Dienstag, 21. Januar 2020Der Börsen-Tag

Mit Max Borowski
18:02 Uhr

Dax-Rekord zum Greifen nah

Ganz hat es heute nicht mehr gereicht. Der Dax gleicht seine Verluste im Handelsverlauf aus und schließt mit einem Plus von 0,05 Prozent bei 13.555,87 Punkten. Damit bleibt er nur gut 40 Punkte unter seiner bisherigen Bestmarke vom Januar 2018.

Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte stoppte seine jüngste Rekordjagd und verlor 0,15 Prozent auf 28.767,96 Zähler.

Die Angst der Anleger auch in Deutschland vor dem China-Virus schlägt sich unter anderem bei Lufthansa nieder, die mit einem Minus von 3,4 Prozent das Schlusslicht im Dax bilden. Der Sorge, dass eine Pandemie die Weltkonjunktur spürbar beeinträchtigen könnte, steht unter anderem ein überraschend gut ausgefallener ZEW-Index entgegen.

17:44 Uhr

Virus-Angst lässt auch den Ölpreis sinken

Die Pandemie-Furcht scheint heute alles zu überlagern. Selbst ein verringertes Angebot aus Libyen, wo fünf Verladeterminals wegen der Bürgerkriegswirren geschlossen wurden, stützt Erdöl nicht. Stärker wirken die Konjunktursorgen im Zuge des China-Virus. Sie dämpfen auch die Stimmung am Ölmarkt.

US-Leichtöl der Sorte WTI geht 0,7 Prozent günstiger pro Fass um bei 58,14 Dollar, europäisches Referenzöl der Sorte Brent wird 0,9 Prozent niedriger mit 64,62 Dollar gehandelt.

17:19 Uhr

Goldpreis gibt spürbar nach

Der Goldpreis profitiert aktuell nicht von der Suche nach sicheren Häfen angesichts des sich ausbreitenden Coronavirus. Da China einer der wichtigsten Absatzmärkte für das gelbe Edelmetall in physischer Form sei, müsse mit Nachfrageeinbußen gerechnet werden, sollte sich das Virus weiter ausbreiten, heißt es im Handel. Die Feinunze verbilligt sich um 0,9 Prozent auf 1.548 Dollar.

17:10 Uhr

Draghi bekommt deutschen Verdienstorden

Lange beschimpft und nun geehrt:

Aus kaum einem Land bekam Mario Draghi als EZB-Chef so viel und so heftige Kritik wie aus Deutschland. Wenige Monate nach dem Ausscheiden aus seinem Amt soll er nun den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland erhalten. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird Draghi die Auszeichnung am 31. Januar im Berliner Schloss Bellevue verleihen, wie aus den frischveröffentlichten Terminen des Staatsoberhaupts für die kommenden beiden Wochen hervorgeht. Weitere Angaben machte das Präsidialamt nicht.

16:57 Uhr

Kakaopreis steigt ungebremst

Die Kakao-Rally geht weiter: Der Schokoladen-Rohstoff verteuert sich um 0,8 Prozent und kostet mit 2820 Dollar je Tonne so viel wie zuletzt vor knapp eineinhalb Jahren.

"Hinter dem Preisanstieg stehen Sorgen vor einer geringeren Zwischenernte im weltgrößten Produzentenland Elfenbeinküste, nachdem es dort in den vergangenen Wochen zu wenig geregnet hatte", sagt Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch.

16:47 Uhr

Razzia macht Conti-Anleger nervös

Aus Furcht vor einer Verwicklung in die Abgas-Affäre beim japanischen Autobauer Mitsubishi ziehen sich Anleger bei Continental zurück. Die Aktien des Zulieferers verlieren 1,9 Prozent.

Deutsche Ermittler hatten Geschäftsräume von Mitsubishi gefilzt. Conti wird nach eigenen Angaben in dem Verfahren als Zeuge geführt und ist ebenfalls durchsucht worden.

16:12 Uhr

China-Virus bremst US-Börsen aus

Angesichts von Spekulationen über eine Abkühlung der Weltwirtschaft als Folge einer drohenden Pandemie machen einige US-Anleger Kasse. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500, die in den vergangenen Wochen von Rekord zu Rekord geeilt waren, verlieren zur Eröffnung jeweils etwa 0,3 Prozent.

