Der Börsen-Tag
30. April 2026
imageHeute mit Thomas Badtke und Wolfram Neidhard
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08:58 Uhr

Ölpreis knackt 125-Dollar-Marke

Am Rohstoffmarkt klettern die Ölpreise weiter. So verteuert sich etwa die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um mehr als 5 Prozent auf 125,60 Dollar je Barrel (159 Liter) - ein Vierjahreshoch. Das US-Öl WTI notiert 2,1 Prozent fester bei 109,17 Dollar. Händler verweisen auf Sorgen, dass die Straße von Hormuz möglicherweise nicht zeitnah wieder öffnen könnte.

Ölpreis knackt 125-Dollar-Marke
08:40 Uhr

Tech-Schwergewicht droht Arbeitskampf

Negative Vorzeichen dominieren an den Börsen in Ostasien und Australien. Auf der Stimmung lastet zum einen der weiter gestiegene Ölpreis. Zum anderen haben die am späten Mittwoch veröffentlichten Geschäftszahlen großer US-Technologieunternehmen, nahmentlich Amazon, Alphabet, Meta und Microsoft, nicht in allen Punkten überzeugt. Die US-Notenbank ließ derweil ihren Leitzins wie weithin erwartet unverändert. Am Donnerstag stehen Zinsentscheidungen der Bank of England und der Europäischen Zentralbank auf der Agenda.

In Tokio fällt der Topix um 1,8 Prozent. In Seoul gibt der Kospi um 0,9 Prozent nach. An der Börse in Hongkong liegt der Hang-Seng-Index 1,2 Prozent im Minus. Besser hält sich die Börse in Shanghai, wo der Composite-Index gut behauptet tendiert, nachdem der offizielle Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im April besser als erwartet ausgefallen ist. Der Index sank zwar auf 50,3 Punkte von 50,4 im März, Volkswirte hatten aber einen Rückgang auf 50,1 erwartet.

Unter den Einzelwerten brechen in Tokio Fujitsu um fast 14 Prozent ein. Das Software- und IT-Unternehmen hatte mit seiner Umsatz- und Gewinnprognose die Erwartungen des Markts verfehlt. Der südkoreanische Chipkonzern Samsung Electronics hat dagegen den Gewinn im ersten Quartal fast versechsfacht dank einer hohen Nachfrage nach KI-Chips. Umsatz und Gewinn erreichten Rekordniveaus. Allerdings sieht sich das Unternehmen mit einem Tarifstreit konfrontiert. Die Gewerkschaften fordern, dass Samsung 15 Prozent seines operativen Jahresgewinns als Boni an die Mitarbeiter auszahlt. Andernfalls droht ein Streik vom 21. Mai bis zum 7. Juni. Die Aktie des Indexschwergewichts fällt um 1,6 Prozent.

Tech-Schwergewicht droht Arbeitskampf
08:22 Uhr

Ungebremst – seitwärts

Ungebremst seitwärts dürfte es auch heute an Europas Börsen gehen. Die Vorlagen aus Asien sind eher zurückhaltend, die guten Geschäftszahlen der US-Automobil- und -Technologie-Unternehmen nutzen hierzulande nichts. Die Märkte warten auf die EZB und Bank of England, vor allem aber auf deren Aussagen zur weiteren Belastung durch die Ölpreis-Inflation. Hier könnte sich die Lage verschlimmern, die USA stießen erneute Drohungen in Richtung Iran aus und trieben den Brent-Ölpreis in der Nacht über 120 Dollar - auf das höchste Niveau seit Ausbruch des Krieges. Die wichtigsten Daten des Tages sind daher die Inflation aus Europa und den USA (PCE-Index). Denn von diesen Daten wird es in Zukunft noch weiter nach oben gehen.

Ungebremst – seitwärts
08:05 Uhr

Herber Gewinneinbruch bei Volkswagen

Volkswagen hat zu Jahresauftakt einen Gewinnrückgang verbucht. Der Betriebsgewinn schrumpfte um 14,3 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro, wie Europas größter Autobauer mitteilte. Die Gewinnmarge verringerte sich um 0,4 Prozentpunkte auf 3,3 Prozent. Unter dem Strich fiel der Gewinn um 28,4 Prozent auf knapp 1,6 Milliarden Euro. Der Umsatz sank um zwei Prozent auf 75,7 Milliarden Euro. Die Prognose für das Gesamtjahr bestätigte VW. Analysten hatten im Schnitt mit einem Umsatz von 77,6 Milliarden Euro und einem Nettogewinn von 1,732 Milliarden Euro gerechnet.

Herber Gewinneinbruch bei Volkswagen
07:53 Uhr

Rivale sticht Microsoft bei Cloud-Wachstum aus 

Der wachsende Bedarf an Rechenleistung für Künstliche Intelligenz (KI) gibt Microsoft zusätzlichen Rückenwind. "Wir haben bei Umsatz, Betriebsergebnis und Gewinn pro Aktie die Erwartungen übertroffen", sagte die Finanzchefin des Softwarekonzerns, Amy Hood. Gleichzeitig fiel der Anstieg der Investitionen geringer aus als angenommen.

