Dax gräbt sich ein
Trumps Zolldrohungen haben den Anlegern am deutschen Aktienmarkt zur Wochenmitte das Fürchten gelehrt. Der Dax schloss 1,1 Prozent tiefer bei 22.847 Punkten. Vor dem Stichtag am 2. April dürften die europäischen Märkte nun wohl seitwärts tendieren. Zuletzt hatten sie von der Hoffnung auf Ausnahmeregelungen bei den Zöllen profitiert.
"Der monatelange Optimismus und die Gelassenheit der Anleger sind in den vergangenen Wochen einer steigenden Nervosität gewichen", kommentierte Jochen Stanzl von CMC Markets. "Die Bereitschaft zu Gewinnmitnahmen ist deutlich gestiegen und die Finger sind näher an den Verkaufsknopf gerückt."
Eine tendenziell positive Nachricht kam aus Karlsruhe. Dort entschied das Bundesverfassungsgericht, dass der Solidaritätszuschlag verfassungsgemäß ist. Bei einem negativen Bescheid hätte der Staat möglicherweise Milliardensummen zurückzahlen müssen.
Übergeordnet herrschte Zuversicht: "Der Markt setzt darauf, dass die geld- und fiskalpolitischen Impulse wirken und die Konjunktur anschieben", so ein Marktteilnehmer. Gut für den exportlastigen Dax war, dass sich laut Ifo-Institut die Exporterwartungen laut der neuesten Umfrage erneut leicht verbessert haben. Die Anzahl der Branchen, die einen Anstieg der Auslandsumsätze erwarten, hat deutlich zugenommen. Selbst im Automobilbau hat sich die Stimmung gedreht, auch wenn der Ausblick noch verhalten ist.
Bei den Einzeltiteln ging es für Prosieben um 0,8 Prozent nach oben, gestützt von erneuten Übernahmespekulationen. Laut Reuters plant der Verwaltungsrat von MFE-MediaForEurope auf einer Sitzung am Berichtstag das weitere Vorgehen Richtung Prosieben.
Gegen den Trend am Gesamtmarkt zogen Siemens Energy um 1,7 Prozent an. Stützend wirkte der Verkauf der Mehrheit am indischen Windgeschäft an TPG durch Siemens Gamesa. Siemens Gamesa wird zukünftig nur noch 10 Prozent an dem Geschäft halten. Zwar wurden keine finanziellen Details genannt, die Nachricht sorgt allerdings bei den Anlegern für Erleichterung.
Tagesverlierer im Dax waren Sartorius mit einem Minus von 5,5 Prozent - hier soll eine negative Analystenstudie belastet haben.
1&1 gewannen 3,3 Prozent, und das, obgleich das operative Ergebnis dieses Jahr um 3,4 Prozent sinken soll und damit stärker als vom Markt erwartet. Die 1&1-Mutter United Internet kündigte derweil neben einer Erhöhung der normalen Dividende eine "Nachholdividende" an. Der Kurs rückte um 3,4 Prozent vor.
Das war der Börsen-Tag vom Mittwoch. Ab jetzt halten Sie die Kollegen und Kolleginnen von der Spät- und Nachtschicht auf dem Laufenden. Wir würden uns freuen, Sie morgen ab 6:30 Uhr wieder an dieser Stelle begrüßen zu dürfen!
Banker-Boni an der Wall Street ziehen um über 30 Prozent an
An der Wall Street sind die Boni der Banker im vergangenen Jahr wieder deutlich gestiegen. Insgesamt hätten sich die Sonderzahlungen an die Finanzexperten um 31,5 Prozent auf durchschnittlich 244.700 Dollar erhöht, weil es mehr Übernahmen und Fusionen gegeben habe, sagte New Yorks Rechnungsprüfer Thomas Di Napoli. "Diese Stärke des Finanzmarktes ist eine gute Nachricht für die Wirtschaft von New York und unseren Haushalt." Als weltweit führendes Finanzzentrum hängt in der Stadt jeder elfte Arbeitsplatz direkt oder indirekt mit der Wertpapierbranche zusammen.
