Dax geht deutlich gestärkt in den Mai
Unterstützt von fallenden Ölpreisen hat der deutsche Aktienmarkt am Nachmittag eine Kehrtwende vollzogen und sich deutlich ins Plus gearbeitet. Kurz nach der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank ging es mit dem Dax deutlich nach oben. Der EZB-Rat beließ den Einlagensatz wie erwartet bei 2,00 Prozent.
An diesem konjunktur- und unternehmensmäßig zahlenreichen Tag ging der Dax 1,4 Prozent stärker mit 24.292 Punkten ins verlängerte Wochenende. Der EuroStoxx50 notierte 0,9 Prozent höher bei 5870 Stellen.
DHL Group (ehemals Deutsche Post) stiegen um 7,5 Prozent. Der Bonner Logistikkonzern steigerte im ersten Quartal den operativen Gewinn (Ebit) durch sein Sparprogramm und Preiserhöhungen um 8,3 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Für MTU ging es nach Zuwächsen zum Jahresauftakt um 2,8 Prozent bergauf.
Im Dax verstimmte ein Gewinnrückgang zum Jahresauftakt zunächst die Volkswagen-Anleger. Die Titel von Europas größtem Autobauer rutschten zeitweise um 3,3 Prozent ab. Am Nachmittag drehten die Papiere ins Plus und lagen zu Handelsschluss 0,9 Prozent höher.
Feiertagsbedingt gibt es den nächsten Börsen-Tag am Montag, dem 4. Mai 2026.
Sind Cybersecurity-Aktien die wahren KI-Profiteure?
Künstliche Intelligenz verändert die Softwarebranche grundlegend: das Programmieren geht automatisiert immer schneller, gleichzeitig erhöht sich aber der Bedarf an passenden Sicherheitslösungen. Wo sich daraus neue Chancen ergeben, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Nicolas Sauren von Feingold Research.
Bitcoin hat derzeit einen schweren Stand
Bitcoin steigt leicht, bleibt aber in einer relativ engen Handelsspanne, da die Unsicherheit über den Iran-Krieg die Gewinne begrenzt. Die Kryptowährung hatte am Mittwoch laut Daten von LSEG ein Ein-Wochen-Tief von 74.962 US-Dollar erreicht, nachdem die US-Notenbank die Zinsen unverändert gelassen hatte und ein Medienbericht aufkam, wonach die USA neue Angriffe auf den Iran erwägen. Zuletzt notiert Bitcoin 0,9 Prozent höher bei 76.304 US-Dollar. Allerdings werde er weiterhin unter 80.000 US-Dollar gehandelt, schreibt David Morrison von Trade Nation in einem Kommentar. Es sei noch zu früh zu sagen, ob 80.000 US-Dollar nach der jüngsten starken Rally einen Höchststand für Bitcoin markieren oder ob die Händler auf eine Gelegenheit warten, ihn wieder über dieses Niveau zu treiben, so Morrison.
Eli Lilly punktet mit Abnehmmitteln - große Hoffnung auf ein Medikament
Der US-Pharmakonzern Eli Lilly hat dank der hohen Nachfrage nach seinen Abnehm- und Diabetesmedikamenten Zepbound und Mounjaro die Gewinnprognose nach einem starken Auftaktquartal für das Gesamtjahr angehoben. "Das Jahr 2026 hat vielversprechend begonnen", erklärte Konzernchef David Ricks. Für das laufende Jahr rechne er nun mit einem bereinigten Gewinn von 35,50 bis 37,00 Dollar je Aktie. Zuvor hatte er 33,50 bis 35,00 Dollar je Aktie in Aussicht gestellt. Vor allem von dem kürzlich auf den Markt gebrachten oralen Medikament gegen Fettleibigkeit, Foundayo, verspricht sich Ricks weiteres Wachstum.
Die neue Abnehmpille Foundayo, die einmal täglich eingenommen werden soll, gilt als wichtiger Test, ob Lilly dem Rivalen Novo Nordisk Marktanteile abnehmen kann. In der Woche bis zum 17. April wurde das Medikament laut Eli Lilly in den USA 3707 Mal verschrieben. Analysten hatten jedoch mit rund 8000 Rezepten gerechnet. Im ersten Quartal lag der bereinigte Gewinn des Pharmariesen bei 8,55 Dollar pro Aktie und übertraf damit die Erwartungen von 6,66 Dollar deutlich.
VAE-Alleingang "gibt Amerikanern größere Preismacht"
Die Opec, die Vereinigung der ölfördernden Staaten Arabiens, muss den Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate verkraften. Sandra Navidi von Beyond Global erklärt, wem die Entwicklung zugutekommen könnte.
Wall Street uneinheitlich
Für die US-Börsen geht es im frühen Handel moderat nach oben. Der Dow-Jones-Index steigt um 0,7 Prozent auf 49.190 Punkte, der breite S&P-500 legt um 0,1 Prozent zu. Der technologielastige Nasdaq-Composite kommt minimal zurück, gebremst von teils kräftigen Kursabschlägen bei Technologie-Schwergewichten. Von der US-Notenbanksitzung am Mittwoch geht kaum ein Impuls aus. Sie brachte keine neuen Erkenntnisse.
Meta Platforms berichtete den größten vierteljährlichen Umsatzsprung seit fast fünf Jahren. Überschattet wird dies aber davon, dass der Technologieriese noch mehr Geld in den Ausbau von KI-Rechenzentren investieren will. Meta sacken daher um 9,8 Prozent ab. Merck & Co verlieren 0,6 Prozent. Der Konzern hat im ersten Quartal höhere Umsätze als erwartet erzielt und die Gewinnprognose für das Gesamtjahr angehoben.
