Dienstag, 13. November 2018Der Börsen-Tag

Heute mit Jan Gänger
17:43 Uhr

Dax arbeitet sich vor

Der Frankfurter Aktienmarkt geht mit Gewinnen aus dem Handel. Der Dax gewinnt 1,2 Prozent auf 11.472 Zähler, während der MDax 1 Prozent auf 24.096 Punkte steigt. Der SDax legt 0,6 Prozent auf 10.883 Punkte zu.

17:09 Uhr

Euro erholt sich etwas

Der Euro hat seine Talfahrt der vergangenen Handelstage vorerst gestoppt und zu einer leichten Gegenbewegung angesetzt. Die Gemeinschaftswährung wird bei 1,1279 US-Dollar gehandelt, gestern Abend war der Kurs zeitweise bis auf 1,1216 Dollar gefallen und damit auf den tiefsten Stand seit Juni 2017.

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1261 Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8880 Euro. Dennoch steckt die Gemeinschaftswährung nach Einschätzung des Devisenexperten Manuel Andersch von der BayernLB nach wie vor "im Strudel politischer Turbulenzen". Der Euro-Kurs wird derzeit durch zwei große politische Themen belastet: den Brexit und den italienischen Haushaltsstreit.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,86945 britische Pfund, 128,32 japanische Yen und 1,1368 Schweizer Franken fest.

16:24 Uhr

Lieferanten-Probleme bei VW weiten sich aus

Die Nachschubprobleme von Volkswagen bei bestimmten Motorteilen nehmen zu. Nach dem VW-Werk in Emden ist nun auch Zwickau betroffen. "Aufgrund von Versorgungsengpässen bei Lieferanten von Motorenkomponenten kommt es auch in Zwickau zu Störungen in den Produktionsabläufen", teilte VW Sachsen mit. Das wirke sich bis Anfang Dezember auf die Schichtpläne aus.

VW Vorzüge
VW Vorzüge 240,15

Für die Fertigungslinie 2, auf der der Golf vom Band läuft, werde deshalb Kurzarbeit geprüft, hieß es weiter. In den anderen Bereichen des Werks, das derzeit zu einer Fabrik für Elektroautos umgebaut wird, laufe die Produktion ohne Unterbrechung weiter.

Um welches Bauteil es sich handelt, dessen Lieferung stockt, teilte VW nicht mit. Auch wurden der oder die Zulieferer nicht genannt. Das VW-Werk Emden musste wegen Nachschubproblemen bereits vorübergehend die Produktion ruhen lassen, weil nicht ausreichend Diesel-Motoren geliefert wurden. Grund für die Störungen ist offenbar nicht ein Streit mit Firmen der bosnischen Prevent-Gruppe, mit der VW seit längerem überkreuz liegt.

16:06 Uhr

Hertha zahlt Investor aus

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imago/Metodi Popow

Hertha BSC will mit einer Anleihe von 40 Millionen Euro sämtliche Anteile, die der US-Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR) momentan am Berliner Fußball-Bundesligisten hält, vorzeitig zurückerwerben. Das sagte Ingo Schiller, Geschäftsführer Finanzen beim Hauptstadtclub. Das Geld leiht sich Hertha von deutschen sowie weiteren europäischen Vermögensverwaltern, Banken und Versicherungen für fünf Jahre zu einem Zinssatz von 6,5 Prozent.

KKR war 2014 als Partner bei Hertha eingestiegen und hatte Anteile in Höhe von 9,7 Prozent erworben, die in den vergangenen Jahren auf 12,79 Prozent aufgestockt worden waren. Ursprünglich war die Partnerschaft zwischen Hertha und KKR auf sieben Jahre bis Januar 2021 angelegt. "Die positive wirtschaftliche Entwicklung von Hertha BSC macht es jetzt möglich, einen solchen Schritt zu gehen", so Schiller. Der Ablösungsbetrag belaufe sich insgesamt auf 71,2 Millionen Euro. Um diese Summe aufzuwenden, nehme Hertha neben der Anleihe auch Bankkredite auf und erhalte außerdem von Sponsoren Vorauszahlungen.

