DAX kann 14.000er-Marke nicht halten
Mit Rückenwind von den anderen Aktienmärkten haben auch die deutschen Indizes am letzten Handelstag der Woche zugelegt. Die Volksrepublik China will mit der Senkung eines wichtigen Referenzzinses für langfristige Kredite die Abschwächung ihrer Konjunktur mildern. Das kam auf dem Parkett gut an.
Allerdings sind die seit Wochen grassierenden Probleme mitnichten verschwunden. Vor allem in den USA hat die hohe Inflation und damit verbunden die Perspektive stark steigender Leitzinsen die Aktienbörsen in den vergangenen Wochen stark belastet. Auch die EZB hat das Problem Inflation nun fest im Blick. Angeblich ist die Zinsanhebung im Juli "wie in Stein gemeißelt". So gaben viele Anleger noch Gewinne mit.
Der DAX ging mit einem Zugewinn von 0,7 Prozent auf 13.982 Punkte aus dem Handel. Damit kam er am Ende noch klar von seinem Tageshoch von 14.161 Stellen zurück. Auf Wochensicht verlor der Leitindex rund 50 Punkte. Der EUROSTOXX50 notierte 0,2 Prozent höher bei 3648 Stellen.
Im DAX standen die Papiere der einstigen Corona-Profiteure Hellofresh, Delivery Hero und Zalando lange Zeit gut da. Am Ende konnten nur Hellofresh mit plus 2,3 Prozent ihren vorderen Platz behaupten. Autoaktien gaben nach zunächst kräftigen Gewinnen ebenfalls Gewinne ab. So verteuerten sich Volkswagen nur noch um 0,3 Prozent. Mercedes-Benz notierten dagegen kaum verändert. Continental gewannen 1,4 Prozent, BMW sackten um 0,5 Prozent ab.
Im Kleinwerteindex SDAX fielen Instone Real Estate um 3,6 Prozent, belastet von einer gestrichenen Kaufempfehlung der Deutschen Bank. Aktien von Borussia Dortmund stiegen um 4,3 Prozent. Der deutsche Fußball-Vizemeister trennt sich von Trainer Marco Rose. Sein Vorgänger Edin Terzic soll angeblich auch Nachfolger von Rose werden.
Aktien des Handelskonzerns Metro verteuerten sich um 1,8 Prozent. Einer indischen Wirtschaftszeitung zufolge könnte sich der Handelskonzern für einen Milliardenbetrag vom Geschäft in Indien trennen. Das kam bei Anlegern gut an.
Anleger kämpfen mit turbulenten Märkten
Wie können Anleger mit der nicht gerade einfachen Situation an den Kapitalmärkten umgehen? Unter anderem darum geht es auf der Anlegermesse Invest 2022 in Stuttgart. Friedhelm Tilgen spricht dort mit Anouch Wilhelms von der Société Générale über Möglichkeiten und Strategien für Anleger.
Luxusgüterkonzern-Aktie schmiert ab
Die Aktie des Luxusgüterkonzerns Richemont ist um 13 Prozent eingebrochen. Die Schweizer litten unter einem enttäuschenden Jahresergebnis, der Aussicht auf eine schleppende Erholung des China-Geschäfts und der Verzögerung beim Teilverkauf einer Online-Handelsplattform.
Wall Street auf Erholungskurs - China-Zinssenkung hilft
Nach den jüngsten Kursverlusten nutzen einige Anleger die Gelegenheit zum Wiedereinstieg in die US-Börsen. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 stiegen zur Eröffnung um jeweils etwa ein Prozent. China senkte einen Referenzzins für Hypothekenkredite und schürte damit Hoffnungen auf eine Wiederbelebung der dortigen Konjunktur, die in den vergangenen Monaten durch Corona-Lockdowns in Mitleidenschaft gezogen worden war.
Vor diesem Hintergrund griffen Investoren vor allem bei US-Aktien chinesischer Firmen zu. So gewannen die Titel der Online-Händler Alibaba, Pinduoduo und JD.com bis zu 3,7 Prozent. Der an der Wall Street notierte iShares-Fonds (ETF) auf chinesische Werte legte 1,8 Prozent zu.
