Das "Biest Inflation" verliert an Schrecken - DAX steigt
Die niedrigste Inflationsrate seit zweieinhalb Jahren hat die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen eventuell schon in wenigen Monaten genährt und damit die Kurse beflügelt. Seit Einsetzen des Inflationsschubs vor mehr als zwei Jahren war daran eigentlich nicht zu denken. Die Europäische Zentralbank (EZB) fährt nach einem Zinsstakkato von zehn Erhöhungen zwar weiter auf Sicht und signalisiert eine längere Pause. In der US-Notenbank Fed kommt jedoch bereits eine Debatte über eine Zinswende nach unten im kommenden Jahr in Gang.
Der DAX überwand in dieser Gemengelage nachhaltig die psychologisch wichtige 16.000er Marke und legte in der Spitze 1,1 Prozent auf 16.174 Punkte zu. Damit stand er so hoch wie seit vier Monaten nicht mehr. Am Ende schloss der deutsche Leitindex etwas niedriger bei 16.166 Zählern. Der EuroStoxx50 kletterte um vergleichsweise sparsame 0,5 Prozent auf 4371 Zähler.
Zinsoptimismus trieb vor allem den Immobiliensektor an. Vonovia gewannen im DAX 2,4 Prozent und LEG im MDAX 2,7 Prozent.
Aroundtown blieben indes nach Neunmonatszahlen mit minus 2,4 Prozent von der guten Stimmung weitgehend ausgeschlossen. Eine Erholung gab es dennoch, denn am Morgen noch war die Aktie um bis zu elf Prozent abgesackt. Der Gewerbeimmobilienspezialist steckt wegen des schwachen Umfelds unter dem Strich tief in den roten Zahlen.
Adidas (+3,3%) und Puma (+3,5%) schlossen nach den Geschäftszahlen von Foot Locker fester. Zwar fielen Umsätze und Gewinn von Foot Locker im dritten Quartal, allerdings weniger stark als erwartet. Ein starkes Black-Friday-Geschäft gab Rückenwind. Außerdem hat Foot Locker die Prognose für das laufende Jahr angehoben.
Umstufungen bewegten einige Autowerte aus dem DAX. Die US-Bank JPMorgan äußerte sich vor allem zu VW vorsichtiger, während sie BMW positiver beurteilt. BMW stiegen um 3,1 Prozent. VW schüttelten zuletzt ihre frühen Verluste ab und stiegen um 1,7 Prozent.
Bei Nebenwerten wie Borussia Dortmund ging es um 5,6 Prozent höher. Der Verein steht im Achtelfinale der Champions League.
Hiermit verabschiedet sich der Börsen-Tag am Mittwoch. Morgen Früh geht es an dieser Stelle munter weiter. Bis dahin halten Sie die Kollegen und Kolleginnen von der Spät- und Nachtschicht auf dem Laufenden. Schauen Sie also gerne immer wieder bei ntv.de vorbei!
Stellantis-Aktien auf Allzeithoch
Die Aktien der Opel-Mutter Stellantis sind auf ein Allzeithoch gestiegen. Die in Mailand gelisteten Wertpapiere kletterten zeitweise um knapp fünf Prozent auf 19,62 Euro und erreichten damit einen Rekordwert. "Die Aktie durchbrach die Schwelle von 19,35 Euro und hörte nie auf zu steigen. Dies ist der sektoralen Rotation zu verdanken, die Industrieaktien begünstigt", sagt ein Händler aus Mailand.
Sondersitzung bei ThyssenKrupp: Aufsichtsrat bereitet Kurswechsel vom Kurswechsel vor
Der Industriekonzern Thyssenkrupp bereitet einem Zeitungsbericht zufolge erneut einen Kurswechsel bei seiner strategischen Ausrichtung vor.
Auf einer Sondersitzung am Abend soll der Aufsichtsrat des Konzerns über eine stärkere zentrale Kontrolle der Unternehmenssparten abstimmen, berichtet das "Handelsblatt". Eine Sprecherin lehnte auf Anfrage von Dow Jones Newswires eine Stellungnahme ab.
KI-Investitionen könnten in zwei Jahren die 10-Milliarden-Euro-Marke knacken
In Deutschland ist die Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz (KI) stark gestiegen. Nach Angaben des Digitalverbands Bitkom werden die Ausgaben für KI-Software, -Dienstleistungen und entsprechende Hardware
in diesem Jahr voraussichtlich um 32 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro steigen. 2022 wurden 4,8 Milliarden Euro für KI ausgegeben.
Für 2024 erwartet Bitkom einen Anstieg der Ausgaben um 30 Prozent auf dann 8,2 Milliarden Euro,
2025 könnte sogar die 10-Milliarden-Euro-Marke übersprungen werden.
Bitkom stützt seine Aussagen auf Daten des Marktforschungsunternehmens IDC.
Aktien mit Rückenwind: Adidas und Puma profitieren von Foot Locker
Adidas (+3,2 Prozent) und Puma (+2,9 Prozent) bauen die Gewinne nach Veröffentlichung der Geschäftszahlen von Foot Locker aus.
Zwar sind Umsätze und Gewinn von Foot Locker im dritten Quartal gefallen, allerdings weniger stark als erwartet. Ein starkes Black-Friday-Geschäft stützt den Kurs. Außerdem hat Foot Locker die Prognose für das laufende Jahr angehoben.
Airbus: Servicemarkt für Verkehrsflugzeuge wird sich bis 2042 fast verdoppeln
Airbus sagt für Dienstleistungen in der Verkehrsluftfahrtbranche, wie Wartung, Reparatur und Instandhaltung, ein kräftiges Wachstum voraus. Der Wert des Servicemarkts für Verkehrsflugzeuge werde sich bis 2042 auf 255 Milliarden US-Dollar fast verdoppeln, teilte der Konzern im Rahmen seiner jüngsten Prognose mit. Er verwies auf die Erholung des Flugverkehrs nach der Pandemie und die Nachfrage nach besser ausgestatteten und digital vernetzten Maschinen.
