Freitag, 27. März 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Wolfram Neidhard
17:38 Uhr

Dickes Tagesminus: Dax schleppt sich ins Wochenende

Dax
Dax 12.847,68

Lange Gesichter an den Börsen: Mit den europäischen Aktienkursen ist es zum Wochenausklang noch einmal kräftig runtergegangen. Das Coronavirus hatte die Märkte weiter fest im Griff. Zudem nutzten Anleger den heutigen Tag zu Gewinnmitnahmen. Während in Europa der Höhepunkt der Corona-Pandemie schon nahe sein könnte, entwickelt sich in den USA nach New York nun mit New Orleans ein weiteres Epizentrum der Krankheitswelle.

In Frankfurt fiel der Dax wieder klar unter die 10.000-Punkte-Marke - er verlor 3,7 Prozent auf 9633 Punkte. Auf die Woche bezogen legte der Leitindex allerdings ordentlich zu. Der MDax gab um 3,8 Prozent auf 20.615 Zähler nach. Der TecDax fiel um 3,3 Prozent auf 2506 Stellen. Bergab ging es auch mit dem EuroStoxx50: um 4,5 Prozent auf 2720 Punkte.

Die massiven Rettungspakete, die in manchen Ländern sogar die Billionen-Dollar-Marke überschritten, hätten die Panik an den Börsen zwar erst einmal stoppen können, so die Analysten von AxiTrader. Da die Konjunkturmaßnahmen nun aber in den Kursen enthalten seien, brauche es Anzeichen dafür, dass die Pandemie unter Kontrolle gebracht werde und ein Ende des wirtschaftlichen Stillstands damit einkalkuliert werden könne.

Im Dax sah es heute insgesamt sehr böse aus. Nur Fresenius und Fresenius Medical Care verbuchten Gewinne. Mies ging es den Autowerten: Daimler minus 8,1 Prozent, VW minus 7,3 Prozent, BMW minus 3,8 Prozent, Continental minus 5,9 Prozent. Geprügelt wurden auch Covestro mit minus 8,1 Prozent.

17:14 Uhr

Ölpreise purzeln weiter - gigantischer Abfall in diesem Jahr

Die Angst der Anleger vor den Folgen einer Rezession hat die Ölpreise weiter abstürzen lassen. Ein Fass der führenden Nordseesorte Brent verbilligte sich um 6,5 Prozent auf 24,63 US-Dollar. US-Leichtöl WTI kostete mit 21,37 Dollar rund fünfeinhalb Prozent weniger. Damit steuerten beide Kontrakte auf den fünften Wochenverlust in Folge zu.

Seit Jahresanfang ist der Ölpreis um gut 60 Prozent eingebrochen. Die Coronavirus-Pandemie habe den Luftverkehr weltweit fast vollständig zum Erliegen gebracht, Firmen stünden still, die Menschen verzichteten auf Autofahrten, sagte Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg. Hinzu kommt der Preiskrieg zwischen Russland und Saudi-Arabien, die sich nicht auf preisstützende Maßnahmen hatten einigen können.

16:55 Uhr

Absprachen bei Großbaustellen: Kartellamt haut dazwischen

88088768.jpg

(Foto: picture alliance / Oliver Berg/d)

Das Bundeskartellamt hat Bußgelder von insgesamt 110 Millionen Euro gegen elf Unternehmen verhängt, die sich bei Großaufträgen für die technische Ausrüstung von Kraftwerken, Industrieanlagen oder Einkaufszentren abgesprochen haben sollen.

  • "Insgesamt haben wir wettbewerbsbeschränkende Verhaltensweisen bei 37 verschiedenen Ausschreibungen im Zeitraum von 2005 bis 2014 nachgewiesen", sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt.

Absprachen habe es vor allem bei Ausschreibungen für Leistungen aus den Bereichen Heizung, Klima/Lüftung und Sanitär gegeben. Die Ermittlungen der Wettbewerbshüter und der Staatsanwaltschaft München waren durch einen Kronzeugen in Gang gekommen. Der Zeuge habe sich beim Kartellamt gemeldet, weil Presseveröffentlichungen über Absprachen bei Aufträgen für die Steinkohlekraftwerke in Hamm-Uentrop in NRW und Eemshaven in den Niederlanden drohten.