Der Ausbruch des Coronavirus in China sei eher ein psychologischer Belastungsfaktor, sagte Scott Brown, Chef-Volkswirt des Vermögensberaters Raymond James. "Er hat keinen großen Einfluss auf die US-Wirtschaft."

  • Investoren warfen vor allem Aktien der Fluggesellschaften in hohem Bogen aus ihren Depots. Die Titel von American Airlines, United Airlines und Delta Air Lines verloren bis zu 2,5 Prozent.
  • Unter Verkaufsdruck gerieten auch die Kasino-Betreiber Las Vegas Sands und Wynn, die beide Glücksspiel-Hotels in der chinesischen Sonderverwaltungszone Macau betreiben. Ihre Titel verbilligten sich um bis zu 6,7 Prozent.
  • Investoren warfen ebenfalls US-Papiere chinesischer Firmen auf den Markt. Die Titel des Amazon-Rivalen Alibaba und des Kurznachrichten-Dienstes Weibo fielen um bis zu 6,5 Prozent. Die Papiere des Online-Reisebüros Trip.com brachen sogar um fast zwölf Prozent ein.
16:04 Uhr

Nichts macht US-Fondsmanagern so viel Angst wie Demokraten

Fondsmanager schätzen den Ausgang der Präsidentschaftswahl in den USA einer Umfrage zufolge inzwischen als das größte Risiko für die Finanzmärkte in diesem Jahr ein. Auf dem zweiten Platz folgen erstmals seit Mai die weltweiten Handelskonflikte, heißt es in einer Studie der Bank of America. Nummer drei ist eine mögliche Blase am Anleihemarkt.

S&P 500 Index, Ind.
S&P 500 Index, Ind. 3.233,70

US-Präsident Donald Trump stellt sich im November seiner Wiederwahl. Wer für die Demokraten antritt, ist noch unklar. Die Vorwahlen beginnen Anfang Februar. "Sollten Elizabeth Warren oder Bernie Sanders nominiert werden und gewännen die Demokraten im November auch noch die Mehrheit im Senat wäre das negativ für die Märkte", prognostizierte Luca Paolini, Chef-Anlagestratege des Vermögensverwalters Pictet. Diese beiden Kandidaten stünden für höhere Steuern und eine strengere Regulierung.

15:41 Uhr

Dax dreht ins Plus

Der Dax kann am Nachmittag seine im frühen Handel erlittenen Verluste wettmachen und steht mit 0,04 Prozent bei 13 558 Punkten minimal im Plus. Damit rückt das zwei Jahre alte Rekordhoch bei 13.596 Punkten wieder näher.

Dax
Dax 12.606,57

Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte liegt weiter mit 0,2 Prozent leicht im Minus. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stand 0,54 Prozent im Minus.

Am Dax-Ende büßten die Aktien der Lufthansa 2,54 Prozent ein. Der Ausbruch des Lungenvirus könnte die Nachfrage nach Dienstleistungen und insbesondere nach Reiseangeboten erheblich schmälern, hieß es.

An der Spitze stehen dagegen Fresenius und Fresenius Medical Care inzwischen deutlich mit 1,6 beziehungsweise 1,0 Prozent im Plus. Auch Deutsche Bank können sich nach anfänglichen Verlusten erholen und legen rund 1 Prozent zu.

15:44 Uhr

Siemens-Chefgehälter sollen sich nach CO2-Ausstoß richten

Joe Kaeser versucht den nächsten Öko-Coup: Wenn Siemens seine selbstgesteckten CO2-Reduktionsziele nicht erreicht, bekommen die Vorstandsmitglieder künftig weniger Geld - zumindest ein bisschen.

Bei der anstehenden Siemens-Hauptversammlung am 5. Februar sollen die Aktionäre ein neues System der Vorstandsvergütung billigen, das künftig eine Nachhaltigkeitskomponente enthält. Diese wiederum enthält für 2020 als einen von drei Faktoren die Erreichung selbstgesteckter Ziele bei der Reduzierung von CO2-Emissionen.

Siemens sieht sich mit seiner Nachhaltigkeitskomponente als Vorreiter im Dax. Doch die finanziellen Auswirkungen der CO2-Emissionen auf den Vorstand halten sich in Grenzen. Grob überschlagen dürfte das Thema Kohlendioxid bei der Berechnung ein Gesamtgewicht um die zwei bis drei Prozent haben.