Airbus geht davon aus, dass bis 2042 mehr als 17.000 Flugzeuge ersetzt werden. Zudem würden zusätzlich 2,2 Millionen hochqualifizierte Fachkräfte gebraucht, darunter 680.000 Techniker, 590.000 Piloten und 920.000 Kabinenmitarbeiter.
Lufthansa
Hoffnung auf Zinssenkungen befeuert Wall Street
Nach der jüngsten Rally treiben Spekulationen auf baldige Zinssenkungen die Aktienkurse an der Wall Street an. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte eröffnet 0,1 Prozent fester bei 35.437 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gewinnt 0,4 Prozent auf 4572 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legt 0,6 Prozent auf 14.367 Punkte zu.
US-Währungshüter Christopher Waller hatte am Dienstag mögliche Zinssenkungen der US-Notenbank innerhalb weniger Monate angedeutet. "Das war das erste Mal, dass ein Vertreter der Fed über die Möglichkeit einer Lockerung sprach", sagte Charalampos Pissouros, Analyst beim Broker XM. Außerdem lief der US-Konjunkturmotor weiter auf Hochtouren. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im dritten Quartal aufs Jahr hochgerechnet um 5,2 Prozent und damit stärker als bislang gedacht. Ökonomen erwarten allerdings, dass sich die Wirtschaft im vierten Quartal abkühlen wird.
Bei den Einzelwerten gewannen die Aktien von Foot Locker 16 Prozent. Hintergrund ist ein geringer als befürchtet ausgefallener Umsatzrückgang und eine Prognose über den Erwartungen für das vierte Quartal. So rechnet Foot Locker im wichtigen Weihnachtsgeschäft mit einer robusten Nachfrage.
Europäische Autoindustrie fordert mehr Kaufanreize für E-Autos
Die europäische Autoindustrie (Acea) will von der Politik mehr Anreize für den Kauf von Elektroautos. In einem heute vorgestellten Manifest fordert der Branchenverband Acea eine "Ausweitung von Kaufanreizen, Beschaffungsprogrammen und Steuervorteilen für Verbraucher und Unternehmen". Die Forderungen für die kommenden Jahre richten sich an das Europaparlament und die EU-Kommission.
Die Industrie müsse mit der Politik zusammenarbeiten, und die Voraussetzungen schaffen, damit eine breite Palette klimafreundlicher Fahrzeuge hergestellt werden könne, sagte Acea-Präsident Luca de Meo. Dazu zählten auch kleine, erschwingliche Elektrofahrzeuge, die gewinnbringend in Europa produziert werden könnten.
Vier Banken schießen Klimaziele in den Wind
Vier europäische Großbanken haben Insidern zufolge einer von den Vereinten Nationen unterstützten globalen Initiative zur Überprüfung von Klimazielen den Rücken gekehrt. Die französische Societe Generale, die niederländische ABN Amro Bank sowie die britischen Geldhäuser Standard Chartered und HSBC ließen ihre Ziele nicht mehr von der Science Based Targets Initiative (SBTi) validieren, sagten mehrere mit der Situation vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Die Geldhäuser befürchteten, sie seien damit künftig weniger in der Lage, in fossile Brennstoffe zu investieren. Dazu gehören etwa Finanzierungen von fossilen Energieprojekten, wie die Erschließung neuer Öl- und Gasfelder, oder Investments in Öl-, Gas- oder Kohle-Unternehmen.
Die SBTi-Initiative wurde 2015 gegründet. Das Bündnis will Unternehmen dabei unterstützen, sich wissenschaftlich fundierte Klimaziele zu setzen, die mit dem Pariser Klimaabkommen in Einklang stehen. Dieses sieht eine Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 Grad vor. Die Initiative gibt an, dass weltweit mehr als 4000 Unternehmen bei der Setzung von Klimazielen mit ihr zusammenarbeiten.
Die ABN AMRO betonte aber gegenüber ntv, weiterhin Mitglied der Initiative Net Zero Banking Alliance (NZBA) zu sein. Man schieße also nicht "Klimaziele in den Wind", sondern habe sich nur bewusst für einen anderen Standard entschieden.
US-Wirtschaftsmotor brummt - Wachstumstempo noch höher als gedacht
Trotz der straffen Geldpolitik ist der Konjunkturmotor in den USA im Sommer noch stärker auf Touren gekommen als gedacht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg von Juli bis September aufs Jahr hochgerechnet um 5,2 Prozent, wie das US-Handelsministerium in einer zweiten Schätzung mitteilte. In vorläufigen Zahlen war lediglich von 4,9 Prozent die Rede gewesen. Von Reuters befragte Experten hatten nunmehr mit einem Wert von 5,0 Prozent gerechnet, nach plus 2,1 Prozent im Frühjahr. Ökonomen erwarten allerdings, dass sich die Wirtschaft im vierten Quartal deutlich abkühlen wird.
S&P-500 könnte auf höchsten Stand seit August klettern
Weiter sinkende Rentenrenditen dürften die Wall Street auch heute stützen. Der Aktienterminmarkt deutet eine etwas festere Handelseröffnung an - mit der technologielastigen und damit zinsreagiblen Nasdaq vorneweg. Der S&P-500 schickt sich an, zum Start den höchsten Stand seit August zu markieren.
Händler sprechen von der sich immer deutlicher manifestierenden Spekulation am Markt, dass die US-Notenbank 2024 die Leitzinsen senken werde. Eine Reduzierung der Leitzinsen im März um mindestens 25 Basispunkte preist der Markt aktuell mit einer Wahrscheinlichkeit von 42 Prozent ein - am Vortag hatte dieser Wert noch bei 21 Prozent gelegen. Hintergrund sind taubenhafte Äußerungen von Fed-Vertetern wie Christopher Waller.
