Hacker nehmen Wall Street ins Visier
Hacker haben in den vergangenen Wochen mit einer Welle von Anrufen versucht, in die Netzwerke von Dutzenden führenden US-Finanzunternehmen einzudringen. Zu den Zielen gehörten Finanzinvestoren wie Blackstone, KKR und Apollo Global Management, wie aus einem Bericht von Google und von der Nachrichtenagentur Reuters ausgewerteten Daten hervorgeht. Die Angreifer versuchen, an Passwörter von Mitarbeitern zu gelangen, um Lösegeld zu erpressen. Reuters konnte nicht feststellen, bei welchen Unternehmen die Angriffe erfolgreich waren.
Die Hacker nutzen dabei eine als "Social Engineering" bekannte Taktik. Sie geben sich in Anrufen bei Mitarbeitern als IT-Abteilung des eigenen Unternehmens aus und drängen die Angesprochenen dazu, ihre Passwörter oder Sicherheitsmerkmale auf einer gefälschten Webseite zu aktualisieren. Geben die Mitarbeiter ihre Daten ein, können die Angreifer diese samt der zur Absicherung nötigen Codes abgreifen und die Konten übernehmen. Experten zufolge zeigt die Vorgehensweise, dass trotz hochentwickelter Sicherheitsprogramme oft einfache Täuschungen am effektivsten sind.
Japan stützt Yen mit Rekordsumme
Japan hat den Yen im Frühjahr mit einer Rekordsumme am Devisenmarkt gestützt. Wie aus Daten des Finanzministeriums in Tokio hervorgeht, griff die Regierung zwischen dem 30. April und dem 6. Mai an insgesamt drei Tagen in den Markt ein. Allein am 30. April verkaufte sie Dollar im Gegenwert von 6,28 Billionen Yen - knapp 40 Milliarden Dollar. Damit übertraf sie den Tagesrekord vom 29. April 2024. Insgesamt beliefen sich die Stützungsmaßnahmen zwischen Ende April und Ende Mai auf 11,7 Billionen Yen. Die Maßnahmen halfen zwar kurzfristig, konnten den Abwärtstrend des Yen aber nicht stoppen. Im Juli fiel die Währung auf ein 40-Jahrestief; daraufhin intervenierten die Behörden in der vergangenen Woche erneut, diesmal abgestimmt mit den USA.
Asien-Anleger im Wartemodus
Die asiatischen Aktienmärkte zeigen sich vor den mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktdaten uneinheitlich. Anleger erhoffen sich von dem später am Tag erwarteten US-Arbeitsmarktbericht Hinweise auf die künftige Zinspolitik der US-Notenbank (Fed). Experten rechnen für Juli mit 80.000 neuen Stellen nach 57.000 im Juni und einer unveränderten Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent. "Da Anleiherenditen und Inflation die größten Risiken für Aktien bleiben, gehen wir davon aus, dass gute Nachrichten vom Arbeitsmarkt an den Börsen negativ aufgenommen werden", sagt Michael Feroli, Chefvolkswirt für die USA bei JPMorgan.
Der japanische Nikkei-Index gibt um 0,9 Prozent nach. Verluste bei KI- und Chip-Aktien machen breitere Kursgewinne am Markt zunichte. Der breiter gefasste Topix legt dagegen leicht um 0,04 Prozent auf 4057,47 Zähler zu. Auf Wochensicht hat der Nikkei damit 1,2 Prozent gewonnen, der Topix 1,3 Prozent. Der breit gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans tritt auf der Stelle. Der südkoreanische Kospi verliert 0,5 Prozent und verzeichnet damit die siebte Verlustwoche in Folge, während der chinesische CSI-300-Index um 0,2 Prozent zulegt.
Kinder gefährdet: Meta zu hoher Strafe verurteilt
Ein Gericht im US-Bundesstaat New Mexico hat den Facebook-Mutterkonzern Meta wegen Gefährdung der psychischen Gesundheit von Kindern zu einer Strafe von 567 Millionen Dollar verurteilt. Der Konzern kündigte Berufung an und erklärte: "Wir sind weiterhin überzeugt, beim Schutz von Jugendlichen im Internet eine gute Bilanz vorweisen zu können, und werden uns auch künftig gegen Behauptungen wehren, die den Sachverhalt falsch darstellen." Neben der Geldstrafe muss das Unternehmen dem Urteil (Ortszeit) zufolge seine Plattformen für Minderjährige in dem Bundesstaat anders ausgestalten. Richter Bryan Biedscheid gab damit dem Generalstaatsanwalt Raúl Torrez recht. Dieser hatte Meta vorgeworfen, seine Produkte seien darauf angelegt, junge Nutzer abhängig zu machen; zudem schütze der Konzern Kinder nicht ausreichend vor sexueller Ausbeutung. Die auf fünf Jahre angelegte Anordnung sieht unter anderem monatliche Begrenzungen der Nutzungsdauer für Jugendliche bei Facebook und Instagram, Einschränkungen bei Benachrichtigungen sowie strengere Kontrollen für Kontakte zwischen Erwachsenen und Minderjährigen vor.