Das US-Unternehmen steigerte die Cloud-Erlöse im abgelaufenen Quartal um 40 Prozent, nach einem Plus von 39 Prozent im vorangegangenen Berichtszeitraum. Dies lag im Rahmen der Analystenprognosen. Bei der Alphabet-Tochter Google wuchs dieser Geschäftsbereich jedoch um 63 Prozent. Microsoft-Aktien gaben daher im nachbörslichen Handel an der Wall Street knapp zwei Prozent nach.

Microsofts Konzernerlöse kletterten weiteren Angaben zufolge währungsbereinigt um 15 Prozent auf 82,9 Milliarden Dollar und der bereinigte Gewinn um 18 Prozent auf 4,27 Dollar je Aktie. Diese beiden Kennziffern übertrafen die Schätzungen. Die Investitionen erhöhten sich in den vergangenen drei Monaten um etwa die Hälfte, blieben mit 31,9 Milliarden Dollar jedoch drei Milliarden Dollar unter den Markterwartungen.

Rivale sticht Microsoft bei Cloud-Wachstum aus 
07:38 Uhr

Amazon mit viel Licht – und einem Schatten

Ein wachsender Bedarf an KI-Anwendungen hat Amazon zu einem überraschend deutlichen Wachstum verholfen. Die Cloud-Tochter Amazon Web Services (AWS) habe ihren Umsatz im ersten Quartal um 25 Prozent auf 37,6 Milliarden Dollar gesteigert, sagte der Chef des Online-Händlers, Andy Jassy. Dies sei der stärkste Zuwachs seit 15 Quartalen.

Die Konzernerlöse wuchsen weiteren Angaben zufolge um 17 Prozent auf 181,5 Milliarden Dollar. Der operative Gewinn habe um fast 30 Prozent auf 23,9 Milliarden Dollar zugelegt. Die Aktien von Amazon fielen im nachbörslichen Handel an der Wall Street dennoch um zwei Prozent. Anleger reagierten enttäuscht auf den Gewinnausblick für das laufende Quartal. Der US-Konzern prognostizierte ein Betriebsergebnis zwischen 20 und 24 Milliarden Dollar. Der Mittelwert von 22 Milliarden Dollar liegt unter den bisherigen Markterwartungen.

Amazon mit viel Licht – und einem Schatten
07:26 Uhr

DHL spart gegen Krise an

DHL stemmt sich gegen die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs. Der Logistikriese steigerte im ersten Quartal den operativen Gewinn (Ebit) durch sein Sparprogramm und Preiserhöhungen um 8,3 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro, wie er mitteilte. Beim Umsatz machten den Bonnern negative Währungseffekte zu schaffen - er schrumpfte um 1,9 Prozent auf 20,4 Milliarden Euro. Bereinigt um diese Effekte legte er indes um zwei Prozent zu. Analysten hatten im Mittel mit einem Umsatz von 20,7 Milliarden Euro und einem operativen Gewinn von 1,38 Milliarden Euro gerechnet.

Die Prognose für 2026 bekräftigte der Konzern."Nach den ersten drei Monaten sind wir auf einem guten Weg, unsere Jahresziele zu erreichen", sagte Konzernchef Tobias Meyer. "Trotz blockierter Seewege und gesperrter Lufträume halten wir die Lieferketten unserer Kunden am Laufen." DHL erwartet im laufenden Jahr damit weiter unter anderem ein operatives Ergebnis von über 6,2 Milliarden Euro.

DHL spart gegen Krise an
07:10 Uhr

Tokioter Börse schwach - Seoul auf Rekordstand

Die asiatischen Börsen tendieren uneinheitlich, während Technologiewerte von positiven Quartalszahlen großer US-Konzerne profitieren. In Tokio gibt der Nikkei-Index 1,0 Prozent auf 59.304,62 Punkte nach und der breiter gefasste Topix notiert 1,5 Prozent niedriger bei 3714,92 Zählern. Der Shanghai Composite bleibt fast unverändert bei 4106,86 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen steigt 0,2 Prozent auf 4803,35 Punkte.

Südkoreas Kospi erreicht ein Rekordhoch, nachdem Samsung Electronics einen achtfachen Anstieg seines Betriebsgewinns gemeldet hat. Der Konzern verweist auf die robuste Nachfrage nach KI-Chips.

Tokioter Börse schwach - Seoul auf Rekordstand
06:53 Uhr

Starke Meta-Zahlen – schwache Aktie

Robuste Werbeeinnahmen haben Meta zu einem Umsatz- und Gewinnsprung verholfen. Zugleich hob die Facebook-Mutter ihre Investitionsziele erneut an. Der US-Konzern will im laufenden Jahr 125 bis 145 Milliarden Dollar für die Weiterentwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) und den Bau von Rechenzentren ausgeben. Bislang hatte er Ausgaben zwischen 115 und 135 Milliarden Dollar prognostiziert. Zudem warnte das Unternehmen vor Einbußen im Zusammenhang mit verschärften Jugendschutz-Vorschriften und anhängigen US-Prozessen. Meta-Aktien fielen daraufhin im nachbörslichen Handel an der Wall Street um fünf Prozent.