16:25 Uhr

Corona-Krise: "Das Schlimmste ist noch nicht vorbei"

Im Laufe dieser Handelswoche hat der Dax immer mal wieder einen Erholungsversuch gestartet. So richtig auf die Füße scheint er aber noch nicht zu kommen. Wie lange kann es noch dauern, bis eine echte Erholung in Sicht ist? Friedhelm Tilgen spricht darüber mit Christian Schlegel von Schlegel Trading.

15:56 Uhr

Ganz miese Stimmung bei US-Verbrauchern

Die Wirtschaftskrise in den USA wegen der Corona-Pandemie nimmt immer konkretere Formen an. Auch die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im März deutlich verschlechtert. Der an der Universität Michigan berechnete Index für die Verbraucherstimmung in den USA fiel bei der Umfrage am Monatsende auf 89,1 von 101,0 Ende Februar. Das ist der viertstärkste Rückgang seit fast 50 Jahren. Ökonomen hatten einen Stand von 90,0 erwartet. Bei der ersten Umfrage Mitte des Monats lag er bei 95,9.

Vergleichbare Rückgänge gab es 1980 wegen einer starken Rezession, im September 2005 wegen des Hurrikan "Katrina" und im Oktober 2008 während der Finanzkrise. "Die Einbrüche des Verbrauchervertrauens in den Jahren 1980 und 2008 lösten lange und tiefe Rezessionen aus", erklärte die Universität.

15:19 Uhr

Kritik an Konjunkturpaket: Trump will Republikaner rauswerfen

9a537314443fa306e309fe50889442ea.jpg

(Foto: AP)

Im Weißen Haus liegen anscheinend wieder mal die Nerven blank: US-Präsident Donald Trump hat den republikanischen Abgeordneten Thomas Massie scharf für seine Drohung kritisiert, eventuell auf eine Verschiebung der Abstimmung im Repräsentantenhaus über das billionenschwere Konjunkturpaket hinzuarbeiten. Massie sei ein drittklassiger Wichtigtuer, twitterte Trump.

  • "Er will nur die Publicity. Er kann es nicht stoppen, nur verzögern, was gefährlich und teuer ist. Arbeiter und kleine Unternehmen brauchen Geld, um zu überleben."

Massie müsse daher aus der republikanischen Partei herausgeworfen werden.

14:54 Uhr

Sandra Navidi ist wegen Trumps Lockerungsplänen besorgt

Die USA sind das neue Epizentrum der Corona-Pandemie. Präsident Donald Trump aber will die Einschränkungen schon bald wieder lockern - aus Angst um Wirtschaft und Wahl. Sandra Navidi von BeyondGlobal erklärt, warum das katastrophal schiefgehen könnte - auch ökonomisch.

14:36 Uhr

Wall Street startet äußerst schwach - Dax macht auch die Mücke

19a0f24bbbdc9dabc58706328e96c39b.jpg

(Foto: imago images/Pacific Press Agency)

Tiefrot sind US-Börsen in den letzten Handelstag der Woche gestartet. Der Dow Jones verlor in den ersten Minuten 3,7 Prozent auf 21.708 Punkte. Der S&P-500 gab um 3,3 Prozent auf 2544 Zähler nach.

In diesem Zusammenhang hatte auch der Dax seine Verluste ausgeweitet - er lag zum Zeitpunkt des Handelsstarts an der Wall Street 3,4 Prozent niedriger bei 9664 Stellen. Der EuroStoxx50 sackte um 3,8 Prozent auf 2740 Punkte ab.

14:20 Uhr

Coba-Strategen erwarten kräftige Nachkrisenerholung

Na, das klingt doch optimistisch: Die Analysten der Commerzbank glauben nämlich an eine schnelle Überwindung der Krise an den Märkten.

  • "Die nächsten drei bis vier Wochen dürften zwar noch schwierig werden", sagte Commerzbank-Anlagestratege Chris-Oliver Schickentanz in einem Kapialmarktausblick. Danach dürften die Aktien aber eine konjunkturelle Bodenbildung vorwegnehmen.

Anleger sollten die Portfolios deshalb langsam wieder etwas zyklischer ausrichten und die Aktienquoten sukzessive hochfahren. Bis zum Jahresende hätten die Kurse ein Aufwärtspotenzial von etwa 20 Prozent vom derzeitigen Stand, meint der Analyst. An eine neue Bankenkrise glaubt Schickentanz nicht. Zwar breche die Konjunktur derzeit extrem stark ein, im zweiten Quartal sei ein Minus von 20 bis 25 Prozent möglich. Sollte sich die Lage aber in den Sommermonaten normalisieren, sei bereits im zweiten Halbjahr eine kräftige konjunkturelle Erholung drin.