15:28 Uhr

Netflix und Sky machen gemeinsame Sache

Netflix
Netflix 457,30

Der Medienkonzern Sky und der Videoanbieter Netflix arbeiten in Deutschland und Österreich künftig zusammen. Kunden der Bezahl-Plattform Sky können beide Angebote als Komplettpaket buchen und über das Empfangsgerät Sky Q abspielen. Start des Pakets Entertainment Plus sei am Donnerstag, teilten die Unternehmen mit.

  • Das Programmangebot von Sky und Netflix sei sehr unterschiedlich. "Wir ergänzen uns wunderbar", sagte René Rummel-Mergeryan, der die Partnerschaft bei Netflix betreut. Man wolle den Kunden mehr Komfort bieten, so dass sie nicht zwischen verschiedenen Plattformen wechseln müssten.
  • Nutzer von Amazon Prime und Magenta TV können Netflix schon länger abrufen, müssen den Streaming-Dienst allerdings separat dazu buchen.
  • Sky hat in Deutschland und Österreich rund 5,2 Millionen Kunden und macht einen Jahresumsatz von 2,3 Milliarden Euro. Angeboten werden unter anderem Sport, Serien, Filme und ein Kinderprogramm.
  • Netflix hat weltweit in mehr als 190 Ländern 130 Millionen zahlende Mitglieder, davon 58 Millionen in den USA.
14:49 Uhr

Sommer verdirbt Tom Tailor das Geschäft

Für die Modekette Tom Tailor sind der heiße Sommer und die schleppend vorankommende Sanierung der Marke Bonita zur Last geworden. Der Konzernumsatz sank im dritten Quartal um 10,7 Prozent auf 214,3 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Unterm Strich rutschte der Konzern in die roten Zahlen.

Die Aktie verliert 11 Prozent an Wert.

Tom Tailor
Tom Tailor ,13

Auch die Verschuldung stieg spürbar an und betrug Ende September 161 Millionen Euro. Da die Investitionen die Einnahmen überstiegen, war der Cashflow negativ. "Mit Blick auf die Finanzkennzahlen auf Konzernebene können wir für das abgelaufene Quartal nicht zufrieden sein", sagte Finanzvorstand Thomas Dressendörfer.

Durch den langen Sommer kam der Verkauf der Herbst- und Winterware nur langsam in Gang. Zudem zehrten die heftigen Rabatte im Markt am Gewinn der Gruppe, die ohnehin mitten im Umbau steckt und Einschnitte verkraften muss.

Für 2018 erwartet Tom Tailor einen Umsatzrückgang auf 840 bis 860 Millionen Euro. Ein Problem ist vor allem die Marke Bonita, die das Unternehmen 2012 zugekauft hatte, um sich ein Publikum jenseits der 40 zu erschließen. Inzwischen soll Bonita aber verjüngt werden, was jedoch länger dauert als gedacht. Der Konzern schließt daher auch eine Trennung nicht mehr aus.

13:22 Uhr

Öl wird deutlich billiger

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ASSOCIATED PRESS

Ein Aufruf von US-Präsident Donald Trump zur Beibehaltung der Ölfördermengen setzt Börsianern zufolge dem Ölpreis zu. Die Sorte Brent aus der Nordsee verbilligt sich um knapp zwei Prozent auf 68,76 Dollar je Barrel. Damit summiert sich das Minus seit Anfang Oktober auf rund 20 Prozent.

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 67,24

Trump hatte an Saudi-Arabien und die Opec appelliert, ihre Produktion nicht zu drosseln. Wegen einer sinkenden Nachfrage hatte der saudi-arabische Ölminister Chalid al-Falih am Montag einen solchen Schritt für das kommende Jahr signalisiert. Nach Einschätzung der ING Bank ist dies angesichts eines zu erwartenden Überangebots unausweichlich.