Caterpillar liefert gute Zahlen
Caterpillar hat im ersten Quartal einen höheren Gewinn und einen Umsatzsprung erzielt. Grund dafür war die anhaltende Nachfrage nach Baumaschinen sowie nach Motoren und Generatoren. Der US-Konzern wies einen Gewinn von 2,55 Milliarden Dollar oder 5,47 Dollar je Aktie aus, verglichen mit zwei Milliarden Dollar oder 4,20 Dollar je Aktie im Vorjahr. Bereinigt um Sondereffekte lag der Gewinn bei 5,54 Dollar je Aktie. Von Factset befragte Analysten hatten mit einem bereinigten Gewinn von 4,65 Dollar je Aktie gerechnet.
Die gesamten Umsatzerlöse stiegen um 22 Prozent auf 17,42 Milliarden Dollar und übertrafen damit die Schätzungen der Wall Street von 16,53 Milliarden Dollar. Das Unternehmen führte den Anstieg auf höhere Absatzmengen sowie auf vorteilhafte Preisrealisierungen zurück.
US-Staatsschulden überschreiten wichtige Marke
Die US-Staatsverschuldung hat die Marke von 100 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) überstiegen. Damit ist eine einst undenkbare Schwelle überschritten. Sie ist auf dem Weg, den nach dem Zweiten Weltkrieg aufgestellten Rekord zu brechen. Zum 31. März beliefen sich die öffentlich gehaltenen Schulden des Landes auf 31,265 Billionen US-Dollar. Das BIP lag im vorangegangenen Jahr bei 31,216 Billionen Dollar, wie aus Statistikdaten hervorgeht. Damit liegt die Quote bei 100,2 Prozent.
Zum Ende des letzten Geschäftsjahres am 30. September hatte sie noch 99,5 Prozent betragen. Dieser Wert wird in absehbarer Zukunft wahrscheinlich weiter steigen. Die US-Regierung verzeichnet nämlich historisch hohe jährliche Defizite von fast sechs Prozent des BIP, die die Schuldenlast weiter erhöhen.
US-Wirtschaft wächst ordentlich - erwartet wurde aber mehr
Die US-Wirtschaft hat im ersten Quartal an Schwung gewonnen. Wie das Handelsministerium in Washington im Rahmen einer ersten Veröffentlichung mitteilte, erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal und auf das Jahr hochgerechnet um 2,0 Prozent. Volkswirte hatten mit einem Anstieg von 2,2 Prozent gerechnet. Im vierten Quartal 2025 war das US-BIP um bestätigt 0,5 Prozent gewachsen.
Wichtige US-Inflationsrate deutlich zu hoch
Eine bedeutende US-Inflationsrate ist im März kräftig gestiegen. Das von der Notenbank favorisierte Preismaß, der Gesamtindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE), lag 3,5 (Vormonat: 2,8) Prozent höher als vor einem Jahr, wie das Bureau of Economic Analysis mitteilte. Ökonomen hatten eine Jahresrate von 3,5 Prozent erwartet. Die US-Notenbank Fed strebt eine Inflationsrate von 2,0 Prozent an. Im Monatsvergleich stieg der PCE-Preisindex im März um 0,7 (0,4) Prozent. Die Prognose hatte auf 0,7 Prozent gelautet.
In der Kernrate ohne die Komponenten Nahrung und Energie erhöhte sich der Index um 3,2 (3,0) Prozent auf Jahres- und 0,3 (0,4) Prozent auf Monatssicht. Ökonomen hatten Raten von 3,2 und 0,3 Prozent erwartet.
"EZB navigiert im Nebel"
Hier Stimme zum Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank: "Bremseffekte durch den Iran-Krieg sorgen dafür, dass es knirscht im Gebälk. Der Unterstützung durch staatliche Ausgaben stehen energiepreisbedingte Kaufkraftverluste gegenüber", erläutert der Chefvolkswirt der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank, Alexander Krüger. Auch bei einer Entspannung in der Region mahnt er zur Vorsicht: "Nach einer Öffnung der Straße von Hormus werden sich Energiepreise nur zögerlich normalisieren." Alle Blicke richten sich derzeit gebannt auf diese Meerenge am Persischen Golf, die ein Nadelöhr für den internationalen Schiffstransport von Öl und Flüssigerdgas darstellt.
Die EZB-Zinsentscheidung sei nachvollziehbar, meint Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV): "Mit Blick auf die ungewisse Dauer des Iran-Kriegs und die Tiefe seiner wirtschaftlichen Auswirkungen navigiert die EZB, wie alle Notenbanken, derzeit im Nebel", fügte der einstige EZB-Direktor hinzu.
EZB ändert Leitzins nicht
Die Europäische Zentralbank hält den Leitzins trotz der infolge des Iran-Krieges gestiegenen Inflationsgefahr konstant. Der EZB-Rat beließ den Einlagensatz bei 2,00 Prozent. Über ihn steuert die Euro-Zentralbank maßgeblich ihre Geldpolitik. Zuletzt ist die Teuerungsrate im Euroraum auf 3,0 Prozent nach oben geschnellt.
Die EZB bleibt hinsichtlich der Inflationsrisiken auf der Hut: "Der EZB-Rat wird die Lage genau beobachten und bei der Festlegung des angemessenen geldpolitischen Kurses einen datengestützten Ansatz verfolgen und von Sitzung zu Sitzung entscheiden", heißt es im Begleittext zum Zinsentscheid. An den Finanzmärkten wird über eine Zinserhöhung im Juni spekuliert. Dafür spricht aus Sicht vieler Händler, dass Mitte des Jahres voraussichtlich mehr Klarheit über die gesamtwirtschaftlichen Folgen des Ölpreisschocks herrschen wird.