Bewegungen zum Verfalltag stimmen skeptisch für DAX
Skeptisch blicken einige Händler auf das kräftige Plus an Europas Börsen. "Das sieht so aus, als wären die Märkte nur passend zum Verfall nach oben gezogen worden", sagt ein Börsianer in Frankfurt. Besonders im DAX sei das offensichtlich, wo ein Verfall in der Spanne von grob 14.000 bis 14.200 Punkten schon zu Wochenbeginn als Bereich erwartet wurde, in dem sowohl Bullen als auch Bären am profitabelsten davonkommen würden. Mit dem tatsächlich erzielten Abrechnungspreis von 14.150 Zählern sei genau dieses Ziel erreicht worden.
DZ Bank ändert DAX-Prognose für 2022
Die DZ Bank sieht "unübersehbare Risiken" für die Aktienmärkte in Deutschland und den USA. Sie reagiert darauf mit reduzierten Prognosen. Zu erwarten sei zum Jahresende ein DAX-Stand von 14.500 Punkten statt 16.000, wie die Bank noch Anfang März prognostiziert hatte.
Den breiten US-Standardwerteindex S&P-500 erwarten die Analysten Ende Dezember bei 4000 statt 4800 Punkten. Die erste Prognose auf Sicht gut einen Jahres, sprich zur Jahresmitte 2023, laute für den DAX 15.700 Punkte und für den S&P 500 4200 Punkte.
OMV zahlt für russisches Gas weiterhin in Euro
Der österreichische Öl-, Gas- und Chemiekonzern OMV will seine Rechnungen für russisches Erdgas im Einklang mit den EU-Sanktionen weiterhin in Euro begleichen. "Wir haben jetzt einen sanktionskonformen Zahlungsprozess implementiert, der sicherstellt, dass die Gaslieferungen zeitgerecht bezahlt werden können", sagte Unternehmenssprecher Andreas Rinofner. Die Zahlungen würden weiterhin in Euro erfolgen und auf ein Konto bei der Gazprombank fließen.
Russland hatte per Dekret eine Zahlung der Gaslieferungen in Rubel verlangt. Andernfalls würden die Lieferungen eingestellt. Gaslieferungen nach Polen und Bulgarien wurden gestoppt, nachdem die beiden Länder das neue Zahlungssystem nicht akzeptiert hatten.
BMW-Chef freut sich über Run auf den i4
Der Autobauer BMW macht sein Stammwerk München zum Vorreiter beim Bau vollelektrischer Autos. "Nächstes Jahr soll jedes zweite Fahrzeug aus dem Werk München vollelektrisch sein. Das bedeutet nach aktuellen Planungen: mehr als 100.000 BMW i4", sagte Vorstandschef Oliver Zipse. Die Nachfrage nach dem i4 sei "nicht nur riesig, sie überwältigt uns". In München würden täglich 900 Autos gebaut - zumeist 3er, seit November auch i4er.
Vor 100 Jahren hatten die Bayerischen Motorenwerke in München Motorräder gebaut, seit 1952 Autos. Das älteste und kleinste BMW-Werk beschäftigt 7000 Menschen. An Stelle der Motorenfabrik, wo bis vor kurzem 2000 Benzinmotoren täglich gefertigt wurden, baut BMW nun eine neue Fahrzeugmontage auf.
Bundesbankchef: mehrere EZB-Zinsschritte möglich
Nach einer möglichen ersten Zinsanhebung im Euroraum im Juli könnten aus Sicht von Bundesbankpräsident Joachim Nagel schnell weitere Erhöhungen folgen. Ein erster Zinsschritt der EZB nach oben könne bereits im Juli vorgenommen werden, sagte er zum Abschluss des G7-Treffens der Finanzminister und Notenbankchefs auf dem Petersberg bei Bonn. "Und weitere Zinsschritte könnten dann zeitnah folgen."
Bundesfinanzfinanzminister Christian Lindner sagte zu den Äußerungen: "Ich begrüße, dass ein Zinsschritt angekündigt ist und dass hier formuliert worden ist, dass in rascher Folge weitere sich anschließen werden." Das sei richtig. Inzwischen würden sich auch Risiken aus dem Außenwert des Euro ergeben.
Sri Lanka steht vor dem Staatsbankrott
Sri Lanka steckt in der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahren. Lebensmittel, Medikamente und Treibstoff sind knapp. Seit Monaten kommt es deswegen immer wieder zu heftigen Unruhen. Die Demonstranten fordern den Rücktritt des Präsidenten Gotabaya Rajapaksa.
