Donnerstag, 12. September 2019Der Börsen-Tag

Heute mit Wolfram Neidhard
17:37 Uhr

Dax schafft am "EZB-Tag" Sprung über 12.400

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(Foto: dpa)

Nach der geldpolitischen Entscheidung der EZB ist es volatil an der Frankfurter Börse zugegangen. Wichtig war die Ankündigung der Notenbank, dass die Zinsen solange auf einem niedrigen Niveau verharren, bis die Inflation in Richtung des EZB-Ziels von 2 Prozent steigen wird. Zugleich haben die Währungshüter ein neues Wertpapierkaufprogramm über monatlich 20 Milliarden Euro angekündigt. Dieses wird erst kurz vor einer Zinserhöhung enden, ist zeitlich also nicht befristet.

Nach der Entscheidung ging es mit den Kursen zunächst steil nach oben, danach rutschten sie zeitweilig sogar ins Minus ab. Der Dax gewann schlussendlich 0,4 Prozent auf 12.410 Punkte. Der MDax legte um ebenfalls 0,4 Prozent auf 26.183 Zähler zu. Der TecDax ging mit einem Plus von 0,3 Prozent auf 2868 Stellen aus dem Handel. Der EuroStoxx50 verzeichnete einen Zugewinn von 0,7 Prozent auf 3541 Punkte.

Dax-Gewinner waren heute Merck mit plus 2,4 Prozent. Das Dax-Ende zierten Bayer mit minus 1,4 Prozent.

17:12 Uhr

Euro macht seine Verluste größtenteils wett

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,11

Der Euro hat seine zwischenzeitlichen Verluste in Reaktion auf die EZB-Beschlüsse inzwischen wieder mehr als wettgemacht. Die Gemeinschaftswährung fiel zunächst auf das Tagestief von 1,0926 US-Dollar nach Wechselkursen um 1,1072 im Tageshoch vor Bekanntgabe der geldpolitischen Lockerungen. Aktuell geht der Euro mit 1,1038 Dollar um und liegt damit über dem Niveau unmittelbar vor Bekanntgabe der EZB-Entscheidung um 13.45 Uhr.

16:28 Uhr

Frankreich bittet Google kräftig zur Kasse

Google zahlt in einem Steuerstreit eine Milliarde Dollar an Frankreich. Das sieht eine Vereinbarung mit der Regierung in Paris vor, die in Paris vor Gericht besiegelt wurde. Ähnliche Abkommen hatte der US-Internetkonzern Google zuvor mit Großbritannien und Italien geschlossen.

Mehr dazu lesen Sie hier.

16:17 Uhr

Pharmakonzerne wollen raus aus Antibiotikaforschung

Pharmaunternehmen ziehen sich NDR-Recherchen zufolge zunehmend aus der Antibiotikaforschung zurück. Demnach bestätigte nun auch der größte Gesundheitskonzern Johnson & Johnson dem Sender, dass sich derzeit in dem Unternehmen "keine weiteren Antibiotika in der Entwicklung" befänden. Zuletzt hatten sich 2018 demnach die Branchenriesen Novartis, Sanofi und AstraZeneca Ende 2016 aus der Antibiotikaforschung verabschiedet.

Der Internationale Pharmaverband (IFPMA) hatte erst 2016 eine Allianz zum Kampf gegen die Antibiotikaresistenzen gegründet. Etwa hundert Unternehmen unterzeichneten eine gemeinsame Erklärung, in der sie unter anderem zusagten, in die Forschung in diesem Bereich zu investieren.

16:13 Uhr

Neue Entspannungssignale im Zollstreit helfen Wall Street

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(Foto: picture alliance / dpa)

Die Verschiebung zusätzlicher Strafzölle auf chinesische Waren ermuntert einige Anleger zum Einstieg in den US-Aktienmarkt. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 stiegen zur Eröffnung um bis zu 0,3 Prozent.

Anleger griffen bei konjunkturabhängigen Werten zu, vor allem bei Chip-Herstellern wie Micron oder AMD, die stark vom China-Geschäft abhängen. Ihre Aktien gewannen bis zu 1,1 Prozent. Die Papiere von Tailored Brands brachen dagegen um 28 Prozent ein. Der Betreiber der Modekette "Men's Warehouse" prognostizierte für das laufende Quartal einen Gewinn unter Markterwartungen.