Puma startet mit Gewinn
Puma hat zu Jahresbeginn schwarze Zahlen geschrieben. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) verbesserte sich im ersten Quartal um 20 Prozent auf 51,9 Millionen Euro, wie der Sportartikelkonzern mitteilte. Der Umsatz fiel währungsbereinigt um ein Prozent auf 1,86 Milliarden Euro, die Bruttomarge verbesserte sich auf 47,7 Prozent. Vorstandschef Arthur Höld zeigte sich zufrieden: "Operativ sind wir solide in unser Übergangsjahr 2026 gestartet. Wir konnten unsere Lagerbestände schneller als geplant abbauen, haben unser Produktportfolio und operative Ineffizienzen reduziert."
Für das Gesamtjahr rechnet Puma weiter mit einem Rückgang des Umsatzes um einen niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentsatz. Vor Zinsen und Steuern soll dann erneut ein Verlust von 50 bis 150 Millionen Euro anfallen. Grund dafür ist ein im Herbst beschlossenes Effizienzprogramm, bei dem noch einmal 900 Arbeitsplätze wegfallen sollen.
China hält Gazprom über Wasser
Der russische Gasriese Gazprom hat im vergangenen Jahr trotz eines deutlichen Umsatzrückgangs durch weggefallene Gas-Exporte nach Europa mehr verdient. Der Nettogewinn stieg 2025 um sieben Prozent auf 1,3 Billionen Rubel (17,3 Milliarden US-Dollar), wie das Unternehmen mitteilte. Grund dafür war ein stärkerer Rubel, der sich positiv auf die in Fremdwährungen gehaltenen Schulden auswirkte. Der Umsatz fiel jedoch um 8,8 Prozent auf 9,77 Billionen Rubel. Das um Zinsen, Steuern und Abschreibungen bereinigte Ergebnis (Ebitda) ging um sechs Prozent auf knapp drei Billionen Rubel zurück.
Gazprom gilt als das russische Unternehmen, das am stärksten von den Folgen des Ukraine-Krieges und den Sanktionen des Westens betroffen ist. Reuters-Berechnungen zufolge brachen die Gasexporte des Konzerns nach Europa im Jahr 2025 um 44 Prozent ein und fielen damit auf den niedrigsten Stand seit Mitte der 1970er-Jahre. Gleichzeitig stiegen die Gasexporte nach China dem Unternehmen zufolge um fast 25 Prozent. Die Gasverkäufe im russischen Heimatmarkt legten um acht Prozent zu.
Britische Notenbank rührt Leitzins nicht an, aber ...
Die Bank of England (BoE) hat ihren Leitzins bei 3,75 Prozent stabil gehalten. Sie deutete jedoch an, dass sie die Zinsen bald erhöhen könnte, um den durch den Krieg im Nahen Osten ausgelösten Inflationsanstieg einzudämmen. Während die Märkte ursprünglich auf eine baldige Lockerung der Geldpolitik nach dem Inflationsrückgang im Januar gehofft hatten, haben die militärische Eskalation im Persischen Golf und die Blockade der Straße von Hormus die Rahmenbedingungen grundlegend verändert. Ökonomen und Börsianer hatten daher damit gerechnet, dass die BoE ihren Leitzins auf dem aktuellen Niveau halten wird. Der Beschluss fiel mit einer Gegenstimme; ein Ratsmitglied stimmte für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte.
Börsenmonat Mai häufig besser als sein Ruf
Börsianer lieben einfache Börsenweisheiten - nur straft diese die Realität manchmal Lügen. Der Spruch „Sell in May and go away“ entstand im Londoner Finanzviertel des 18. Jahrhunderts, taugt aber heute kaum noch zur Orientierung und ist oft ganz einfach falsch. Denn der Börsenmonat Mai läuft ganz im Gegenteil oft gar nicht so schlecht. Schaut man dagegen auf einen längeren Zeitraum über den Sommer hinweg, macht der Spruch statistisch gesehen schon wieder mehr Sinn. Wie sich Anleger auf einen schwachen Sommer an der Börse einstellen können, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Julius Weiß von der HSBC.
Krebsmittel stützt Merck kräftig
Der Pharmakonzern Merck hat im ersten Quartal höhere Umsätze gemeldet und seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr angehoben, da die Nachfrage nach seinem Flaggschiff-Krebsmedikament Keytruda weiter wächst. Der Umsatz stieg um fünf Prozent auf 16,29 Milliarden US-Dollar, gestützt durch ein Wachstum von zwölf Prozent bei Keytruda. Die Wall Street hatte laut Factset mit 15,85 Milliarden Dollar gerechnet. Das Unternehmen prognostiziert für das Gesamtjahr einen Umsatz von 65,8 Milliarden bis 67 Milliarden Dollar und einen bereinigten Gewinn von 5,04 bis 5,16 Dollar je Aktie. Zuvor hatte das Unternehmen einen Umsatz von 65,5 Milliarden bis 67 Milliarden Dollar und einen bereinigten Gewinn von 5,00 bis 5,15 Dollar je Aktie in Aussicht gestellt.
Im ersten Quartal wies der US-Konzern einen Verlust von 4,24 Milliarden Dollar oder 1,72 Dollar je Aktie aus, verglichen mit einem Gewinn von 5,08 Milliarden Dollar oder 2,01 Dollar je Aktie im Vorjahr. Auf bereinigter Basis verbuchte das Unternehmen einen Verlust von 1,28 Dollar je Aktie. Von Factset befragte Analysten hatten mit einem Verlust von 1,47 Dollar je Aktie gerechnet.