"Seine Äußerungen wurden vom Markt als Bestätigung dafür gewertet, dass die US-Notenbank mit der Anhebung der Zinssätze durch ist, was mit der Marktstimmung übereinstimmt, da weitere Zinserhöhungen bereits zu Beginn des Monats weitgehend eingepreist worden waren", erläutert Marktstratege Stephen Innes von SPI Asset Management. Auch am Mittwoch melden sich wieder Fed-Offizielle zu Wort. Neben der Revision des US-BIP steht im späten Geschäft der Fed-Konjunkturbericht Beige Book auf der Agenda.
Deutsche-Bank-Chef für Abschaffung der Obergrenze bei Banker-Boni
Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing macht sich für eine Abschaffung der Obergrenze bei Boni für Banker stark. Die Europäische Union sollte dies in Erwägung ziehen, um mit anderen Finanzzentren konkurrieren zu können, sagte Sewing auf einer Veranstaltung der "Financial Times" in London. Brüssel solle sich an anderen Ländern orientieren, die gerade ähnliche Obergrenzen abschafften, zum Beispiel Großbritannien. Voraussetzung sei, dass dies nicht zu einer Kultur der übermäßigen Risikobereitschaft führe.
Deutsche BankNach den Erfahrungen aus der globalen Finanzkrise 2007 bis 2009 war in der Europäischen Union 2014 eine Deckelung der Banker-Boni eingeführt worden. Anreize für Bankmanager zu besonders riskanten Geschäften, die mit zu der Krise beigetragen haben, sollten unterbunden werden. Auch sollten Vergütungs-Exzesse verhindert werden. Die EU hatte damals festgelegt, dass Bonuszahlungen nicht höher ausfallen dürfen als 200 Prozent des Fixgehalts.
Andernfalls Streik: Ford-Betriebsrat fordert "anständiges Angebot" für Beschäftigte
Der Betriebsrat von Ford in Saarlouis erwartet vom US-Autobauer bis Anfang Februar ein "anständiges Angebot" für die rund 2850 Beschäftigten, die nach dem Auslaufen des Ford Focus Mitte 2025 noch keine Perspektive haben. "Unsere Kollegen brauchen endlich Klarheit. Sie müssen wissen, wie sie ihre Zukunft weiter planen können", sagte der Betriebsratsvorsitzende Markus Thal der Deutschen Presse-Agentur. Am Mittag berichtete er bei einer Belegschaftsversammlung über die aktuellen Sozialtarifverhandlungen.
Über das Angebot müssten dann die zu 98 Prozent in der IG Metall organisierten Mitarbeiter in einer Urabstimmung entscheiden. Andernfalls drohe der Arbeitskampf.
Deutsche Inflationsrate im November auf 3,2 Prozent gesunken
Die Inflationsrate in Deutschland ist im November weiter gefallen. Die Verbraucherpreise legten um durchschnittlich 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu, wie das Statistische Bundesamt zu seiner ersten Schätzung mitteilte. Im Oktober hatte die Teuerungsrate noch bei 3,8 Prozent gelegen.
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Fachkräftemangel: Knapp zwei Millionen unbesetzte Stellen in Deutschland
Die Fachkräftesituation für Unternehmen bleibt einer neuen Umfrage zufolge angespannt. In der Gesamtwirtschaft blieben 1,8 Millionen Stellen unbesetzt, schätzte die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) am Mittwoch. "Mehr als 90 Milliarden Euro an Wertschöpfung gehen damit in diesem Jahr rechnerisch verloren", sagte DIHK-Experte Achim Dercks in Berlin. "Das entspricht mehr als zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts."
Gegenüber einer Umfrage aus dem Januar hat sich die Lage damit zumindest etwas verbessert. Damals war noch von rund zwei Millionen vakanten Jobs die Rede sowie einem entgangenen Wertschöpfungspotenzial von fast 100 Milliarden Euro.
14-Monats-Tief: Aktie von schwedischem Casino-Betreiber wird zweistellig abgestraft
Unter den Erwartungen gebliebene Quartalszahlen setzen dem schwedischen Casino-Betreiber Kindred zu. Die Titel verlieren bis zu 10,5 Prozent auf ein 14-Monats-Tief und rutschen damit ans Ende des paneuropäischen Stoxx-600-Index. Zudem kündigte der Konzern einen Stellenabbau an sowie den Austritt aus dem US-Markt bis zum Ende des zweiten Quartals 2024.
GM will Aktien im Wert von 10 Milliarden Dollar zurückkaufen -Anleger greifen zu
General Motors erfreut seine Aktionäre mit üppigen Gewinnbeteiligungen und verleiht seiner Aktie dadurch Auftrieb. Die Papiere steigen im vorbörslichen US-Geschäft um mehr als fünf Prozent. Der US-Autobauer plant ein beschleunigtes Aktienrückkaufprogramm im Wert von zehn Milliarden Dollar. Zudem wird die Dividende für Stammaktien ab 2024 um drei US-Cent pro Quartal auf zwölf Cent pro Aktie erhöht.
Wirtschaft fordert "Investitionsturbo" zur Finanzierung der Energiewende
Um die künftige Finanzierung der Energiewende zu sichern, haben der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) und die Beratungsgesellschaft Deloitte "Handlungsoptionen in schwierigen Zeiten" vorgeschlagen. "Wir brauchen einen Investitions-Turbo, der die Erneuerbaren, den Netzausbau und die Wasserstoffwirtschaft anschiebt und für mehr Wertschöpfung in Deutschland sorgt", sagte die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, Kerstin Andreae.
In einem Strategiepapier machen BDEW, VKU und Deloitte konkrete Empfehlungen, die zu einer gesicherten Finanzierung der Energiewende beitragen und Investitionshemmnisse beseitigen könnten. Unterstützt werde es von dem Dachverband Deutsche Kreditwirtschaft (DK).
Die Energiewende sei ein Generationenprojekt und der Investitionsbedarf gewaltig. Für den Umbau des Energiesystems würden allein bis 2030 rund 600 Milliarden Euro notwendig sein, bis 2045 werde der Bedarf sogar auf mindestens 1 Billion Euro anwachsen. Der Großteil dieser Summe werde von der Energiewirtschaft aufgebracht. Nicht zuletzt durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Klima- und Transformationsfonds (KTF) rücke "die Finanzierungsfrage zunehmend in den Fokus".