Nicht über Risiken informiert? - Northvolt-Pleite könnte Bund und Land teuer kommen
Ex-Wirtschaftsminister Bernd Buchholz hat der Landesregierung vorgeworfen, ihr bekannte Risiken bei der Förderung der Batteriefabrik von Northvolt zurückgehalten zu haben. "Bei der Risikoeinschätzung wäre das - glaube ich - so nicht durch den Finanzausschuss gegangen", sagte der FDP-Politiker am Nachmittag. Er kündigte an, die Veröffentlichung von weiteren Teilen der insgesamt mehr als 21.000 Seiten aus den Northvolt-Akten beantragen, welche die Abgeordneten derzeit einsehen können.
Die Krise könnte für Bund und Land teuer werden. Northvolt hat rund 600 Millionen Euro von der staatlichen Förderbank KfW erhalten, für die Bund und Land je zur Hälfte bürgen. Aus einer Kabinettsvorlage von Ende 2023 zur Wandelanleihe, die nur in Teilen geschwärzt veröffentlicht wurde, gehe hervor, dass es nach Kenntnis der Landesregierung Risiken gab, sagte Buchholz. "Und über diese Risiken hat sie das Parlament nicht informiert."
Darum verdient Commerzbank-Chefin Orlopp deutlich weniger als ihr Vorgänger
Die neue Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp hat im abgelaufenen Jahr noch deutlich weniger verdient als ihr Vorgänger Manfred Knof. Die zum 1. Oktober 2024 an die Spitze der zweitgrößten börsennotierten Bank Deutschlands beförderte Orlopp kam auf eine Gesamtvergütung von 2,43 Millionen Euro, das waren gut 200.000 Euro mehr als 2023, wie aus dem Vergütungsbericht des Instituts hervorgeht.
Knof nahm 5,82 (2023: 3,65) Millionen Euro mit nach Hause. Das lag auch daran, dass ihm nach dem Aufhebungsvertrag noch 2,41 Millionen Euro an Grundgehalt und Übergangszahlungen bis zum Ende der ursprünglichen Laufzeit seines Vertrages Ende 2025 zustanden, die ihm gleich ausgezahlt wurden.
BoA prognostiziert Goldpreis bei 3500 Dollar
Für den Goldpreis geht es zur Wochenmitte wieder leicht nach oben. Die Feinunze gewinnt 0,1 Prozent auf 3025 Dollar. Nachdem das Edelmetall in diesem Monat die Marke von 3000 Dollar je Feinunze überschritten hat, dürfte es nach Einschätzung der Bank of America (BoA) in den nächsten zwei Jahren bis auf 3500 Dollar je Feinunze klettern.
Das neue Ziel könne erreicht werden, wenn die Nachfrage nach Gold als Investitionsobjekt um 10 Prozent zunehme, so die Analysten. Diese Nachfrage kann aus verschiedenen Quellen stammen, darunter anhaltende Käufe von Zentralbanken und weiter bestehender Appetit von Privatanlegern auf Gold-ETF. Auch die unsichere geopolitische Lage scheint den Goldpreis weiter zu stützen, wie die BoA hinzufügt.
Das haben die TV-Kollegen für Sie vorbereitet:
Sartorius-Aktie vor Hauptversammlung so billig wie seit drei Monaten nicht
Eine pessimistische Analystenprognose belastet laut einem Händler die Aktie von Sartorius. Die Titel des Göttinger Laborausrüsters verlieren gut drei Prozent und sind mit 177,20 Euro so billig wie seit fast drei Monaten nicht mehr.
Die Experten der US-Investmentbank JP Morgan rechnen bei Sartorius im ersten Quartal mit einem Rückgang der Auftragseingänge. Hintergrund seien unter anderem die Zurückhaltung der Kunden bei Investitionen in neue Geräte sowie eine schwache Nachfrage in China. Zudem dürften niedrigere Margen das operative Ergebnis (Ebitda) belasten. Auch erwarten die JP Morgan-Analysten, dass Sartorius für 2025 eine enttäuschende Umsatzprognose abgeben dürfte. Diese könnte auf der Hauptversammlung am Donnerstag veröffentlicht werden, sagt der Händler.