14:59 Uhr

Zahlreiche Razzien wegen neuen Diesel-Betrugsverdachts

Diesmal trifft es Mitsubishi sowie zwei internationale Zulieferkonzerne.

Hier die Mitteilung der Staatsanwaltschaft in Auszügen:

"Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main als Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen ermittelt wegen des Verdachts des Betruges gegen verantwortliche Personen eines internationalen Automobilkonzerns, einer Tochtergesellschaft eines internationalen Autohandelskonzerns und von zwei internationalen Automobilzuliefererkonzernen. Gegenstand der Ermittlungen sind Fahrzeuge der Marke Mitsubishi mit 1,6l- und 2,2l-4-Zylinder Dieselmotoren der Abgasnormen EURO 5 und EURO 6.

Es besteht der Verdacht, dass die Motoren mit einer sogenannten Abschalteinrichtung versehen sind, die dafür sorgt, dass die zulässigen Grenzwerte für Stickoxide zwar auf dem Prüfstand, nicht jedoch im Realbetrieb eingehalten werden."

"Aktuell durchsuchen Beamte [...] zehn Gewerbeobjekte in Frankfurt am Main, im Main-Taunus-Kreis, im Wetteraukreis, im Landkreis Darmstadt-Dieburg, in Hannover, in Regensburg, im Kreis Freising und im Kreis Heinsberg, [...]" 

"Hinweise: Personen, die Neuwagen der betreffenden Modelle seit 2014 erworben haben, werden gebeten, sich als Zeugen bei ihrer örtlichen Polizeidienststelle zu melden. Alle dazu nötigen Informationen und Formulare können unter www.polizei.hessen.de/aktuelles/dieselabgasverfahren abgerufen werden."

14:11 Uhr

Weiße Männer führen schlechtere Hedge Fonds

Weiße Männer dominieren große Teile der Finanzindustrie. Die Vermutung, dass das nicht damit zu rechtfertigen ist, dass sie es einfach besser können als Frauen und/oder Menschen mit anderer Hautfarbe, liegt nahe. Eine Auswertung von "Bloomberg" zeigt jedoch, dass sie nicht nur nicht besser, sondern erheblich schlechter sind.

Unter Berufung auf eigene Datenbanken berichtet "Bloomberg", dass "von Frauen und Angehörigen von Minderheiten geführte Fonds" in den vergangenen drei Jahren etwa 6,6 Prozent Rendite abwarfen, deutlich mehr als die 3,9 Prozent der Vergleichsgruppe.

Diese "Diversitäts-Dividende" zeigt sich laut "Bloomberg" sowohl in Boom- als auch in Krisenzeiten wie während der globalen Rezession nach der Lehman-Pleite.

13:47 Uhr

Notenbanken gründen AG für eigene Digitalwährungen

Vor allem in technischer Hinsicht und was die Finanzstabilität angeht, gibt es noch viele offene Fragen. Deshalb will sich eine Gruppe von Zentralbanken künftig über Erfahrungen bei der Prüfung von Anwendungsfällen für digitales Zentralbankgeld austauschen.

Nach Mitteilung der Europäischen Zentralbank (EZB) gehören einer entsprechendes Arbeitsgruppe sie selbst, die Bank of Canada, die Bank of England (BoE), die Bank of Japan, die schwedische Riksbank, die Schweizerische Nationalbank und die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich an. Geleitet wird die Gruppe vom ehemaligen EZB- und jetzigen BIZ-Mitarbeiter Benoit Coeure und dem stellvertretenden BoE-Gouverneur John Cunliffe.

13:13 Uhr

Airbus baut neue Fertigungslinie für A321

Während Boeing weiter mit unklarem Ausgang mit den Problemen seines 737-Max-Flugzeugs kämpft, kommt Airbus mit der Produktion seiner Maschinen kaum hinterher. Der europäische Konzern gab nun bekannt, die Produktionskapazitäten für sein Erfolgsmodell 321neo auszuweiten.

Die neue A321-Fertigungslinie werde innerhalb der heutigen Endfertigung für den Riesenflieger A380 in Toulouse entstehen, teilte Airbus mit. Sie soll Mitte des Jahres 2022 fertig sein und auf neue digitale Fertigungstechnik setzen.

