Dax vor US-Zinsentscheidung leicht im Minus
Unmittelbar vor der US-Leitzinsentscheidung am Abend sind die Anleger bei deutschen Aktien vorsichtiger geworden. Nach seiner jüngsten Erholungsrally gab der Dax um 0,13 Prozent auf 24.130,14 Punkte nach.
Vom November-Tief bei unter 23.000 Zählern hatte er sich in den vergangenen Wochen in der Spitze wieder um mehr als fünf Prozent erholt. Dabei war ihm auch die Rückkehr über die 24.000-Punkte-Marke gelungen, die ihm nun im Tagesverlauf Unterstützung gab.
Bevor am Abend deutscher Zeit der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed bekanntgegeben wird, kam auch der MDax nicht auf Touren. Der Index mit den mittelgroßen deutschen Werten schaffte es aber am Ende gerade so ins Plus. Er schloss 0,01 Prozent höher bei 29.732,65 Zählern. Eine Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte gilt in den USA als ausgemacht und bereits an den Finanzmärkten eingepreist. Spannender wird daher der geldpolitische Ausblick für die weltgrößte Volkswirtschaft.
Nach Ansicht der Experten von CMC Markets liegt eine mögliche Weihnachtsrally in den Händen von Fed-Präsident Jerome Powell. Der Marktanalyst Luis Ruiz von dem Online-Broker erinnerte daran, dass dieser vor einem Jahr schon einmal mit einer restriktiven Rhetorik die Märkte belastet habe.
Dax-Tagessieger waren Siemens Energy mit einem Plus von 4,3 Prozent. Für Auftrieb sorgte der US-Wettbewerbers GE Vernova. Der US-Energietechnikhersteller hat seinen Ausblick angehoben, zahlt mehr Dividende und will seine Aktienrückkäufe erhöhen. Hinter Siemens Energy wiesen Fresenius und FMC die größten Gewinne auf mit 2,3 bzw. 1,7 Prozent.
Weit hinten im Dax lagen Rheinmetall, die am Vortag noch stark gestiegen waren. Nun büßte das Papier 1,9 Prozent ein. In ganz Europa neigten die am Vortag festen Rüstungsaktien zur Schwäche. Im Handel wurde auf eine neue Friedensinitiative der USA für die Ukraine verwiesen. Im MDAX verloren Hensoldt 2,1 und Renk 2,7 Prozent. TKMS kamen um 2,7 Prozent zurück.
Für Munich Re ging es um 1,1 Prozent aufwärts nach einem Ausblick des Rückversicherers auf das kommende Jahr. Die avisierten Ziele lägen zwar weitgehend im Rahmen der Erwartungen, so ein Händler, insgesamt machten sie aber einen soliden Eindruck. Als positiv hob er die angestrebte Schaden-Kosten-Quote in der Schaden-Unfall-Rückversicherung von 80 Prozent hervor. Hannover Rück stiegen um 1,2 Prozent.
Delivery Hero sprangen um 13,7 Prozent nach oben. Der Essenslieferant will den schwachen Aktienkurs mit Teilverkäufen des Unternehmens, Partnerschaften oder Ähnlichem verbessern.
Bei Tui waren Händler mit den vorgelegten Geschäftszahlen insgesamt zwar zufrieden, der Reiseveranstalter zahlt angesichts eines starken Gewinns auch erstmals seit der Pandemie wieder eine Dividende. Als Haar in der Suppe machte der Markt aber die Winterbuchungen aus, die schwach aussähen. Für die zuletzt gut gelaufene Aktie ging es um 3,8 Prozent nach unten.
US-Rohöllagerbestände sinken etwas stärker als erwartet
Die Rohöllagerbestände in den USA haben sich in der Woche zum 5. Dezember 2025 etwas stärker als erwartet verringert. Sie fielen nach Angaben der staatlichen Energy Information Administration (EIA) gegenüber der Vorwoche um 1,812 Millionen Barrel. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten einen Rückgang um 1,6 Millionen Barrel vorhergesagt.
