalen Abschlag von knapp 0,1 Prozent entspricht.
Am Mittwoch hatte er 0,2 Prozent im Minus bei 12.741,41 Punkten geschlossen. Anleger werden ihre Aufmerksamkeit vor allem auf die aus dem Ausland anstehenden Firmenbilanzen richten. Unter anderem legen L'Oreal und der US-Konzern Dow vor. Am Mittwochabend hatte die Deutsche Börse dank der höheren Marktvolatilität und des Anstiegs im Handel mit Gasprodukten die Prognosen der Analysten übertroffen. Bei den Wirtschaftsindikatoren warten Börsianer auf die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe, die Hinweise auf eine mögliche Lockerung der Geldpolitik liefern könnte. Wichtig werden auch die Verkäufe bestehender Häuser, nachdem am Mittwoch ein deutlicher Rückgang der Baubeginne im September - ein Zeichen, dass die US-Wirtschaft an Schwung verliert - zu einem Ausverkauf von zehnjährigen US-Staatsanleihen geführt hatte.
"Big Blue" mit Milliardenverlust
Knapp sechs Milliarden Dollar schwere Pensionsrückstellungen brocken IBM einen überraschenden Quartalsverlust ein. Das Minus belaufe sich auf 3,2 Milliarden Dollar, teilt das IT- und Softwarehaus mit. Im Vorquartal hatte es noch einen Gewinn von 1,13 Milliarden Dollar gemacht. Der Umsatz übertraf mit 14,12 Milliarden Dollar die Analystenprognosen allerdings.
Vor diesem Hintergrund und dank eines robusten Cloud-Geschäfts stellte das Unternehmen allerdings für das Gesamtjahr ein Wachstum über den bisherigen Zielen in Aussicht. Die Einnahmen dieser Sparte wuchsen um überdurchschnittliche elf Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar. IBM-Aktien stiegen daraufhin im nachbörslichen US-Geschäft um sechs Prozent.
Wie der Konkurrenz macht IBM die Aufwertung des Dollar zu schaffen. Im abgelaufenen Quartal belasteten Wechselkurs-Effekte das Ergebnis den Angaben zufolge mit 1,1 Milliarden Dollar. Im Gesamtjahr werde die Aufwertung der Weltleitwährung die Umsätze um sieben statt wie bislang gedacht sechs Prozent beeinträchtigen. Während das US-Geschäft gut laufe, schwächele das Geschäft wegen der Konjunkturabkühlung in einigen Regionen wie Westeuropa, sagte IBM-Finanzchef James Kavanaugh.
Tesla verfehlt Erwartungen
Der US-Autobauer Tesla hat die Umsatz-Erwartungen der Experten verpasst und seine Aktie damit auf Talfahrt geschickt. Für das dritte Quartal gab der E-Autobauer einen Umsatz von 21,45 Milliarden Dollar bekannt. Analysten hatten dagegen im Schnitt mit fast 22 Milliarden Dollar Umsatz gerechnet. Die Tesla-Aktie gab im nachbörslichen Handel zunächst sieben Prozent nach. Seit einem Rekordhoch im November haben die Papiere grob die Hälfte an Wert verloren.
Von Juni bis September lieferte der größte Elektroautobauer der Welt zwar 343.830 Autos aus - eigentlich ein neuer Rekord, wie Anfang Oktober bekannt wurde. Allerdings blieb Tesla damit unter den Erwartungen. Der US-Konzern verwies auf gestiegene Logistikkosten sowie Schwierigkeiten, den Transport von Fahrzeugen zu organisieren. Der Abschwung der Wirtschaft wird nach Einschätzung von Analysten nicht spurlos an dem an der Börse am höchsten bewerteten Autobauer der Welt vorbeigehen. Anzeichen dafür seien kostenträchtige Lagerbestände - ein Novum für den Elektroautopionier, der bislang immer weniger Autos produzierte als er verkaufen konnte.
Rezessionsgespenst kehrt an Asien-Börsen zurück
Die Angst vor einer drohenden Rezession dämpft die Risikobereitschaft der Anleger in Asien. Aus dem "Beige Book", dem Konjunkturbericht der Fed, geht jedoch hervor, dass sich die Lage in einigen Geschäftsbereichen entspannt hat, die Unternehmen aber weiterhin einen hohen Preisdruck verspüren. Der zugrunde liegende Inflationsdruck habe wahrscheinlich noch nicht seinen Höhepunkt erreicht, erklärte der Präsident der Fed von Minneapolis, Neel Kashkari. Es wird allgemein erwartet, dass die US-Notenbank Fed auf ihrer Novembersitzung die Zinsen zum vierten Mal in Folge um 75 Basispunkte anheben wird.
Der Nikkei-Index liegt im Verlauf 1,1 Prozent tiefer bei 26.954 Punkten. Der breiter gefasste Topix gibt 0,6 Prozent auf 1893 Zähler nach. Der Shanghai Composite verliert 0,3 Prozent. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen büßt 0,6 Prozent ein.