16:00 Uhr

Gewinnmitnahmen lassen Dax leicht abrutschen

Der deutsche Aktienmarkt hat zwei Stunden nach dem EZB-Entscheid den Rückzug angetreten. Die Indizes rutschten ins Minus. Der Dax verlor 0,2 Prozent auf 12.338 Punkte. Der MDax verlor 0,1 Prozent auf 26.059 Zähler. Der TecDax fiel um ebenfalls 0,1 Prozent auf 2856 Stellen. Der EuroStoxx50 notierte kaum verändert bei 3518 Punkten.

Im Handel war von Gewinnmitnahmen die Rede, nachdem der Dax von den Tiefs um rund 1000 Punkte gestiegen sei. Dass die Korrektur gering ausfalle, sei bereits ein Zeichen der Marktstärke, hieß es.

15:52 Uhr

n-tv Fonds: Es muss nicht immer der Dax sein

Anleger vertrauen bei ihren Investitionen häufig bekannten Indizes wie Dax, Dow Jones oder EuroStoxx50. Aber: Diese Indizes beinhalten recht simpel einfach nur die größten Aktien. Andere Aktien bleiben dann außen vor, obwohl gerade diese für eine stabile und nachhaltige Anlage interessant sein können. Wie Anleger sich mithilfe von Smart-Beta-Strategien auf genau solche Erfolg versprechenden Aktien fokussieren können, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit David Wenicker von Blackrock und Stefan Mittnick von Scalable Capital.

15:32 Uhr

Deutsche Finanzbranche über EZB-Beschlüsse not amused

Höhere Strafzinsen für Banken und erneut milliardenschwere Anleihekäufe: Die EZB-Beschlüsse sind in Deutschland auf ein negatives Echo gestoßen. Die hiesige Finanzbranche kritisierte vor allem die Auswirkungen auf Sparer.

  • "Das Hauptsignal der heutigen Entscheidungen ist ein fatales: Die Wirtschaft und gesamte Gesellschaft im Euroraum müssen sich auf eine noch längere und noch tiefere Negativzinswelt einrichten", sagte Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis.

Ähnlich äußerte sich der Verband der öffentlichen Banken: Auf dem Immobilienmarkt gebe es Preisblasen, und normale Bürger wüssten nicht mehr, wie sie für das Alter vorsorgen sollten. Über kurz oder lang werde jeder Bürger über höhere Bankgebühren die Folgen der Minus-Zinspolitik zu spüren bekommen, sagte der CSU-Finanzexperte Hans Michelbach.

15:08 Uhr

Förderbremse scheint blockiert - Ölpreise geben stark nach

Brent Rohöl
Brent Rohöl 61,06

Schwindende Hoffnungen auf eine Verschärfung der Förderbremse haben am Nachmittag die Ölpreise auf Talfahrt geschickt. Brent verbilligt sich um 1,8 Prozent auf 59,71 US-Dollar je Barrel. Der Preis für ein Barrel der US-Leichtölsorte WTI sank um 1,6 Prozent auf 54,80 Dollar.

Anleger seien enttäuscht, dass die Opec und ihre Verbündeten nur über die Einhaltung der bisherigen Förderquoten und nicht über eine erneute Senkung diskutiert haben, hieß es am Markt.

15:07 Uhr

Draghi und die Seinen schieben den Dax an

Der scheidende EZB-Chef Mario Draghi hat den Geldhahn aufgedreht und damit für Freude auf dem Börsenparkett gesorgt. Der Dax stieg auf bis zu 12.472 Punkte. Am Nachmittag notierte er 0,6 Prozent höher bei 12.435 Zählern. Der EuroStoxx50 gewann 0,8 Prozent auf 3545 Stellen.

14:55 Uhr

Lira festigt sich nach türkischer Zinsentscheidung

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(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Die Lira hat mit Aufschlägen auf die massive Zinssenkung der türkischen Zentralbank reagiert. Die Reaktion legt allerdings nahe, dass einige Marktteilnehmer wohl mit einer noch stärkeren Senkung gerechnet hatten. Positiv könnte am Markt auch gewertet werden, dass Notenbankchef Murat Uysal offenbar nicht vollständig vor Präsident Recep Tayyip Erdogan kapituliert hat.

Der US-Dollar wertet ab auf 5,68 Lira nach Ständen von 5,75 vor der Entscheidung.