In der Vorwoche hatten sich die Lagerbestände um 0,6 Millionen Barrel erhöht. Die Benzinbestände nahmen nach EIA-Angaben um 6,397 Millionen Barrel zu. Analysten hatten einen Zuwachs von nur 2,0 Millionen vorhergesagt, nachdem die Vorräte bereits in der vorangegangenen Woche um 4,5 Millionen gestiegen waren.
Die Ölproduktion in den USA war in der Woche mit 13,9 Millionen Barrel pro Tag in etwa so hoch wie in der Vorwoche. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ergab sich ein Zuwachs von 0,2 Millionen Barrel.
Realitätscheck für Aktien
Eine Aktie günstig einkaufen und dann von einem Anstieg profitieren: das ist in der Theorie der Idealfall für ein Investment. Aber: wie findet man solche Aktien? Worauf es bei der Aktienauswahl ankommt, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Johannes Hesche von der Fondsgesellschaft Acatis.
Münchener Rück peilt 2026 mehr Gewinn an
Die Munich Re strebt für das kommende Jahr ein weiteres Gewinnwachstum an. Wie der Rückversicherungskonzern mitteilte, soll der Gewinn 2026 bei 6,3 Milliarden Euro liegen. Für dieses Jahr wird ein Nettoergebnis von 6 Milliarden Euro erwartet nach 5,7 Milliarden im Vorjahr, wie das DAX-Unternehmen im November bekräftigt hatte. Der Analystenkonsens für nächstes Jahr steht bei 6,35 Milliarden Euro.
Den Versicherungsumsatz erwartet die Munich Re 2026 bei 64 Milliarden Euro gegenüber einer Konsensprognose von 62 Milliarden Euro und einer - zuletzt gesenkten - eigenen Erwartung von 61 Milliarden Euro für dieses Jahr. Die Kapitalanlagerendite wird bei über 3,5 Prozent gesehen.
US-Anleger halten die Füße still
Wie zu erwarten, tut sich im Frühhandel an der Wall Street wenig. Auch im unmittelbaren Vorfeld der Zinsentscheidung um 20.00 Uhr MEZ halten die meisten Akteure die Füße still und warten ab. Dass die Notenbank die Zinsen um weitere 25 Basispunkte senken wird, wird mit einer Wahrscheinlichkeit von knapp 90 Prozent am Zinsterminmarkt bereits eingepreist. Der Zinsschritt selbst dürfte somit kaum für Bewegung sorgen, wenn er denn so kommt.
Im Fokus haben die Märkte daher den Ausblick der Währungshüter. Und hier gehen die Meinungen auseinander, wobei sich zuletzt die Stimmen derer mehrten, die zunächst mit einer Pause im Senkungszyklus rechnen. "Wir erwarten, dass dies eine falkenhafte Zinssenkung sein wird, wobei die Fed wahrscheinlich signalisieren wird, dass weitere Senkungen kurzfristig unwahrscheinlich sind", sagt Chefmarktstratege Chris Brigati von SWBC. Erschwert wird der Fed ihre Aufgabe dadurch, dass ihr zuletzt als Folge des Shutdowns aktuelle Daten fehlten und die Inflation beharrlich hoch ist. Vom Arbeitsmarkt kamen jüngst derweil durchwachsene Signale.
Der Dow-Jones-Index liegt minimal höher bei 47.587 Punkten. Der S&P-500 bewegt sich ebenfalls kaum und die technolgielastigen Nasdaq-Indizes, die insgesamt als zinsreagibler gelten, kommen um bis zu 0,3 Prozent zurück.
SpaceX und Börsengang: "Das dürfte spannend werden"
Erst kürzlich erhält Elon Musk das größte Vergütungspaket, das jemals vergeben wurde. Der neueste Plan des Tech-Milliardärs: Sein Weltraumunternehmen SpaceX soll aufs Parkett. Seine Abneigung gegen staatliche Kontrollen könnte ein Streitthema werden, vermutet ntv-Börsenreporterin Sabrina Marggraf.
Droht bei Porsche ein Kahlschlag?