Feuer, Rauch, Verbrennungen: Warnung vor Philips-Schlafapnoe-Geräten
Die US-Arzneimittelbehörde FDA warnt vor einem neuen Sicherheitsproblem bei einem Schlafapnoe-Gerät des niederländischen Herstellers Philips. Die Philips-Aktie gibt deutlich nach.
In einer Sicherheitsmitteilung warnt die FDA vor Überhitzungsproblemen bei den DreamStation 2 CPAP-Geräten von Philips Respironics, die in der Schlaftherapie eingesetzt werden. Die Patienten sollten die Geräte genau beobachten, so die Empfehlung der FDA. Die FDA hat nach eigenen Angaben Berichte über Probleme wie Feuer, Rauch, Verbrennungen und andere Anzeichen von Überhitzung erhalten. Zwischen dem 1. August und dem 15. November habe die FDA einen "starken Anstieg" der Meldungen im Zusammenhang mit diesen Geräten festgestellt.
Verband warnt: Wohnungsbau im freien Fall
Nachdem die sozial orientierten Wohnungsunternehmen zuletzt bereits reihenweise Projekte des bezahlbaren Wohnungsbaus absagen mussten, verschlimmert sich die Lage nach einer Umfrage des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW nun weiter.
Im Jahr 2024 seien weitere 22 Prozent und 2025 sogar 38 Prozent der bereits eingedampften Neubaupläne nicht realisierbar, teilte der Verband zum Tag der Wohnungswirtschaft mit, der heute in Berlin stattfindet. Über zwei Drittel der GdW-Wohnungsunternehmen würden in den kommenden beiden Jahren nach gegenwärtiger Lage gar keine Wohnungen mehr errichten können - für 2024 gaben dies konkret 68 Prozent und für das Jahr danach 69 Prozent der Unternehmen an.
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"Unerlaubte Finanzgeschäfte": Razzia gegen Bank des "Königs von Deutschland"
Die Finanzaufsicht BaFin versucht dem selbsternannten "König von Deutschland" bei seinen Bankgeschäften mit einer Razzia endgültig das Handwerk zu legen. Zehn Objekte des "Königreichs Deutschland" würden seit dem frühen Morgen von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), der Bundesbank, der Polizei und dem Landeskriminalamt Sachsen durchsucht, teilte die Behörde in Bonn mit.
Es gehe darum, das Ausmaß der "mutmaßlich unerlaubt betriebenen Finanzgeschäfte" und die Verbindungen und Netzwerke der Vereinigung "Königreich Deutschland" zu ermitteln. Hinter dem 2012 in Lutherstadt Wittenberg gegründeten Fantasiestaat steht der 58-jährige Peter Fitzek.
Fitzek betreibt eine "Gemeinwohlkasse" genannte Bank, ohne die dafür notwendige Banklizenz zu haben, sowie eine Krankenversicherung mit dem Namen "Deutsche Heilfürsorge". Die BaFin hatte ihm die Bank- und Versicherungsgeschäfte wiederholt untersagt. Wegen unerlaubter Versicherungsgeschäfte war Fitzek bereits verurteilt worden.
Ökonom Herles: "COP28 ist zu einer Businesskonferenz geworden"
Bundeskanzler Olaf Scholz reist am Freitag zur UN-Klimakonferenz COP 28 nach Dubai und wird dort zusammen mit Chile die vollständige Inbetriebnahme des von ihm initiierten Klimaclubs einleiten.
Auf der Konferenz sollen die weltweit drängenden Klimaschutzfragen und Klimafinanzierung diskutiert werden. Der Klimaclub hatt 33 Mitgliedern und soll sich schwerpunktmäßig um die beschleunigte Dekarbonisierung der Industrie kümmern. Auf der COP soll es vor allem um eine Bilanz gehen:
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Ferrovial steigt bei Flughafen Heathrow aus
Der spanische Baukonzern Ferrovial trennt sich von seinem 25-Prozent-Anteil an dem britischen Flughafen Heathrow. Ferrovial habe mit zwei verschiedenen Käufern eine Vereinbarung über die Veräußerung der Beteiligung für 2,37 Milliarden Pfund - umgerechnet rund 2,73 Milliarden Euro - getroffen, wie das in Madrid ansässige Unternehmen mitteilt.
Die Käufer für den Anteil an FGP Topco - der Muttergesellschaft von Heathrow Airport Holdings - seien die Beteiligungsgesellschaft Ardian und der arabische Staatsfonds The Public Investment Fund, die Ferrovials Anteile in Höhe von 15 Prozent beziehungsweise zehn Prozent erwerben würden.
Ferrovial hatte 2006 eine indirekte Beteiligung von 55,87 Prozent an Heathrow Airport Holdings erworben. Im Jahr 2012 verkaufte der Konzern 10,6 Prozent an die Qatar Holding LLC und reduzierte seinen Anteil schließlich 2013 auf 25 Prozent.
Nikolaus-Geschäft beschert Einzelhandel gut eine Milliarde zusätzlichen Umsatz
Der Einzelhandel in Deutschland kann einer Umfrage zufolge im Vorfeld des Nikolaustages am 6. Dezember mit zusätzlichen Umsätzen in Höhe von knapp über 1 Milliarde Euro rechnen. Das wäre eine deutliche Steigerung verglichen mit 2019. Im Jahr 2019 hatte der Umsatz der Handelsunternehmen zum Nikolaustag noch bei 860 Millionen Euro gelegen, so der Handelsverband Deutschland (HDE).
Der Anstieg in diesem Jahr ist Umfrage zufolge vor allem darauf zurückzuführen, dass nun deutlich mehr Menschen bereit seien, gezielt Geschenke und Waren zum Nikolaustag einzukaufen. 2019 lag dieser Wert bei 26 Prozent, in diesem Jahr sind es mehr als 37 Prozent der Befragten.
