Der Börsen-Tag
16. September 2026
imageHeute mit Diana Dittmer und Juliane Kipper
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07:52 Uhr

Dax im Fed-Fieber: Börsianer wetten auf Zins-Hike heute Abend

Die Vorzeichen für den deutschen Aktienmarkt sind positiv. Der Dax-Terminkontrakt zeigt sich am frühen Morgen 55 Punkte höher. Klar im Fokus steht die Zinsentscheidung der US-Notenbank am Abend, worüber auch der wieder gestiegene Ölpreis vorübergehend in die zweite Reihe rückt. Mit rund 108 Dollar kostet Brent-Öl einen Tick weniger als am späten Dienstag.

An den Märkten hat sich mittlerweile die Meinung durchgesetzt, dass eine US-Zinserhöhung angesichts der extremen Inflation unverzichtbar ist. Die Wahrscheinlichkeit dafür wird am Zinsterminmarkt laut dem FedWatch-Tool bei 92 Prozent gesehen. Die US-Zehnjahresrendite ist nach dem Vortages- und Mehrjahreshoch von 5,04 Prozent auf knapp 5,00 Prozent zurückgekommen. Marktteilnehmer sehen darin Vorschusslorbeeren für die US-Notenbank: Eine Zinserhöhung wird als Signal für den Willen zur Inflationsbekämpfung gesehen. Sollte eine Erhöhung dagegen ausbleiben, wäre die Glaubwürdigkeit der US-Notenbank dahin - die Renditen am langen Ende dürften dann weiter steigen.

Als noch wichtiger gilt der Ausblick auf das künftige Vorgehen gegen die Inflation. Denn wegen der Abneigung des neuen Notenbankchefs Kevin Warsh gegen eine Forward Guidance hängen Marktteilnehmer hier im luftleeren Raum. Angesichts der laut einem Marktteilnehmer "meilenweiten Entfernung der Inflation von 3,4 Prozent vom Fed-Ziel bei 2,0 Prozent" preisen die Terminkontrakte auf US-Zinsen aktuell auf Jahressicht noch etwa drei weitere Erhöhungen ein.

"Fed-Zinserhöhungen sollten den Anstieg der Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen verlangsamen, indem sie die Entschlossenheit der Fed unterstreichen, die Inflation wieder auf das Ziel zu bringen, und das Wirtschaftswachstum bremsen", kommentiert Don Ellenberger, Leiter der Multisektor-Strategien bei Federated Hermes.

Bei den Konjunkturdaten des Tages stehen die US-Einzelhandelsumsätze im Fokus. Sie werden als entscheidender Gradmesser für den Konsum gesehen, der den größten Beitrag zum US-BIP liefert. Erwartet wird ein Plus von 0,8 Prozent zum Vormonat, nach einem Minus von 0,6 Prozent im Vormonat. Das Risiko eines weiteren Einbruchs sei jedoch angesichts der laufenden "Affordability"-Krise hoch, heißt es im Handel. Die explodierenden Kosten für Lebenshaltung in den USA hätten dies Daten mittlerweile zu einem Politikum gemacht angesichts eines zuletzt auf über 6 Dollar gestiegenen Dieselpreises je Gallone. .

Aus Großbritannien werden diverse Preisdaten gemeldet, daneben steht die Industrieproduktion in der Eurozone auf dem Programm.

Dax im Fed-Fieber: Börsianer wetten auf Zins-Hike heute Abend
07:37 Uhr

Gasspeicher-Poker rächt sich: Staat kauft jetzt teuer nach und die Verbraucher zahlen

Die Bundesregierung vollzieht einen späten Kurswechsel bei der Gasspeicher-Befüllung: Bei einem historisch niedrigen Füllstand von nur 55,9 Prozent greift der Staat jetzt angeblich doch direkt ein, um bis November mindestens 70 Prozent zu garantieren. 

Das Problem: Der Einkauf kommt teuer. Wegen Iran-Krieg und Sperrung der Straße von Hormus ist der Gaspreis an der Börse auf ein Drei-Jahres-Hoch von über 80 Euro/MWh geklettert.

Warum so spät? Der Aufschub war Absicht. Die Regierung wollte im Sommer nicht selbst die Preise treiben - wie in Italien und den Niederlanden geschehen - und setzte auf den Markt. Der versagte: LNG war wegen der Golf-Krise schon im Sommer zu teuer, private Händler speicherten kaum ein.

Jetzt zahlt der Verbraucher: Neukunden-Tarife liegen im September bei 1,0 bis 12,6 Cent/kWh - fast ein Cent mehr als im August und 24 Prozent über Vorjahr. Für ein Einfamilienhaus (20.000 kWh) heißt das 2200 bis 2400 Euro nur fürs Heizen. Für Mieter kommt der Schock zeitverzögert über die Nebenkostenabrechnung 2027.

Gasspeicher-Poker rächt sich: Staat kauft jetzt teuer nach und die Verbraucher zahlen
07:29 Uhr

Ölpreis gibt nach, bleibt aber der Spielverderber für die Fed

Der Ölpreis gibt im frühen asiatischen Handel nach, bleibt aber über 100 US-Dollar pro Barrel, da der Nahost-Konflikt das Angebot weiter verknappt. Eine besonders starke Kombination aus geopolitischen Risiken und physischen Angebotsunterbrechungen stütze den Rohölpreis weiterhin, schreibt Antonio Di Giacomo von XS.com in einer Research Note.