Erholung der deutschen Wirtschaft: Experten zeichnen düsteres Bild
Nach Gegenwind durch die Virus-Krise und den Ukraine-Krieg rechnet das IW Institut für die deutsche Wirtschaft erst Ende des Jahres oder spätestens 2023 mit Erholung. Die Verunsicherung bei Firmen und Verbrauchern sei etwa durch Produktionsstörungen und steigende Preise groß, erklären die arbeitgebernahen Forscher zu ihrer Konjunkturprognose. "Lieferschwierigkeiten aufgrund der erneuten Restriktionen in China zeigen, dass die Risiken der Corona-Pandemie längst nicht ausgestanden sind", sagt IW-Direktor Michael Hüther. "Gleichzeitig schwebt über allem das Damoklesschwert eines Gaslieferstopps aus Russland." Das Bruttoinlandsprodukt werde in diesem Jahr nur noch um knapp 1,75 Prozent steigen und dann 2023 um weitere etwa 2,75 Prozent zulegen.
Entscheidend für die weitere wirtschaftliche Entwicklung sei nun, dass es keine zusätzlichen Belastungen durch geopolitische Konflikte gebe und die Preissteigerungen abflachten, erklärte Hüther. "Auch wenn wir gerade viele Unsicherheiten aushalten müssen, schaue ich mittelfristig vorsichtig optimistisch in die Zukunft."
Im nächsten Jahr dürfte die Inflation auf rund drei Prozent abebben, nach gut sechs Prozent im Jahresschnitt 2022. Trotz dieser Belastungen bleibt der Arbeitsmarkt aus Sicht des IW in diesem Jahr robust. Die Zahl der Erwerbstätigen steigt demnach um mehr als ein Prozent auf 45,5 Millionen und erreicht im nächsten Jahr einen Rekord von knapp 45,8 Millionen. "Gleichzeitig dürfte die Arbeitslosigkeit auf weniger als fünf Prozent zurückgehen – und damit auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung", erklärte das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) und betonte zugleich: "Nie wurden so viele Fachkräfte gesucht wie derzeit."
DAX hüpft weiter nach oben
Weiter sehr fest haben sich Europas Aktienmärkte präsentiert. An der Frankfurter Börse sprang der DAX um 1,8 Prozent auf 14.129 Punkte. Der EUROSTOXX50 notierte ebenfalls 1,8 Prozent höher bei 3705 Zählern. Für Kauflaune sorgt die chinesische Notenbank, die den Leitzins für Kredite mit einer Laufzeit von fünf Jahren oder länger gesenkt hat. Die Senkung kam unerwartet und weckt die Hoffnung, der Zinserhöhungsdruck könnte weltweit bald wieder zu Ende gehen.
Aktie von Discounterkette bricht massiv ein
Neue Hiobsbotschaft aus der US-Einzelhandelsbranche: Nachdem im bisherigen Verlauf der Woche schon mehrere Branchenunternehmen enttäuschende Geschäftszahlen vorgelegt und berichtet hatten, dass die hohe Inflation den für die US-Wirtschaft so wichtigen privaten Konsum beeinträchtigt, hat nun Ross Stores einen Umsatzrückgang im ersten Quartal vermeldet. Zudem warnte die US-Discounterkette vor weiter sinkenden Erlösen im zweiten. Die Aktie bricht vorbörslich um mehr als 28 Prozent ein.
Brent-Öl teurer, WTI-Öl deutlich billiger
Die Ölpreise haben sich unterschiedlich entwickelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete 112,27 US-Dollar, das waren 0,9 Prozent mehr als am Donnerstag. Der Preis für ein Fass der US-amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel dagegen um 1,6 Prozent auf 109,86 Dollar.
Im Verlauf der Woche sind die Ölpreise deutlich geschwankt. Zeitweise hat eine trübe Stimmung an den Finanzmärkten die Notierungen für Rohöl kräftig nach unten gedrückt. Generell stützt aber ein weltweit knappes Angebot die Nachfrage nach Rohöl und sorgte für Preissprünge am Ölmarkt. Hier spielen vor allem die harten Sanktionen der westlichen Industriestaaten gegen Russland wegen des Kriegs in der Ukraine eine Rolle.