"Robuste Perspektive": US-Industrie überrascht
Die US-Industrie hat im Februar überraschend ein Bestellplus erzielt. Die Aufträge für langlebige Güter wie Flugzeuge und Baumaschinen stiegen um 0,9 Prozent, wie das Handelsministerium mitteilt. Volkswirte hatten mit einem Auftragsrückgang um 1,0 Prozent gerechnet, nach einem aufwärts revidierten Zuwachs von 3,3 Prozent zu Jahresbeginn.
Laut Ökonom Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) kam es auch ohne den schwankungsanfälligen Verkehrssektor zu einem Anstieg. Mit einem Plus von 0,7 Prozent wurde auch hier die Erwartung der Experten deutlich übertroffen, die nur einen Zuwachs von 0,2 Prozent veranschlagt hatten. "Insgesamt scheint die Industrieperspektive robust zu sein, wenngleich einige Stimmungsindikatoren zuletzt nachgegeben haben", so die Einschätzung des Helaba-Ökonomen.
Wall Street hadert mit Trumps "unsicherer Politikgestaltung"
Eine klare Tendenz zeigt sich nicht im frühen Handel an der Wall Street. Der Dow-Jones-Index steigt um 0,3 Prozent auf 42.699 Punkte. Der S&P-500 zeigt sich unverändert und für den Nasdaq-Composite geht es um 0,3 Prozent nach unten. Die Unsicherheit über die Zollpolitik der US-Regierung und die Auswirkungen auf den globalen Handel sorgen weiter für Zurückhaltung. Investoren hätten immer noch keine eindeutige Vorstellung davon, wie die geplanten Zölle aussehen, die in der kommenden Woche eingeführt werden sollen, heißt es.
US-Präsident Donald Trump hatte am Vortag außerdem für weitere Verwirrung gesorgt, als er sagte, er "könnte vielen Ländern Erleichterungen gewähren", was darauf hindeutet, dass einige Handelspartner der USA wahrscheinlich von den Maßnahmen ausgenommen werden. "Der sogenannte 'Befreiungstag' könnte nur der Anfang sein", sagt Pepperstone-Stratege Michael Brown. "Wie schon seit einiger Zeit ist es die mit der Politikgestaltung verbundene Unsicherheit und nicht die eigentliche Politik selbst, die solche Unsicherheit bei den Marktteilnehmern verursacht."
Stellenabbau bei Ford Deutschland: IG Metall fordert mindestens 200.000 Euro Abfindung
In dem Streit über den Stellenabbau bei Ford Deutschland hat die Gewerkschaft IG Metall hohe Abfindungen gefordert. Wer geht, solle einen Sockelbetrag von 200.000 Euro bekommen, heißt es in einem Forderungspapier der IG Metall, dessen Inhalt die Arbeitnehmervertreter der Belegschaft bei Betriebsversammlungen vorstellten.
Pro Beschäftigungsjahr solle ein Drittel-Jahresgehalt hinzukommen und pro Kind 10.000 Euro, außerdem soll es noch finanzielle Aufschläge für Menschen mit Behinderung geben. Beschäftigte, deren Tätigkeitsbereich ausgelagert wird, sollen ebenfalls Abfindungen bekommen.
Ein weiteres zentrales Element des Papiers ist die Forderung, dass die US-Mutter den deutschen Beschäftigten einen individuellen Insolvenzschutz geben soll.
Deutsche Versicherer wollen Infrastruktur mitfinanzieren
Die deutschen Versicherer wollen bei den anstehenden Investitionen in Infrastruktur mitmischen und privates Kapital beisteuern. Die Branche begrüßt das von Bundestag und Bundesrat verabschiedete Sondervermögen von 500 Milliarden Euro und plädiert dafür, privates Kapital gezielt als Ergänzung staatlicher Investitionen zu nutzen, wie aus einem Positionspapier des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervorgeht, das der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Das Paket sei ein wichtiger Schritt, um beim massiven Investitionsstau mit maroden Brücken, überlasteten Schienennetzen und sanierungsbedürftigen Wasserstraßen gegenzusteuern.