Besonders oft greifen die Verbraucher demnach bei Lebensmitteln oder Spielwaren zu. Gut liefen aber auch die Geschäfte mit Parfüm, Kosmetik, Büchern und Schreibwaren, so der HDE.
Zinserhöhung oder -senkung? Fed-Banker sind immer noch uneins
Die Diskussion um Zinsen rauf oder runter ähnelt immer mehr Schickschnackschnuck: Die Währungshüter in den USA sind sich noch nicht einig. Es gibt zwei Lager:
Fed-Direktor Christopher Waller sieht die Notenbank im Kampf gegen die Inflation gut gerüstet und denkt bereits über eine künftige Zinssenkung nach. Es gebe gute ökonomische Argumente für eine geldpolitische Lockerung, falls die Inflation noch weitere Monate zurückgehe, sagt er. Er wolle sich aber nicht auf eine Zeitspanne festlegen: "Ich weiß nicht, wie lange das sein mag - drei Monate, vier Monate, fünf Monate." Er sei zunehmend zuversichtlich, dass die Geldpolitik derzeit gut positioniert sei, um die Wirtschaft zu bremsen und die Inflation wieder auf zwei Prozent zu bringen.
Wallers Direktoriumskollegin Michelle Bowman sieht allerdings noch Zinserhöhungsbedarf. Sie geht davon aus, dass wahrscheinlich noch ein Schritt nach oben nötig wird, um die Inflation zu zähmen. Dies sei ihr "Basis-Szenario" sagt die Währungshüterin.
Der deutsche Kapitalmarktexperte Robert Halver hat sich bei ntv bereits Anfang des Monats festgelegt:
Signa stellt Antrag auf Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung
Die Signa Holding des österreichischen Investors René Benko wird einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens in Eigenverwaltung stellen. Der Antrag soll beim Handelsgericht Wien eingebracht werden, teilte Signa mit. Ziel sei die geordnete Fortführung des operativen Geschäftsbetriebs im Rahmen der Eigenverwaltung und die nachhaltige Restrukturierung des Unternehmens.
Inflation weiter auf dem Rückzug - was bedeutet das?
Die ersten Verbraucherdaten sind da: Der Inflationsdruck hat in einer Reihe von Bundesländern im November demnach weiter nachgelassen. So sank zum Beispiel die jährliche Inflationsrate in Nordrhein-Westfalen (NRW) auf 3,0 (Vormonat: 3,1) Prozent, wie das Statistische Landesamt mitteilt.
Das ist der niedrigste Preisanstieg seit Juni 2021!
Im Vergleich zum Vormonat sanken die Verbraucherpreise in NRW um 0,3 Prozent. Die Jahresteuerung unter Ausschluss der Preisentwicklung bei Nahrungsmittel und Energie - auch als Kerninflation bezeichnet - betrug im November 3,7 Prozent. Für Gesamtdeutschland (Bekanntgabe um 14 Uhr) erwarten Volkswirte, dass die Verbraucherpreise gegenüber dem Vormonat um 0,3 (Vormonat: 0,0) Prozent gesunken sind. Die jährliche Inflationsrate soll der Prognose zufolge auf 3,5 (3,8) Prozent zurückgehen.
Bedeutet das, alles ist gut? Mitnichten. Die Crux bei den Inflationsdaten ist, dass ihr Wert stets nur die Veränderung zum Vorjahresmonat abbildet, nicht die absolute Entwicklung. Entscheidend für den eigenen Geldbeute ist nicht im Vorjahresvergleich, sindern der absolute Vergleich. Nimmt man das Jahr 2020 als Basis (wie es das Statistische Bundesamt derzeit tut), sieht man, dass die Preise in den meisten Bereichen deutlich an gestiegen sind.
Höchster Stand seit Anfang August - DAX-Anleger werden wieder mutiger
Dank kräftigen Rückenwinds aus den USA schwingt sich der DAX im frühen Geschäft über die 16.150 Punkte. Optimismus in Sachen Zinssenkungen hatte tags zuvor bereits den US-Börsen einen ordentlichen Schub gegeben. Auslöser waren Aussagen von Christopher Waller, der dem Direktorium der US-Notenbank Fed angehört, die Anleger in ihrer Hoffnung auf Zinssenkungen bestärkten.
Vor den Verbraucherpreisdaten aus Deutschland am frühen Nachmittag legte der deutsche Leitindex 1,1 Prozent auf 16.162 Punkte zu. Damit erreichte er den höchsten Stand seit Anfang August. Für den MDAX der mittelgroßen Unternehmen ging es ebenfalls um gut ein Prozent nach oben. Der Eurozonen-Index EuroStoxx 50 gewann dagegen lediglich 0,3 Prozent.
Und so ist es gestern an der Wall Street gelaufen:
BVB-Aktie ist ein Renner
Nach dem Sprung ins Achtelfinale der Champions League greifen Anleger bei Borussia Dortmund zu. Die Aktien des Fußballvereins springen etwa acht Prozent nach oben und stehen an der Spitze der SDAX-Werte. Die Mannschaft bezwang den AC Mailand am Dienstag mit 3:1.
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Schwierige Gemengelage am Ölmarkt
Die Ölpreise bewegen sich im Vorfeld eines wichtigen OPEC+-Treffens nur wenig. Die Nordseesorte Brent steht unverändert 81,67 Dollar pro Barrel. US-Leichtöl WTI notiert 0,2 Prozent fester bei 76,56 Dollar pro Barrel. Die Gespräche der Förderstaaten am Donnerstag dürften schwierig werden, eine Verlängerung der vorherigen Vereinbarungen sei wahrscheinlicher als eine Ausweitung der Produktionskürzungen, sagten vier Personen aus dem Umfeld der Organisation. Preisstützend wirken Spekulationen auf kurzfristige Versorgungsengpässe, nachdem ein schwerer Sturm in der Schwarzmeerregion für Unterbrechungen sorgte.