Auch wenn ein Embargo von russischem Erdöl seitens der EU wegen des Widerstands einiger Mitgliedsländer der EU weiter auf sich warten lässt, hat sich Brent-Öl aus der Nordsee seit Beginn des Jahres um mehr als 40 Prozent verteuert.
Brent Rohöl I
EZB-Zinsanhebung im Juli "mittlerweile in Stein gemeißelt"
Der italienische Notenbankchef Ignazio Visco reiht sich in den Chor der Währungshüter ein, die eine baldige Zinswende signalisieren. Vielleicht könne es im Juli soweit sein, sagte das EZB-Ratsmitglied Bloomberg TV. Eine Erhöhung bereits im Juni komme zwar nicht in Frage. "Doch können wir uns bewegen und zwar schrittweise, indem wir die Zinsen in den kommenden Monaten anheben." Er halte es für möglich, den negativen Bereich zu verlassen. Banken müssen derzeit noch Strafzinsen berappen, wenn sie überschüssige Gelder bei der Notenbank parken.
Starke Signale von EZB-Chefin Christine Lagarde deuten laut dem Ökonomen Thomas Gitzel von der Liechtensteiner VP Bank darauf hin, dass eine Zinsanhebung im Juli "mittlerweile in Stein gemeißelt" sei.
Wie attraktiv ist die CO2-Industrie für Anleger?
Die CO2-Industrie könnte dafür sorgen, dass Anleger sich über Renditen freuen, während sie Treibhausgase reduzieren. Eine Win-Win-Situation? Der Geldanlagecheck stellt die Branche vor und erklärt, für welche Anleger sich ein Investment lohnen kann.
Wacker Chemie macht Auszeit von Russland
Wacker Chemie liefert aktuell keine Produkte nach Russland. Zudem mache das Unternehmen dort keine Geschäfte mehr, bekräftigte Vorstandschef Christian Hartel gegenüber den Aktionären auf der Hauptversammlung. Alle Kollegen in beiden Ländern "arbeiten weiter für Wacker", sagte Hartel weiter.
Nach früheren Angaben beschäftigt Wacker Chemie zwei Mitarbeiter in der Ukraine, die "außer Landes" sind und 30 Mitarbeiter in Russland. In Russland beschäftige der Konzern vor allem Mitarbeiter im Vertrieb sowie im technischen Kompetenzzentrum.
Auch Kanada will Chinesen bei 5G nicht dabei haben
Kanada schließt sich den anderen Mitgliedern der "Fünf-Augen-Allianz", den USA, Großbritannien, Australien und Neuseeland, an und will die chinesischen Netzwerkausrüster Huawei und ZTE wegen Sicherheitsbedenken vom 5G-Ausbau ausschließen. "Wir beabsichtigen, sie herauszunehmen", sagte Industrieminister Francois-Philippe Champagne. Der Gebrauch müsse eingestellt und die Produkte bis Juni 2024 entfernt werden. Bei 4G hätten sie bis Ende 2027 Zeit.
Während kanadische Mobilfunker wie Bell Canada und Telus beim 4G-Netz mit chinesischer Ausrüstung gearbeitet haben, kamen bei 5G Ericsson, Nokia und andere Anbieter zum Einsatz.
Norwegens Staatsfonds erwirbt Hälfte am Berliner Sony Center
Der norwegische Staatsfonds hat für 677 Millionen Euro einen 50-prozentigen Anteil am Berliner Sony Center erworben. Laut Norges Bank Investment Management, das den Fonds verwaltet, umfasst die Immobilie 113.000 Quadratmeter Büro-, Einzelhandels- und Wohnflächen.
Die Verkäufer sind Oxford Properties Group Inc. und Madison International Realty. Oxford Properties behalte eine 50-prozentige Beteiligung an der Immobilie und manage das Asset im Auftrag des Joint Ventures.
Bieterkonsortium sichert sich Mehrheit an Aareal Bank
Die Finanzinvestoren Advent, Centerbridge und der staatliche kanadische Pensionsfonds CPPIB sind mit ihrem zwei Milliarden Euro schweren Übernahmeangebot für die Aareal Bank auf die Zielgerade eingebogen. Bis Donnerstagabend haben sich die Investoren mit 51,05 Prozent bereits die Mehrheit der Anteile an dem Wiesbadener Immobilienfinanzierer gesichert.
