Der Börsen-Tag
21. November 2017
imageMit Max Borowski
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17:21 Uhr

Krypto-Startup verschwindet mit Hunderttausenden Dollar

Initial Coin Offerings schießen derzeit wie Pilze aus dem Boden. Anleger investieren Milliarden und wissen manchmal gar nicht, was sie dafür bekommen. Im Fall von Confido und Firmengründer Joost van Doorn, die von zwei Wochen "Token" im Wert von umgerechnet 374.000 US-Dollar ausgaben, ist nicht einmal klar, ob sie überhaupt existieren.

Die Firma hat alle ihre digitalen Präsenzen bei Facebook, Twitter, die eigene Website geschlossen. Van Doorn ebenso. Fraglich scheint, ob es sich überhaupt um eine reale Person handelt. Auch das Geld der Investoren ist wohl weg.

Krypto-Startup verschwindet mit Hunderttausenden Dollar
17:06 Uhr

Schüler in China zu Arbeit an IPhone X gezwungen

Laut einem Bericht der "Financial Times" wurden Schüler von Apples Zulieferer Foxconn zur Arbeit am IPhone X gewzungen. Mehrere Schüler aus Zhengzhou hätten übereinstimmend berichtet, dass sie von ihrer Schule, der Urban Rail Transit Highschool, zu einem dreimonatigen Praktikum gezwungen worden seien, das allerdings keinen Bezug zu ihrer Ausbildung gehabt, sondern nur daraus bestanden hätte, IPhone-Kameras zu montieren. Hätten sie sich geweigert, sei ihnen der Schulabschluss verwehrt worden. Insgesamt seien 3000 Schüler in der Fabrik beschäftigt gewesen.

Apple und Foxconn gaben auf Anfrage der "FT" an, dass es sich um freiwillige Schülerpraktikanten handle. Allerdings bedauerte Apple, dass die minderjährigen Praktikanten Überstunden geleistet hätten, dies sei nicht erlaubt und würde abgestellt.

Die Apple-Aktionäre scheinen von dieser Geschichte nicht weiter beeindruckt. Apple sind am Nachmittag mit einem Zuwachs von knapp zwei Prozent bester Wert im Dow Jones.

Schüler in China zu Arbeit an IPhone X gezwungen
16:24 Uhr

"Siemens-Bashing" im Bundestag

Die von der SPD beantragte aktuelle Stunde im Bundestag zum Stellenabbau bei Siemens hat inzwischen stattgefunden - und die Politiker sparten nicht mit Kritik an der Konzernführung.

  • SPD-Chef Schulz nannte die Pläne in einer Aktuellen Stunde im Parlament inakzeptabel, unverantwortlich und gefährlich für den deutschen Wirtschaftsstandort.

  • Siemens sei schlecht mit seinen Beschäftigten umgegangen, sagte auch CDU-Politiker Lämmel. Scharfe Kritik kam auch von den anderen Parteien, wobei die FDP und die AfD auch der großen Koalition mit ihrer Energiepolitik eine Mitschuld gaben.

  • Der Ärger über Siemens über alle Fraktionen hinweg war so einhellig, dass der wirtschaftspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Joachim Pfeiffer, von "Siemens-Bashing" sprach.

"Siemens-Bashing" im Bundestag
16:07 Uhr

Japaner wollen angeblich Gauloise-Hersteller kaufen

In London wetten Anleger auf eine Fusion des britischen Gauloises-Herstellers Imperial Brands mit dem asiatischen Rivalen Japan Tobacco. Die Aktien von Imperial stiegen um bis zu 4,3 Prozent auf 3156 Pence und zählten im FTSE zu den Top-Favoriten.

  • Käufe waren Aussagen des künftigen Chefs von Japan Tobacco, Masamichi Terabatake, zu einer möglichen Einkaufstour. "Wenn es gute Deals gibt, würden wir diese gerne aktiv verfolgen", sagte der Manager. Details nannte er allerdings nicht.

  • Imperial gilt schon länger als mögliches Übernahmeziel. In der Branche wird seit Langem mit einer Konsolidierung gerechnet, da immer mehr Menschen mit dem Rauchen aufhören und die Geschäfte daher schlechter als früher laufen.