Der Gesamtbetriebsratschef von Porsche, Ibrahim Aslan, sieht die deutschen Standorte des Sportwagenbauers in Gefahr. "Der Vorstand hat bisher kein Zukunftsbild für unsere deutschen Porsche-Standorte aufgezeigt, sondern droht mit der Verlagerung von Entwicklung und Produktion in Länder mit deutlich niedrigerem Lohnniveau", sagte Aslan in Stuttgart mit Blick auf die laufenden Gespräche über weitere Einsparungen. "Damit steht jeder vierte Arbeitsplatz in der Porsche AG auf dem Spiel."
Die Aussage bezieht sich auf das Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen, das Entwicklungszentrum in Weissach im Landkreis Böblingen sowie auf mehrere kleinere Standorte. Dort beschäftigt das Unternehmen etwa 23.000 Menschen. Rechnerisch könnten also bis zu über 5.500 Jobs längerfristig zur Disposition stehen. Eine konkrete Zahl wollte Aslan auf Nachfrage nicht nennen.
Gamestop nach Zahlen schwächer
Der US-Videospielehändler Gamestop kann mit seinem Geschäftsbericht nicht bei Anlegern punkten. Die Titel des Anbieters von Spielen auf CDs und DVDs rutschen im vorbörslichen Handel an der Wall Street um gut sechs Prozent ab. Der Umsatz im dritten Quartal verfehlte mit 821 Millionen Dollar die durchschnittliche Analystenprognose von 987,3 Millionen Dollar.
Kunden ziehen seit Langem Onlinekäufe und Abo-Plattformen klassischen Ladenbesuchen vor, was auf die Erlöse aus dem Geschäft von GameStop mit Spielen auf physischen Datenträgern drückt. Zugleich kommt das Unternehmen bei seiner Neuausrichtung auf digitale Downloads und Streaming nur langsam voran, da Branchenriesen wie Amazon bereits zur bevorzugten Anlaufstelle für Gamer geworden sind. Seit Jahresbeginn hat die GameStop-Aktie mehr als 25 Prozent an Wert verloren.
Norwegischer Staatsfonds scheut eine besondere Investition
Norwegens zwei Billionen Dollar schwerer Staatsfonds zeigt sich bei direkten Investitionen im boomenden Markt für Rechenzentren zurückhaltend. "Wir haben keine aktiven Pläne, dort zu investieren", sagte der neue Fondschef Alexander Knapp. Man sei bei stark schwankenden Sektoren sehr vorsichtig.
Der weltgrößte Staatsfonds hält zwar Anteile an börsennotierten Unternehmen, die Rechenzentren besitzen. Er ist aber nicht direkt an solchen Objekten beteiligt. Die Nachfrage nach Rechenzentren wird derzeit stark vom Ausbau der Infrastruktur für Künstliche Intelligenz durch Technologieriesen wie Microsoft, Amazon und Google angetrieben. Einige Investoren befürchten jedoch, das Wachstum könnte zu schnell und nicht nachhaltig sein.
Die Zurückhaltung ist Teil einer neuen Immobilienstrategie, die der norwegische Staatsfonds vorstellte. Demnach will er seine Präsenz über die bisherigen Metropolen hinaus ausweiten und künftig in ganz Westeuropa sowie in den USA und Kanada nach geeigneten Standorten suchen.
2026 könnte das große Börsen-Comeback bringen
Mit Ottobock, TKMS und Aumovio zählen drei deutsche Börsendebüts zu den gewichtigsten in Europa im laufenden Jahr. Doch viele Unternehmen machten einen Rückzieher. Mit dem erhofften konjunkturellen Aufschwung dürfte nach Einschätzung von Experten 2026 auch die Zahl der Börsengänge in Europa steigen.
Nach dem Rückgang im zu Ende gehenden Jahr sei der Ausblick "vorsichtig optimistisch", sagt Martin Steinbach, Partner bei der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY. In Europa gebe es einen "signifikanten Rückstau an Unternehmen, die auf das richtige Zeitfenster für einen Börsengang warten".
Im Jahr 2025 zählte EY weltweit 1.259 Börsengänge (Initial Public Offering/IPO) und damit etwas mehr als ein Jahr zuvor (1.240). Dabei spielten die Unternehmen 163,3 Milliarden Dollar (gut 140 Mrd Euro) ein und damit fast ein Drittel mehr als ein Jahr zuvor (123,4 Mrd Dollar).
