Wirtschaft

Lockdown und Chipmangel Anleger werfen Autotitel aus den Depots

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Als die "bislang heftigste Gewinnwarnung wegen des Chip-Mangels" bezeichnet ein Händler die Aussagen des im chinesischem Besitz befindlichen Lkw-Bauers Volvo.

(Foto: picture alliance / AA)

Die Engpässe bei der Versorgung mit Computerchips machen den Autobauern zu schaffen. Nun trifft es auch Volvo. Ein bis zu vier Wochen andauernder Produktionsstopp werde tiefe Spuren beim Gewinn hinterlassen, heißt es. Auch wegen des angekündigte Oster-Lockdowns suchen Aktionäre das Weite.

Im europäischen Autosektor wird nach einer Erholungs-Rally, die vor allem von VW angeführt wurde, Kasse gemacht: Die Titel von Daimler fielen zwischenzeitlich um 2 Prozent, die von BMW mehr als 1,0, VW bis zu 4,5 und Stellantis um 3,4 Prozent. Die Aktie von Zulieferer Conti büßte in der Spitze fast 4 Prozent ein und der schwedische Lkw-Hersteller Volvo an der Börse Stockholm nach einer Gewinnwarnung sogar 7 Prozent, was auch die deutsche Traton bis zu knapp 4 Prozent nach unten zog.

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Insgesamt ist der Autosektor mit 1,5 Prozent das Schlusslicht in Europa. Als Grund geben Beobachter den angekündigten Oster-Lockdown an. Der sorge dafür, "dass die Erholungserwartungen noch weiter nach hinten rutschen", so ein Händler. Eine BIP-Erholung im zweiten Quartal könne man wohl abhaken.

Auch das Thema Chipmangel macht der Branche weiter zu schaffen. Der schwedische Nutzfahrzeughersteller Volvo erwartet, dass der Mangel die Produktion im gesamten zweiten Quartal belastet. Es sei kaum absehbar, wann sich die Lage bessere. Gewinn und Cashflow würden darunter leiden.

Der Rivale von Daimler und der Volkswagen-Holding Traton wird nach eigener Aussage mit Beginn des zweiten Quartals in den Lastwagenwerken die Produktion anhalten. Insgesamt summierten sich die Schließtage je nach Werk wohl auf zwei bis vier Wochen. Als die "bislang heftigste Gewinnwarnung wegen des Chipmangels" bezeichnet ein Händler die Aussagen des im chinesischem Besitz befindlichen Lkw-Bauers.

Das Thema sei zwar bekannt und habe fast alle Autohersteller schon zu Produktionseinschränkungen und sogar Fabrikstilllegungen gezwungen, das Ausmaß bei Volvo sei aber stärker. Die Analysten der Citi rechnen deshalb damit, dass das Ebit für 2021 daher 10 Prozent unter den Erwartungen liegen wird.

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Auch Traton-Finanzchef Christian Schulz hatte am Vortag auf Risiken wegen der Pandemie und möglichen Problemen mit Chips verwiesen. Dennoch peilt die VW-Holding eine starke Steigerung von Absatz und Umsatz an. Auch Daimler will im Lkw-Geschäft bei Absatz und Umsatz deutlich zulegen. Im vergangenen Jahr war der Markt für neue Nutzfahrzeuge wegen der Corona-Pandemie zwischenzeitlich nahezu zum Erliegen gekommen. Im zweiten Halbjahr zogen die Auftragseingänge wieder an.

Quelle: ntv.de, ddi/DJ

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