Kurzfristig bereitet Schickentanz die Lage in den USA Sorgen. "Trump steht wegen der Wahl extrem unter Druck", sagt er. Deshalb sei die Gefahr groß, dass die US-Regierung die restriktiven Maßnahmen zu schnell lockere.

13:56 Uhr

Lieferstopp lässt Kurs von Onlinehändler abstürzen

89423870.jpg

(Foto: picture alliance / Philip Toscan)

Die vorläufige Einstellung des Geschäftsbetriebs hat beim britischen Online-Modehändler Next einen Ausverkauf ausgelöst. Der Aktienkurs fiel zeitweise um knapp 11 Prozent. Das Unternehmen gab dem Druck seiner Angestellten nach, die wegen der Coronavirus-Pandemie um ihre Gesundheit fürchteten, und schloss bis auf Weiteres seine Lager und Verteil-Zentren. Daher würden derzeit keine Bestellungen mehr angenommen. Der Internet-Shop wurde geschlossen.

Zwar erschienen reine Online-Händler auf den ersten Blick besser für die aktuelle Krise gerüstet, sagte ein Analyst. Er höre aber von wachsendem Unmut von Beschäftigten, vor allem in Verteilzentren. Dies könnte zu einer Schließung von weiteren "nicht-systemrelevanten" Online-Shops führen.

13:29 Uhr

An der Wall Street werden Gewinnmitnahmen erwartet

101590836.jpg

(Foto: picture alliance / Justin Lane/E)

Wohin läuft heute der Hase an der Wall Street? Der Volatilitätsindex bewegt sich auf historischen Höchstständen. Aktuell deutet der Aktienterminmarkt auf eine sehr schwache Handelseröffnung am Kassamarkt hin. In den vergangenen Tagen hielt die Kasse aber kaum, was die Futures suggeriert hatten. Unter dem Strich verbuchte die Wall Street eine dreitägige Rally - einige Indizes wechselten schon wieder in den Bullenmarktmodus.

Doch nun steht das Wochenende vor der Tür und Anleger dürften im Vorfeld kaum zu einer Steigerung des Risikos und damit der Aktienpositionen bereit sein. Händler zeigen sich denn auch überrascht vom jüngsten Höhenflug der US-Börsen. Die USA entwickeln sich zum neuen Zentrum der Coronavirus-Pandemie mit Fallzahlen oberhalb jener aus China. Von einem Scheitelpunkt sind die USA noch weit entfernt. Diese Entwicklung lade angesichts der jüngsten Rally geradezu zu Gewinnmitnahmen ein, heißt es im Handel.

Die Euphorie über das Hilfspaket der Regierung und auch über die Geldflutung durch die Fed ebbt langsam ab. "Ist das wirklich ausreichend?", fragt Marktstratege Mike Bell von JP Morgan Asset Management stellvertretend für viele Anleger mit Blick auf die Wirtschaftshilfen.

13:09 Uhr

Zahlreiche Firmen setzen Shop-Mietzahlungen aus

Der Sportartikelhersteller Adidas, die Schuhkette Deichmann und viele andere Firmen zahlen für ihre wegen der Corona-Krise geschlossenen Shops von April an keine Miete mehr.

  • "Wir gehen davon aus, dass viele Mieter von der Möglichkeit von Mietaussetzungen Gebrauch machen werden und müssen", sagte ein Sprecher des Hamburger Shoppingcenter-Investors Deutsche Euroshop gegenüber Reuters.

Zumindest in Deutschland müssen die Firmen vorerst keine Konsequenzen fürchten: Ein Notgesetz regelt, dass den Mietern wegen durch die Corona-Krise entstandenen Zahlungsrückständen nicht gekündigt werden darf.

36123147.jpg

(Foto: picture alliance / dpa)

 

12:47 Uhr

Tausende Lufthanseaten gehen in Kurzarbeit

Die Lufthansa hat Kurzarbeit für Tausende ihrer Mitarbeiter in Deutschland angemeldet. Geplant sei dies für rund 31.000 Beschäftigte der Bereiche Kabine, Boden und Cockpit, sagte ein Sprecher in Frankfurt. Vereinbarungen gebe es bereits für die Flugbegleiter und das Bodenpersonal, während eine Lösung mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit noch auf dem Weg sei.

Die Kurzarbeit soll zunächst bis zum 31. August gelten. Zum Umfang der Maßnahmen für die einzelnen Beschäftigten machte der Sprecher keine Angaben.