Japaner wollen angeblich Gauloise-Hersteller kaufen
14:43 Uhr

Hochtief rüstet sich für Milliarden-Übernahmeschlacht

Im Rennen um den spanischen Mautstraßen-Betreiber Abertis rüstet sich der Baukonzern Hochtief für eine milliardenschwere Übernahmeschlacht. Wie das Essener Unternehmen am Dienstag berichtete, sicherte sich Hochtief Kredite in Höhe von rund 15 Milliarden Euro für die Finanzierung einer möglichen Übernahme.

  • Hochtief-Chef Marcelino Fernandez Verdes hatte zuvor angekündigt, mit einer Offerte von insgesamt gut 17 Milliarden Euro ins Bieterrennen um Abertis einsteigen zu wollen. Finanziert werden soll das Geschäft auch durch eine Kapitalerhöhung, an der sich die Muttergesellschaft ACS nicht beteiligen will.

  • Der italienische Hochtief-Konkurrent Atlantia hatte in der vergangenen Woche bereits angekündigt, sein Angebot von zuletzt rund 16,3 Milliarden Euro voraussichtlich noch einmal erhöhen zu wollen.

Hochtief rüstet sich für Milliarden-Übernahmeschlacht
14:08 Uhr

Anleger stürzen sich auf Auto-Aktien

"Da wird gekauft, als gebe es kein Morgen", kommentiert ein Händler die kräftige Nachfrage nach deutschen Autobauern.

  • Nachrichtlicher Auslöser ist demzufolge die erhöhte Umsatzprognose von VW vom Vortag. Sie verdeutliche, wie gut die Aussichten bei gleichzeitg extrem geringen Kurs-Gewinn-Verhältnissen seien, heißt es. Allerdings hätten die Käufe schon in den Tagen vorher eingesetzt.

  • Am deutlichsten zeigt sich das bei Daimler. Sie hätten einen Ausbruch aus der fast zweijährigen Seitwärtsspanne kurz korrigiert und nun das Ausbruchsniveau knapp unter 70 Euro von oben positiv getestet und damit bestätigt, so der Händler.

  • BMW seien dagegen ein Nachläufer mit dem wohl größten Potenzial, VW zeige derzeit die größte Beschleunigung.

  • VW legen 4,3 Prozent zu, Daimler 1,9 Prozent und BMW 2,3 Prozent. Aber auch die Zulieferer wie Leoni setzen ihre am Montag begonnene Rally fort und steigen um 4,8 Prozent. Continental legen 1,3 Prozent zu.

Anleger stürzen sich auf Auto-Aktien
13:11 Uhr

Nasdaq erwartet neues Rekordhoch

Der US-Aktienmarkt macht Hoffnung auf einen guten Handelsstart, wobei der Nasdaq-Composite ein neues Rekordhoch markieren könnte.

  • Zwar ist im Vorfeld des Thanksgiving Day am Donnerstag mit einem weiter ausdünnenden Handel zu rechnen, doch herrscht an Themen kein Mangel. So stehen am Berichtstag unter anderem Quartalszahlen von Lowe's, Dollar Tree, Medtronic und Campbell Soup an. Kurz nach Handelsstart folgen Daten vom Immobilienmarkt.

  • Im Hintergrund stützt weiter die Hoffnung auf eine Steuerreform, über die der Senat bald nach Thanksgiving abstimmen dürfte.

  • Am Aktienmarkt legen Lowe's nach Zahlen vorbörslich 1,2 Prozent zu. Wichtige Kennziffern des Einzelhändlers bei Umsatz und Ergebnis zeigten gegenüber dem Vorjahr eine deutliche Steigerung.

  • Die Aktien von Time Warner und AT&T dürften im Blickpunkt des Interesses stehen. Die milliardenschwere Übernahme des US-Medienunternehmens durch den Telekom-Konzern steht durch eine Klage des US-Justizministeriums auf der Kippe. Die Aktie von Time Warner wird noch nicht gehandelt, die Papiere von AT&T verlieren vorbörslich 0,7 Prozent.

Nasdaq erwartet neues Rekordhoch
12:18 Uhr

Easyjet-Aktien heben ab - trotz Gewinneinbruch

Nichts scheint für Easyjet-Anleger so alt zu sein wie das abgelaufene Quartal. Das lief nämlich miserabel für den britischen Billigflieger. Aber die Aktionäre haben das schon abgehakt und schauen in die Zukunkft - und in der dürfte Easyjet eigener Einschätzung nach massiv von der Air-Berlin-Pleite profitieren, höhere Preise durchsetzen und mehr Gewinn einfahren.