Der Preis-Bias könnte bullish bleiben, solange Brent bei rund 109 US-Dollar pro Barrel und WTI über 106 US-Dollar pro Barrel notiere, meint er. Eine längere Periode von Angebotsunterbrechungen könnte die Transport-, Produktions- und Treibstoffkosten in die Höhe treiben und damit die geldpolitischen Aussichten der US-Notenbank weiter verkomplizieren, fügt der Analyst hinzu. Die Terminkontrakte auf Brent-Rohöl mit vorderster Fälligkeit verbilligen sich um 0,9 Prozent auf 107,82 US-Dollar pro Barrel, während die WTI-Kontrakte um 0,9 Prozent auf 104,87 US-Dollar pro Barrel nachgeben.

Ölpreis gibt nach, bleibt aber der Spielverderber für die Fed
07:11 Uhr

Mitarbeiter von SK Hynix bekommen KI-Boom-Sonderbonus 

Der südkoreanische Speicherchiphersteller SK Hynix legt den Tarifstreit mit seinen Beschäftigten bei. Nach einem Votum der Gewerkschaft erhalten die Mitarbeiter ihre KI-Boom-Sonderboni künftig zu gleichen Teilen in bar und in Aktien.

Der Vorschlag erhielt die Unterstützung von 57,08 Prozent der abstimmenden Gewerkschaftsmitglieder. Im August hatte die Gewerkschaft einen früheren Deal abgelehnt, der eine Auszahlung von 40 Prozent der Boni in bar und 60 Prozent in Aktien vorsah, von denen ein Teil einer Sperrfrist unterlag. SK Hynix hatte sich im vergangenen Jahr bereit erklärt, zehn Prozent seines jährlichen Betriebsgewinns für Sonderzahlungen bereitzustellen.

Mitarbeiter von SK Hynix bekommen KI-Boom-Sonderbonus 
06:58 Uhr

Gesunkene US-Bond-Renditen stützen Asien-Börsen 

Zur Wochenmitte dominieren an den Börsen in Asien positive Vorzeichen. Marktteilnehmer sprechen von einer Gegenbewegung auf die jüngsten Verluste. Unterstützung komme von positiven US-Futures und wieder leicht gesunkenen US-Anleiherenditen.  

Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen steht mit 4,99 Prozent wieder knapp unter der Marke von 5,00 Prozent, die sie am Montag überwunden hatte. Mit Erleichterung werde auch zur Kenntnis genommen, dass der Anstieg der Ölpreise zunächst beendet zu sein scheine. Aktuell ermäßigt sich das Barrel Brentöl um 0,8 Prozent auf 107,87 Dollar. Furcht vor Versorgungsengpässen aufgrund des Nahostkonflikts dürfte die Preise aber auf hohem Niveau halten.

Im Blick stehen die Zinsentscheidungen der US-Notenbank heute, der Bank of England (BoE) am Donnerstag und der Bank of Japan (BoJ) am Freitag. Am Markt wird davon ausgegangen, dass die Federal Reserve den Leitzins um 25 Basispunkte anheben wird. Bei der BoE rechnen Marktbeobachter mit einem Beibehalten des aktuellen Zinsniveaus. Von der BoJ wird eine Zinserhöhung erwartet 

An der Börse in Tokio steigt der Nikkei-225-Index um 0,5 Prozent, der breiter gefasste Topix legt um ebenfalls 0,5 Prozent zu. Die - notorisch volatilen - japanischen Maschinenbauaufträge gingen im Juli in der Kernrate auf Monatssicht stärker zurück als erwartet. Daneben hat sich das japanische Handelsbilanzdefizit im August infolge der gestiegenen Ölpreise ausgeweitet. 

Im südkoreanischen Seoul geht es mit dem Kospi um 0,9 Prozent aufwärts. In Hongkong tendiert der Hang-Seng-Index gut behauptet, während der Composite-Index in Shanghai um 0,6 Prozent vorrückt. Etwas fester ist die Tendenz in Sydney. 

Unter den Einzelwerten gewinnen Nippon Steel in Tokio 0,9 Prozent. Der Stahlkonzern plant Investitionen von 900 Millionen Euro in der Slowakei. In Seoul verbessern sich SK Hynix um 3,1 Prozent. Der Chiphersteller hat sich im Streit um Erfolgsprämien mit den Gewerkschaften geeinigt. Samsung Electronics legen um 1,9 Prozent zu. 

Gesunkene US-Bond-Renditen stützen Asien-Börsen 
06:30 Uhr

Dax auf unruhiger See - erhöht die Fed die Zinsen?

Nach einem schwachen Start in den gestrigen Tag hat sich der Dax in der zweiten Hälfte des Handelstages wieder berappeln können. Für etwas Entspannung sorgten von den Tages- und Mehrjahreshochs zurückkommende Anleiherenditen. Auch beim Ölpreis hatte sich die Lage leicht entspannt. Dennoch bleibt die Lage an den internationalen Börsen fragil.

Was liegt heute an? Die US-Notenbank Federal Reserve steuert aus Sicht der Finanzmärkte auf die erste Zinserhöhung seit über drei Jahren zu. Erwartet wird, dass der Leitzins um einen Viertelpunkt auf die neue Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben wird.

Die vom Ölpreisschock infolge des Iran-Krieges befeuerte Inflation in den USA hat sich als äußerst hartnäckig erwiesen, womit Anleger die Fed unter Zugzwang sehen. US-Präsident Donald Trump setzt die unabhängigen Währungshüter jedoch immer wieder unter Druck, die Zinsen entgegen der gängigen Lehrmeinung in Zeiten hoher Inflation zu senken.

Dax auf unruhiger See - erhöht die Fed die Zinsen?