I
Chinesische VW-Rivalen kooperieren
Die beiden chinesischen Autobauer Nio und Geely Holding wollen bei Batteriewechselsystemen zusammenarbeiten. Sie wollten bei der Entwicklung von Standards, bei Technologie und Modellentwicklung kooperieren, teilen die Unternehmen mit. So sollten auch Fahrzeugmodelle mit austauschbaren Batterien entwickelt werden, die für die Tauschsysteme beider Firmen kompatibel seien.
Statt ein Elektroauto aufzuladen, wird bei den Wechselsystemen an Stationen die leere Batterie durch eine voll aufgeladene ausgetauscht. Das kann zwar die Belastung der Stromnetze zu Spitzenzeiten entzerren, allerdings sehen Experten das Problem, dass die Batterien für den Erfolg solcher Wechselsysteme stärker standardisiert werden müssten.
Nio plant, die Gesamtzahl solcher Stationen in China in diesem Jahr nahezu zu verdoppeln. Die Firma ist einer der wenigen E-Autohersteller, der auf den Batteriewechsel als wichtige Energieoption für Elektrofahrzeuge setzt. Die Firma hat bereits im vergangenen Jahr mit dem Karlsruher Energiekonzern EnBW eine Partnerschaft geschlossen und zuletzt mit Changan Automobile. Der Geely-Konzern, zu dessen Marken unter anderem Volvo gehört, hatte 2021 angekündigt, bis 2025 weltweit 5000 Batteriewechselstationen einzurichten.
Ein Wert überrascht nachbörslich
Im nachbörslichen US-Handel standen erneut Quartalszahlen im Fokus: Workday hat im dritten Quartal einen höheren Umsatz erzielt, der durch die Umsatzentwicklung bei Abonnements weiter angekurbelt wurde. Bereinigt um Einmaleffekte lag der Gewinn pro Aktie bei 1,53 Dollar und damit über dem Analystenschnitt von 1,41 Dollar. Der Umsatz stieg um 17 Prozent auf 1,87 Milliarden Dollar und übertraf die Erwartungen der Analysten von 1,85 Milliarden Dollar. Für die Aktie ging es um 7,2 Prozent nach oben.
Der Gewinn des Software-Herstellers Intuit ist im ersten Quartal des Geschäftsjahres sprunghaft angestiegen. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 2,47 Dollar über den von Analysten erwarteten 1,98 Dollar. Der Umsatz erhöhte sich um 15 Prozent auf 2,98 Milliarden Dollar und übertraf die Erwartungen der von Factset befragten Analysten von 2,88 Milliarden Dollar. Die Aktien stiegen um 0,3 Prozent.
"Jahresendrally läuft"
Der DAX startet fester in den Mittwochshandel und überwindet direkt die 16.000-Punkte-Marke. Der deutsche Börsenleitindex notiert aktuell 0,3 Prozent im Plus bei Kursen um 16.035 Zähler. Am Montag hatte er 0,4 Prozent eingebüßt, am Dienstag 0,2 Prozent gewonnen.
"Wir sehen den DAX wieder über 16.000 Zähler", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Corinna Wohlfeil. "Die Wall-Street-Vorgaben sind ganz gut. Es gibt immer stärkere Spekulationen über erste Zinssenkungen", erläutert sie. "Deshalb läuft die Jahresendrally auch schon seit Ende Oktober."
Auf diese Marken sollten DAX-Anleger achten
Aus charttechnischer Sicht geraten die jüngsten Hochs im DAX bei 16.040 wieder in den Blick. Positiv wäre ein nachhaltiges Überwinden, negativ ein kurzer Test und dann ein Rückschlag, heißt es. Auf der Unterseite verlaufe der Aufwärtstrend bei etwa 15.915 Punkten.
Mehr Firmen wollen Preise erhöhen
Etwas mehr Unternehmen in Deutschland wollen in den kommenden Monaten ihre Kunden stärker zur Kasse bitten. Das Barometer für die Preispläne legte im November auf 18,0 Punkte zu, von 15,4 Zählern im Oktober, wie das IFO-Institut zu seiner Konjunkturumfrage mitteilte. Der Anstieg sei vor allem auf die unternehmensnahen Dienstleister und den Großhandel zurückzuführen.
Für die Verbraucher hält die Umfrage aber eine positive Nachricht parat: In den konsumnahen Branchen sanken die Preiserwartungen erneut. Im Lebensmittel-Einzelhandel etwa fiel das Barometer von 40,7 auf 34,2 Punkte, im übrigen Einzelhandel von 28,2 auf 27,7 Punkte sowie bei den konsumnahen Dienstleistern von 29,3 auf 25,5 Punkte. "Damit ist die Inflation weiter auf dem Rückzug", sagt IFO-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Ökonomen gehen davon aus, dass die Teuerungsrate im November von 3,8 auf 3,5 Prozent gefallen ist. Das wäre der tiefste Stand seit rund zweieinhalb Jahren.
Importpreise fallen erneut deutlich
Die deutschen Importpreise sind im Oktober erneut stark gefallen und signalisieren eine weitere Entspannung bei der Inflation. Die Einfuhren verbilligten sich um durchschnittlich 13,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. "Ausschlaggebend für die starken Rückgänge ist weiterhin vor allem ein Basiseffekt durch die hohen Preissteigerungen im Vorjahr aufgrund des Kriegs in der Ukraine", heißt es dazu. Bereits im September mit minus 14,3 Prozent und im August mit minus 16,4 Prozent hatten sich die Einfuhren merklich verbilligt. Von September auf Oktober stiegen die Preise dagegen um 0,3 Prozent.
Da die deutsche Wirtschaft viele Vorprodukte und Rohstoffe aus dem Ausland bezieht, kommen sinkende Einfuhrpreise verzögert auch bei der allgemeinen Inflation an. Die allgemeinen Lebenshaltungskosten sind im Oktober mit 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat so niedrig wie seit August 2021 nicht mehr. Für November wird ein Rückgang auf 3,5 Prozent erwartet. Das Statistische Bundesamt will dazu am Nachmittag eine erste Schätzung veröffentlichen.