12:08 Uhr

Chinas Währung gerät wegen Virusangst unter Druck

Der Euro legt gegenüber dem Dollar leicht zu. Am Mittag wird die Gemeinschaftswährung bei 1,1104 gehandelt. Seit dem vergangenen Freitag hielt sich der Euro in einer engen Handelsspanne.

In Asien hinterlässt die Virusangst auch am Devisenmarkt Spuren: Der Yen, der traditionell als sicherer Hafen am Devisenmarkt gilt, stieg von 110,17 je Dollar auf zuletzt 109,92. Auch der Schweizer Franken zog zum US-Dollar etwas an. Deutlich abwärts ging es dagegen mit dem chinesischen Yuan. Ein Dollar kostete mit 6,9069 Yuan 0,6 Prozent mehr als am Montag.

11:55 Uhr

Dax steigt auf Tageshoch

Die deutlich angesprungenen Konjunkturerwartungen der Börsianer schlagen sich auch im Dax nieder.

Der deutsche Leitindex notiert kurz vor Mittag 0,4 Prozent tiefer bei 13.450 Zählern und liegt damit auf Tageshoch.

Der EuroStoxx50 liegt 0,9 Prozent im Minus.

11:24 Uhr

ZEW-Index springt: Börsianer so optimistisch wie seit Jahren nicht

Heute Vormittag ist die Stimmung eher trübe unter den Anlegern. Mittelfristig schätzen die Börsianer die Aussichten für die deutsche Konjunktur aber so positiv ein wie seit rund viereinhalb Jahren nicht mehr.

Das Barometer ihrer Erwartungen für die nächsten sechs Monate stieg im Januar überraschend kräftig um 16 Zähler auf plus 26,7 Punkte, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zu seiner monatlichen Umfrage unter 194 Analysten und Anlegern mitteilte.

Das ist der beste Wert seit Juli 2015.

 

Auch die Lage bewerteten die Börsianer besser. Der erneut starke Anstieg der ZEW-Konjunkturerwartungen beruhe vor allem auf der jüngsten Einigung im Handelsstreit USA/China, sagte ZEW-Präsident Achim Wambach. "Dies nährt die Hoffnung, dass die aus dem Handelsstreit resultierenden Belastungen für die deutsche Wirtschaft geringer sein werden als zuvor gedacht." Hinzu komme, dass sich die deutsche Wirtschaft 2019 etwas besser entwickelt habe als erwartet. "Der Ausblick hat sich damit zwar aufgehellt, deutet aber nach wie vor auf ein unterdurchschnittliches Wachstum hin."

11:07 Uhr

Deutscher Modekonzern begeistert Anleger

Der Tagesgewinner in der gesamten Dax-Familie und einer der wenigen Lieferanten guter Nachrichten kommt heute aus der Modebranche:

Hugo Boss
Hugo Boss 21,08

Die Aktien von Hugo Boss legen 4,5 Prozent zu. Eine überraschend gute Geschäftsentwicklung im wichtigen Weihnachtquartal verlieh den Papieren des Modeunternehmens Rückenwind. Die Resultate des Konzerns stimmten gerade angesichts des schwierigen Geschäftsumfeldes zuversichtlich, schrieb Analystin Louise Singlehurst von der Investmentbank Goldman Sachs. Hugo Boss habe vom Einzelhandelsgeschäft, aber auch von der Partnerschaft mit dem Online-Händler Zalando profitiert. Insgesamt habe der Umsatz im Schlussquartal die Erwartungen übertroffen.

10:39 Uhr

US-China-Handelsdeal kostet deutsche Firmen Milliarden

Die Börsen weltweit und auch in Europa haben das Teilabkommen zwischen den USA und China zur Entschärfung des Handelskonflikts mit einem Kursfeuerwerk begrüßt. Die Logik dahinter: Wenn der Handel zwischen den beiden weltgrößten Volkswirtschaften und damit deren Konjunktur wieder in Schwung kommt, profitiert die gesamte Weltwirtschaft und natürlich auch die deutschen Exporteure.

Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) macht allerdings eine andere Rechnung auf: "Die von China zugesagten zusätzlichen Importe von US-Gütern werden Importe aus anderen Ländern verdrängen", warnte Gabriel Felbermayr, Präsident des Kiel Forschungsinstituts. Seiner Einschätzung nach sind die betroffenen Industrien vor allem in Deutschland beheimatet. Aber auch Frankreich sei erheblich betroffen, sagte Felbermayr.