Der deutsche Kapitalmarkt kam der Übersicht zufolge im laufenden Jahr auf sieben Neuzugänge - einer weniger als 2024. Allerdings sagten 2025 auch etliche deutsche Kandidaten ihre Börsenpläne ab: der Arzneimittelhersteller Stada, das Medizintechnologieunternehmen Brainlab und der Autoersatzteilhändler Autodoc.
Für 2026 sieht EY-Experte Steinbach in Deutschland Potenzial für bis zu zehn Börsengänge. Auch weltweit sei die "Pipeline weiterhin gut gefüllt".
Tui zahlt wieder Dividende an Aktionäre
Der Reisekonzern Tui will seinen Aktionären erstmals seit seinem Existenzkampf in der Corona-Krise wieder eine Dividende zahlen. Nach einem Gewinnsprung im vergangenen Geschäftsjahr (30.9.) sollen sie 10 Cent je Anteilsschein erhalten, wie das im MDax gelistete Unternehmen bei der Vorstellung seiner Jahresbilanz in Hannover mitteilte.
Im Geschäftsjahr 2024/25 steigerte Tui den Umsatz um gut vier Prozent auf 24,2 Milliarden Euro, wie bereits im November mitgeteilt wurde. Auf die Aktionäre entfiel ein Überschuss von rund 636 Millionen Euro, gut ein Viertel mehr als im Vorjahr.
SpaceX will nächste Stufe zünden - an der Börse
Es könnte der größte Börsengang aller Zeiten werden: Das Raumfahrt-Unternehmen von Elon Musk, SpaceX, peilt für 2026 einen Gang aufs Parkett an. Der Milliardär könnte damit sein ohnehin schon beträchtliches Vermögen erneut vergrößern.
Trump sei Dank: Boeing zieht bei Neuaufträgen an Airbus wohl vorbei
Der US-Flugzeugbauer Boeing dürfte den europäischen Rivalen Airbus bei den Neuaufträgen zum ersten Mal seit sechs Jahren wieder abhängen. Airbus-Chef Guillaume Faury sagte dem französischen Radiosender France Inter in einem gesendeten Interview, Boeing werde in diesem Jahr möglicherweise die Nase vorn haben. Die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump habe Boeing dabei geholfen, auch wenn inzwischen die Zeichen wieder auf Zollfreiheit für die Branche stehen. "Es ist richtig, dass der US-Präsident ihnen geholfen hat, indem Flugzeugaufträge Teil der Verhandlungen mit mehreren Ländern zur Lösung eines Zollstreits waren", sagte Faury.
Analysten zufolge haben zahlreiche Fluggesellschaften, vor allem in Asien, entweder Boeing-Maschinen bestellt oder lange geplante Orders zeitnah zu den Verhandlungen bekanntgegeben, um die USA im Zollstreit zu besänftigen. In US-Branchenkreisen hieß es dagegen, das Boeing-Langstreckenmodell 737 verkaufe sich unabhängig von Zollangelegenheiten gut.
Amazon plant Mega-Investition
Amazon will in Indien bis 2030 mehr als 35 Milliarden Dollar investieren. Das Geld solle in den Ausbau von Künstlicher Intelligenz (KI), die Logistik und Förderung von Exporten fließen, teilte der US-Onlinehändler mit. Amazon folgt damit anderen US-Technologiekonzernen, die ebenfalls stark in dem Land investieren. Microsoft hatte am Dienstag eine Investition von 17,5 Milliarden Dollar zugesagt, Google will 15 Milliarden Dollar in den kommenden fünf Jahren investieren.
Amazon plant zudem, bis 2030 eine Million zusätzliche Arbeitsplätze in Indien zu schaffen. Das Exportvolumen für indische Händler auf der Plattform solle von 20 Milliarden auf 80 Milliarden Dollar steigen. Der Online-Händler steht in dem bevölkerungsreichsten Land der Welt in einem scharfen Wettbewerb mit der Walmart-Tochter Flipkart und dem Handelsarm des Konzerns Reliance Industries.