Erste Warnstreiks bei der Postbank
Kundinnen und Kunden der Postbank müssen wegen Warnstreiks mit Einschränkungen in den Filialen des Instituts rechnen. Verdi hatte bundesweit Beschäftigte der Postbank Filialvertrieb AG dazu aufgerufen, heute ihre Arbeit niederzulegen. Das soll den Forderungen der Gewerkschaft in der Tarifrunde Nachdruck verleihen, die Mitte April begonnen hatte. Auch für Samstag sind Warnstreiks geplant.
Verdi fordert für die Beschäftigten der zum Deutsche-Bank-Konzern gehörenden Postbank acht Prozent mehr Geld, mindestens aber 300 Euro pro Monat. Auszubildende sollen 200 Euro mehr bekommen. Zudem will die Gewerkschaft eine Beschäftigungs- und Standortsicherung sowie einen verbindlichen Rechtsanspruch auf Weiterbildung zum Beispiel bei KI erreichen. Für den 18. Mai ist die nächste Verhandlungsrunde in Frankfurt am Main angesetzt.
Nach der Fed ist vor der EZB: Neues vom Geldmarkt
Die Sätze am europäischen Geldmarkt präsentieren sich stabil. Auch wenn die steigenden Preise für Öl am Terminmarkt die Wirtschaft belasten und die Inflation anheizen, halten die großen Notenbanken die Füße bisher still. Die US-Notenbank hat wie erwartet ihre Leitzinsen auch auf der dritten Sitzung des Jahres unverändert gelassen. Auch von der Europäischen Zentralbank wird erwartet, dass die Leitzinsen im Tagesverlauf bestätigt werden. Spannend ist allenfalls, was EZB-Präsidentin Christine Lagarde auf der Pressekonferenz sagen wird.
Tagesgeld: 1,87 - 2,07 (1,87 - 2,07), Wochengeld: 1,90 - 2,12 (1,92 - 2,22), 1-Monats-Geld: 1,95 - 2,15 (1,95 - 2,11), 3-Monats-Geld: 2,28 - 2,38 (2,25 - 2,44), 6-Monats-Geld: 2,28 - 2,38 (2,25 - 2,34), 12-Monats-Geld: 2,70 - 2,80 (2,66 - 2,77), Euribors: 29.04. 28.04. 3 Monate: 2,1490 2,1500, 6 Monate: 2,4620 2,4430, 12 Monate: 2,7650 2,7310
Eurozone droht Gefahr einer längeren Stagnation
Die Erholung der Eurozone stehe unter Druck, da schwaches Wachstum auf steigende Inflation treffe, schreibt Joe Nellis von MHA in einem Kommentar. Die Wirtschaft ist im ersten Quartal nur um 0,1 Prozent gewachsen, während die Inflation, hauptsächlich getrieben durch höhere Energiekosten, auf 3,0 Prozent gestiegen ist. Anhaltende Spannungen im Nahen Osten drohten die Aussichten zu verschlechtern, was potenziell das Verbrauchervertrauen dämpfen, Investitionen verzögern und die Industrie, insbesondere in Deutschland, weiter schwächen könnte, meint Nellis.
"Für die Europäische Zentralbank schaffen die Zahlen eine politische Zwickmühle. Das Wachstum ist zu schwach, um es zu feiern, doch eine Inflation von drei Prozent macht weitere Zinssenkungen weitaus schwerer zu rechtfertigen", meint er. Eine Rezession sei zwar vermieden worden, doch das größere Risiko sei eine längere Stagnation, bei der schwaches Wachstum, hartnäckige Inflation und schwindendes Vertrauen allmählich die Wettbewerbsfähigkeit und den Lebensstandard untergrüben, meint Nellis.
Tag der Tech-Zahlen: "Auf der Google-Seite feiert man heute noch"
Viele haben auf diesen Tag lange gewartet: Microsoft, Alphabet, Amazon und Meta legen ihre Zahlen vor. Mit Blick auf die Ergebnisse sagt ntv-Börsenexperte Frank Meyer, "da haben wir nochmal Glück gehabt". Gemeinsam mit Fondsmanager Daniel Kröger blickt er auf die aktuellen Zahlen und die weitere Entwicklung.
Air France-KLM stutzt Angebot
Air France-KLM rechnet wegen der mit dem Iran-Krieg stark gestiegenen Kerosinpreise mit weniger Angebotswachstum in diesem Jahr. Die Sitzplatzkapazität werde um zwei bis vier Prozent ausgeweitet und damit um einen Prozentpunkt weniger als ursprünglich geplant, teilte die französisch-niederländische Airline mit. Sorgen bereiten der Fluggesellschaft die Kerosinreserven und die steigenden Treibstoffkosten. Air France-KLM schätzt die gesamte Kerosinrechnung für 2026 auf 9,3 Milliarden US-Dollar - 2,4 Milliarden Dollar mehr als im Vorjahr. "Auch wenn sich die gestiegenen Treibstoffpreise noch nicht in den heute vorgelegten Ergebnissen niederschlagen, werden sie die kommenden Quartale belasten", erklärte Konzernchef Ben Smith.
Inflation im Euroraum steigt auf 3,0 Prozent
Die Inflation im Euroraum ist im April auf voraussichtlich auf 3,0 Prozent gestiegen. Der Preisanstieg im Jahresvergleich lag damit weitere 0,4 Prozentpunkte höher als noch im März, wie das EU-Statistikamt Eurostat in einer ersten Schätzung mitteilte. Die Inflation war wegen der hohen Energiepreise infolge des Iran-Kriegs sprunghaft gestiegen, im Februar lag sie noch bei 1,9 Prozent.