Die Aktie des Billigfliegers legt in London zeitweise mehr als 7 Prozent zu.

Easyjet wolle die Nummer eins oder zwei auf den wichtigsten europäischen Flughäfen werden, erklärte Unternehmenschefin Carolyn McCall, die Easyjet bis Ende November verlässt. "Unser freundlicher und effizienter Service und unser Kostenbewusstsein verschaffen uns einen strategischen Vorteil" in einer Zeit, in der andere Airlines pleite gingen oder in Schwierigkeiten seien. Sie spielte damit an auf die britische Monarch, Alitalia und Air Berlin, von der Easyjet 25 Flugzeuge sowie Start- und Landerechte übernehmen will.

Easyjet-Aktien heben ab - trotz Gewinneinbruch
10:38 Uhr

Grüne lassen RWE keine Ruhe

Für die RWE-Aktie geht es nach dem kräftigen Plus am Vortag nun wieder um 1,7 Prozent nach unten.

Die Grünen sorgten erneut für schlechte Stimmung, heißt es. Auch nach dem Scheitern des Jamaika-Bündnisses wollen sie nämlich nun einen Beschlussantrag zum Kohleausstieg im Bundestag stellen. Dies kündigte Grünen-Chefin Peter gegenüber der Rheinischen Post an.

Grüne lassen RWE keine Ruhe
10:33 Uhr

Erste Hellofresh-Zahlen überzeugen

Leicht positiv werden die Zahlen von Hellofresh im Handel aufgenommen. Der Rocket-Internet-Zögling hatte zum ersten Mal seit seinem Börsengang einen Quartalsbericht vorgelegt.

"Wichtig ist das Kundenwachstum, und das läuft", sagt ein Händler. Der Umsatz legte um 48 Prozent gegenüber Vorjahr zu. Zudem sei die Verlustmarge reduziert worden, was der Unternehmensstrategie einer Balance zwischen Wachstum und Profitabilität entspreche.

Erste Hellofresh-Zahlen überzeugen
09:53 Uhr

Millionenraub lässt Bitcoin einbrechen

Bitcoin lässt sich bei seinem rasanten Höhenflug auch von Cyberkriminellen nicht stoppen, bleibt aber volatil.

Auf die Nachricht hin, dass von einer Handelsplattform der Kryptowährung Tether 31 Millionen Dollar gestohlen worden und an eine Bitcoin-Adresse gesendet worden seien, brach auch Bitcoin in kürzester Zeit um mehr als 5 Prozent ein. Einen Großteil des Verlusts hat die Währung inzwischen wieder wettgemacht. Doch die Episode führt vor Augen wie volatil das gesamte Kryptowährungs-Ökosystem ist.

Millionenraub lässt Bitcoin einbrechen
09:17 Uhr

ProSiebenSat1 setzt sich an die Dax-Spitze

Der Dax hält sich zum Handelsstart auf dem Niveau von gestern Abend: Der Index notiert kaum verändert bei 13.043 Punkten.

  • Auch bei den Indizes in der zweiten Reihe tut sich nicht viel: Der MDax gibt um weniger als 0,1 Prozent auf 26 544 Punkte nach. Der TecDax verlor 0,1 Prozent auf 2540 Punkte. Auch der EuroStoxx 50 bewegt sich kaum.

  • Unterstützung erhält der Dax dabei vom schwächelnden Euro. Auf dem Börsenparkett dreht sich die Diskussion weiter um die künftige Bundesregierung, nachdem die Gespräche zur Bildung einer sogenannten Jamaika-Koalition aus Union, FDP und Grünen gescheitert waren. "Der Markt wünscht sich in der größten Volkswirtschaft Europas eine stabile Mehrheitsregierung mit Planungssicherheit", betont Commerzbank-Analystin Antje Praefcke.

  • Spitzenreiter im Dax sind erneut ProSiebenSat.1. Die Aktien der TV-Senderkette gewannen 2,7 Prozent auf 26,83 Euro, nachdem die US-Bank JPMorgan die Papiere auf "Overweight" von "Neutral" hochgestuft und das Kursziel auf 45 von 34,50 Euro angehoben hatte. Die Titel von RTL, die die Analysten nun ebenfalls mit "Overweight" einstufen, gewannen 1,4 Prozent.