14:42 Uhr

Trump wirft EZB vor, US-Wirtschaft zu schädigen

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(Foto: imago images / ZUMA Press)

Die Politik der EZB schmeckt Donald Trump überhaupt nicht. Der US-Präsident hat der Notenbank vorgeworfen, der Wirtschaft seines Landes zu schaden. Die EZB habe erfolgreich den Euro gegenüber dem "sehr starken Dollar" abgewertet, twitterte er nur wenige Minuten nach dem Zinsentscheid der EZB. Dies schade den US-Exporteuren. Zugleich warf er der US-Notenbank Fed vor, immer nur abzuwarten.

Auch US-Finanzminister Steven Mnuchin kritisierte die europäischen Währungshüter um Mario Draghi. Er sagte dem Sender CNBC, die USA seien auf einen starken Dollar fokussiert. Die negativen Zinsen in der Eurozone seien ein Grund zur Sorge. Damit werde eine "gute Konjunktur" erschwert.

14:29 Uhr

Analyst: "Europa steuert auf japanische Verhältnisse zu"

Die Ankündigung zeitlich unbegrenzter Anleihekäufe durch die EZB ruft Analysten auf den Plan. "Europa steuert auf japanische Verhältnisse zu", so der Kommentar eines Experten. Es stelle sich nun die Frage, was die EZB eigentlich kaufen wolle. Der Analyst vermutet, dass die EZB zunächst vor allem Staatsanleihen kaufen werde, aber auch andere Vermögensklassen dürften folgen. Beobachter schließen selbst Käufe von Bankenanleihen oder sogar Aktien-ETF nicht aus.

Der Kapitalschlüssel dürfte fallen, so der Analyst weiter, denn die Käufe könnten sich über einen sehr langen Zeitraum, möglicherweise über Jahre, hinziehen. "Niemand glaubt, dass die EZB in der Lage sein wird, die Inflationserwartungen durch die Käufe nachhaltig zu heben", heißt es. Durch die zeitlich unbegrenzte Dauer der Käufe erspare sich die EZB die Notwendigkeit, diese alle sechs Monate zu verlängern.

14:12 Uhr

"Die EZB hat geliefert" - Goldpreis steigt

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Nach der jüngsten EZB-Entscheidung ist es mit dem Goldpreis nach oben gegangen - um 10 auf 1513 US-Dollar. Damit könnte er die jüngste Korrektur beendet haben. Den Abwärtstrend hat das Edelmetall bereits gebrochen.

"Die EZB hat geliefert", sagt ein Marktteilnehmer. Die Zentralbanken schwächten nun wieder weltweit ihre Währungen und davon sollte der Goldpreis profitieren.

13:55 Uhr

Weitere EZB-Anleihekäufe - Dax geht hoch, Euro fällt

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(Foto: picture alliance/dpa)

Nach der EZB-Sitzung hat der deutsche Aktienmarkt Fahrt aufgenommen. Der Dax kletterte um 0,6 Prozent auf 12.433 Punkte. Europas Währungshüter stemmen sich mit weiteren Anleihekäufen gegen die Konjunkturschwäche. Der EZB-Rat gab in Frankfurt grünes Licht dafür, ab 1. November monatlich 20 Milliarden Euro in Wertpapiere zu stecken. Der Euro gab nach der Entscheidung auf 1,0970 US-Dollar nach

Zudem verschärft die EZB den Strafzins für Bankeinlagen. Statt 0,4 Prozent müssen Banken künftig 0,5 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie Geld bei der Notenbank parken.

13:26 Uhr

Nach Erdogans Intervention: massive Zinssenkung in der Türkei

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(Foto: dpa)

Die türkische Zentralbank hat ihre Geldpolitik weiter gelockert. Die Währungshüter senkten den Leitzins um 325 Basispunkte auf 16,50 Prozent. Ökonomen hatten eine Lockerung zwischen 275 und 400 Basispunkten erwartet. In den vergangenen Monaten ist die Inflation zwar leicht zurückgegangen, doch der Hauptgrund für die Zinssenkung dürfte der starke Druck von Präsident Recep Tayyip

Bereits im Juli war in der Türkei der Leitzins um 425 Basispunkte gesenkt worden. Anfang Juli hatte Erdogan per Dekret den bisherigen Zentralbankgouverneur Murat Cetinkaya entlassen und durch den Stellvertreter Murat Uysal ersetzt, der als Befürworter einer lockeren Geldpolitik gilt.

13:11 Uhr

British American Tobacco spart und streicht Jobs

BAT
BAT 31,80

Der Zigarettenhersteller British American Tobacco (BAT) will Kosten sparen und streicht dazu bis Anfang kommenden Jahres 2300 Stellen. Um Doppelarbeit zu vermeiden, soll die Konzernstruktur verschlankt werden, die Zahl der Sparten soll sinken, wie das britische Unternehmen mitteilte. Mehr als 20 Prozent der Führungskräfte sollen davon betroffen sein.