Mit ihrer Offerte wollen sie 60 Prozent der Anteile an dem Geldhaus einsammeln. Die Angebotsfrist läuft noch bis zum Dienstag um Mitternacht. Die Investoren bieten den Aareal-Bank-Aktionären 33 Euro je Aktie. Die im SDAX notierte Aareal-Aktie notierte 0,1 Prozent höher bei 31,50 Euro.
DAX liegt wieder über 14.000
An der Frankfurter Börse haben sich die Indizes kurz vor dem kleinen Verfall klar im grünen Bereich bewegt. Der DAX gewann 1,3 Prozent auf 14.062 Punkte. Der EUROSTOXX50 notierte ein Prozent höher bei 3678 Stellen.
An der DAX-Spitze lagen Merck mit plus 3,5 Prozent. Auch Continental und Zalando verteuerten sich um mehr als drei Prozent. Nur Henkel, Deutsche Bank (ex Dividende) und Munich Re verzeichneten im Leitindex geringe Verluste.
Rheinmetall ordert weitere Großaufträge
Die Bücher von Rheinmetall füllen sich weiter. Der MDAX-Konzern wird einem NATO-Kunden Schutzausrüstung im Wert von rund einer Viertelmilliarde Euro liefern. Das Rüstungsunternehmen habe mehrere Großaufträge bekommen und diese kommen auf einen Wert von fast 250 Millionen Euro brutto, hieß es in Düsseldorf.
Die Auslieferung der Komponenten soll voraussichtlich ab dem Jahr 2023 starte und bis 2025 abgeschlossen sein. Rheinmetalls Kompetenz bei Schutztechnologien reicht von individuellen passiven ballistischen Lösungen wie Hartballistik-Einschüben für Schutzwesten bis hin zu abstandsaktiven Schutzsystemen.
DIHK hat Furcht davor, dass "etwas ins Rutschen gerät"
Die deutsche Wirtschaft blickt in Zeiten der anhaltenden russischen Aggression gegen die Ukraine deutlich pessimistischer in die Zukunft. Das berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf die Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Ein Drittel der befragten 25.000 Firmen rechnet demnach in den nächsten zwölf Monaten mit noch schlechteren Geschäften. Nur noch 19 Prozent erwarten eine Besserung.
Wie die Zeitung weiter berichtete, rechnet der DIHK für 2022 nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von maximal 1,0 bis 1,5 Prozent. Die hohen Energiepreise bedrohten langfristig vor allem die Grundstoffindustrie. "Wir müssen aufpassen, dass hier nicht etwas ins Rutschen gerät und wir Kernbranchen verlieren", zitierte die Zeitung DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben.
Notenbanken - keine Ritter in strahlender Rüstung?
Die Börsen stehen weiter unter Druck, zu groß sind die Unsicherheiten, die über den Aktienmärkten schweben. Womit Anleger rechnen müssen, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Marcus Hüttinger von der der Fondsgesellschaft Gané.
Katarisches LNG-Gas kommt wohl deutlich früher
Das Emirat Katar will Deutschland früher verflüssigtes Erdgas (LNG) liefern als bislang bekannt. "Wir wollen unsere US-Flüssiggasanlage Golden Pass in Texas, an dem Qatar Energy 70 Prozent hält, bereits 2024 so weit haben, dass wir nach Deutschland liefern können", sagte der Vizepremier des Golfstaats, Scheich Mohammed bin Abdulrahman Al-Thani, dem "Handelsblatt". Der Emir von Katar, Tamim bin Hamad al-Thani, wird heute mit Bundeskanzler Olaf Scholz in Berlin zusammentreffen.
Dem Vizepremier zufolge sollen zusätzliche Gasmengen etwas später hinzukommen: "Die Erweiterung der Förderung in unserem Gasfeld North Dome wird 2026 abgeschlossen sein, vielleicht sogar schon 2025", sagte er der Zeitung. North Dome ist das weltgrößte Gasfeld, das sich Katar und der Iran unter dem Persischen Golf teilen.
DAX kriecht wieder aus dem Loch
Leichtes Aufatmen am deutschen Aktienmarkt: Der DAX ist fester in den Handel gestartet, er legte in den ersten Minuten um 0,6 Prozent auf 13.972 Punkte zu. MDAX, SDAX und TECDAX stiegen um 0,5 bis 0,7 Prozent. Einen positiven Impuls liefert die chinesische Notenbank, die den Leitzins für Kredite mit einer Laufzeit von fünf Jahren oder länger gesenkt hat.