Und so lief es gestern an der Wall Street:

ProSiebenSat1 setzt sich an die Dax-Spitze
09:02 Uhr

Zahlen machen Anlegern Appetit auf Vapiano

Zuwächse bei Umsatz und operativem Gewinn ermuntern Anleger zum Einstieg bei Vapiano. Die Aktien der Restaurant-Kette stiegen im Geschäft von Lang & Schwarz und im Frankfurter Frühhandel um jeweils etwa 3,5 Prozent. Vapiano steigerte den Quartalsumsatz um 31,3 Prozent auf 82,3 Millionen Euro. Das bereinigte Betriebsergebnis fiel mit 10,5 Millionen Euro sogar 84,2 Prozent höher aus als im Vorjahreszeitraum. Vapiano sieht sich auf gutem Weg, seine Gesamtjahresziele zu erreichen. Anvisiert wird ein Umsatz von 315 bis 335 Millionen Euro sowie ein operativer Gewinn von 38 bis 40 Millionen Euro. Im kommenden Jahr will die Kette 30 bis 35 neue Filialen eröffnen.

Zahlen machen Anlegern Appetit auf Vapiano
08:54 Uhr

Uniper lehnt Übernahmeangebot von Fortum ab

Der Energiekonzern Uniper hat auch nach einer intensiven Prüfung das rund acht Milliarden Euro schwere Übernahmeangebot des finnischen Versorgers Fortum abgelehnt. Vorstand und Aufsichtsrat seien der Auffassung, dass die Offerte nicht im Interesse von Uniper, ihren Aktionären, Mitarbeitern und weiteren Stakeholdern sei, teilte das Unternehmen mit. Den Aktionären werde daher empfohlen, das Angebot nicht anzunehmen.

Fortum will Anfang 2018 E.ON dessen verbliebenen Uniper-Anteil von 47 Prozent für 22 Euro je Aktie beziehungsweise 3,8 Milliarden Euro abkaufen. Am 7. November hatten die Finnen auch den übrigen Aktionären ein Angebot in derselben Höhe unterbreitet.

Uniper lehnt Übernahmeangebot von Fortum ab
08:40 Uhr

Beschlussantrag zum Kohleausstieg angekündigt

Die Grünen haben nach dem Scheitern des Jamaika-Bündnisses einen Beschlussantrag zum Kohleausstieg im Deutschen Bundestag angekündigt.

  • Grünen-Chefin Peter sagte der "Rheinische Post", die anderen Parteien sollten in Konsequenz der Klimakonferenz in Bonn mit uns den Klimaschutzpfad beschreiten und den Kohleausstieg für Deutschland beschließen".

  • "Auch wenn es hier heftige Auseinandersetzungen mit Union und FDP gab und die fossile Kraftwerkswirtschaft teils mit am Tisch saß, gab es im Energie- und Gebäudebereich Zugeständnisse von Seiten der Union, die für das Erreichen der Klimaziele unabdingbar sind", erklärte Peter.

  • Händler rechnen nun mit leichten Gewinnmitnahmen bei RWE. Der Konzern war am Vortag der große Gewinner des Jamaika-Aus gewesen und um 2,8 Prozent gestiegen. Vorbörslich tendieren sie wenig verändert.

Beschlussantrag zum Kohleausstieg angekündigt
08:03 Uhr

Euro erholt sich leicht - türkische Lira auf Rekordtief

Der Euro hat sich etwas von seinen Verlusten zum Wochenstart erholt. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1745 US-Dollar und damit etwas mehr als am späten Vorabend. Gestern war der Euro durch die gescheiterten Gespräche zur Regierungsbildung und solide US-Wirtschaftsdaten belastet worden. Experten sprachen von anhaltendem Druck durch die politische Unsicherheit nach dem Scheitern der Jamaika-Sondierungen. "Der Euro könnte in den kommenden Tagen weiter nachgeben, wenn nicht schnell eine Lösung für die Regierung in Deutschland gefunden wird", erklärte der Ökonom Carl Weinberg von High Frequency Economics.

Auf ein neues Rekordtief zum US-Dollar fiel am Morgen die türkische Lira. Am Markt wurde dies mit jüngsten Äußerungen von Staatspräsident Erdogan begründet. Dieser hatte sich zuletzt wieder kritisch über den Kurs der nationalen Notenbank geäußert. Erdogan gilt schon länger als Kritiker hoher Zinsen zur Inflationsbekämpfung.

Euro erholt sich leicht - türkische Lira auf Rekordtief