Mit dem Schritt hofft das Unternehmen auf eine bessere Fähigkeit, sich auf die Verbrauchergewohnheiten einstellen zu können. Die Einsparungen sollen als Investitionen in neue Produkte fließen. Das soll den Konzern auch näher an sein Ziel bringen, mit neuartigen Produkten einen Umsatz von 5 Milliarden Pfund Sterling ab 2023/2024 zu erzielen.

12:44 Uhr

Aktienkurs von Angry-Birds-Produzenten schmiert ab

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(Foto: picture alliance / dpa)

Nachdem die Aktie von Rovio Entertainment im Jahresverlauf in der Spitze im Juni bereits um 80 Prozent zugelegt hatte, bricht sie nach einer Gewinnwarnung um 22 Prozent auf 4,25 Euro ein. Damit sind praktisch sämtliche Gewinne seit Jahresbeginn wieder verloren, denn bereits Anfang August hatte das Papier massiv nachgegeben.

Der Produzent des Spiels Angry Birds will mehr Geld in die Gewinnung neuer Spieler investieren. Weil zugleich die Einnahmen mit älteren Spielen geringer ausfallen als gedacht, hat er die Jahresprognose gesenkt. Im kommenden Jahr soll das Umsatzwachstum dank der Markteinführung von einem bis drei neuen Spielen höher als 2019 liegen.

12:36 Uhr

Optimismus an der Wall Street - aber davor kommt die EZB

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(Foto: picture alliance / Andrew Gomber)

Während sich Anleger an der Wall Street auf den ersten Showdown im Notenbankrennen um geldpolitische Lockerungen vorbereiten, hellen versöhnliche Töne im amerikanisch-chinesischen Handelsstreit die Stimmung weiter auf. Die US-Regierung hat eine für den 1. Oktober angekündigte Anhebung von Strafzöllen auf Importe aus China um zwei Wochen verschoben. Die chinesische Regierung hatte zuvor ihrerseits angekündigt, diverse US-Produkte von bereits geltenden Strafzöllen zunächst wieder zu befreien.

In diesem Umfeld deutet der Aktienterminmarkt eine gut behauptete Handelseröffnung am Kassamarkt an. Dies ist allerdings mit Vorsicht zu genießen, denn vor Handelsbeginn wird die EZB die Ergebnisse ihrer Sitzung präsentieren. Neben einer Senkung des Einlagensatzes rechnen viele Börsianer mit einer Wiederaufnahme der quantitativen Lockerung, also dem Kauf von Anleihen. Aufgrund der hohen Erwartungen an die EZB sprechen Händler aber von entsprechend hohem Enttäuschungspotenzial.

12:23 Uhr

Talfahrt der Eurozonen-Industrie hält an

Die Industrie hat in der Eurozone im Juli ihre Produktion gedrosselt. Laut Eurostat sank sie - die Bauwirtschaft ausgenommen - gegenüber Juni saisonbereinigt um 0,4 Prozent. Volkswirte hatten nur einen Rückgang um 0,1 Prozent erwartet. Im Vergleich zum Vorjahr lag die Industrieproduktion um 2,0 Prozent niedriger. Volkswirte hatten mit einem Rückgang um lediglich 1,1 Prozent gerechnet.

Wie Eurostat weiter mitteilte, fiel die Industrieproduktion im gesamten EU-Bereich im Juli um 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat und um 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

12:02 Uhr

Alle Augen auf EZB gerichtet - Dax tritt auf der Stelle

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Dax 12.798,19

Vor dem EZB-Zinsentscheid sind die die Anleger in Europa in Lauerstellung gegangen. Dax und EuroStoxx50 notierten am Mittag jeweils 0,1 Prozent fester bei 12.370 beziehungsweise 3522 Punkten, nachdem sie zu Handelsauftakt auf den höchsten Stand seit sechs Wochen gestiegen waren. Es wird damit gerechnet, dass die Währungshüter um Mario Draghi den Einlagenzins senken. Unsicherheit besteht aber in der Frage, ob auch die Anleihenkäufe wieder aufgenommen werden. Die EZB veröffentlicht ihre Entscheidung um 13.45 Uhr, Draghi tritt um 14.30 Uhr vor die Presse.