In dem Teilabkommen von Mitte Januar verpflichten sich die Chinesen, mehr Waren aus den USA zu importieren. Laut einer "groben" Berechnung des IfW könnten Chinas Importe bestimmter US-Güter im Jahr 2021 um 95 Milliarden US-Dollar höher liegen als vor dem Handelskonflikt. Betroffen seien vor allem pharmazeutische Produkte, Fahrzeuge, Flugzeuge und medizinische Geräte.

Unternehmen aus der EU, die solche Waren im Angebot haben, "werden sehr wahrscheinlich Marktanteile abgeben müssen", lautet die Einschätzung des IfW. Das Institut geht davon aus, dass die EU-Exporte nach China im Jahr 2021 voraussichtlich um 10,8 Milliarden Dollar geringer ausfallen, verglichen mit einem Szenario, in dem es das Abkommen und den Zollkrieg zwischen China und den USA nicht gegeben hätte. "Damit würde die EU rund ein Sechstel der Handelsumlenkung tragen müssen, die durch das Abkommen ausgelöst wird", heißt es in der Studie.

10:22 Uhr

Schlechte Nachrichten von deutschen Maschinenbauern

Zur allgemein gedrückten Stimmung beim Aktienhandel am Morgen tragen auch schlechte Nachrichten aus der deutschen Industrie bei:

Händler sprechen unter anderem von einer Gewinnwarnung beim Maschinenbauer Wacker Neuson und lassen die Aktien 8,6 Prozent fallen. Auch Heidelberger Druckmaschinen haben ihre Jahresprognose gesenkt und fallen 6 Prozent. Statt eines ausgeglichenen Jahresergebnisses wird nun mit einem Verlust gerechnet. Kurz vor Weihnachten 2019 hatte bereits der Wettbewerber Koenig & Bauer wegen des "anhaltend schwierigen Umfeldes" den Ausblick gesenkt.

10:07 Uhr

Schweizer Großbank zieht ganze Branche runter

Da hilft nicht einmal eine Dividendenerhöhung, um die Aktionäre gnädig zu stimmen:

Die anhaltenden wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten und die Niedrigzinsen haben der Schweizer Großbank UBS 2019 stärker als erwartet zugesetzt. Obwohl der Gewinn im Schlussquartal sogar besser als erwartet ausfiel, reichte es nicht zur Einhaltung der eigenen Ziele für das Gesamtjahr aus. Deswegen werden die Schweizer nun für den Mittelfrist-Ausblick pessimistischer und schrauben einige Erwartungen wieder zurück.

Das drückt auch andere Bankaktien: Deutsche Bank geben um 0,9 Prozent nach, Commerzbank sogar um 1,3 Prozent.

Ihren Aktionären will die UBS trotz allem eine höhere Dividende zahlen: Nach 70 Rappen (oder 0,68 Dollar) im Vorjahr sollen es nun 0,73 Dollar je Aktie sein.

09:43 Uhr

Easyjet begeistert Anleger

Nicht alle Airlines machen sich Sorgen wegen des sich ausbreitenden Corona-Virus in Asien: Easyjet-Aktien verzeichnen am Morgen in London ein sattes Plus von 3,77 Prozent. Der auf Europa fokussierte Billigflieger hat kein Asiengeschäft, um das er fürchten muss. Dagegen konnte er aufgrund höherer Ticketpreise im Weihnachtsquartal den Ausblick anheben.

Im gesamten Winterhalbjahr von Oktober bis März dürfte der um Sondereffekte bereinigte saisontypische Verlust vor Steuern geringer ausfallen als ein Jahr zuvor, teilte der Rivale von Ryanair und Lufthansa mit. Easyjet-Chef Johan Lundgren führte die Entwicklung auch auf den allgemein gebremsten Ausbau des Flugangebots europäischer Airlines zurück. Fluggesellschaften schreiben im reiseschwachen Winterhalbjahr in der Regel rote Zahlen, weil sie ihre Fixkosten nicht decken können. Ihre Gewinne fliegen sie vor allem in der Hauptreisezeit im Sommer ein. Im Winterhalbjahr 2018/19 hatte sich das Minus bei Easyjet vor Steuern und Sondereffekten auf 275 Millionen britische Pfund (322 Mio Euro) belaufen.