Heute ist wieder kleiner Verfalltag am Terminmarkt. Es verfallen am Mittag die Optionen auf die Indizes und am Abend dann die auf die Einzelwerte. Zur Verfallzeit am Mittag sind größere temporäre Schwankungen im DAX möglich.
Furcht vor Engpässen an Tankstellen wegen Steuersenkung
Die Tankstellenbranche stellt sich im Zuge der geplanten Entlastungen bei der Energiesteuer für Benzin und Diesel ab 1. Juni auf mögliche Engpässe an den Zapfsäulen ein. "Eine hohe Nachfrage der Autofahrer wird auf ein niedriges Angebot stoßen", warnte der Vorsitzende des Bundesverbandes Freier Tankstellen, Duraid El Obeid, in der "Rheinischen Post".
Die Verbraucherzentrale in Nordrhein-Westfalen rät, wegen drohender Engpässe am 1. Juni "sollte niemand seinen Tank davor fast komplett leerfahren". Von Anfang Juni bis Ende August soll Tanken billiger werden durch eine Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe auf das in der EU erlaubte Mindestmaß. Der Steuersatz für Benzin soll so um fast 30 Cent sinken, für Diesel um 14 Cent.
Chipausrüster enttäuscht unerwartet
Applied Materials hat bei Gewinn und Umsatz für das zweite Quartal die Markterwartungen verfehlt. Auch die Prognose für das laufende Quartal lag unter den Schätzungen der Analysten. Das Unternehmen verwies zur Begründung auf die anhaltenden Probleme in der Lieferkette. Für die Aktie ging es im nachbörslichen Handel um 1,0 Prozent nach unten.
Für den Berichtszeitraum vermeldete das Unternehmen einen Nettogewinn von 1,54 Milliarden Dollar oder 1,75 Dollar je Aktie. Auf bereinigter Basis verdiente Applied Materials 1,85 Dollar je Aktie, nach 1,63 Dollar im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Allerdings hatten die Analysten im FactSet-Konsens mit 1,90 Dollar gerechnet.
Der Umsatz erhöhte sich auf 6,25 Milliarden Dollar, nach 5,58 Milliarden Dollar im Vorjahr, doch wurde damit die Analysten-Prognose von 6,35 Milliarden Dollar verfehlt.
Stärkster Erzeugerpreis-Anstieg seit 1949
Die deutschen Erzeugerpreise sind im April stärker gestiegen als erwartet und haben ein neues Rekordhoch bei der Jahresrate markiert. Im Vergleich zum Vormonat erhöhten sich die Erzeugerpreise um 2,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. Volkswirte hatten nur einen Anstieg um 1,2 Prozent erwartet. Gegenüber dem Vorjahr ergab sich ein Anstieg um 33,5 Prozent. Das ist die höchste Rate seit Beginn der Erhebungen 1949. Die Prognose von Ökonomen hatte auf ein Plus von 31,3 Prozent gelautet.
"Die aktuellen Daten spiegeln auch die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine wider", erklärten die Statistiker. "Hauptverantwortlich für den Anstieg der gewerblichen Erzeugerpreise im Vorjahresvergleich ist weiterhin die Preisentwicklung bei Energie."
Die Energiepreise lagen im April im Durchschnitt 87,3 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Gegenüber dem Vormonat stiegen diese Preise um 2,5 Prozent. Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr bei Energie hatte Erdgas in der Verteilung mit einem Plus gegenüber dem Vorjahr von 154,8 Prozent.
Schafft der DAX die Wende zum Positiven?
Nach seinen jüngsten Verlusten wird der DAX Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge höher starten. Positive Vorgaben aus Asien stützen, eine Zinssenkung in China hilft. Aktuell wird der deutsche Börsenleitindex mit Kursen um 14.005 Punkten taxiert und damit zum einen wieder über der 14.000er-Marke und zum anderen 0,9 Prozent fester. "Am deutschen Aktienmarkt sieht es wieder etwas besser aus, dank des Schwungs aus Asien", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Katja Dofel.