Merck notierten mit plus 1,5 Prozent an der Dax-Spitze. Im Handel wurde auf den gestrigen Kapitalmarkttag verwiesen, auf dem der Darmstädter Pharmakonzern die Teilnehmer von einem nachhaltigen profitablen Wachstum über 2020 hinaus überzeugt habe.

11:40 Uhr

Konjunktur: Scholz sieht "keinen Anlass zum Schwarzmalen"

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(Foto: dpa)

Die Warnungen vor einer Rezessionsgefahr in Deutschland häufen sich. Bundesfinanzminister Olaf Scholz sieht dagegen "keinen Anlass zum Schwarzmalen". Die Indikatoren wiesen lediglich eine Verlangsamung der Konjunkturentwicklung aus, sagte der SPD-Politiker der "Passauer Neuen Presse". Zugleich seien viele Wirtschaftszweige aber nach wie vor ausgelastet und es herrsche ein Mangel an Fachkräften.

Scholz hält auch die Furcht vieler deutscher Sparer vor Strafzinsen für unbegründet. "Ich glaube nicht, dass private Kunden in Deutschland flächendeckend mit Negativzinsen rechnen müssen", sagte er dem Blatt. Die meisten Verträge von Sparkunden mit ihren Banken ließen Strafzinsen gar nicht zu. Die Regierung beobachte die Lage aber und prüfe ihre Handlungsmöglichkeiten.

11:15 Uhr

Insolvenzplan für Windanlagenbauer Senvion genehmigt

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(Foto: picture alliance / dpa)

Die Gläubigerversammlung beim insolventen Windanlagenbauer Senvion ist nach zwei Tagen am späten gestrigen Abend zu Ende gegangen. Wie erst heute aus Unternehmenskreisen verlautete, billigten die Gläubiger und das Hamburger Amtsgericht den Insolvenzplan des Unternehmens und verschafften damit dem Sachwalter zusätzlichen Handlungsspielraum. Noch nicht entschieden sei jedoch über den Einstieg eines Investors. Die Gespräche laufen noch, sollen aber nun recht bald zu einem Abschluss gebracht werden.

Nach der Gläubigerversammlung sollte klar werden, wie viele der Arbeitsplätze in Deutschland verloren gehen. Senvion beschäftigt noch 1400 bis 1500 Mitarbeiter in Deutschland, Hunderte Beschäftigte haben den Konzern bereits verlassen.

10:51 Uhr

Böckler-Institut warnt vor "akuter Rezessionsgefahr"

Nach dem Ifo-Institut warnt nun auch das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung vor einer Rezession in Deutschland. Es veröffentlichte seinen aktuellen Konjunkturindikator, der ein Rezessionsrisiko von 59,4 Prozent aufwies - nach 43 Prozent im August. Das sei der höchste Wert seit dem Winterhalbjahr 2012/2013. Es bestehe eine "akute Rezessionsgefahr", so das IMK.

Indikatoren für dieses Szenario seien rückläufige Zahlen für Produktion und Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe, weniger offene Stellen auf dem Arbeitsmarkt und eine "gedrückte Stimmung in der deutschen Wirtschaft", erklärte das Institut. Gefragt sei daher die Wirtschaftspolitik in Deutschland. Außerdem erhöhe sich der Druck auf die EZB, die Geldpolitik weiter zu lockern.

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10:32 Uhr

Studie: West-Einfluss auf Ost-Familienfirmen sinkt

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Produktion im vogtländischen Familienunternehmen Dietrich Wetzel Plauener Spitzen und Gardinen.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der Einfluss westdeutscher Eigentümer auf ostdeutsche Familienunternehmen ist einer Studie zufolge deutlich zurückgegangen. Zuletzt hatten noch bei einem von zehn Familienunternehmen mit mindestens 250 Beschäftigten ausschließlich westdeutsche Unternehmer das Sagen, wie aus Berechnungen des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen hervorgeht. Im Zuge der Privatisierungswelle durch die Treuhand waren es im Jahr 1993 in dieser Kategorie demnach noch 40 Prozent, im Jahr 2001 lag der Anteil noch bei einem Drittel.

Bei kleineren Betrieben, die den Großteil aller Familienunternehmen im Osten ausmachen, war der Anteil westdeutscher Eigentümer von Beginn an viel geringer. Die Studie klammerte Berlin allerdings aus.

10:14 Uhr

Ifo senkt Wachstumsprognosen - "Rezession droht"

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(Foto: picture alliance/dpa)

Das Ifo-Institut senkt wegen der kriselnden Industrie seine Prognosen für das Wachstum der deutschen Wirtschaft. Der deutschen Wirtschaft drohe eine Rezession, sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser.