Es sei gut, dass der Bund den Weg für neue Investitionen frei gemacht habe, sagte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Privates Kapital schaffe finanzielle Spielräume, sorge für Planungssicherheit – und ermögliche ein schnelles Bereitstellen dringend benötigter Infrastruktur. "Davon profitieren nicht nur heutige Steuerzahler, sondern auch kommende Generationen."
Quasi-Nullnummer in 2024: Gesamtumsatz aller Dax-Konzerne kaum gewachsen
Das Umsatzwachstum der Dax-Konzerne ist im vergangenen Jahr dürftig ausgefallen. Der Gesamtumsatz stieg 2024 um 0,3 Prozent und lag damit unterhalb der Inflationsrate, wie aus einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY hervorgeht. Der Gewinn stieg zwar um 2,9 Prozent, inklusive der Wertberichtigung der Porsche Holding auf die Beteiligungen Porsche AG und Volkswagen sackte der Gesamtgewinn jedoch um 10,3 Prozent zum Vorjahr ab.
"Die anhaltende Wachstumsflaute und geringe Investitionsbereitschaft in Europa, ein steigender internationaler Wettbewerbsdruck und die Schwäche auf dem chinesischen Absatzmarkt führten dazu, dass etliche Konzerne massiv unter Druck gerieten", sagte EY-Deutschlandchef Henrik Ahlers.
"Wir sind langsam" - neuer Nissan-Chef will Entwicklungszeit radikal verkürzen
Nissan will das Tempo bei der Entwicklung neuer Fahrzeuge erhöhen und dadurch konkurrenzfähiger werden. "Wir sind langsam. Das ist eine der Sachen, denen wir uns stellen müssen", sagte heute der designierte Vorstandschef Ivan Espinosa, der Makoto Uchida am 1. April an der Spitze des japanischen Autobauers ablösen wird. Er wolle die Entwicklungszeit für das erste Auto einer Baureihe auf 37 Monate verkürzen, während das zweite oder dritte Auto nur noch 30 Monate benötigen sollten. Bislang braucht Nissan rund 55 Monate.
Schaeffler platziert Anleihen in Milliardenhöhe
Der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler hat Unternehmensanleihen mit einem Volumen von 1,15 Milliarden Euro erfolgreich bei internationalen Investoren platziert. Die Transaktion setzt sich aus zwei Tranchen zusammen und war angesichts einer starken Nachfrage mehrfach überzeichnet, wie das SDax-Unternehmen mitteilte.
Eine Anleihe über 550 Millionen Euro und Fälligkeit am 1. April 2028 ist mit 4,25 Prozent verzinst. Eine Anleihe mit einem Volumen von 600 Millionen Euro mit Fälligkeit 2031 hat einen Kupon von 5,375 Prozent.
Die Ausgabe der neuen Anleihen ist für den 1. April vorgesehen. Die Anleihen werden am regulierten Markt der Luxemburger Wertpapierbörse notiert.
Britische Inflation: "Musik in den Ohren der Notenbank-Mitglieder"
Positiv bewertet wird am Markt die Entwicklung der britischen Inflation. Mit 2,8 Prozent wurde die Prognose von 2,9 Prozent leicht unterschritten.
"Das Momentum der Inflation geht deutlich zurück", sagt Sanjay Raya von Deutsche Bank Research. Das sei "Musik in den Ohren der Notenbank-Mitglieder". Zudem komme die Dienstleistungs-Inflation unerwartet schnell zurück.
Das Szenario weiterer Zinssenkungen werde wahrscheinlicher. Das Pfund kommt dazu passend zurück. Der Londoner FTSE notiert mit einem Plus von 0,2 Prozent gut behauptet, damit liegt er etwas besser im Markt als die meisten anderen europäischen Indizes.