"Die Inflationsrate wird länger erhöht bleiben, selbst wenn der Iran-Krieg bald endet. Bleibt die Straße von Hormus auch im Sommer zu, ist ein weiterer Inflationsschub unausweichlich. Für die EZB gibt es erst etwas zu tun, wenn sich nachhaltige Zweitrundeneffekte abzeichnen", meinte Alexander Krüger von Hauck Aufhäuser Lampe.
Stellantis-Aktie trotz Gewinnsprungs tiefrot
Trotz eines überraschend deutlichen Gewinnsprungs im ersten Quartal gehen die Aktien der Opel-Mutter Stellantis auf Tauchstation. Die Papiere rutschen an der Mailänder Börse um bis zu 10,3 Prozent ab. Hauptgrund für den Gewinnsprung sind die vom Obersten Gerichtshof der USA gekippten Einfuhrzölle von Präsident Donald Trump. Stellantis verbuchte daraufhin im ersten Quartal erwartete Rückzahlungen von 400 Millionen Euro. Das bereinigte Ebit im für Stellantis wichtigen nordamerikanischen Markt, das bei 263 Millionen Euro lag, wäre ohne die Zollrückerstattungen jedoch negativ ausgefallen, wie die Analysten von Bernstein erläutern. Für Unmut sorgen laut Experten zudem die schwachen Cashflow-Zahlen.
Rendite Zehnjähriger auf höchstem Stand seit 2011
Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen hat gestern den höchsten Schlusskurs seit dem Jahr 2011 erreicht. "Wir sehen hier aktuell eine doppelte Anleger-Angst. Das ist die Kombination aus Angst vor höherer Inflation und Angst vor höherer Staatsverschuldung", heißt es bei QC Partners. Deutschland habe gestern seine zehnjährige Bundesanleihe zu einer Durchschnittsrendite von 3,08% aufgestockt. Das sei gleichbedeutend mit der teuersten Auktion seit dem Jahr 2011.
Wie teuer der Zinsanstieg für die Staaten werde, sei an einer Stelle besonders sichtbar: Im April 2016 mussten bei der Auktion einer Zehnjahresanleihe nur 0,15 Prozent Zinsen geboten werden. "Die jetzige Prolongation ist also 2,93 Prozent teurer.
Brenntag-Aktie in überwiegend rotem Umfeld stark
Die Aktie von Brenntag steht mit einem Plus von zweitweise bis zu 3,6 Prozent an der Dax-Spitze. Ein Händler verweist auf einen Analystenkommentar der UBS. Demnach wurden die Aktien auf "Neutral" von "Sell" angehoben.
Deutsche Wirtschaftsleistung steigt im ersten Quartal
Das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland ist im ersten Quartal um 0,3 Prozent verglichen mit dem Vorquartal gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, legten sowohl die privaten als auch die staatlichen Konsumausgaben zu. Auch die Exporte stiegen den vorläufigen Angaben der Behörde zufolge in den ersten drei Monaten des Jahres.
"Angesichts der vielen Belastungen ist das ein versöhnliches Ergebnis. Das ist beachtlich, hatten viele Konjunkturdaten im Januar und Februar doch enttäuscht", sagte Alexander Krüger, Chefvolkswirt bei Hauck Aufhäuser Lampe: "Die Belastungen durch den Energiepreisanstieg werden sich allerdings erst noch stärker zeigen. An einer vorerst anhaltenden Kaufkraftabschöpfung geht kein Weg vorbei. Geld, das an der Tankstelle ausgegeben wird, steht für den Konsum nicht zur Verfügung. Es ist daher mehr als eine Drohung, das die Wirtschaft 2026 langsamer wachsen wird, als zu Jahresbeginn erhofft. Umso mehr schmerzt es, dass die Bundesregierung es nicht schafft, Standortbedingungen zu verbessern."
Deutsche Arbeitslosenzahl steigt saisonbereinigt
Die Arbeitslosigkeit in Deutschland hat im April deutlicher zugenommen als erwartet. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte, stieg die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl gegenüber dem Vormonat um 20.000, nachdem sie sich im März um 3000 erhöht hatte. Die Arbeitslosenquote blieb auf dem nach oben revidierten Vormonatsniveau von 6,4 Prozent. Volkswirte hatten einen Anstieg der Arbeitslosenzahl um nur 5000 und eine unveränderte Quote auf dem vorläufig gemeldeten Niveau von 6,3 Prozent prognostiziert. Ohne Berücksichtigung der saisonalen Faktoren sank die Zahl der Arbeitslosen um 13.000 auf 3,008 Millionen. Die Arbeitslosenquote blieb bei 6,4.
"Eine Trendumkehr am Arbeitsmarkt ist noch nicht in Sicht. Die Frühjahrsbelebung fällt auch im April schwach aus", sagte die BA-Vorstandsvorsitzende Andrea Nahles in Nürnberg.
BASF leidet unter Währungseffekten
Währungseffekte und niedrigere Preise belasten BASF. Dennoch übertraf der weltgrößte Chemiekonzern im ersten Quartal die Erwartungen der Analysten. "In diesem anspruchsvollen Marktumfeld hat BASF Widerstandsfähigkeit bewiesen", sagte Finanzchef Dirk Elvermann. Der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) sank zwar um 5,6 Prozent auf 2,36 Milliarden Euro. Experten hatten im Schnitt jedoch mit rund 2,19 Milliarden gerechnet.