  • "Die Schwäche in der Industrie breitet sich wie ein Ölfleck nach und nach in andere Wirtschaftszweige aus, wie beispielsweise in die Logistik."

Für 2019 wurde die Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 0,6 auf 0,5 Prozent gesenkt, für 2020 von 1,7 auf 1,2 Prozent. Im laufenden Sommerquartal soll die Wirtschaft erneut um 0,1 Prozent schrumpfen, womit sie erstmals seit dem Jahreswechsel 2012/13 in einer Rezession stecken würde. Die Münchner Forscher warnen, dass es auch noch schlimmer kommen könnte.

  • "Der Ausblick ist mit hohen Unwägbarkeiten verbunden", sagte Wollmershäuser. "So unterstellen wir, dass ein harter Brexit oder eine Eskalation des US-Handelskrieges ausbleiben."
09:52 Uhr

Ölpreise nach Talfahrt kaum erholt

Brent Rohöl
Brent Rohöl 61,06

Die Ölpreise haben sich am Vormittag nur ein Stück weit von den starken Verlusten zur Wochenmitte erholt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Vormittag 60,86 US-Dollar. Das waren lediglich 5 Cent mehr als am Mittwoch. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 10 Cent auf 55,77 Dollar.

Marktbeobachter erklärten den Anstieg mit weiteren Signalen der Entspannung im Handelskonflikt zwischen den USA und China.

09:31 Uhr

ZF Friedrichshafen erwägt Verkauf von Haldex-Anteil

Haldex
Haldex 4,34

ZF Friedrichshafen stellt einen Verkauf ihrer Beteiligung an dem schwedischen Bremsenhersteller Haldex in Aussicht. Wie das Unternehmen mitteilte, kommt es mit dem strategischen Fokus im Bereich Bremsen gut voran und prüfe deshalb - unter Berücksichtigung des Marktumfelds - Optionen zum Verkauf des Haldex-Anteils.

ZF hält derzeit 8,9 Millionen Haldex-Aktien, was einer Beteiligung von knapp 20 Prozent an dem schwedischen Unternehmen entspricht. Auf Basis des Schlusskurses der Haldex-Aktie vom Mittwoch von 57,70 Kronen wäre das Paket 513,5 Millionen Kronen (knapp 50 Millionen Euro) wert.

09:09 Uhr

Dax startet mit kleinem Gewinn - VW-Aktie büßt ein

VW Vorzüge
VW Vorzüge 172,10

Am Tag der EZB-Sitzung ist der deutsche Aktienmarkt fester in den Handel gestartet. Der Dax gewann 0,3 Prozent auf 12.393 Punkte. Der MDax legte um 0,4 Prozent auf 26.188 Zähler zu. Der TecDax stieg um 0,5 Prozent auf 2873 Stellen.

Im Zeichen neuer Vorwürfe gegen Volkswagen hinsichtlich des Dieselskandals verlor die Aktie des Wolfsburger Autoriesen 0,8 Prozent. Sie notierte damit am Dax-Ende.

08:57 Uhr

Wird Metro Real nun bald los?

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(Foto: dpa)

Metro-Chef Olaf Koch ist optimistisch, die Gespräche über einen Verkauf der Supermarktkette Real an den Immobilien-Investor Redos bald abschließen zu können. "Wir sind aktuell auf einem guten Weg", sagte der Manager der "Wirtschaftswoche". Insider hatten im August gesagt, der Zeitplan für den Verkauf könnte in Verzug geraten.

Es sei unklar, ob die Verhandlungen wie geplant im September zu einem Ergebnis führen würden. Koch hatte Real vor einem Jahr ins Schaufenster gestellt. Die Kette mit ihren knapp 280 Filialen und über 34.000 Beschäftigten passt nicht zu seiner Strategie, Metro auf das Geschäft rund um den Großhandel zu konzentrieren.

08:45 Uhr

Pluszeichen in Japan und China

Nikkei
Nikkei 22.625,38

Hoffnungen auf Tauwetter im Handelsstreit zwischen den USA und China sowie die Erwartung auf weitere Geldspritzen der EZB haben die asiatischen Aktienmärkte beflügelt. In Tokio schloss der Nikkei schloss 0,8 Prozent fester bei knapp 21.760 Punkten und stieg zeitweise auf den höchsten Stand seit gut vier Monaten. Marktfreundliche Entwicklungen im Handelskonflikt sowie geldpolitische Lockerungen seien inzwischen in den Kursen enthalten, sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager bei der Vermögensverwaltung QC Partners. Das mache die Kurse anfällig für Rückschläge.