Porsche setzt in China auf Verbrenner
Porsche schaltet in China wegen sinkender Absatzzahlen einen Gang zurück. Bis Ende 2026 solle die Zahl der Verkaufspunkte auf 80 sinken, sagte China-Chef Alexander Pollich der "Automobilwoche". 2024 waren es noch 150, Ende des Jahres seien es 120. Porsche reagiere damit auf den in den ersten drei Quartalen verzeichneten Absatzeinbruch in dem einst wichtigsten Markt um 26 Prozent auf 32.195 Fahrzeuge. Porsche nehme geringere Stückzahlen bewusst in Kauf, um den Wert der Marke in den Vordergrund zu stellen. "Wir rennen nicht den Einheiten hinterher", sagte Pollich. "Ein großer Hebel für den chinesischen Markt ist die angepasste Modellstrategie mit dem wieder stärkeren Fokus auf Verbrenner." Für 2026 zeigte sich der Manager vorsichtig: "Das Jahr wird erneut sehr herausfordernd werden. Die Bäume wachsen nicht in den Himmel."
KI-Wette im Online-Dating - mit neuer Firma
Der Gründer der Dating-App Hinge, Justin McLeod, tritt als deren Chef zurück, um ein neues, auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierendes Partnervermittlungs-Unternehmen zu gründen. Das teilte die Muttergesellschaft Match Group mit. Nachfolgerin an der Hinge-Spitze wird die bisherige Präsidentin Jackie Jantos. McLeod werde das neue, von Match unterstützte Unternehmen namens Overtone als Vorsitzender leiten und Hinge bis März beratend zur Seite stehen. Match plant, die erste Finanzierungsrunde von Overtone Anfang 2026 anzuführen und eine bedeutende Beteiligung zu halten.
Der Schritt zeigt die Bemühungen von Match, seine dominierende Stellung im Online-Dating zu verteidigen und sich gleichzeitig gegen experimentelle Unternehmungen abzusichern, die die Branche umgestalten könnten, sagte ein Analyst von MScience. Der gesamte Sektor steht unter Druck, das nachlassende Nutzerwachstum durch neue Technologien anzukurbeln.
Silber ist so teuer wie nie
Am Rohstoffmarkt erreicht der Silberpreis mit 61,02 Dollar je Feinunze ein neues Rekordhoch. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verteuert sich um 0,2 Prozent auf 62,03 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notiert 0,2 Prozent fester bei 58,35 Dollar.
"Interessant wird der Ausblick"
Der Dax startet etwas schwächer in das heutige Geschäft zur Wochenmitte. Der deutsche Börsenleitindex notiert aktuell im Bereich von 24.125 Punkten, nachdem er den gestrigen Handel mit 24.163 Zählern beendet hatte.
"Die Anleger halten sich zurück, denn am Abend steht der Zinsentscheid der US-Notenbank auf der Agenda", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Sabrina Marggraf. "Der Markt rechnet mit einer Senkung von 25 Basispunkten. Interessant wird aber der Ausblick auf das kommende Jahr sein."
Gute Vorlagen für Siemens Energy
Gute Vorlagen vom US-Wettbewerber GE Vernova könnten Siemens Energy treiben, heißt es im Handel. Der US-Energie- und Windanlagenhersteller hat seinen Ausblick angehoben und will Dividenden und Aktienrückkäufe erhöhen. Die Aktien sprangen in der US-Nachbörse über 6 Prozent nach oben. Ein Händler merkt allerdings an, dass wenig davon auf Siemens Energy übertragbar sei: "Da wird viel vom normalen Energiegeschäft und dem US-Datenzentrenausbau getragen, die Windsparte selbst leidet auch dort unter der Abneigung von Trump gegen Windanlagen".
Anleger setzen auf falkenhaften US-Zinsschritt
Mit einem ruhigen Geschäft an Europas Börsen rechnen Händler. Der Tag stehe im Zeichen des Abwartens vor der US-Notenbankentscheidung am Abend. Der Dax-Terminkontrakt zeigt sich 20 Punkte leichter. Erst um 20.00 Uhr wird Fed-Chef Jerome Powell den Zinsbeschluss bekannt geben. Noch wichtiger aber ist sein Ausblick auf das kommende Jahr. Angesichts der zuletzt stabilen US-Arbeitsmarktdaten gibt es wenig Gründe, einen klaren Zinssenkungspfad im Voraus anzukündigen. Auch bewegt sich die Inflation weit weg vom 2-Prozentziel der Notenbank.