Chinas Exporte wachsen dank KI-Boom
Chinas Exporte sind im Juli überraschend stark gestiegen. Die Ausfuhren legten auf Dollarbasis gegenüber dem Vorjahresmonat um 23,9 Prozent zu, wie die Zollverwaltung mitteilte. Analysten hatten lediglich mit einem Plus von 22,2 Prozent gerechnet, nach einem Anstieg von 27 Prozent im Juni. Die Importe wuchsen im Juli um 27,5 Prozent. Für die Importe hatten Experten einen Zuwachs von 27,9 Prozent erwartet, nachdem die Einfuhren im Vormonat noch um 36 Prozent gestiegen waren. Der Handelsbilanzüberschuss verringerte sich im Juli von 125,62 Milliarden Dollar im Juni auf 112,5 Milliarden Dollar.
Das ist los im frühen Devisenhandel
Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar geringfügig auf 158,32 Yen und legt leicht auf 6,7468 Yuan zu. Zur Schweizer Währung rückt er auf 0,8125 Franken vor. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,1520 Dollar und zieht leicht auf 0,9360 Franken an.
Toyota setzt Produktion in neun Werken aus
Wegen des herannahenden Taifuns "Dolphin" hat der japanische Autobauer Toyota die Produktion in neun Werken ausgesetzt. Der Wirbelsturm sorgt im Südwesten des Landes für heftige Regenfälle, hohen Wellengang und Windgeschwindigkeiten von bis zu 144 Kilometern pro Stunde. Die Behörden wiesen fast 260.000 Einwohner in den Präfekturen Kagoshima und Okinawa an, sich in Sicherheit zu bringen. Zudem wurden mehr als 500 Flüge gestrichen. Die japanische Wetterbehörde JMA warnte vor Überschwemmungen und möglichen Schäden an Gebäuden durch den langsam ziehenden Sturm.
Eine offene Straße - und Jobdaten
Nach dem Minus zur Wochenmitte hat der Dax im gestrigen Handel immerhin wieder einen Gewinn eingefahren, auch wenn er mit 0,1 Prozent auf 26.140 Punkte sehr überschaubar ausgefallen ist. Die Anleger hoffen weiter auf eine schnelle Öffnung der Straße von Hormus. Gleichzeitig haben sie die Berichtssaison im Blick. Dahingehend stützte etwa die Deutsche Telekom, ein Dax-Schwergewicht. Ein anderes, Siemens, belastete dagegen.
Zum heutigen Wochenschluss stehen Jobdaten konjunkturseitig im Fokus: Der Stellenaufbau am US-Arbeitsmarkt dürfte auch im Juli eher mau ausgefallen sein. Experten erwarten ein Plus von 80.000 Stellen, nach 57.000 im Juni. Solche Werte weit unter 100.000 gelten für die USA als recht niedrig. Die US-Notenbank, die für Vollbeschäftigung und Preisstabilität sorgen soll, achtet genau auf diese Entwicklung. Sie hat den Leitzins zuletzt konstant gehalten. An den Finanzmärkten wird darüber gerätselt, ob sie angesichts der seit langem erhöhten Inflation demnächst die Zügel anzieht oder womöglich weiter stillhält.
Zudem zeigen wichtige Konjunkturdaten, wie sich die deutsche Wirtschaft zum Ende des ersten Halbjahrs geschlagen hat. Für die Produktion im Juni erwarten Experten ein kleines Plus von 0,1 Prozent. Im Mai hatte es noch einen Zuwachs von 0,9 Prozent gegeben. Auch bei den Exporten dürfte die Wachstumsdynamik im Juni nicht mehr so hoch gewesen sein. Ökonomen rechnen mit einem Plus von 0,2 Prozent, nach 0,9 Prozent im Mai. Bei einem erneuten Zuwachs wäre es bereits der fünfte Anstieg in Folge, womit sich eine Trendwende für die auch von der US-Zollpolitik gebeutelte Ausfuhrwirtschaft anbahnen könnte.
Unternehmensseitig hatte der LKW-Bauer Daimler Truck über vorläufige Zahlen zum zweiten Quartal schon am 22. Juli berichtet und zugleich wegen besserer Absatzaussichten in den USA die Jahresprognose zum Gewinn etwas erhöht. Interessant ist zur Vorlage der Quartalsbilanz deshalb die Einschätzung von Daimler-Chefin Karin Radström, wie nachhaltig die Trendwende des für den Dax-Konzern wichtigen US-Marktes ist.
4,6 Milliarden Euro operativen Gewinn trauen die Analysten der Allianz allein im zweiten Quartal zu, das wäre noch einmal mehr als der Rekordwert von 4,5 Milliarden in den ersten drei Monaten dieses Jahres. Geht es so weiter, würde der Münchner Versicherungsriese im Gesamtjahr am oberen Ende seiner Zielspanne landen die von 16,4 bis 18,4 Milliarden Euro reicht. Strategisch hat Vorstandschef Oliver Bäte kürzlich einige Pflöcke eingeschlagen, die zu seiner Wachstumsstrategie in Asien passen: In Singapur hat die Allianz einen Lebensversicherer und einen Vermögensverwalter gekauft. Was der Plan damit ist, kann Bäte in einer Telefonkonferenz erläutern.
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