In China legten die Kurse der Börsen Shanghai und Shenzhen 0,7 Prozent zu, der Yuan stieg auf ein Drei-Wochen-Hoch. Beflügelt wurde die Stimmung von der Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, die Strafzölle für chinesische Importgüter um zwei Wochen zu verschieben und damit einer Bitte des chinesischen Vize-Ministerpräsidenten Liu He nachzukommen.

08:27 Uhr

Inflation schwächt sich ab

Entspannung an der Inflationsfront: Der Preisauftrieb hat sich in Deutschland zuletzt wieder etwas abgeschwächt.

  • Im August lagen die Verbraucherpreise um 1,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.
  • Die Wiesbadener Behörde bestätigte am Morgen ihre Ende August veröffentlichten vorläufigen Zahlen zur Inflation. Im Juli hatte die Teuerungsrate noch bei 1,7 Prozent gelegen.
  • Dämpfend wirkten im August die Energiepreise: Sie stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat nur noch um 0,6 Prozent. Dagegen zogen die Preise für Nahrungsmittel relativ kräftig um 2,7 Prozent an. Von Juli auf August 2019 sanken die Verbraucherpreise insgesamt um 0,2 Prozent.

Und so sieht die Entwicklung der Verbraucherpreise in Deutschland im Zeitraum der vergangenen zwei Jahrzehnte aus:

*Datenschutz

08:14 Uhr

Abgasskandal im Autobau: Neue Vorwürfe gegen VW

Neue Vorwürfe gegen Volkswagen: Der Wolfsburger Automobilkonzern soll Recherchen des SWR zufolge auch bei neuen Dieselmotoren mit der Abgasnorm Euro-6 eine unzulässige Abschalteinrichtung eingebaut haben.

  • Die Software soll angeblich erkennen, ob sich das Fahrzeug auf einem Prüfstand befindet. In diesem Fall würde die Motorensteuerung angepasst, um günstigere Abgaswerte zu erreichen.
  • Der neue Manipulationsverdacht ergebe sich aus vertraulichen VW-Dokumenten, die dem SWR vorlägen, heißt es in dem Bericht.
  • Ein VW-Sprecher dementierte, dass bei den fraglichen Motoren eine illegale Abschalteinrichtung verbaut sei, wollte sich aber nicht näher zu den vertraulichen Dokumenten äußern.
VW Vorzüge
VW Vorzüge 171,62

 

07:51 Uhr

Trumps "Geste" beflügelt die Börsen: Dax drückt nach oben

Aufwind an der Börse: Am deutschen Aktienmarkt blicken Börsianer einem freundlichen Start in den Donnerstagshandel entgegen. Der Leitindex in Frankfurt am Main wird zum Auftakt kräftig im Plus erwartet.

  • In den vorbörslich ermittelten Indikationen wird der Dax zur Xetra-Eröffnung bei 12.443,50 Punkten gesehen, was einem Aufschlag von 0,7 Prozent entspricht.
  • Damit dürfte sich die Aufwärtsbewegung des Vortages im Vorfeld des EZB-Zinsentscheids fortsetzen: Am Vorabend war das prominenteste deutsche Börsenbarometer bereits 0,7 Prozent fester bei 12.359,07 Zählern aus dem Handel gegangen.
  • Rückenwind liefern unter anderem die guten Vorgaben aus Asien: Dort reagierten Anleger bereits überaus erleichtert auf die jüngsten Signale aus Washington.
Dax
Dax 12.798,19

US-Präsident Donald Trump hat eine für den 1. Oktober angekündigte Anhebung der Strafzölle auf Importe aus China um zwei Wochen verschoben. Bereits eingeführte Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf chinesische Importe im Umfang von 250 Milliarden Dollar sollen nun erst am 15. Oktober auf 30 Prozent erhöht werden, wie Trump via Twitter ankündigte. Es handele sich um eine "Geste des guten Willens", schrieb er.

Seinen Angaben zufolge hatte Chinas stellvertretender Regierungschef Liu He um die Verschiebung gebeten. Außerdem werde am 1. Oktober der 70. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik gefeiert, erklärte der US-Präsident. Die chinesische Regierung hatte zuvor ihrerseits angekündigt, 16 Kategorien von US-Produkten von bereits geltenden Strafzöllen zunächst zu befreien.