Ohne währungsbedingte Belastungen von mehr als 100 Millionen Euro hätte das Ergebnis das Niveau des Vorjahresquartals erreicht, erklärte Elvermann. Der Umsatz fiel um rund drei Prozent auf 16,02 Milliarden Euro. Ein solides Mengenwachstum, getragen vor allem durch das Geschäft in China, konnte den Gegenwind nicht vollständig ausgleichen. Unter dem Strich verdiente BASF mit 927 Millionen Euro sogar mehr als im Vorjahreszeitraum, als 808 Millionen in den Büchern standen. Sonderaufwendungen in Höhe von 170 Millionen Euro ergaben sich im Wesentlichen aus Sparprogrammen, die vor allem den Heimatstandort Ludwigshafen betreffen.
Ford hebt Ausblick an
Ein milliardenschwerer Anspruch auf Zoll-Rückerstattungen hat dem US-Autobauer Ford zu einem überraschend starken Jahresauftakt verholfen und ihn zu einer Anhebung seiner Prognose bewogen. Der Konzern rechnet im laufenden Jahr nun mit einem bereinigten Betriebsgewinn (Ebit) zwischen 8,5 und 10,5 Milliarden Dollar, wie er mitteilte. Ford hatte 8,0 bis 10,0 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Im ersten Quartal verbuchte das Unternehmen einen Nettogewinn von 2,5 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 43,3 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 66 Cent weit über den Erwartungen von Analysten, die im Schnitt mit 19 Cent gerechnet hatten.
Hintergrund des Gewinnsprungs ist ein Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA vom Februar, das einige Zölle aus der Amtszeit von Präsident Donald Trump kippte. Dies bescherte Ford eine Entlastung von 1,3 Milliarden Dollar, die im ersten Quartal als Buchgewinn erfasst wurde. Die Ford-Aktie legte im nachbörslichen Handel um rund zwei Prozent zu.
Anstieg des Ölpreises "drückt gewaltig auf die Stimmung"
Nach den leichten Verlusten der vergangenen Handelstage geht es für den Dax zum heutigen Handelsstart spürbar abwärts: Der deutsche Börsenleitindex notiert aktuell im Bereich von 23.735 Punkten, nachdem er zur Wochenmitte 0,3 Prozent verloren und mit 23.955 Zählern unterhalb der 24.000er-Marke geschlossen hatte.
Zwar seien die Zahlen der US-Technologieschwergewichte aus der Nacht überwiegend gut ausgefallen, kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Frank Meyer. Bei einer Gewichtung von rund 28 Prozent im Nasdaq durch Alphabet, Amazon, Meta und Microsoft sei das auch sehr wichtig, erklärt er. "Der Ölpreis ist allerdings in der Nacht in die Höhe geschossen – und das drückt gewaltig auf die Stimmung."
Ölpreis knackt 125-Dollar-Marke
Am Rohstoffmarkt klettern die Ölpreise weiter. So verteuert sich etwa die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um mehr als 5 Prozent auf 125,60 Dollar je Barrel (159 Liter) - ein Vierjahreshoch. Das US-Öl WTI notiert 2,1 Prozent fester bei 109,17 Dollar. Händler verweisen auf Sorgen, dass die Straße von Hormuz möglicherweise nicht zeitnah wieder öffnen könnte.
Tech-Schwergewicht droht Arbeitskampf
Negative Vorzeichen dominieren an den Börsen in Ostasien und Australien. Auf der Stimmung lastet zum einen der weiter gestiegene Ölpreis. Zum anderen haben die am späten Mittwoch veröffentlichten Geschäftszahlen großer US-Technologieunternehmen, nahmentlich Amazon, Alphabet, Meta und Microsoft, nicht in allen Punkten überzeugt. Die US-Notenbank ließ derweil ihren Leitzins wie weithin erwartet unverändert. Am Donnerstag stehen Zinsentscheidungen der Bank of England und der Europäischen Zentralbank auf der Agenda.
In Tokio fällt der Topix um 1,8 Prozent. In Seoul gibt der Kospi um 0,9 Prozent nach. An der Börse in Hongkong liegt der Hang-Seng-Index 1,2 Prozent im Minus. Besser hält sich die Börse in Shanghai, wo der Composite-Index gut behauptet tendiert, nachdem der offizielle Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im April besser als erwartet ausgefallen ist. Der Index sank zwar auf 50,3 Punkte von 50,4 im März, Volkswirte hatten aber einen Rückgang auf 50,1 erwartet.
Unter den Einzelwerten brechen in Tokio Fujitsu um fast 14 Prozent ein. Das Software- und IT-Unternehmen hatte mit seiner Umsatz- und Gewinnprognose die Erwartungen des Markts verfehlt. Der südkoreanische Chipkonzern Samsung Electronics hat dagegen den Gewinn im ersten Quartal fast versechsfacht dank einer hohen Nachfrage nach KI-Chips. Umsatz und Gewinn erreichten Rekordniveaus. Allerdings sieht sich das Unternehmen mit einem Tarifstreit konfrontiert. Die Gewerkschaften fordern, dass Samsung 15 Prozent seines operativen Jahresgewinns als Boni an die Mitarbeiter auszahlt. Andernfalls droht ein Streik vom 21. Mai bis zum 7. Juni. Die Aktie des Indexschwergewichts fällt um 1,6 Prozent.