Im ersten Geschäftsquartal von Oktober bis Dezember 2019 steigerte die Gesellschaft ihren Umsatz im Jahresvergleich um fast zehn Prozent auf 1,4 Milliarden Pfund. Das lag vor allem an gestiegenen Ticketpreisen.

09:12 Uhr

Anleger blasen Gipfelsturm ab

Der Dax knickt wie erwartet kurz nach Handelsbeginn um weitere 0,7 Prozent ein und notiert bei 13.457 Punkten. Das nunmehr zwei Jahre alte Allzeithoch von 13.596,89 Punkten bleibt vorerst unangetastet.

Dax
Dax 12.606,57

Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte verlor 0,8 Prozent auf 28.577 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stand ähnlich deutlich im Minus.

Händler verwiesen auf die gestiegene Nervosität unter Anlegern angesichts der sich ausbreitenden neuartigen Virus-Lungenkrankheit in China. Dass die Weltgesundheitsorganisation wegen der Erkrankungen ihren Notfallausschuss einberufen habe, habe das Augenmerk der Investoren auf die Sache gezogen, erklärte Analyst Stephen Innes vom Handelshaus Axicorp.

Am ärgsten im Dax erwischt es Lufthansa, die 1,8 Prozent im Minus notieren. Die Luftfahrtindustrie könnte, so die Furcht, direkt unter dem Ausbruch des Virus' und möglichen Einschränkungen im Kampf dagegen leiden.

08:37 Uhr

Mnuchin: Keine US-Autozölle als Druckmittel in Iran-Frage

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Steven Mnuchin

(Foto: imago images/ZUMA Press)

Die USA planen keine Zölle auf Autoimporte aus der Europäischen Union, um Sanktionen gegen den Iran durchzusetzen. Das sagte US-Finanzminister Steven Mnuchin auf dem Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos.

Allerdings sandte Mnuchin auch gleich eine Einschränkung. Seinen Angaben zufolge könne Präsident Donald Trump "immer entscheiden, Zölle auf EU-Autoimporte zu verhängen".

08:18 Uhr

Shop Apotheke erfährt 2019 kräftigen Aufschwung

Der Online-Arzneimittelhändler Shop Apotheke hat im vergangenen Jahr kräftig zugelegt. Auf Basis vorläufiger Zahlen wuchs der Umsatz im abgelaufenen Jahr um etwa 30 Prozent auf 701 Millionen Euro, wie das im SDax geführte Unternehmen im niederländischen Venlo mitteilte. Davon blieben voraussichtlich wie angekündigt 2,0 bis 2,3 Prozent als bereinigter Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) beim Unternehmen hängen.

Die Zahl der aktiven Kunden wuchs nach Unternehmensangaben von Ende 2018 bis Ende 2019 von 3,5 auf rund 4,7 Millionen. Der Umsatzanstieg sei damit fast vollständig auf organisches Wachstum zurückzuführen. Seine endgültigen Jahreszahlen will das Unternehmen am 17. März veröffentlichen.

Shop Apotheke
Shop Apotheke 142,60

08:02 Uhr

Öl verbilligt sich

Brent Rohöl
Brent Rohöl 41,94

Mit den Ölpreisen ist es im frühen Handel bergab gegangen. Marktbeobachter sprachen von einer Gegenbewegung, nachdem die Preise zu Beginn der Woche unter anderem wegen der Sorge vor Lieferausfällen aus dem Opec-Staat Libyen gestiegen waren. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 64,58 US-Dollar. Das waren 62 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte WTI fiel um 36 Cent auf 58,18 Dollar.

Die Lage in Libyen bleibt weiter im Fokus der Anleger am Ölmarkt. Außerdem wurde am Ölmarkt auf die jüngste Konjunkturprognose des IWF verwiesen. Der Fonds hatte gestern klargestellt, dass die Weltwirtschaft in diesem Jahr wieder stärker an Fahrt aufnehmen dürfte.

07:37 Uhr

UBS verkauft Fondsplattform an Deutsche-Börse-Tochter

Die UBS trennt sich von einem Teil ihres Asset Managements. UBS Fondscenter, eine Fondsvertriebsplattform für institutionelle Kunden, werde mehrheitlich an die zur Deutschen Börse gehörenden Firma Clearstream verkauft, teilte die größte Schweizer Bank mit.