Streit mit Großinvestor beigelegt: Tesla kündigt Verkaufsstart in Saudi-Arabien an
Tesla wird im nächsten Monat in Saudi-Arabien mit dem Verkauf seiner E-Autos an den Start gehen. Bei einem Launch-Event in Riad am 10. April würden E-Autos und solarbetriebene Produkte präsentiert, teilte der US-Konzern auf seiner Internetseite mit.
Fahrzeuge von Tesla werden bislang in anderen Ländern des Nahen Ostens vertrieben, jedoch nicht in Saudi-Arabien, dem größten Markt der Golfregion. Der saudische Public Investment Fund (PIF) war früher ein Großinvestor in Elon Musks E-Autounternehmen. 2019 verkaufte der Fonds den Großteil seiner Beteiligung in Höhe von mehreren Milliarden Dollar. Vorangegangen war ein Streit zwischen PIF und Musk über den gescheiterten Versuch des Tesla-Milliardärs, das Unternehmen im Jahr 2018 von der Börse zu nehmen. Wegen der überraschenden Ankündigung, die Börsenturbulenzen zur Folge hatte, wurde Musk von Investoren verklagt.
Siemens Energy erobert Dax-Spitze
Die Aktien von Siemens Energy steigen um bis zu 3,5 Prozent und sind damit der größte Gewinner im Dax. Die Tochtergesellschaft Siemens Gamesa trennt sich vom größten Teil ihrer Windenergie-Geschäfte in Indien. Der Preis für die Windenergieanlagen liegt zwischen 500 Millionen und 550 Millionen Dollar. Eine vom indischen Unternehmen TPG angeführte Gruppe von Investoren bringt das Portfolio in eine neue Gesellschaft ein.
Siemens Gamesa trennt sich von Windenergie-Geschäften in Indien
Der Windturbinen-Hersteller Siemens Gamesa trennt sich vom größten Teil seiner Windenergie-Geschäfte in Indien und Sri Lanka. Eine vom indischen Unternehmen TPG angeführte Gruppe von Investoren bringe das Portfolio in eine neue Gesellschaft ein, an der TPG die Mehrheit halte, teilte Gamesas Mutterkonzern Siemens Energy mit.
Gamesa gebe 90 Prozent seiner Windenergie-Aktivitäten in Indien und Sri Lanka ab und werde mit zehn Prozent an der neuen Gesellschaft beteiligt. Rund 1000 Beschäftigte wechselten die Seiten. Zudem gebe Gamesa zwei Produktionsstätten in Indien ab.
Der indische Markt sei sehr zersplittert und der Wettbewerb hart, sagte Gamesa-Chef Vinod Philip der Nachrichtenagentur Reuters. Um dort erfolgreich zu sein, müsse ein Unternehmen aus Indien für Indien agieren. Die neue Gesellschaft könne zudem Lieferant für das weltweite Geschäft von Siemens Energy werden, das dadurch seine Lieferkette weiter verbreitern würde.
Chinesischer E-Autobauer BYD nimmt Großbritannien ins Visier - "sehr offen für chinesische Produkte"
Der chinesische Elektroautobauer BYD will seine Auslandsexpansion vorantreiben. Zudem will er Zölle durch lokale Produktionen umgehen. BYD plane den Fahrzeugabsatz außerhalb der Volksrepublik auf über 800.000 zu verdoppeln, kündigte Konzernchef und BYD-Gründer Wang Chuanfu vor Analysten an.
Einen deutlichen Anstieg von Marktanteilen erwarte er in Großbritannien, das für chinesische Produkte sehr offen sei. Große Chancen für schnelles Wachstum sehe er auch in lateinamerikanischen und südostasiatischen Ländern, deren Regierungen und Bevölkerung chinesischen Marken ebenfalls gegenüber aufgeschlossen seien.
Auf diese Autos bieten Hersteller saftige Rabatte
Die deutsche Autoindustrie steckt in der Krise - die Verkaufszahlen stagnieren. Doch die Hersteller wollen mit kräftigen Rabatten auf Neuwagen gegensteuern. Wo es sich lohnt und wo man lieber warten sollte, verrät Autoexperte Dudenhöffer.