Außerdem drücke die Rekord-Förderung in den USA den Preis, schrieben die Analysten der Bank of America Merrill Lynch. "Die Ölbestände beginnen wieder zu steigen."

Für das kommende Jahr sagen die Experten einen Anstieg der US-Ölförderung auf mehr als zwölf Millionen Barrel pro Tag voraus.

12:59 Uhr

Streit zwischen Rom und Brüssel droht zu eskalieren

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Italiens Finanzminister Giovanni Tria.

REUTERS

Italien steuert im Haushaltsstreit auf eine weitere Eskalation mit der EU zu. Auch heute gibt es bisher keinerlei Signale, dass die Regierung in Rom im Streit um die Neuverschuldung einlenken wird. Für den Abend ist ein Treffen der Minister angesetzt, wie italienische Medien berichteten. Die Frist für eine Antwort an die EU-Kommission in Brüssel läuft um Mitternacht aus.

Die Kommission hatte den Budgetentwurf aus Rom in einem historisch einmaligen Schritt vor drei Wochen abgelehnt und eine Überarbeitung gefordert. Die Koalition aus populistischer Fünf-Sterne-Bewegung und rechter Lega muss Brüssel deshalb ihre Schuldenpläne nun erneut vorlegen.

Die italienische Regierung plant für 2019 mit einem Haushaltsdefizit von 2,4 Prozent. Die Vorgängerregierung hatte 0,8 Prozent in Aussicht gestellt. Die EU-Kommission will das höhere Defizit angesichts einer Gesamtverschuldung von rund 130 Prozent des Bruttoinlandsprodukts nicht akzeptieren.

12:25 Uhr

Grammer bekommt Probleme der Autokonzerne zu spüren

Der bayerische Autozulieferer Grammer ist im dritten Quartal in die roten Zahlen gerutscht und rechnet nun mit einem kleineren Jahresgewinn als im Vorjahr. Gründe seien zum einen die Absatzschwäche von Autoherstellern in Europa, zum anderen die Kosten der Übernahme von Grammer durch den chinesischen Zulieferer Ningbo Jifeng, teilte das Unternehmen mit.

Grammer
Grammer 24,90

Der Umsatzrückgang in der Autosparte wurde durch eine größere Nachfrage nach Sitzen für Traktoren und Baumaschinen aufgefangen. Aber das Betriebsergebnis sank, und mit den Übernahmekosten blieb für Grammer unter dem Strich ein Verlust von 10 Millionen Euro nach Steuern.

Die geringere Nachfrage nach Kopfstützen und Mittelkonsolen für europäische Autokunden dürfte die Geschäftsentwicklung auch im vierten Quartal belasten, so Grammer. Mit der Übernahme des US-Kunststoffherstellers TMD soll der Jahresumsatz dennoch leicht steigen auf 1,85 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) dürfte aber mit 50 Millionen Euro deutlich unter dem Vorjahresergebnis bleiben.

Grammer beschäftigt 13 000 Mitarbeiter. Seit August ist Ningbo Jifeng der Hauptaktionär mit 84 Prozent der Anteile.

11:58 Uhr

Argentinien sinkt tiefer in den Ramschbereich

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Will raus aus den Schulden: Mauricio Macri.

REUTERS

Die US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat ihre Kreditbewertung von Argentinien gesenkt und das angeschlagene südamerikanische Land tiefer in den Ramschbereich gestuft. Die Bewertung argentinischer Staatsanleihen werde von "B+" um eine Stufe auf "B" gesenkt, teilte die Ratingagentur mit. Als Begründung nannte sie unter anderem die "Erosion des argentinischen Wachstumspfades" und die hohe Inflation in dem Schwellenland.

Mit der neuen Bewertung versinkt Argentinien noch tiefer im Ramschbereich. Damit werden Anlagen für Investoren gekennzeichnet, die nicht mehr als sichere, sondern als spekulative Geldanlagen gelten. Für viele konservative Anleger sind Anleihen aus dem Ramschbereich tabu.