Trotz einer erwarteten Zinssenkung um 25 Basispunkte wird daher von einer "hawkischen Zinssenkung" gesprochen. Dies erwartet auch Devisenanalystin Kristina Clifton von der CBA, da Powell versuchen dürfte, mit einer falkenhaften Botschaft diejenigen Mitglieder zu beschwichtigen, die eine Beibehaltung der Zinsen bevorzugt hätten. Mit Spannung wird daher auch auf den neuen "Dot Plot" gewartet, also die Zinsprognosen der einzelnen Fed-Mitglieder für die kommenden Monate.
Leicht positive Nachrichten kommen aus China. Dort sind die Erzeugerpreise (PPI) den zweiten Monat in Folge gestiegen. Dies könnten die ersten Zeichen sein, dass die Maßnahmen der Regierung zur Deflationsbekämpfung greifen.
Delivery Hero will Wert steigern
Aktien von Delivery Hero werden fester erwartet. Der Essenslieferant knickt vor dem Kapitalmarkt ein und will den schwachen Aktienkurs mit Teilverkäufen des Unternehmens, Partnerschaften oder Ähnlichem verbessern. In einem Aktionärsbrief wurde mitgeteilt, man prüfe "strategische Optionen" und wolle wertsteigernde Maßnahmen ergreifen. "Hoffentlich mündet das nicht in kurzfristigen Maßnahmen, die der strategischen Positionierung zuwiderlaufen", kommentiert ein Händler.
"Drill, baby, drill": USA vor Rekord-Ölförderung
Die US-Energiebehörde EIA hat ihre Prognose für die inländische Ölförderung für das laufende Jahr angehoben. Für 2025 rechnet sie nun mit einem Rekordwert von durchschnittlich 13,61 Millionen Barrel pro Tag (bpd), 20.000 mehr als bisher. Ihre Prognose für 2026 senkte die Behörde jedoch um 50.000 auf 13,53 Millionen bpd. Zugleich steigt die erwartete Ölnachfrage für 2025 um 100.000 auf 20,6 Millionen bpd, während die EIA für 2026 mit einer Stagnation rechnet. Der Preis für die US-Referenzsorte WT werde 2025 im Schnitt bei 65,32 Dollar pro Barrel liegen, für die Nordseesorte Brent bei 68,91 Dollar.
Die neuen US-Zahlen untermauern die Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA), die für das kommende Jahr einen Überschuss von bis zu 4,09 Millionen bpd vorhersagt. US-Präsident Donald Trump hat fossile Brennstoffe und die Kernkraft in den Mittelpunkt seiner Energiepolitik gerückt. Entsprechend seinem Wahlspruch "drill, baby, drill" forciert seine Regierung die Förderung von Öl und Erdgas, während sie zeitgleich gegen Solarenergie und Windkraft vorgeht.
Das große Warten
Mehrheitlich treten die asiatischen Aktien zur Wochenmitte auf der Stelle. Mit Spannung wird auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank am Abend gewartet. Eine weitere Zinssenkung um 25 Basispunkte wird am Markt mit großer Mehrheit erwartet. Gleichwohl gibt es Unsicherheit über den weiteren geldpolitischen Kurs der Fed. Hier reichen die Schätzungen laut Marktexperten von zwei bis zu vier weiteren Zinssenkungen. Entsprechend wird besonders auf Hinweise zur Geldpolitik im Jahr 2026 geachtet. Es könnte zudem eine recht knappe Zinsentscheidung werden.