12:35 Uhr

Infineon liefert Chips für Beatmungsgeräte

Der Chiphersteller Infineon hat einen Großauftrag zur Lieferung von Teilen für Beatmungsgeräte erhalten. Dabei geht es um 38 Millionen Leistungshalbleiter zur Steuerung von Elektromotoren, die in den nächsten drei bis sechs Monaten geliefert werden sollen, wie eine Sprecherin sagte. Finanziell gehe es für das Dax-Unternehmen um ein Volumen im mittleren zweistelligen Millionenbereich.

Zum Auftraggeber hieß es von Infineon nur, dass es sich um einen weltweit führenden Produzenten von Beatmungsgeräten handle. Dessen normales Bestellvolumen habe sich mit der Order verachzigfacht. Wie viele Geräte sich mit den Chips bauen lassen, sagte die Konzernsprecherin nicht. Es werden aber mehrere pro Gerät verwendet. Der Kurs der Infineon-Aktie fiel am späten Vormittag um 4,4 Prozent.

12:16 Uhr

Coronavirus lässt Drägerwerk-Aktie so richtig aufblühen

Drägerwerk
Drägerwerk 69,50

Das Coronavirus hat am deutschen Aktienmarkt auch Gewinner produziert. Dazu gehört Drägerwerk. Die Aktie des Lübecker Unternehmens blieb auch heute gut unterstützt und zog um 12,5 Prozent an.

Das Unternehmen hat jüngst von der Bundesregierung einen Auftrag über 10.000 Beatmungsgeräte erhalten. Der Auftrag hat ein Umsatzvolumen von 250 Millionen Euro. Im Handel setzt man darauf, dass dem Auftrag weitere folgen könnten.

11:56 Uhr

Dax kommt nicht aus dem Knick

Am Main nichts Neues: Der deutsche Aktienmarkt klebt weiter im Minusbereich fest. Der Dax notierte zur Mittagszeit 2,3 Prozent tiefer bei 9764 Punkten - sein Tagestief lag bislang bei 9740 Punkten. Der EuroStoxx50 sackte um 3,2 Prozent auf 2757 Stellen ab. Dennoch steuert der Dax auf ein Wochenplus von mehr als 10 Prozent zu. Seit dem Krisentief aus der Vorwoche beläuft sich die Erholung sogar auf mehr als 19 Prozent.

Wegen der ungebrochenen Infektionswelle, die nun immer stärker auch die USA erfasst, bleibt die Unsicherheit gleichwohl hoch. Die Vereinigten Staaten sind mittlerweile das Land mit den meisten bestätigten Coronavirus-Fällen weltweit. Wöchentliche US-Arbeitsmarktdaten hatten am Vortag gezeigt, dass die Pandemie dort bereits mit voller Wucht auf die Wirtschaft durchschlägt.

Interessant waren bislang Papiere aus der zweiten Reihe. Im MDax gewannen ProsiebenSat.1 nach dem unfreiwilligen Abgang von Konzernchef Max Conze 6,4 Prozent. Kion verloren 5,8 Prozent. Der Gabelstaplerhersteller will seinen Aktionären für 2019 so gut wie nichts ausschütten.

11:47 Uhr

Anleger flüchten aus italienischen Anleihen

imago86786996h.jpg

(Foto: imago images / Christian Ohde)

Immer mehr Anleger ziehen sich aus italienischen Anleihen zurück. Das treibt im Gegensatz die Rendite nach oben: Heute stieg sie um 11 Basispunkte auf bis zu 1,357 Prozent. Die Renditen anderer europäischer Länder gaben dagegen nach.

Die EU und die G20 haben zwar einen gemeinsamen Kampf gegen das Coronavirus vereinbart. Allerdings konnten sie sich auch nach sechsstündigen Verhandlungen nicht darauf einigen, mit welchen Finanzinstrumenten man besonders schwer angeschlagenen Staaten unter die Arme greift. Während einigen Staaten "Corona-Bonds", also Gemeinschaftsanleihen, forderten, betonte Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass der Euro-Hilfsmechanismus ESM das geeignete Mittel der Hilfe sei.

11:25 Uhr

Aktien von Fußballklubs bekamen volle Corona-Breitseite

Auch die Aktienkurse der börsennotierten Fußballklubs sind wegen der Corona-Krise massiv unter Druck. Borussia Dortmund? Minus 35 Prozent. Juventus Turin? 45 Prozent Verlust. Lazio Rom? Sogar 50 Prozent. Die Papiere haben in nur vier Wochen analog zum weltweiten Crash eine beispiellose Talfahrt hingelegt.