Immobilienaktien ziehen HSI abwärts
Zur Wochenmitte zeigen sich die ostasiatischen Börsen überwiegend mit leichten Abgaben. Dagegen steht der Hang-Seng-Index in Hongkong erneut unter Druck und verliert 2,0 Prozent. Hier belasten Abgaben bei den Immobilien- und Technologiewerten. Daneben fallen die Aktien von Meituan um 11 Prozent. Der chinesische Online-Händler hat im dritten Quartal den Nettogewinn zwar fast verdreifacht, allerdings einen schwachen Ausblick auf das laufende Schlussquartal gegeben. Die Verluste der Aktie summieren sich im Wochenverlauf bereits auf rund 13 Prozent.
Dagegen geht es für den Shanghai Composite lediglich um 0,4 Prozent nach unten. Hier sprechen Teilnehmer von Zurückhaltung im Vorfeld der Veröffentlichung der Einkaufsmanagerindizes für das Verarbeitende Gewerbe und den Service-Sektor im November am Donnerstag. Diese dürften Hinweise auf den Zustand der chinesischen Konjunktur geben. Der einstige Wachstumsmotor stottert derzeit, auch wenn die chinesische Notenbank am Vortag erklärt hat, dass ihr Wachstumsziel für dieses Jahr von 5 Prozent voraussichtlich erreicht wird. Investoren warten weiter auf ein großes Stimulierungspaket. Bisher seien nur Einzelmaßnahmen beschlossen worden, heißt es.
Der Nikkei in Tokio verliert nach einem zwischenzeitlichen leichten Plus 0,1 Prozent. Teilnehmer sprechen von Gelegenheitskäufen nach den jüngsten Abgaben. Zudem komme es zu Positionsanpassungen vor dem Monatsende.
"Schnelles Geld" bewegt den DAX
Mit einer gut behaupteten Eröffnung am deutschen Aktienmarkt rechnen Marktteilnehmer. Der DAX wird am frühen Morgen knapp über 16.000 Punkten erwartet. Zwar kommt von den Vorlagen wenig Positives: In den USA sind die großen Indizes in engen Grenzen uneinheitlich aus dem Tag gegangen, in Asien geht es am Morgen überwiegend abwärts. "Trotzdem stimmt das Umfeld", so ein Marktteilnehmer: Der festere Euro beziehungsweise schwächere Dollar mache den DAX für US-Investoren attraktiv, sie könnten sich neben Kursgewinnen auch noch über Währungsgewinne freuen. "Allerdings dürfte das sehr schnelles Geld sein, das auch schnell wieder rausgeht", so der Marktteilnehmer.
Daneben stützen die weiter sinkenden Renditen am langen Ende die Stimmung. Die Anleihen profitieren von der Spekulation, dass die Inflationsraten mit einem "soft landing" der Wirtschaft weiter zurückkommen und Zinssenkungen ermöglichen.
In den Blick geraten die Inflationsraten aus verschiedenen Bundesländern sowie aus Spanien. Daneben werden verschiedene Stimmungsindikatoren aus der Eurozone veröffentlicht, und in den USA steht am Abend das Beige Book auf der Agenda, der Konjunkturbericht der US-Notenbank.
Amazon stellt eigene KI "Q" vor
Amazon hat eine neue Künstliche Intelligenz (KI) für Geschäftskunden vorgestellt. Die KI mit dem Namen Q kommt in Form eines Chatbots daher, wie der US-Konzern auf seiner jährlichen Cloud-Messe in Las Vegas erklärt. Demnach soll Q die Produktivität steigern, etwa indem sie Dokumente und Support-Tickets zusammenfasst. Der Chef der Cloud-Tochter AWS, Adam Selipsky, gab zudem ein neues Angebot bekannt, um unerwünschte Erzeugnisse der KI zu blockieren. "Eine Bank könnte zum Beispiel einen Online-Assistenten so konfigurieren, dass er keine Anlageberatung anbietet." Q soll auch vertrauliche Informationen von Mitarbeitern fernhalten können, die keinen berechtigten Zugang dazu haben.
Die KI wurde etwa ein Jahr nach ChatGPT des Microsoft-Partners OpenAI vorgestellt. Sie hatte der generativen KI zu einem weltweiten Durchbruch verholfen. Auch andere Konzerne wie die Google-Mutter Alphabet haben KI-Chatbots angekündigt, mit denen der Benutzer in einen Dialog treten kann. Zahlreiche Aspekte der neuen Technologie sind dabei noch ungeklärt, etwa ob die Erzeugnisse der KI gegen das Urheberrecht verstoßen. Amazon kündigt dazu am Dienstag an, die Nutzer ihrer KIs vor entsprechenden Klagen abzusichern.
Neuer Ärger bei OpenAI?
Der ChatGPT-Hersteller OpenAI wird Insidern zufolge seinem Großaktionär Microsoft und anderen Investoren doch nicht mehr Mitspracherecht einräumen. Es sei nicht zu erwarten, dass Microsoft, Khosla Ventures oder Thrive Capital Teil des neuen Verwaltungsrats sein werden, sagt eine mit der Angelegenheit vertraute Person. "Ich weiß nicht, ob die Entscheidung über Microsoft in den Händen von OpenAI liegt", sagt Thomas Hayes, Vorsitzender des Hedgefonds Great Hill Capital. "Microsoft wird eine klare Meinung dazu haben, wenn man bedenkt, wie viel Geld sie in das Unternehmen gesteckt haben." Es sei nicht im Interesse von Microsoft, "passiv zu bleiben".
In den turbulenten Tagen der vergangenen Woche hatte OpenAI seinen CEO und Gründer Sam Altman ohne Angabe von Gründen entlassen, was bei Investoren und Mitarbeitern die Alarmglocken schrillen ließ. Er wurde mit dem Versprechen eines neuen Führungsgremiums wieder eingestellt. Microsoft hat bislang mehr als zehn Milliarden Dollar in OpenAI investiert.