MDax-Platz von Evotec wackelt - Kurs rauscht Richtung Jahrestief
Die Abwärtsdynamik in Evotec lässt zwar etwas nach, der Kurs fällt aber um weitere 0,7 Prozent und nähert sich damit dem Jahrestief von 6,03 Euro.
Damit ist auch der MDax-Platz gefährdet. Evotec sind nun der kleinste MDax-Titel. Der beste SDax-Titel sind aktuell Dürr (+0,1%).
Auto, Chemie und Pharma kassieren Prügel - "Das sind die möglichen Zölle"
Die Aktien aus den Sektoren Automobil, Chemie und Pharma führen die Abwärtsbewegung in Europa an. "Das sind die möglichen Zölle, die drücken", meint ein Marktteilnehmer. Leicht im Plus liegt der Index der Ölaktien.
Der Dax notiert im Zeichen der Zölle 0,7 Prozent leichter bei 22.939 Zählern. Vor dem Stichtag am 2. April dürften die Märkte seitwärts tendieren, nachdem sie zuletzt auch von der Hoffnung auf Ausnahmeregelungen bei den Zöllen profitiert hatten.
19 (!) Stunden in der Luft - Qantas kündigt weltweit längste Direktflüge an
Die australische Fluggesellschaft Qantas will ab 2027 die längsten Direktflüge der Welt anbieten. Die Ultralangstreckenflüge zwischen Sydney und London sowie Sydney und New York werden voraussichtlich 19 Stunden dauern, so die "Financial Times". Es sei noch keine Entscheidung darüber getroffen worden, welche Strecke als erste in Betrieb genommen werde.
Die Airline setzt auf eine starke Passagiernachfrage für ihr "Project Sunrise". Für die bereits seit 2018 angebotene Direktverbindung von London nach Perth erhalte Qantas positives Kundenfeedback, sagte Qantas-Chefin Vanessa Hudson.
Porsche SE senkt Dividende
Der VW- und Porsche-Großaktionär Porsche SE schüttet für das vergangene Geschäftsjahr wegen der geringeren Zuflüsse seiner beiden Hauptinvestments weniger Dividende aus. Je Vorzugsaktie sollen die Aktionäre 1,91 Euro erhalten, nach 2,56 Euro im Vorjahr, wie die von den Familien Porsche und Piech kontrollierte Holding mitteilte.
Für 2024 musste die Porsche SE hohe Wertberichtigungen auf ihre Beteiligungen an VW und Porsche vornehmen, was zu einem rein buchhalterischen Konzernverlust von 20 Milliarden Euro führte. Ohne diesen nicht zahlungswirksamen Sondereffekt wäre das Nettoergebnis auf 3,2 von 5,1 Milliarden Euro gesunken.
Für das laufende Jahr erwartet der Dax-Konzern ein entsprechend angepasstes Konzernergebnis zwischen 2,4 und 4,4 Milliarden Euro.
"Trotz Absatzeinbruch im Februar geht es bei Tesla in der letzten Handelsstunde aufwärts"
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Dax startet fester
Der Dax geht mit Gewinnen in den Handel und legt 0,3 Prozent auf 23.193 Zähler zu. Gestern hatte der Leitindex 1,1 Prozent fester bei 23.109 Punkten geschlossen. Im Fokus stehen heute weiterhin die Zoll-Drohungen Donald Trumps, die Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD sowie die Gespräche über eine Waffenruhe in der Ukraine. Die Ukraine, Russland und die USA interpretieren die bisherigen Ergebnisse sehr unterschiedlich.
Aktien von 1&1 rauschen in die Tiefe
Nach einem enttäuschenden Ausblick verkaufen Anleger ihre Aktien von 1&1. Die Titel der Mobilfunk-Tochter des Internetkonzerns United Internet geben rund 7 Prozent nach. Die Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr liege deutlich unter den Markterwartungen, sagt ein Händler und spricht von einem "wirklich uninspirierenden Ausblick".