Ungebremst – seitwärts
Ungebremst seitwärts dürfte es auch heute an Europas Börsen gehen. Die Vorlagen aus Asien sind eher zurückhaltend, die guten Geschäftszahlen der US-Automobil- und -Technologie-Unternehmen nutzen hierzulande nichts. Die Märkte warten auf die EZB und Bank of England, vor allem aber auf deren Aussagen zur weiteren Belastung durch die Ölpreis-Inflation. Hier könnte sich die Lage verschlimmern, die USA stießen erneute Drohungen in Richtung Iran aus und trieben den Brent-Ölpreis in der Nacht über 120 Dollar - auf das höchste Niveau seit Ausbruch des Krieges. Die wichtigsten Daten des Tages sind daher die Inflation aus Europa und den USA (PCE-Index). Denn von diesen Daten wird es in Zukunft noch weiter nach oben gehen.
Herber Gewinneinbruch bei Volkswagen
Volkswagen hat zu Jahresauftakt einen Gewinnrückgang verbucht. Der Betriebsgewinn schrumpfte um 14,3 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro, wie Europas größter Autobauer mitteilte. Die Gewinnmarge verringerte sich um 0,4 Prozentpunkte auf 3,3 Prozent. Unter dem Strich fiel der Gewinn um 28,4 Prozent auf knapp 1,6 Milliarden Euro. Der Umsatz sank um zwei Prozent auf 75,7 Milliarden Euro. Die Prognose für das Gesamtjahr bestätigte VW. Analysten hatten im Schnitt mit einem Umsatz von 77,6 Milliarden Euro und einem Nettogewinn von 1,732 Milliarden Euro gerechnet.
Rivale sticht Microsoft bei Cloud-Wachstum aus
Der wachsende Bedarf an Rechenleistung für Künstliche Intelligenz (KI) gibt Microsoft zusätzlichen Rückenwind. "Wir haben bei Umsatz, Betriebsergebnis und Gewinn pro Aktie die Erwartungen übertroffen", sagte die Finanzchefin des Softwarekonzerns, Amy Hood. Gleichzeitig fiel der Anstieg der Investitionen geringer aus als angenommen.
Das US-Unternehmen steigerte die Cloud-Erlöse im abgelaufenen Quartal um 40 Prozent, nach einem Plus von 39 Prozent im vorangegangenen Berichtszeitraum. Dies lag im Rahmen der Analystenprognosen. Bei der Alphabet-Tochter Google wuchs dieser Geschäftsbereich jedoch um 63 Prozent. Microsoft-Aktien gaben daher im nachbörslichen Handel an der Wall Street knapp zwei Prozent nach.
Microsofts Konzernerlöse kletterten weiteren Angaben zufolge währungsbereinigt um 15 Prozent auf 82,9 Milliarden Dollar und der bereinigte Gewinn um 18 Prozent auf 4,27 Dollar je Aktie. Diese beiden Kennziffern übertrafen die Schätzungen. Die Investitionen erhöhten sich in den vergangenen drei Monaten um etwa die Hälfte, blieben mit 31,9 Milliarden Dollar jedoch drei Milliarden Dollar unter den Markterwartungen.
Amazon mit viel Licht – und einem Schatten
Ein wachsender Bedarf an KI-Anwendungen hat Amazon zu einem überraschend deutlichen Wachstum verholfen. Die Cloud-Tochter Amazon Web Services (AWS) habe ihren Umsatz im ersten Quartal um 25 Prozent auf 37,6 Milliarden Dollar gesteigert, sagte der Chef des Online-Händlers, Andy Jassy. Dies sei der stärkste Zuwachs seit 15 Quartalen.
Die Konzernerlöse wuchsen weiteren Angaben zufolge um 17 Prozent auf 181,5 Milliarden Dollar. Der operative Gewinn habe um fast 30 Prozent auf 23,9 Milliarden Dollar zugelegt. Die Aktien von Amazon fielen im nachbörslichen Handel an der Wall Street dennoch um zwei Prozent. Anleger reagierten enttäuscht auf den Gewinnausblick für das laufende Quartal. Der US-Konzern prognostizierte ein Betriebsergebnis zwischen 20 und 24 Milliarden Dollar. Der Mittelwert von 22 Milliarden Dollar liegt unter den bisherigen Markterwartungen.
DHL spart gegen Krise an
DHL stemmt sich gegen die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs. Der Logistikriese steigerte im ersten Quartal den operativen Gewinn (Ebit) durch sein Sparprogramm und Preiserhöhungen um 8,3 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro, wie er mitteilte. Beim Umsatz machten den Bonnern negative Währungseffekte zu schaffen - er schrumpfte um 1,9 Prozent auf 20,4 Milliarden Euro. Bereinigt um diese Effekte legte er indes um zwei Prozent zu. Analysten hatten im Mittel mit einem Umsatz von 20,7 Milliarden Euro und einem operativen Gewinn von 1,38 Milliarden Euro gerechnet.
Die Prognose für 2026 bekräftigte der Konzern."Nach den ersten drei Monaten sind wir auf einem guten Weg, unsere Jahresziele zu erreichen", sagte Konzernchef Tobias Meyer. "Trotz blockierter Seewege und gesperrter Lufträume halten wir die Lieferketten unserer Kunden am Laufen." DHL erwartet im laufenden Jahr damit weiter unter anderem ein operatives Ergebnis von über 6,2 Milliarden Euro.
Tokioter Börse schwach - Seoul auf Rekordstand
Die asiatischen Börsen tendieren uneinheitlich, während Technologiewerte von positiven Quartalszahlen großer US-Konzerne profitieren. In Tokio gibt der Nikkei-Index 1,0 Prozent auf 59.304,62 Punkte nach und der breiter gefasste Topix notiert 1,5 Prozent niedriger bei 3714,92 Zählern. Der Shanghai Composite bleibt fast unverändert bei 4106,86 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen steigt 0,2 Prozent auf 4803,35 Punkte.