Hewlett Packard-Ausblick deutlich eingetrübt
Der US-Computerkonzern Hewlett Packard Enterprise (HPE) hat im abgelaufenen Quartal dank Kostensenkungen die Analystenschätzungen übertroffen. Auf bereinigter Basis verdiente das "Edge-to-Cloud"-Unternehmen 52 Cent je Aktie und übertraf damit die Erwartungen der Analysten, die mit einem Gewinn von 50 Cent je Aktie gerechnet hatten. Der Umsatz des Unternehmens sank um knapp 17 Prozent auf 6,84 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn ging um sieben Prozent auf 7,35 Milliarden Dollar zurück. Die anhaltende Inflation und die seit Langem steigenden Zinsen zwingen das texanische Unternehmen, seine IT-Ausgaben zu kürzen. Auch große IT-Dienstleister und Softwareanbieter wie Accenture und die indische Tata Consultancy Services berichteten schon von zurückhaltenden Ausgaben.
Hewlett Packard EnterpriseHPE blickt aufgrund der ungünstigen makroökonomischen Rahmenbedingungen eher verhalten auf das erste Quartal 2024: Der Computerkonzern erwartet für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2024 einen Umsatz zwischen 6,90 und 7,30 Milliarden Dollar. Analysten gehen von 7,28 Milliarden Dollar aus. Auf bereinigter Basis erwartet HPE einen Nettogewinn zwischen 42 und 50 Cent pro Aktie, der Durchschnitt liegt leicht unter den Erwartungen von 47 Cent.
"Tesla rund 20 Prozent im Plus"
Der November kann sich an der Wall Street bislang sehen lassen: Der S&P-500 legt rund neun Prozent zu. Gewinne gab es auch im Dienstagshandel. Nun stehen wichtige Wirtschaftsdaten im Blick. Welche, verrät ntv-Börsenkorrespondent Jens Korte in New York. Und dann gibt es da ja auch noch Tesla.
Euro kämpft um die 1,10
Im asiatischen Devisenhandel verliert der Dollar 0,2 Prozent auf 147,20 Yen und gibt 0,3 Prozent auf 7,1256 Yuan nach. Zur Schweizer Währung notiert er 0,1 Prozent niedriger bei 0,8769 Franken. Parallel dazu steigt der Euro 0,1 Prozent auf 1,0997 Dollar und gibt 0,1 Prozent auf 0,9644 Franken nach. Das Pfund Sterling gewinnt 0,1 Prozent auf 1,2705 Dollar.
Euro / Dollar o
"Starke Anlegerstimmung" bei einzelnen Asien-Aktien
Die asiatischen Märkte können sich nicht auf eine gemeinsame Richtung einigen. Gestützt von Kursgewinnen schwergewichtiger Aktien machte der Nikkei anfängliche Verluste wieder wett. Der 225 Werte umfassende Index notiert 0,3 Prozent höher bei 33.501 Punkten. Der breiter gefasste Topix fällt belastet von Bankaktien um 0,1 Prozent auf 2374 Zähler.
Der Besitzer der Bekleidungskette Uniqlo, Fast Retailing, stieg 0,58 Prozent und der Personalvermittler Recruit Holdings 2,56 Prozent. Der Chiphersteller Tokyo Electron legt 0,69 Prozent zu. Der Bankenindex der TSE büßt 2,32 Prozent ein und ist damit der schlechteste Wert unter den 33 Branchen-Subindizes. Der Komponentenhersteller Denso schafft eine Trendwende und steigt 1,3 Prozent, nachdem der Kurs am Dienstag um 4,8 Prozent gefallen war. Reuters hatte zuvor berichtet, Toyota Motor und zwei weitere Unternehmen wollten sich bis Jahresende von rund zehn Prozent des Unternehmens trennen. "Der Aktienkurs von Denso wird durch den Verkauf von Anteilen unter Druck geraten, aber die Aktie drehte heute ins Plus, was auf eine starke Anlegerstimmung hindeutet", sagt Takehiko Masuzawa von Phillip Securities Japan.
In China können auch die Spekulationen über eine Zinssenkung durch Vertreter der US-Notenbank Fed die Stimmung nicht heben. Der Shanghai Composite liegt 0,3 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen verliert 0,7 Prozent.
Im DAX dreht sich alles um Inflation und Zinsen
Knapp war es, aber am Ende hat es für den DAX im Dienstagsgeschäft nicht gereicht, die Scharte vom Wochenstart wieder auszuwetzen und die 16.000er-Marke zurückzuerobern. Der deutsche Börsenleitindex schloss aber mit einem Plus von 0,2 Prozent und erreichte 15.993 Zähler. Der Kampf um die 16.000 geht damit in eine neue Runde.
Heute stehen wieder Konjukturdaten im Anlegerfokus: Hierzulande veröffentlicht das Statistische Bundesamt die vorläufigen Daten zu den Verbraucherpreisen im November. Ökonomen erwarten, dass sich der Preisauftrieb im laufenden Monat angesichts zuletzt gesunkenen Ölpreise weiter abschwächen wird. Die Teuerungsrate dürfte auf 3,5 von 3,8 Prozent sinken. Bei der für den europäischen Vergleich berechneten Rate (HVPI) erwarten sie einen Rückgang auf 2,6 Prozent von 3,0 Prozent im Oktober. Damit käme die von der Europäischen Zentralbank für den Euroraum angepeilte Marke von zwei Prozent hierzulande allmählich in Sichtweite.
Dazu stellt der Industriestaatenclub OECD seine aktuellen Konjunkturprognosen vor. Diese umfassen detaillierte Analysen für die OECD-Mitgliedsländer, G20-Staaten und Partnerländer.
Aus den USA kommt außerdem die zweite Schätzung zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den USA im dritten Quartal. Die Wirtschaft schlug sich vorläufigen Zahlen im Sommer trotz der rasanten Zinserhöhungen sehr gut und kam auf ein Wachstum von aufs Jahr hochgerechnet 4,9 Prozent. Experten erwarten für die zweite Schätzung, dass es mit 5,0 Prozent einen Tick höher ausgefallen sein könnte. Weitere Wochentermine finden Sie hier.