Übernahmespekulationen treiben Aktienkurs von ProSiebenSat.1
Spekulationen auf ein Übernahmeangebot treiben die Aktien von ProSiebenSat.1 im Frankfurter Frühhandel um rund 2 Prozent nach oben. Der von der italienischen Berlusconi-Familie kontrollierte Fernsehkonzern MFE habe für heute eine Sitzung des Verwaltungsrats einberufen, um ein mögliches Angebot für den deutschen Konkurrenten zu prüfen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters und beruft sich dabei auf Insider.
Deutscher Panzergetriebe-Hersteller verzeichnet hohe Nachfrage
Der Augsburger Großgetriebehersteller Renk erwartet für 2025 angesichts der Aufrüstung einen Umsatz- und Gewinnsprung. Der Auftragsbestand habe Ende des vergangenen Jahres bei fünf Milliarden Euro gelegen, teilte das vor allem für Panzergetriebe bekannte Unternehmen mit. Daraus sollen in diesem Jahr mehr als 1,3 Milliarden Euro Umsatz werden. Das bereinigte Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) soll sich auf 210 bis 235 Millionen Euro verbessern, das wäre ein Plus von 11 bis 24 Prozent. "Die Nachfrage nach Renk-Produkten ist auch aufgrund der weltweiten geopolitischen Entwicklungen ungebrochen hoch", sagte der neue Vorstandschef Alexander Sagel.
Am stärksten wuchs 2024 die Sparte Vehicle Mobility Solutions, zu der die Getriebe unter anderem für den "Leopard 2"-Panzer gehören, mit 32 Prozent. Sie steht inzwischen für gut 60 Prozent des Umsatzes.
Verband gegen Boykott von US-Waren
Der deutsche Außenhandelsverband BGA hält Aufrufe zum Boykott US-amerikanischer Waren nicht für den richtigen Weg. "Auch wenn wir in politischen Fragen derzeit häufig anderer Meinung sind, wäre ein Boykott die falsche Antwort", sagte der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Dirk Jandura. "Wir sollten die ohnehin schon komplexe Lage nicht weiter zuspitzen. Statt uns mit Boykotten, Zöllen und Gegenzöllen zu überziehen, sollten wir besser mit den USA in den Dialog über die transatlantischen Handelsfragen der Zukunft kommen."
Mit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump vor gut zwei Monaten haben sich die Beziehungen der Vereinigten Staaten zu vielen langjährigen Verbündeten verschlechtert. So boykottieren viele Kanadier - teils unterstützt von Handel und Politikern - Waren "Made in USA", nachdem Trump wiederholt von einer Annexion des nördlichen Nachbarn gesprochen hat. Auch in der Europäischen Union, der Trump mit hohen Strafzöllen droht, regt sich Protest. Auf der Plattform Reddit haben sich 189.000 Mitglieder in dem Forum "BuyFromEU" organisiert, wo europäische Alternativen zu US-Produkten angepriesen werden.
Mit einem Außenhandelsumsatz - der Summe von Exporten und Importen - von 252,8 Milliarden Euro waren die Vereinigten Staaten im vergangenen Jahr erstmals seit 2015 wieder Deutschlands wichtigster Handelspartner. Damit wurde China abgelöst. Allein die deutschen Exporte in die USA summierten sich im vergangenen Jahr auf mehr als 161 Milliarden Euro und erreichten damit einen Rekordwert.
VW hat mächtig Ärger in Indien
Bei Volkswagen bahnt sich eine neue Krise an. Eine, von der ein Anwalt des Autobauers laut "Süddeutscher Zeitung" vor einem indischen Gericht sagte: "Die Sache ist ernst. Es ist jetzt eine Frage von Leben oder Tod." VW steckt in einem Rechtsstreit mit der indischen Steuerbehörde. Ganze 2,8 Milliarden Dollar Strafe müsste der Konzern im schlimmsten Fall zahlen - eine Summe, die sogar den Riesen-Konzern zwar gehörig schmerzen, die Existenz jedoch nicht bedrohen dürfte.