Das Unternehmen steigerte seine Erlöse im ersten Quartal um ein Drittel auf 56,31 Milliarden Dollar. Der Gewinn wuchs fast doppelt so stark auf 10,44 Dollar je Aktie. Die Zahl der täglich aktiven Nutzer von Plattformen wie Instagram und WhatsApp kletterte um vier Prozent auf 3,56 Milliarden.

Starke Meta-Zahlen – schwache Aktie
06:35 Uhr

Und immer wieder der Yen …

Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar geringfügig auf 160,33 Yen und legt leicht auf 6,8387 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er etwas schwächer bei 0,7917 Franken. Parallel dazu fällt der Euro um 0,1 Prozent auf 1,1664 Dollar und zieht leicht auf 0,9234 Franken an. Der Yen hat seit Kriegsbeginn am 28. Februar mehr als zwei Prozent verloren. Anleger haben die größte Short-Position seit fast zwei Jahren aufgebaut.

Und immer wieder der Yen …
06:19 Uhr

Alphabet-Zahlen überzeugen Anleger

Ein überraschend kräftiges Wachstum der wichtigen Cloud-Sparte hat Alphabet zu einem Quartalsergebnis über Markterwartungen verholfen. "Das Jahr 2026 hat hervorragend begonnen", sagte der Chef des Internetkonzerns, Sundar Pichai. "Unsere Investitionen in KI beflügeln jeden Bereich unseres Unternehmens." Die Cloud-Erlöse stiegen den Angaben zufolge um 63 Prozent auf rund 20 Milliarden Dollar. Der Konzernumsatz legte währungsbereinigt um 19 Prozent auf 109,90 Milliarden Dollar zu und der Gewinn verdoppelte sich nahezu auf 5,11 Dollar je Aktie. Anteilsscheine der Google-Mutter Alphabet verteuerten sich daraufhin im nachbörslichen Handel an der Wall Street um vier Prozent.

Alphabet-Zahlen überzeugen Anleger
05:59 Uhr

Von iD bis iPhone – und dann noch die Zinsen

Die Dax-Verlustserie reißt nicht ab. Auch zur Wochenmitte sind die Kurse gefallen, sodass der deutsche Börsenleitindex mit 23.955 Punkten und damit unter der 24.000er-Marke geschlossen hat. Das Tagesminus betrug 0,3 Prozent. Ein Belastungsfaktor: Verluste an der Wall Street.

Indes hält die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) an ihrem bisherigen Zinskurs fest. Sie entschied, den Leitzins in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent zu belassen. Der Iran-Krieg hat die Inflation in den USA angeheizt, womit Zinssenkungen vorerst als unwahrscheinlich gelten.

Heute liegt der Investorenfokus auf London und Frankfurt am Main – und damit auf der Bank of England (BOE) und der EZB. Dabei steckt die Europäische Zentralbank ihren Zinskurs vor dem Hintergrund steigender Inflationsgefahr infolge des Iran-Krieges ab. An den Finanzmärkten wird für die EZB-Ratssitzung eine weitere geldpolitische Pause erwartet. Der Leitzins dürfte somit bei 2,0 Prozent verharren. Wenige Stunden vor dem Zinsentscheid kommen die aktuellen Inflationsdaten aus dem Euroraum herein: Experten rechnen für April mit einem Anstieg der Teuerungsrate auf 2,9 Prozent. Die Blicke richten sich dann auf den Auftritt von EZB-Chefin Christine Lagarde vor der Presse nach dem Ratstreffen. Sie hat immer wieder die Handlungsbereitschaft der Notenbank betont. Ein Zinsschritt nach oben auf der übernächsten Sitzung im Juni gilt an den Märkten als Option.

Unternehmensseitig bleibt die Berichtssaison das bestimmende Thema – etwa bei Volkswagen Die US-Zölle, die Krise in China und der schwächelnde Automarkt in Europa machen Europas größtem Autobauer zu schaffen. Analysten rechnen im Schnitt damit, dass der Umsatz mit 77,6 Milliarden Euro leicht über dem Vorjahresniveau liegt, der Nettogewinn dagegen mit 1,7 Milliarden Euro um gut fünf Prozent niedriger. Volkswagen-Chef Oliver Blume hat zuletzt weitere Sparanstrengungen gefordert und will unter anderem die Kapazitäten in den europäischen Werken reduzieren.

Nach US-Börsenschluss öffnet dann Apple noch die Bücher. Dank des Verkaufserfolgs der aktuellen iPhone-Generation erwarten Anleger ermutigende Geschäftszahlen des Elektronikkonzerns. Zudem hoffen sie auf Hinweise über die Unternehmensstrategie unter dem designierten Konzernchef John Ternus. Seine größte Herausforderung ist die umfassendere Integration von KI-Funktionen. Dort gilt Apple bislang als Nachzügler.

Die komplette Wirtschaftsterminübersicht für diese Woche finden Sie hier.

Von iD bis iPhone – und dann noch die Zinsen