Deutlichere Minuszeichen verzeichnet der chinesische Aktienmarkt. So reduziert sich der Shanghai Composite um 0,8 Prozent und für den Hang-Seng-Index geht es um 0,6 Prozent nach unten. Die chinesischen Verbraucherpreise haben im November den zweiten Monat in Folge zugelegt. Die Deflation der Erzeugerpreise verschärfte sich dagegen: Der entsprechende Index sank um 2,2 Prozent nach einem Minus von 2,1 Prozent im Oktober. Der Erzeugerpreisindex ist schon seit mehr drei Jahren im negativen Bereich. Ökonomen hatten mit einem Rückgang um 2,0 Prozent gerechnet.
In Tokio fällt der Nikkei um 0,5 Prozent. Die japanische Inflation blieb im November hartnäckig, was zu weiteren Spekulationen führt, ob die Bank von Japan (BOJ) bald die Zinsen erhöhen wird. Zuletzt hatte BOJ-Gouverneur Kazuo Ueda gesagt, dass die BOJ bei ihrer Sitzung am 18. und 19. Dezember die Vor- und Nachteile einer Zinserhöhung erörtern werde. Die Aussagen hatten zu einer erhöhten Nervosität an den Märkten geführt.
Ex-Milliardär Benko erneut vor Gericht
Der österreichische Investor und Ex-Milliardär René Benko steht erneut vor dem Landesgericht Innsbruck. Wie beim ersten Verfahren geht es um den Verdacht, dass der 48-Jährige Vermögenswerte vor seinen Gläubigern verheimlichen wollte. Außer Benko ist noch seine Ehefrau Nathalie angeklagt. Sie soll zur Tat beigetragen haben. Der Strafrahmen für das Delikt der sogenannten betrügerischen Krida, wie der Straftatbestand in Österreich heißt, beträgt in Anbetracht der Schadenssumme bis zu zehn Jahren Haft.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Geschäftsmann vor, Bargeld in Höhe von 120.000 Euro sowie elf hochpreisige Uhren und andere Gegenstände im Wert von 250.000 Euro in einem Tresor versteckt zu haben. Im Rahmen seiner Insolvenz als Einzelunternehmer habe er damit die Befriedigung von Gläubigerforderungen verhindert oder geschmälert, so die Justizbehörde.
KI-Sektor steht auf dem Prüfstand
Anleger halten sich vor der mit Spannung erwarteten Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed zurück. Die asiatischen Börsen tendieren schwächer. Anleger befürchten, dass die Fed zwar die Zinsen senken, aber gleichzeitig signalisieren könnte, dass weitere Schritte vorerst ausbleiben. Zudem stehen vor den Quartalszahlen von US-Technologiekonzernen die hohen Bewertungen im KI-Sektor auf dem Prüfstand.
In Tokio gibt der Nikkei-Index 0,3 Prozent auf 50.482,74 Punkte nach. Der Shanghai Composite verliert 0,7 Prozent auf 3881,51 Stellen.
Yen steht im Devisengeschäft im Fokus
Im Devisenhandel steht der japanische Yen im Fokus. Nach einer deutlichen Abwertung in der Nacht gibt der Dollar im asiatischen Handel etwas nach und verliert 0,2 Prozent auf 156,58 Yen. Zum chinesischen Yuan legt er leicht auf 7,0620 Yuan zu. Zur Schweizer Währung rückt der Dollar etwas auf 0,8060 Franken vor. Der Euro notiert fast unverändert bei 1,1626 Dollar.
Ist SpaceX 1,5 Billionen Dollar wert?
Das Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musk treibt einem Medienbericht zufolge Pläne für einen Börsengang voran und strebt dabei eine Bewertung von rund 1,5 Billionen Dollar an. Angedacht sei eine Notierung bereits Mitte bis Ende 2026, berichtete die Agentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. Das Unternehmen wolle bei dem Börsengang deutlich mehr als 30 Milliarden Dollar einnehmen. Damit wolle SpaceX weltraumgestützte Rechenzentren entwickeln und die dafür benötigten Chips kaufen.
Dem Bericht zufolge erwartet SpaceX 2025 einen Umsatz von rund 15 Milliarden Dollar, der 2026 auf 22 bis 24 Milliarden Dollar steigen soll. Der Großteil davon solle vom Satelliten-Internetdienst Starlink stammen. Medienberichte über einen Aktienverkauf, der das Unternehmen mit 800 Milliarden Dollar bewerten würde, hatte Musk am Samstag als falsch zurückgewiesen.