Indes setzte S&P den Ausblick für die argentinische Kreditbewertung auf "stabil". Damit ist vorerst nicht mit einer weiteren Abstufung zu rechnen. Die Experten begründeten dies mit Erwartungen an Reformen der Regierung, um die Konjunktur zu stabilisieren. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte Argentinien im Oktober eine weitere Tranche in einem Rettungsprogramm von 5,7 Milliarden Dollar freigegeben. Die ausgezahlten Hilfen innerhalb des im Juni beschlossenen Rettungspaketes steigen so auf 20,4 Milliarden Dollar.

Die Regierung des konservativen Präsidenten Mauricio Macri hat sich das Ziel gesetzt, 2019 das primäre Haushaltsdefizit - also unter Ausklammerung des Schuldendienstes - völlig abzubauen. Für das laufende Jahr wird mit einem Defizit von knapp drei Prozent der Wirtschaftsleistung gerechnet.

11:33 Uhr

HelloFresh stellt Gewinn in Aussicht

Der Kochbox-Versender HelloFresh will im kommenden Jahr operativ die Gewinnschwelle knacken. "Wir befinden uns auf einem guten Weg", sagte Firmenchef Dominik Richter am Dienstag. Ursprünglich hatte das Berliner Unternehmen den Break-even für das Schlussquartal geplant, das Ziel allerdings im Sommer zugunsten höherer Investitionen verschoben.

Hellofresh
Hellofresh 74,32

Das 2011 gegründete Unternehmen hatte zuletzt unter anderem seinen Konkurrenten Chef's Plate in Kanada übernommen und mit Neuseeland den inzwischen elften Markt eröffnet.

Im dritten Quartal weitete sich der bereinigte Betriebsverlust (Ebitda) dann auch um 49 Prozent auf 26 Millionen Euro aus. Richter kündigte an, verstärkt nach Lösungen zu suchen, damit Kunden mehr Geld für HelloFresh-Bestellungen ausgeben.

Der Umsatz kletterte von Juli bis September um fast 40 Prozent auf rund 302 Millionen Euro. Auf dem wichtigsten Markt - den USA - ging es 33 Prozent nach oben. Dort konkurrieren die Berliner mit BlueApron.

Die im SDax notierte Aktie gibt zwei Prozent nach. HelloFresh ist seit gut einem Jahr börsennotiert.

11:22 Uhr

ZEW-Index legt leicht zu

Die Stimmung der Börsen- und Finanzexperten ist im November leicht gestiegen. Der ZEW-Index der Konjunkturerwartungen kletterte auf minus 24,1 Punkte von minus 24,7 Punkten im Vormonat, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf minus 25 Punkte gerechnet. Im Oktober war der Index wegen Sorgen über die sich verschärfenden Handelskonflikte und den Brexit bemerkenswert stark zurückgegangen.

Der Index zur Beurteilung der Konjunkturlage gab spürbar nach, und zwar auf plus 58,2 Punkte nach plus 70,1 Zählern im Vormonat. Erwartet worden war ein Rückgang auf plus 65 Punkte.

"Die Verläufe von Industrieproduktion, Einzelhandelsumsätzen und Außenhandel deuten auf eine schwache Entwicklung der deutschen Wirtschaft im dritten Quartal hin. Dies spiegelt sich im Rückgang der Lageeinschätzung wider", sagte ZEW-Präsident Achim Wambach. Die Erwartungen der befragten Experten für die kommenden sechs Monate zeigten keine Verbesserung an. Sie gingen damit derzeit nicht von einer schnellen Korrektur der schwächeren Wirtschaftsentwicklung aus.