Allein die BVB-Aktie rutschte von 9,49 Euro (21. Februar) im Rekordtempo auf zwischenzeitlich 4,56 Euro (18. März) ab.

  • "Wenn selbst der Dax 40 Prozent in einer Woche verlieren kann, ist ein börsennotierter Fußballverein ebenfalls nicht vor der Angst der Investoren geschützt", sagt Johannes Minho Roth, Gründer der Investmentgesellschaft FiveT und ehemaliger Börsenhändler, dem Sport-Informations-Dienst.

Besonders die Unsicherheit, wann wieder Spiele stattfinden und somit Einnahmen verbucht werden, führe zu Nervosität. Immerhin: Seit der BVB am Dienstag den Lohnverzicht von Mitarbeitern bekannt gab, stieg das Papier wieder leicht. Kurz vor Mittag notierte der Aktienkurs allerdings 4 Prozent niedriger.

BVB
BVB 6,60

10:59 Uhr

Sorge um Italiens BIP und horrende Verschuldung

Italien ist das von der Corona-Pandemie am meisten getroffene Land Europas. Nun sagt Forschungsinstitut Prometeia der bereits zuvor wirtschaftlich arg gebeutelten dritten Volkswirtschaft der Eurozone einen Einbruch des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 6,5 Prozent in diesem Jahr voraus. Zugleich werde Italiens Verschuldung bis zum Jahresende auf 150 Prozent des BIP steigen, erklären die Experten aus Bologna. Die EU-Obergrenze liegt bei 60 Prozent, das hoch verschuldete Italien liegt allerdings bereits seit geraumer Zeit deutlich darüber.

Derweil drückt die Krise die Stimmung von Managern und Verbrauchern in Italien massiv in den Keller. Das Barometer für das Geschäftsklima fiel im März von 97,8 auf 81,7 Punkte, wie das Statistikamt Istat unter Berufung auf seine monatliche Umfrage mitteilte. Das ist der schlechteste Wert seit Juni 2013. Das Barometer für das Konsumklima brach von 110,9 auf 101,0 Punkte ein. Das ist niedrigste Stand seit Anfang 2015. Die Umfragen wurden zwischen dem 2. und 13. März durchgeführt.

10:41 Uhr

Ifo-Beschäftigungsbarometer bricht im März ein

13490485.jpg

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die deutschen Unternehmen legen wegen der Corona-Pandemie bei den Personalplanungen eine Vollbremsung hin. Das Ifo-Beschäftigungsbarometer fiel im März auf 93,4 Punkte von 98,0 im Februar. Das ist der größte Rückgang seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2002. Es ist zudem der niedrigste Wert seit Januar 2010. "Neueinstellungen werden gestoppt", kommentierte das Ifo-Institut.

Der Handel, die Dienstleister und der Bau verzeichnen neue Rekorde beim Rückgang des Barometers. Im Handel wird es verstärkt Entlassungen geben, bei den Dienstleistern in geringem Umfang. Nur auf dem Bau gibt es keine Änderungen beim Personal. In der Industrie ist das Barometer wenig gefallen. Jedoch waren auch schon vorher Entlassungen vorgesehen. "Das wird sich jetzt fortsetzen", erklärten die Ifo-Forscher.

10:23 Uhr

VW will Krise aus eigener Kraft meistern

VW Vorzüge
VW Vorzüge 148,98

Volkswagen sieht derzeit keinen Anlass, zur Bewältigung der Corona-Krise über Kurzarbeitergeld hinaus staatliche Finanzhilfen in Anspruch zu nehmen. "Aus heutiger Sicht schließe ich das aus", sagte Finanzvorstand Frank Witter der "Börsen-Zeitung". Der Konzern habe mit dem Geschäftsjahr 2019 eine gute Basis gelegt.

Witter verwies unter anderem auf ein "erhebliches Netz von bestätigten, zum Teil syndizierten Kreditlinien", auf den Zugang zu den Geld- und Kapitalmärkten und auf Einlagen der VW Bank von über 30 Milliarden Euro.