Am Donnerstag war der Leitindex 0,9 Prozent niedriger bei 13.882 Punkten aus dem Handel gegangen. Zuletzt hatten die Investoren angesichts düsterer Wirtschaftsaussichten einen Bogen um Aktien gemacht. Auch an der Wall Street ging es in den vergangenen Tagen abwärts. In Asien kam zum Wochenschluss dagegen Kauflaune auf, nachdem China den Referenzzins für Kredite mit fünfjähriger Laufzeit stärker als erwartet um 15 Basispunkte gesenkt hatte. Dieser beeinflusst die Hypotheken. Die Behörden versuchen dadurch den Häusermarkt anzukurbeln und somit die Konjunkturabschwächung abzufedern. Der Shanghai-Composite legte 1,2 Prozent zu. Da das Thema Inflation an den Börsen gerade im Zentrum steht, werden Anleger auf die am Freitag anstehenden deutschen Erzeugerpreise blicken. Firmenbilanzen laufen nur noch vereinzelt ein. So lassen sich unter anderem Richemont in ihre Bilanz schauen.
Moody's senkt CS-Ausblick
Moody's hat den Ausblick für die Credit Suisse von "Stabil" auf "Negativ" gesenkt. Angesichts erwarteter Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten und eines Ertragsrückgangs in den Geschäftsbereichen Vermögensverwaltung und Investmentbanking korrigierte die Ratingagentur die Gewinnerwartungen für 2022 nach unten und geht auch für 2023 von einer gedämpften Rentabilität aus. Dazu kämen bei der Credit Suisse mögliche Kundenabwanderungen, mögliche Reputationsschäden, die Instabilität des Managements und mögliche Verzögerungen bei der Strategieumsetzung. Das "A1"-Rating bestätigte Moody's. Standard&Poor's und Fitch hatten ihre Einstufungen diese Woche gesenkt.
Autoexperte: Zulieferern fehlt finanzielle Kraft
Vielen Automobilzulieferern fehlt es nach Ansicht des Branchenexperten Stefan Reindl in der Krise an finanzieller Kraft für den Wandel. Die Branche befindet sich in einer tiefgreifenden Transformation, vom Verbrenner hin zur E-Mobilität. Kleinere Zulieferunternehmen, die noch ausschließlich Komponenten für Verbrennungsmotoren produzierten, kämen jetzt relativ schnell in die Bredouille, sagt der Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft in Geislingen. Für sie sei die Elektromobilität schneller gekommen als gedacht. "Für die könnte es ruinös werden, wenn sich die Effekte aus Corona oder dem Ukraine-Krieg auflösen, weil es dann einen Nachholbedarf geben wird", sagte Reindl. Was dann an Stückzahlen beim E-Auto hinzukomme, falle beim Verbrenner weg.
Führende Zulieferer wie Bosch, Continental oder Mahle ächzen derzeit angesichts stark steigender Kosten, welche sie an ihre Kunden, die Hersteller, weitergeben wollen. "Zuliefererverträge haben einen langfristigen Charakter und bestimmte Bindungen, dazu zählen auch die Preise", sagte Reindl. Trotzdem seien die Hersteller daran interessiert, weiter mit den tragenden Säulen der Zulieferer zusammenzuarbeiten. "Wenn beispielsweise bei Mercedes der Zulieferer Bosch wegfiele, dann hätte der Automobilhersteller ein riesiges Problem", sagt Reindl.
Pfund und Euro verliren
Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar 0,3 Prozent auf 128,16 Yen und legt 0,3 Prozent auf 6,7284 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er kaum verändert bei 0,9730 Franken. Parallel dazu fällt der Euro 0,2 Prozent auf 1,0561 Dollar und gibt 0,2 Prozent auf 1,0277 Franken nach. Das Pfund Sterling verliert 0,1 Prozent auf 1,2447 Dollar.
Euro / Dollar r
Inflation in Japan knackt Marke
Die Verbraucherpreise in Japan sind im April zum ersten Mal seit mehr als 13 Jahren über 2 Prozent gestiegen, ein Zeichen dafür, dass die höheren Energie- und Rohstoffkosten selbst in den inflationsresistentesten Regionen der Welt zu spüren sind. Regierungsdaten zufolge stieg die Inflation im April insgesamt um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Es war das erste Mal seit September 2008, dass die Inflation die Schwelle von 2 Prozent überschritten hat, ohne Berücksichtigung der Auswirkungen von Mehrwertsteuererhöhungen.