 

11:11 Uhr

Stadas Tage an der Börse sind gezählt

Mehr als ein Jahr nach der Übernahme befindet sich der Pharmakonzern Stada nahezu komplett in Hand der Finanzinvestoren Bain und Cinven. Mit ihrem jüngsten Angebot haben sie fast alle übrigen Aktionäre des Grippostad-Herstellers überzeugt, wie heute mitteilten. Bis zur Frist am vergangenen Donnerstag seien ihnen 28,29 Prozent der Stimmrechte angedient worden, sodass sie 93,61 Prozent der Anteile halten.

Bain und Civen haben so ihr wesentliches Ziel erreicht. Sie wollen Stada nun von der Börse nehmen, um Berichtspflichten zu senken und Kosten zu drücken. Einen Antrag dazu habe das Unternehmen bereits eingereicht, hieß es. Damit sind die Tage für Stada an der Börse nach gut 21 Jahren auf dem Kurszettel gezählt.

Die Investoren hatten den Arzneihersteller im August 2017 für rund 5,3 Milliarden Euro übernommen, aber zunächst nur gut 65 Prozent der Anteile ergattert. Sie boten zuletzt 81,73 Euro je Stada-Papier und damit fast ein Viertel mehr als bei der ursprünglichen Offerte. Damit überzeugten sie auch den Hedgefonds Elliott von Investor Paul Singer, seinen 12-prozentigen Anteil abzutreten.

Ein früherer Versuch, die übrigen Aktien einzusammeln, war ins Leere gelaufen. Anleger, die das jüngste Angebot von Bain und Cinven ablehnten, können ihre Stada-Aktien nicht mehr regulär an der Börse verkaufen

10:50 Uhr

Telecom Italia feuert Chef während Südkorea-Reise

Nach monatelangem Hin und Her muss der Chef der angeschlagenen Telecom Italia (TIM), Amos Genish, nun doch gehen. Genish werde das Unternehmen verlassen, gab der italienische Telekomkonzern bekannt. Am Sonntag will sich die Führungsspitze treffen, um einen Nachfolger zu benennen.

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(Foto: REUTERS)

Genish war erst im vergangenen Jahr zu dem früheren Staatsmonopolisten gestoßen, der sich mitten im Umbruch befindet und unter den Dauerstreitigkeiten der Anteilseigner Vivendi und dem Fonds Elliott leidet. Vivendi kritisierte denn auch die Entlassung des Firmenchefs, der sich auf Geschäftsreise in Südkorea befindet.

Zuletzt war sich Genish wohl uneins mit Elliott über eine mögliche Trennung von der Festnetz-Sparte. Gestern hatte er noch erklärt, die Idee zu unterstützen, das Festnetz-Geschäft von TIM mit dem kleineren Rivalen Open Fiber zu fusionieren. Insidern zufolge arbeitet die Regierung gerade an einer solchen Lösung.

10:06 Uhr

Amazon findet neues Hauptquartier

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Long Island City in New York.

REUTERS

Die Sieger sind offenbar New York und Washington: Der US-Internetkonzern Amazon hat sich dem Vernehmen nach für die beiden Ostküstenstädte als Standort für seine zwei neuen Hauptquartiere entschieden. Amazon werde dies vielleicht schon heute offiziell bekanntgeben, berichtet das "Wall Street Journal".

Im "HQ2" sollen jeweils 25.000 Menschen für Amazon arbeiten. Der Konzern hatte angekündigt, fünf Milliarden Dollar zu investieren.

Washington war von Anfang an ein Favorit. Dort wohnt Amazon-Chef Jeff Bezos; und dort sitzt auch die "Washington Post", die ihm gehört. Die neue Niederlassung soll den Presseberichten zufolge im Vorort Crystal City im Bundesstaat Virginia entstehen. In New York ist demnach die Wahl auf Long Island City im Stadtteil Queens am East River gefallen. 

Amazon hatte im September vergangenen Jahres angekündigt, einen Standort für ein zweites Hauptquartier in Nordamerika zu suchen; mehr als 200 Städte bewarben sich. Sie hatten Amazon unter anderem milliardenschwere Steuernachlässe, günstiges Bauland und Umsiedlungshilfen angeboten.