US-Wirtschaftsausblick verdüstert sich
In den USA ist die Wirtschaft der Notenbank Federal Reserve (Fed) zufolge zuletzt insgesamt leicht gewachsen. Die Bedingungen seien jedoch unterschiedlich in den Branchen und Bezirken gewesen, teilte die US-Notenbank in ihrem veröffentlichten Konjunkturbericht "Beige Book" mit. In einigen Regionen habe es einen Stillstand gegeben, in anderen sogar einen Rückgang. Der Ausblick habe sich verdüstert, hieß es weiter in dem Bericht, der auf Wirtschaftskontakten aus den Regionen fußt. Die Befragten machten sich zunehmend Sorgen, weil die Nachfrage zurückgehe. Der Preisdruck sei insgesamt hoch geblieben, in etlichen Bezirken sei es jedoch zu einem leichten Rückgang gekommen.
Die US-Wirtschaft hatte im ersten Halbjahr im Zuge der Energiekrise und der anhaltenden Lieferengpässe den Rückwärtsgang eingelegt. Für die nächste Woche anstehenden Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal erwarten von Reuters befragte Experten die Rückkehr in die Wachstumsspur: Sie rechnen mit einem Plus von aufs Jahr hochgerechnet 2,0 Prozent, nachdem es im Frühjahr um 0,6 Prozent bergab gegangen war.
Zugleich sieht sich die Fed mit einer hohen Teuerungsrate von zuletzt 8,2 Prozent konfrontiert. Sie treibt den Leitzins seit Monaten in großen Schritten nach oben, um die Inflation einzudämmen. Dies hat an den Märkten die Sorge ausgelöst, ein zu aggressiver geldpolitischer Kurs könne die Wirtschaft abwürgen. Der Leitzins liegt derzeit in einer Spanne von 3,00 bis 3,25 Prozent. Anfang November dürfte ein weiterer Jumbo-Schritt der Fed nach oben im Umfang von 0,75 Prozentpunkten folgen.
Das ist los im frühen Devisengeschäft
Im asiatischen Devisenhandel bleibt der Dollar fast unverändert bei 149,91 Yen und legt 0,2 Prozent auf 7,2421 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er 0,2 Prozent höher bei 1,0060 Franken. Parallel dazu fällt der Euro 0,1 Prozent auf 0,9758 Dollar und notiert kaum verändert bei 0,9816 Franken. Das Pfund Sterling verliert 0,2 Prozent auf 1,1196 Dollar.
Euro / Dollar o
Ist die Bärenmarkt-Rally zurück? Das wird für den DAX heute wichtig
Der DAX hat zur Wochenmitte seine Aufwärtsbewegung zunächst beendet. Nach knapp 1000 Punkten binnen weniger Handelstage verlor der deutsche Börsenleitindex 0,2 Prozent auf 12.741 Zähler. Hauptverantwortlich dafür waren aber nicht in erster Linie die Rekord-Inflation in der Eurozone und damit einhergehende Zinssorgen und Rezessionsängste, sondern der Kurseinbruch des Indexwerts Sartorius, der fast 18,5 Prozent nach der Vorlage von Quartalszahlen einbüßte. Auch zum Start in das Donnerstagsgeschäft drohen dem DAX leichte Abschläge: Aktuell wird er mit Kursen um 12.690 Punkte taxiert.
Nach der hohen Euroraum-Inflation gehen Marktteilnehmer von einem "großen Zinsschritt" der Europäischen Zentralbank (EZB) in der kommenden Woche aus: Es gehe um mindestens 75 Basispunkte, heißt es. Rückschlüsse auf das US-Zinserhöhungstempo erhoffen sich Börsianer von den heutigen US-Frühindikatoren. Hier sagen Experten für September ein Minus von 0,3 Prozent voraus.
Auch in Deutschland stehen die Frühindikatoren auf dem Programm. Wichtiger dürften für Anleger aber die Erzeugerpreise sein, die ebenfalls schon am frühen Morgen vorbörslich veröffentlicht werden. Es folgen Daten zum französischen Geschäftsklima sowie zur Leistungsbilanz der EZB. Am Nachmittag gibt es aus den USA noch Zahlen zu den Verkäufen bestehender Häuser. Daneben werden der Philadelphia-Fed-Index sowie die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe bekannt gegeben.
Die Berichtssaison lässt sowohl diesseits als auch jenseits des Atlantiks aufhorchen: So werden etwa Nokia, Akzo Nobel, Ericsson, Volvo, Hermes und Pernod-Ricard Zahlen vorlegen. Die Munich Re lädt zu einem virtuellen Medientag. In den USA geben am Mittag AT&T, American Airlines und Philip Morris Einblicke in ihre Geschäftsentwicklungen. Nach Börsenschluss hierzulande öffnen Kering, L'Oreal und Vivendi ihre Bücher.