Der Vorwurf: VW soll fast vollständige Autos auseinandergebaut und in zerlegter Form nach Indien importiert haben. Dort sei die Ware der Steuerbehörde zufolge dann als Einzelteile deklariert worden - und nicht als Auto. Somit sank die Zolllast von 30 bis 35 Prozent auf gerade einmal fünf bis 15 Prozent. Die 2,8 Milliarden US-Dollar, die "Skoda Auto Volkswagen India" nachträglich an Steuern zahlen müsste, könnten dazu führen, dass die indische Tochter nicht mehr überlebensfähig sei. Das sagte Volkswagen-Anwalt Arvind Datar vor Gericht.
Öl wird etwas teurer
Am Rohstoffmarkt verteuert sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 0,3 Prozent auf 73,20 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notiert 0,3 Prozent fester bei 69,19 Dollar.
Trump dominiert Handel in China und Japan
Die wichtigsten asiatischen Börsen sind der Wall Street nach oben gefolgt - wenn auch nur gering. Hoffnung machte Donald Trumps Ankündigung, dass nicht alle angekündigten Zölle zum Stichtag am 2. April kommen und einige Länder eine Ausnahmeregelung erhalten werden.
Der Chefstratege von Rakuten Securities, Masayuki Kubota, geht davon aus, dass die Trump-Regierung einen gemäßigteren Ansatz verfolgt, um eine Rezession in den USA und der Weltwirtschaft zu vermeiden: "Es könnte einen Schock für den Markt geben, wenn im April verschiedene Ankündigungen gemacht werden, aber ich denke, dass dies eine gute Kaufgelegenheit darstellen wird."
In Tokio legte der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,5 Prozent auf 37.954 Punkte zu, der breiter gefasste Topix gewann 0,3 Prozent auf 2806 Zähler. Aktien aus dem Halbleiterbereich stützten den Nikkei-Index insgesamt, wobei der Chipausrüster Tokyo Electron um 1,4 Prozent und der auf künstliche Intelligenz fokussierte Startup-Investor Softbank Group um 0,2 Prozent zulegten. Der Spielkonsolen-Hersteller Nintendo stieg um 5 Prozent.
Die Börse Shanghai gewann 0,2 Prozent auf 3375 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen tendierte bei 3930 Punkten.
Und so lief es an der Wall Street:
Dax wittert Morgenluft - Porsche SE zieht Bilanz
Mit dem Dax ist es am Dienstag nach oben gegangen. "Die deutlich verbesserten Ifo-Geschäftserwartungen spiegeln offenbar die Hoffnung vieler Unternehmen wider, dass das Finanzpaket der künftigen Regierung die Konjunktur am Ende anschieben wird", hieß es bei der Commerzbank. Aber das Plus liege wohl auch an einer Erholung der weltweiten Industriekonjunktur, die von den Leitzinssenkungen der westlichen Zentralbanken profitiere.
Im Fokus steht heute Porsche SE. Der Großaktionär von Volkswagen und Porsche zieht Bilanz über das vergangene Jahr. Hohe Abschreibungen auf die beiden Hauptinvestments führen zu einem Konzernverlust von 20 Milliarden Euro. Dieser ist aber nicht zahlungswirksam, eine Dividende soll dennoch fließen. Die von den Familien Porsche und Piëch kontrollierte Holding trat kürzlich Spekulationen entgegen, dass im Eigner-Clan ein Verkauf von VW-Aktien in Betracht gezogen wird.
Blicken wir auch mal nach Großbritannien: Der Preisauftrieb im Vereinigten Königreich dürfte im Februar etwas nachgelassen haben. Experten erwarten, dass die Inflationsrate im Februar auf 2,9 von 3,0 Prozent im Januar zurückgegangen ist. Die Notenbank, die einen Wert von zwei Prozent anstrebt, hatte jüngst den Leitzins bei 4,50 Prozent konstant gehalten. Sie verwies auf die zurzeit große wirtschaftliche Unsicherheit. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte Ende 2024 nur minimal gewachsen sein. Klarheit bringen frische Daten des Statistikamtes zum vierten Quartal.
Die komplette Terminübersicht für diese Woche finden Sie hier.