Im Januar veröffentlichte der Konzern eine Liste mit 20 Städten seiner engeren Wahl - vergangene Woche berichteten das "Wall Street Journal" und die "New York Times", dieser zweite Hauptsitz werde auf zwei Städte aufgeteilt, weil Amazon fürchte, an einem Standort allein nicht genügend Spezialisten zu finden. Zudem verringere eine Aufteilung die Probleme, die aus der Ansiedlung folgen: Staus und hohe Mieten.

Im bestehenden Headquarter von Amazon in Seattle im Bundesstaat Washington arbeiten inzwischen mehr als 40.000 Menschen in 33 Gebäuden. In der Stadt an der Westküste hatte Bezos das Unternehmen 1994 als Buchversand gegründet.

09:41 Uhr

Bayer hat 9300 Kläger am Hals

Die Zahl der Klagen gegen die Bayer-Tochter Monsanto wegen des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat hat sich weiter erhöht. Bis zum 30. Oktober seien in den USA Klagen von etwa 9300 Klägern zugestellt worden, teilte Bayer bei der Vorlage der Quartalszahlen mit. Es sei mit weiteren Glyphosat-Klagen zu rechnen.

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Zuletzt hatte Bayer eine Schlappe im Glyphosat-Prozess erlitten. Ein US-Gericht hatte überraschend das Urteil gegen den Herbizid-Hersteller bestätigt, wonach Monsanto-Mittel wie Roundup verantwortlich für den Krebs des Klägers seien, die Strafsumme aber deutlich reduziert.

Derweil hat Bayer operative Ergebnis im dritten Quartal dank des Wachstums im Pharmageschäft und der Übernahme von Monsanto stabil gehalten. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereffekten stagnierte auf dem Vorjahresniveau von 2,2 Milliarden Euro, wie der Pharma- und Agrarchemiekonzern mitteilte. Unterm Strich verdiente der Dax-Konzern rund 2,9 Milliarden Euro nach knapp 3,9 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Allerdings hatte Bayer vor einem Jahr auch von einigen Sondereffekten profitiert, die sich nicht wiederholten.

09:15 Uhr

Dax legt zu

Nach den gestrigen Kursverlusten geht es am Frankfurter Aktienmarkt aufwärts. Der Dax steigt zur Eröffnung um 0,7 Prozent auf 11.407 Punkte, nachdem er zum Wochenauftakt um knapp zwei Prozent abgerutscht war. Der MDax gewinnt 0,9 Prozent auf 24.064 Punkte, der SDax 0,5 Prozent auf 10.868 Punkte.

09:09 Uhr

Für Nordex geht es steil abwärts

Die Aktionäre von Nordex dürften derzeit schlechte Laune haben, denn die Aktien des Windkraftanlagenbauers brechen zum Handelsauftakt um elf Prozent ein. Kleiner Trost: Seit Ende Oktober hatten die Aktien um 20 Prozent zugelegt.

Grund für den Kursrutsch ist der Ausblick des Unternehmens. Nach neun Monaten ist das Management pessimistischer für das Gesamtjahr geworden. Der Umsatz dürfte 2018 nun eher am unteren Ende der prognostizierten Spanne von 2,4 bis 2,6 Milliarden Euro herauskommen, teilte Nordex mit. Gleiches gelte für die operative Marge (Ebitda).

Nordex
Nordex 23,86

 

08:41 Uhr

Asienhandel uneinheitlich - China hui, Japan pfui

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(Foto: imago/China Foto Press)

Der Ausverkauf von Technologieaktien an der Wall Street hat Kreise gezogen bis nach Japan. Der Leitindex Nikkei ging mit einem Minus von 2,1 Prozent auf 21.810 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste Topix-Index gab ebenfalls zwei Prozent nach. Spekulationen über neue Gespräche zwischen China und den USA über den Handelsstreit halfen jedoch, die Verluste einzugrenzen. An den Börsen in Shanghai und Shenzhen überwog deshalb die Zuversicht, sie notierten gut ein Prozent fester. Ende November wollen sich US-Präsident Donald Trump und der chinesische Präsident Xi Jinping am Rande des G20-Gipfels in Argentinien treffen.