Fed steckt in der Zins-Zwickmühle
Die US-Notenbank Fed dürfte auf ihrer Sitzung eine weitere Zinssenkung beschließen. Die heutige Entscheidung steht jedoch im Spannungsfeld zwischen dem politischen Druck von Präsident Donald Trump und der Sorge vor einer hartnäckigen Inflation. Eine Senkung des Leitzinses um einen viertel Prozentpunkt - wie im September und Oktober - auf die Spanne von dann 3,5 bis 3,75 Prozent gilt am Finanzmarkt als ausgemacht. Die begleitende Erklärung dazu und die neuen Wirtschaftsprognosen werden zeigen, ob die Währungshüter die Tür für weitere Lockerungen offenlassen. Zudem dürfte der Beschluss Weichen für den künftigen Kurs unter einem neuen Notenbankchef und Nachfolger von Jerome Powell stellen.
Trump drängt auf niedrigere Zinsen, um insbesondere den Wohnungsmarkt anzukurbeln. Damit will er vor den wichtigen Zwischenwahlen im kommenden Jahr Bedenken über die allgemeine Bezahlbarkeit von Wohnraum begegnen. Dem Wunsch des Präsidenten stehen jedoch die Konjunkturdaten entgegen. Volkswirte erwarten kommendes Jahr robustes Wachstum, gestützt von hohen Konsumausgaben. Die Inflation dürfte sich bei rund drei Prozent einpendeln und damit weiter über dem Zwei-Prozent-Ziel der Fed liegen.
Wohin geht denn nun die Dax-Reise?
Der Dax bewegt sich weiter aufwärts. Allerdings könnte etwas mehr Dynamik im Spiel sein. Gestern schloss er 0,5 Prozent fester bei einem Stand von 24.163 Punkten. Am Freitag hatte er die 24.000er-Marke erst zurückerobert. Die Anleger halten sich aktuell noch zurück, wie Marktteilnehmer sagen und auf die heute anstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) verweisen. Eine Zinssenkung um 25 Basispunkte ist dabei fest eingeplant.
Aber auch schon vor dem Fed-Entscheid könnte Musik in den Markt kommen – und danach ebenso. So wagt etwa eine deutsche Schlüsselbranche den Blick voraus, denn der Verband der Chemischen Industrie (VCI) legt auf seiner Jahrespressekonferenz seine Prognose für das kommende Jahr vor. Angesichts der anhaltend konjunkturellen Unsicherheiten dürften die Aussichten für die Branche pessimistisch ausfallen. Verbandspräsident Markus Steilemann und Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup wollen zudem Wege aus der Krise aufzeigen und skizzieren, was zur Stärkung des Standorts Deutschland getan werden muss.
Auf Unternehmensseite zieht der Reisekonzern TUI Bilanz zum abgelaufenen Geschäftsjahr. Wie TUI bereits Mitte November bekannt gegeben hatte, stieg der operative Gewinn (Ebit) um mehr als zwölf Prozent auf 1,46 Milliarden Euro bei einem moderaten Umsatzplus auf 24 Milliarden Euro. Dank verbesserter Finanzlage will TUI die Anleger informieren, ob und wann erstmals seit Ausbruch der für die Reisebranche verheerende Corona-Krise wieder eine Dividende gezahlt wird. Auch zur Verbesserung der Marge in der Sparte Märkte + Airlines, zu der das Kerngeschäft mit Pauschalreisen gehört, dürfte es ein Update geben.
Und auch nach US-Börsenschluss und damit auch nach dem Fed-Entscheid ist noch einiges los, denn bei den Quartalsergebnissen des SAP-Rivalen Oracle steht das Cloud-Geschäft im Mittelpunkt. Vor einigen Monaten hatte eine optimistische Prognose für dieses Geschäftsfeld ein Kursfeuerwerk ausgelöst. Inzwischen bereitet Investoren die Schuldenaufnahme für den Bau neuer Rechenzentren Sorgen. Oracle hat für das abgelaufene Quartal einen Anstieg des Konzernumsatzes von zwölf bis 14 Prozent in Aussicht gestellt.