Die japanischen Unternehmen haben schon lange Erfahrung mit Deflation, das heißt mit anhaltend sinkenden Preisen und zeigten sich vorsichtig, um die preissensiblen Verbraucher des Landes nicht zu verärgern. Doch einige Firmen erklärten nun, sie hätten keine andere Wahl mehr. Am Montag teilte die Erfrischungsgetränkesparte der Suntory Holdings mit, dass sie ab Oktober die Preise für mehr als die Hälfte ihrer Produkte, darunter Wasser in Flaschen und Kaffee in Dosen, anheben werde. Die Preise werden zwischen 6 und 20 Prozent steigen. "Die Herstellungskosten verteuern sich erheblich aufgrund des Anstiegs der Rohstoffpreise, der durch die angespannte globale Nachfrage verursacht wird", so Suntory und verwies auf den jüngsten Fall des Yen und die höheren Kosten für das Kunststoffrecycling.
Zinsen in China runter - Kurse an Asien-Börsen rauf
Die asiatischen Aktien haben im frühen Handel zugelegt, nachdem China den Leitzins für die Kreditvergabe stärker als erwartet um 15 Basispunkte gesenkt hatte. Die Behörden versuchten dadurch die Konjunkturabschwächung abzufedern. "Auch wenn dies sicherlich nicht ausreichen wird, um den Gegenwind beim Wachstum im zweiten Quartal umzukehren, so ist die Senkung doch ein Schritt in die richtige Richtung", sagte Carlos Casanova, leitender Asienökonom bei der Union Bancaire Privee in Hongkong.
Die Börse in Tokio zeigt sich stärker: Der Nikkei zieht zunächst knapp ein Prozent an. Er liegt bei 26.677 Punkten. Der Topix steigt 0,7 Prozent auf 1874 Zähler. Der Shanghai Composite gewinnt 0,7 Prozent. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen verbessert sich 0,9 Prozent.
China senkt wichtigen Zinssatz für Immobiliendarlehen
China will mit der Senkung eines wichtigen Zinssatzes für langfristige Kredite die aktuelle Abschwächung der Konjunktur mildern. Die Fünfjahres-Prime-Rate, eine Referenzgröße für Immobiliendarlehen, wurde von 4,6 auf 4,45 Prozent gesenkt, wie die chinesische Zentralbank mitteilt. Volkswirte hatten mit einer Senkung gerechnet, allerdings in geringerem Umfang. Die Börsen Asiens legten auf die Nachricht hin zu. Mit der Zinssenkung soll die Nachfrage nach Darlehen angekurbelt werden, da wochenlange Corona-Lockdowns und eine Krise des Immobiliensektors die Stimmung bei Verbrauchern und Unternehmen drückt.
Die Beschränkungen durch die Null-Covid-Strategie Chinas bremsen die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt viel stärker als erwartet. Die Industrieproduktion fiel im April überraschend im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie Mitte Mai bekannt wurde. Auch die Einzelhandelsumsätze waren zuletzt deutlicher als vorhergesagt eingebrochen.
Rückkehr über die 14.000? Das wird für den DAX heute wichtig
Zur Wochenmitte hat der DAX noch auf Tagestiefniveau geschlossen, aus dem Donnerstagsgeschäft verabschiedete sich der deutsche Börsenleitindex auf Tageshoch. Er verlor dennoch. Das Minus betrug 125 Punkte oder 0,9 Prozent auf 13.882 Zähler. Auch an der Wall Street gaben die Kurse nach, fielen aber bei weitem nicht mehr so stark wie zur Wochenmitte. In Asien klettern die Notierungen zum Wochenschluss und stützen etwas. Aktuell wird der DAX auf Kurse um die 14.000er Marke notiert.
Ruhe dürfte auch zum Wochenschluss am deutschen Aktienmarkt kein Thema sein. Ein Grund: Bereits am Morgen um 08.00 Uhr MESZ werden die deutschen Erzeugerpreise veröffentlicht. Die Daten könnten die Inflations-, Zins- und Wirtschaftssorgen erneut anfachen. Im Bundestag wird zudem um die Energiehilfen für die Bevölkerung gerungen. Stratec und Wacker Chemie laden ihre Aktionäre zu virtuellen Hauptversammlungen ein.
Unabhängig davon verfallen heute Optionen auf Indizes und einzelne Aktien. Zu diesem Termin schwanken die Aktienkurse üblicherweise stark, weil Investoren die Preise derjenigen Wertpapiere, auf die sie Derivate halten, in eine für sie günstige Richtung bewegen wollen.