Südkoreas Kospi erreicht ein Rekordhoch, nachdem Samsung Electronics einen achtfachen Anstieg seines Betriebsgewinns gemeldet hat. Der Konzern verweist auf die robuste Nachfrage nach KI-Chips.
Starke Meta-Zahlen – schwache Aktie
Robuste Werbeeinnahmen haben Meta zu einem Umsatz- und Gewinnsprung verholfen. Zugleich hob die Facebook-Mutter ihre Investitionsziele erneut an. Der US-Konzern will im laufenden Jahr 125 bis 145 Milliarden Dollar für die Weiterentwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) und den Bau von Rechenzentren ausgeben. Bislang hatte er Ausgaben zwischen 115 und 135 Milliarden Dollar prognostiziert. Zudem warnte das Unternehmen vor Einbußen im Zusammenhang mit verschärften Jugendschutz-Vorschriften und anhängigen US-Prozessen. Meta-Aktien fielen daraufhin im nachbörslichen Handel an der Wall Street um fünf Prozent.
Das Unternehmen steigerte seine Erlöse im ersten Quartal um ein Drittel auf 56,31 Milliarden Dollar. Der Gewinn wuchs fast doppelt so stark auf 10,44 Dollar je Aktie. Die Zahl der täglich aktiven Nutzer von Plattformen wie Instagram und WhatsApp kletterte um vier Prozent auf 3,56 Milliarden.
Und immer wieder der Yen …
Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar geringfügig auf 160,33 Yen und legt leicht auf 6,8387 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er etwas schwächer bei 0,7917 Franken. Parallel dazu fällt der Euro um 0,1 Prozent auf 1,1664 Dollar und zieht leicht auf 0,9234 Franken an. Der Yen hat seit Kriegsbeginn am 28. Februar mehr als zwei Prozent verloren. Anleger haben die größte Short-Position seit fast zwei Jahren aufgebaut.
Alphabet-Zahlen überzeugen Anleger
Ein überraschend kräftiges Wachstum der wichtigen Cloud-Sparte hat Alphabet zu einem Quartalsergebnis über Markterwartungen verholfen. "Das Jahr 2026 hat hervorragend begonnen", sagte der Chef des Internetkonzerns, Sundar Pichai. "Unsere Investitionen in KI beflügeln jeden Bereich unseres Unternehmens." Die Cloud-Erlöse stiegen den Angaben zufolge um 63 Prozent auf rund 20 Milliarden Dollar. Der Konzernumsatz legte währungsbereinigt um 19 Prozent auf 109,90 Milliarden Dollar zu und der Gewinn verdoppelte sich nahezu auf 5,11 Dollar je Aktie. Anteilsscheine der Google-Mutter Alphabet verteuerten sich daraufhin im nachbörslichen Handel an der Wall Street um vier Prozent.
Von iD bis iPhone – und dann noch die Zinsen
Die Dax-Verlustserie reißt nicht ab. Auch zur Wochenmitte sind die Kurse gefallen, sodass der deutsche Börsenleitindex mit 23.955 Punkten und damit unter der 24.000er-Marke geschlossen hat. Das Tagesminus betrug 0,3 Prozent. Ein Belastungsfaktor: Verluste an der Wall Street.
Indes hält die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) an ihrem bisherigen Zinskurs fest. Sie entschied, den Leitzins in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent zu belassen. Der Iran-Krieg hat die Inflation in den USA angeheizt, womit Zinssenkungen vorerst als unwahrscheinlich gelten.
Heute liegt der Investorenfokus auf London und Frankfurt am Main – und damit auf der Bank of England (BOE) und der EZB. Dabei steckt die Europäische Zentralbank ihren Zinskurs vor dem Hintergrund steigender Inflationsgefahr infolge des Iran-Krieges ab. An den Finanzmärkten wird für die EZB-Ratssitzung eine weitere geldpolitische Pause erwartet. Der Leitzins dürfte somit bei 2,0 Prozent verharren. Wenige Stunden vor dem Zinsentscheid kommen die aktuellen Inflationsdaten aus dem Euroraum herein: Experten rechnen für April mit einem Anstieg der Teuerungsrate auf 2,9 Prozent. Die Blicke richten sich dann auf den Auftritt von EZB-Chefin Christine Lagarde vor der Presse nach dem Ratstreffen. Sie hat immer wieder die Handlungsbereitschaft der Notenbank betont. Ein Zinsschritt nach oben auf der übernächsten Sitzung im Juni gilt an den Märkten als Option.
Unternehmensseitig bleibt die Berichtssaison das bestimmende Thema – etwa bei Volkswagen Die US-Zölle, die Krise in China und der schwächelnde Automarkt in Europa machen Europas größtem Autobauer zu schaffen. Analysten rechnen im Schnitt damit, dass der Umsatz mit 77,6 Milliarden Euro leicht über dem Vorjahresniveau liegt, der Nettogewinn dagegen mit 1,7 Milliarden Euro um gut fünf Prozent niedriger. Volkswagen-Chef Oliver Blume hat zuletzt weitere Sparanstrengungen gefordert und will unter anderem die Kapazitäten in den europäischen Werken reduzieren.
Nach US-Börsenschluss öffnet dann Apple noch die Bücher. Dank des Verkaufserfolgs der aktuellen iPhone-Generation erwarten Anleger ermutigende Geschäftszahlen des Elektronikkonzerns. Zudem hoffen sie auf Hinweise über die Unternehmensstrategie unter dem designierten Konzernchef John Ternus. Seine größte Herausforderung ist die umfassendere Integration von KI-Funktionen. Dort gilt Apple bislang als Nachzügler.
Die komplette Wirtschaftsterminübersicht für diese Woche finden Sie hier.