In Japan rutschten vor allem Tech-Werte ab, nachdem an der Börse in New York Apple unter die Räder gekommen war. Grund dafür waren Gewinnwarnungen von Zuliefererbetrieben wie Lumentum, die für die Technologie hinter der Gesichtserkennung des iPhones verantwortlich sind. Zudem kürzte der japanische Bildschirm-Hersteller Japan Display seine Prognose, die Papiere brachen um 9,5 Prozent ein. Die Aktien der Elektronikkonzerne TDK Corp und Tokyo Electron gaben 6,3 und 1,8 Prozent nach.

Unter Druck standen auch die Titel von Autoherstellern wie Toyota, Nissan und Honda. Sie verloren jeweils rund zwei Prozent.

08:07 Uhr

Ölpreise geben trotz Kürzungsdebatte nach

Brent Crude Oil
Brent Crude Oil 63,60

Die Ölpreise haben trotz einer am Wochenende angestoßenen Debatte über Produktionskürzungen nachgegeben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete im frühen Handel 69,40 US-Dollar. Das waren 72 Cent weniger als am Montag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 78 Cent auf 59,15 Dollar.

Die Ankündigung des Ölgiganten Saudi-Arabien, seine Ölausfuhren im Dezember zu reduzieren, sowie dessen Forderung weitergehender Produktionskürzungen sind auf Widerspruch von US-Präsident Donald Trump gestoßen. Am Montagabend drückte Trump über Twitter seine Hoffnung aus, dass Saudi-Arabien seine Produktion nicht kürzen werde.

Am Wochenende und zum Wochenauftakt hatten Saudi-Arabien, das von ihm faktisch geführte Ölkartell Opec sowie weitere große Förderer zwiespältige Signale ausgesendet. Während Saudi-Arabien eine Produktionskürzung um eine Million Barrel je Tag ins Gespräch brachte, äußerte sich der zweite Öl-Riese Russland wesentlich zurückhaltender.

07:57 Uhr

Autoaktien nach Bericht über US-Importzölle belastet

Toyota Motor
Toyota Motor 65,02

Neben dem allgemeinen Druck auf den Markt dürften heute die europäischen Autoaktien noch unter einem "eigenen Belastungsfaktor" zu leiden haben. So sei US-Präsident Trump "besessen" davon, ausländischen Autos neue Importzölle aufzudrücken. In Drohungen gegenüber dem Autosektor sehe er seine beste Verhandlungstaktik speziell gegenüber Europa, berichteten CNBC und die US-Polit-Nachrichtenagentur Axios.

Der Präsident soll seinen Mitarbeitern gesagt haben, die Androhung schmerzhafter Autozölle sei der Grund für seinen schnellen Verhandlungserfolg gegenüber Kanadas Regierungschef Justin Trudeau gewesen. Daher erwäge Trump, diese Taktik auch gegenüber der EU-Kommission anzuwenden. EU-Chef Juncker werde dann das "schnellste der Menschheit bekannte Flugzeug nach Washington besteigen und einen Deal anbieten", zitiert Axios einen US-Mitarbeiter.

In Tokio gaben die Kurse von Honda und Toyota um je gut zwei Prozent nach.

07:45 Uhr

Euro berappelt sich wieder

Der Euro hat sich im frühen Handel etwas von seinem am späten Vorabend erreichten eineinhalbjährigen Tiefststand erholt. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1245 US-Dollar und damit etwas mehr als am Montagabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag auf 1,1265 Dollar festgesetzt.

Am späten Montagabend war der Euro mit 1,1216 Dollar auf den tiefsten Stand seit Juni 2017 gefallen. Belastet wird die Gemeinschaftswährung derzeit vor allem durch zwei große politische Themen: den Brexit und den italienischen Haushaltsstreit.