Clearstream erwerbe ein Paket von 51,2 Prozent und UBS habe die Option, auch zu einem späteren Zeitpunkt die restlichen Anteile an Clearstream zu verkaufen. Die Bank erwartet aus dem Verkauf, dessen Vollzug für das zweite Halbjahr geplant ist, einen Gewinn nach Steuern von rund 600 Millionen US-Dollar. Das harte Kernkapital werde sich um etwa 400 Millionen Dollar erhöhen.

07:22 Uhr

Schwache Asien-Vorgaben werden Dax wohl etwas drücken

Dax
Dax 12.606,57

Die schwachen Vorgaben aus Asien werden heute auch an den europäischen Aktienmärkten nicht spurlos vorbeigehen. In China wird zunehmend der Coronavirus als mögliche Bedrohung für das Wachstum gewertet. Ein führender chinesischer Gesundheitsbeamter sagte, dass der neu identifizierte Virus mit Ursprung in Zentralchina sich schneller als befürchtet ausgebreitet habe.

In Frankfurt notierte der Dax vorbörslich 0,2 Prozent tiefer bei 13.521 Punkten. Auch wenn die Gefahr erst einmal regional begrenzt ist, werden die Anleger an den Kapitalmärkten vorsichtiger. Unter Abgabedruck erwartet Stephen Innes, Marktstratege der AxiCorp, die Aktien der Fluggesellschaften wie auch der regionalen Reiseunternehmen in Asien.

06:44 Uhr

Japans Notenbank hält bei Zinsen still

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(Foto: REUTERS)

Die japanische Notenbank hält nach der jüngsten Sitzung ihre Geldpolitik stabil. Sie signalisierte vorsichtigen Optimismus in Bezug auf die globale Wirtschaft, die Risiken im Zusammenhang mit den Aussichten hätten "etwas nachgelassen", heißt es in ihrem Bericht. Wie von Analysten erwartet, behielt die Bank of Japan (BoJ) ihr kurzfristiges Zinsziel von -0,1 Prozent bei und gab die Zusage, die auf zehn Jahre ausgelegten Staatsanleiherendite um rund 0 Prozent zu halten.

Die Zinsen sollen weiterhin auf einem niedrigen Niveau gehalten oder sogar gesenkt werden, solange sie nicht dem Inflationsziel Japans von zwei Prozent im Wege stünden. In ihrer vierteljährlichen Überprüfung hat die BoJ die Wachstumsprognose für das im April beginnende Geschäftsjahr auf 0,9 Prozent gegenüber einer Schätzung von 0,7 Prozent im Oktober angehoben.

06:08 Uhr

Virus-Risiko drückt Asiens Märkte

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(Foto: picture alliance/dpa)

Die asiatischen Börsen haben heute einen Einbruch hinnehmen müssen. Wachsende Sorgen über den in der chinesischen Stadt Wuhan ausgebrochene Coronavirus und dessen Ausbreitung löste eine Risikoaversion bei den Börsianern aus. Safe-Haven-Anleihen und der Yen stiegen, da die Anleger an den wirtschaftlichen Schaden erinnert wurden, den ein ähnlicher Virenstamm, das SARS-Virus, 2003 angerichtet hatte. Insbesondere kann sich die neue Lungenkrankheit in China vor dem traditionellen Neujahrsfest mit Hunderten Millionen von Reisenden sprunghaft ausbreiten.

Zuvor hatte es an den Börsen eine gewisse Erleichterung gegeben, als US-Präsident Donald Trump und der französische Präsident Emmanuel Macron sich darauf verständigten, ihren Streit über die französische Digitalsteuer für große Internetkonzerne zunächst ohne Strafzölle zu lösen. In Japan lag der Nikkei im Verlauf 0,8 Prozent tiefer bei 23.903 Punkten. Der breiter gefasste Topix sank um 0,6 Prozent und lag bei 1735 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 1,1 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen verlor 1,4 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans fiel um 0,2 Prozent.

Im asiatischen Devisenhandel verlor der US-Dollar 0,2 Prozent auf 109,99 Yen und legte 0,4 Prozent auf 6,8904 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notierte er kaum verändert bei 0,9675 Franken. Parallel dazu blieb der Euro fast unverändert bei 1,1094 Dollar und gab 0,1 Prozent auf 1,0736 Franken nach. Das Pfund Sterling stagnierte bei 1,3004 Dollar.