07:41 Uhr

Uber legt sich mit Kalifornien an

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picture alliance/dpa

Der Fahrdienstvermittler Uber will seine Fahrer auch künftig als selbstständige Vertragspartner behandeln - und nicht etwa als Angestellte, wie es ein kürzlich im US-Bundesstaat Kalifornien erlassenes Gesetz nahelegt.

  • Die neuen Regelungen sollten es Aufsichtsbehörden in Kalifornien erleichtern, gegen prekäre Beschäftigungssituationen und Scheinselbstständigkeit vorzugehen. Uber steht seit Jahren in der Kritik, seine Fahrer auszubeuten und sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse bei der Masse der Fahrer zu vermeiden.
  • Der Angestelltenstatus ist für den Arbeitgeber mit höheren Kosten und einer Reihe von Verpflichtungen verbunden.
  • Das vom Surpreme Court in Kalifornien bestätigte Gesetzesvorhaben sieht unter anderem einen einfachen dreistufigen "ABC-Test" zur Prüfung des Arbeitsverhältnisses vor, wie das US-Onlinemagazin "The Verge" berichtet. Abgefragt wird dabei unter anderem auch, welche Rolle die erbrachten Leistungen für das jeweilige Unternehmen spielen.
Uber
Uber 29,30

Und genau hier sorgte Uber zuletzt für hochgezogene Augenbrauen:

  • Uber sehe sich als in erster Linie als Technologie-Plattform für verschiedene digitale Dienste, betonte Leiter der Rechtsabteilung des US-Konzerns, Tony West mit Blick auf das sogenannte AB5-Gesetz.
  • Die Leistungen der Fahrer, erklärte West, berührten nicht den "Kernbereich der geschäftlichen Aktivitäten" von Uber.
  • "Anders als zuweilen behauptet, stuft das AB5-Gesetz Uber-Fahrer nicht automatisch als Angestellte ein."

Damit steuert Uber - ebenso wie der Wettbewerber Lyft und andere App-basierte Fahrdienstvermittler - auf neue juristische Auseinandersetzungen zu. Das Gesetz soll kommendes Jahr in Kraft treten.

07:02 Uhr

Nullzinsen in Europa: So unterschiedlich kämpfen Fed und EZB

An den Märkten bereiten sich Beobachter und Investoren auf das womöglich wichtigste geldpolitische Ereignis des Jahres vor: In Frankfurt am Main kommen gegen 9.00 Uhr die Währungshüter der Europäischen Zentralbank (EZB) zusammen, um über die erwartete Zinsentscheidung zu beraten.

Angesichts der sich abschwächenden Konjunktur gehen viele Ökonomen davon aus, dass den Notenbankern nichts anderes übrig bleibt, als ihre ohnehin bereits extrem großzügige Geldpolitik weiter zu lockern. Ungewiss ist aber, welche konkreten Maßnahmen ergriffen werden.

Als wahrscheinlich, heißt es, gilt eine Zinssenkung im Bereich der Spezialsätze, begleitet von einer Entlastung für die unter den Niedrigzinsen leidenden Banken. Ob die EZB neue Wertpapierkäufe auflegen wird, ist fraglich. In den vergangenen Wochen ist der Widerspruch auch in den Reihen der EZB größer geworden.

Anders als in den USA liegen die Leitzinsen im Euroraum nach wie vor bei 0,00 Prozent:

*Datenschutz

 

06:31 Uhr

Tag des Zinsentscheids: Euro erwartet das EZB-Signal

Am Tag des Zinsentscheids beginnt der Handel an den Devisenmärkten mit erwartungsgemäß kleinen Schritten. Die europäische Gemeinschaftswährung bewegt sich wie seit Tagen in der vergleichsweise engen Spanne, wobei sie zur Wochenmitte kurzzeitig unter die Linie bei 1,10 Dollar rutschte.

  • Am frühen Morgen - wenige Stunden vor Beginn des EZB-Treffens - notiert der Euro wieder 0,05 Prozent fester bei 1,1014 Dollar.
  • Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte bei der Festlegung der börsentäglichen Wechselkurse zur Wochenmitte einen Referenzkurs für den Euro von 1,1003 Dollar (Dienstag: 1,1040 Dollar) errechnet. Der Dollar kostete damit 0,9088 (0,9058) Euro.
  • Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,89133 (0,89300) britische Pfund, 118,51 (118,52) japanische Yen und 1,0934 (1,0943) Schweizer Franken fest.
Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,11