Während die Austrittsverhandlungen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union nach wie vor stocken, läuft heute eine Frist für Italien ab. Die EU-Kommission hat das Land aufgefordert, seinen Haushalt für kommendes Jahr nachzubessern.

07:36 Uhr

Technologie-Einbruch und Italien werden Dax belasten

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(Foto: REUTERS)

Mit Spannung blicken Händler auf den neuen Börsentag. Mit dem Auslaufen des EU-Ultimatums an Italien, dem weiter ungeklärten Prozedere des Brexit und dem Kursrutsch der ehemaligen Anlegerlieblinge, den US-Technologieaktien, hat der Markt mit mehreren Krisen gleichzeitig zu kämpfen. Der Dax ist zudem am Montag durch die wichtige 11.400er-Unterstützung gebrochen. Und er droht, auch durch die 11.300er Marke zu fallen, denn bis zu einer Lösung im Haushaltsstreit mit Italien rechnen Händler mit weiter sinkenden Kursen. Dazu gesellen sich noch Sorgen über eine neue Bankenkrise in Italien. Vorbörslich notiert der Dax erst einmal 0,3 Prozent höher bei 11.364 Punkten.

Die US-Technologieaktien befanden sich am Montag nahezu im freien Fall. Die Kurse der hochgewichteten sogenannten FANG-Stocks sind nach unten durchgebrochen, nachdem mit Apple vergangene Woche die letzte Bastion fiel. Facebook hatte mit dem Fall auf Jahrestief den Anfang gemacht und den negativen Trend mit einem Test von unten bestätigt.

Technologiewerte in Europa dürften daher wie schon zu Wochenbeginn weiter auf Südkurs bleiben. Verkaufswellen über Branchenvertreter wie Infineon waren da schon zu beobachten, noch bevor die US-Märkte eröffneten. Der Kurs des Apple-Zulieferers Ams brach um 23 Prozent ein.

Dazu kommt eine Warnung der Ratingagentur Moody's, dass sich die globalen Kreditbedingungen verschlechtern werden. Daher werde sich auch das Wirtschaftswachstum in den G-20-Ländern 2019 auf 2,9 Prozent nach 3,3 Prozent abschwächen.

Die langsam auslaufende Berichtssaison dürfte eher etwas in den Hintergrund treten. Angesichts der übergeordneten Probleme hatten zuletzt auch Unternehmen mit guten Quartalszahlen für keine kursstützenden Impulse gesorgt.

Eine Hoffnung für die Märkte sei derzeit, dass US-Kreisen zufolge mit einem Angebot aus China im Handelsstreit zu rechnen sein soll, noch bevor das Treffen der Präsidenten Donald Trump und Xi Jinping beim G20-Gipfel ab dem 30.November in Buenos Aires stattfindet.

06:23 Uhr

Nikkei verliert kräftig

Nikkei
Nikkei 29.179,49

Die Aktienmärkte in Tokio haben deutlich Federn lassen müssen. Vor allem Technologie-Werte standen unter Druck, nachdem an der Wall Street Apple-Aktien deutlich abgesackt waren und die Nasdaq mit in die Tiefe zogen.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag 2,4 Prozent im Minus bei 21.740 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sackte um 2,8 Prozent ab.

In den USA hatten am Montag Gewinnwarnungen von Zulieferern wie Lumentum, die für die Technologie hinter der Gesichtserkennung des iPhones verantwortlich sind, für fallende Kurse gesorgt. Die Firma hatte erklärt, wegen der Orderkürzung eines Großkunden seine Umsatz- und Gewinnziele nicht erreichen zu können. Lumentum-Aktien verloren fast ein Drittel an Wert. In Japan kappte der Bildschirm-Hersteller Japan Display seine Prognose, die Papiere fielen um 7,6 Prozent.

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Ein Euro wurde am Dienstag im asiatischen Handel mit 1,1235 US-Dollar bewertet und damit etwas höher als im späten New Yorker Handel.

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