Mehr dazu lesen Sie hier.
10:03 Uhr

Indien im "Krieg" mit dem Virus - Leitzins geht runter

bcbdbc61c7958bc72515a985fc3ae1d9.jpg

(Foto: dpa)

Im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie hat die indische Zentralbank ihre Zinsen deutlich gesenkt. Die Währungshüter kappten den geldpolitischen Schlüsselsatz um 0,75 Punkte auf 4,40 Prozent. Notenbankchef Shaktikanta sprach davon, dass das Land im "Krieg" mit dem Virus sei und auch die Geldpolitik weiterhin im Kampfmodus bleibe. Die makroökonomischen Risiken für die Nachfrage- und die Anbieterseite könnten gravierend sein, erklärten die Notenbanker.

Indien hat laut der Regierung bislang 723 bestätigte Corona-Fälle und 17 Tote zu beklagen. Doch gibt es die Befürchtung, dass sich die Totenzahlen rasch erhöhen dürften und die Ziffern in anderen hart von der Pandemie betroffenen Staaten wie den USA, China und Italien übersteigen könnten.

09:44 Uhr

ProsiebenSat.1-Chef muss gehen - Aktienkurs schnellt hoch

e0a5f5989166def97180beca600480bf.jpg

Max Conze

(Foto: dpa)

Seit geraumer Zeit herrscht bei ProsiebenSat.1 Unruhe, nun stellt die Senderkette ihren Vorstand neu auf. Nach einem Aufsichtsratsbeschluss übernimmt Rainer Beaujean zusätzlich zu seinen Aufgaben als Finanzvorstand das Amt des Vorstandssprechers. Der bisherige Vorstandsvorsitzende Max Conze scheidet mit sofortiger Wirkung aus dem Unternehmen aus. Neu in den Vorstand berufen wurden Wolfgang Link und Christine Scheffler, die bereits bisher in leitender Funktion für das MDax-Unternehmen tätig sind. Wolfgang Link verantwortet das Segment Entertainment, Christine Scheffler den Bereich Personal. Die personellen Maßnahmen kamen bei den Anlegern gut an - der Aktienkurs ging um 7,9 Prozent hoch.

Mit der neuen Aufstellung des Vorstands gehe ein veränderter strategischer Fokus einher, teilte das Unternehmen mit. ProsiebenSat. Group werde ihr operatives Geschäft wieder stärker auf den Entertainment-Sektor in der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) ausrichten.

Conzes Weggang kommt für die Analysten der Citigroup nicht überraschend. Es habe sich schon länger etwas zusammengebraut, kommentieren sie die Abgänge verschiedener Mitglieder des Managements im zurückliegenden Jahr und nicht zuletzt den des stellvertretenden CEO Conrad Albert vor knapp zwei Wochen.

ProSiebenSat.1
ProSiebenSat.1 12,33

Mehr dazu lesen Sie hier.
09:31 Uhr

Coronavirus lässt Handwerk kräftig bluten

Der Umsatz der Handwerksbetriebe in Deutschland ist wegen der Corona-Pandemie im Schnitt um gut 50 Prozent eingebrochen. In einer Umfrage des Zentralverbands ZDH unter 4900 Unternehmen diese Woche gaben 77 Prozent der Betriebe Umsatzrückgänge an, 55 Prozent berichteten von stornierten Aufträgen und 36 Prozent von fehlendem Personal, weil etwa Beschäftigte wegen eigener Quarantäne oder fehlender Kinderbetreuung nicht zur Arbeit erscheinen können.

  • "Die Corona-Krise hat das Handwerk mit voller Wucht und in der ganzen Breite getroffen", sagte Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer dem "Handelsblatt". Ohne staatliche Überbrückungshilfen stünden zahlreiche Betriebe vor dem Aus.

In der Umfrage gaben laut Zeitung 16 Prozent der Befragten an, dass ihr Betrieb wegen behördlicher Vorgaben geschlossen wurde. Die Quote der stornierten Aufträge liege bei 45 Prozent. 58 Prozent der Betriebe planen den Angaben zufolge Kurzarbeit. Für 11 Prozent ist die Kündigung von Mitarbeitern vorstellbar und für 18 Prozent die vorübergehende Schließung des eigenen Betriebs.

09:10 Uhr

Die Unsicherheit bleibt: Dax geht auf Tauchstation

Zum Abschluss der Börsenwoche hat der deutsche Aktienmarkt wieder den Rückzug angetreten. Der Dax fiel zurück in die Vierstelligkeit und verlor 2,2 Prozent auf 9786 Punkte. Der MDax gab um 1,4 Prozent auf 21.155 Zähler nach. Der TecDax sackte um 1,2 Prozent auf 2560 Stellen nach. Mit dem EuroStoxx50 ging es um 1,9 Prozent auf 2793 Punkte nach unten.

Die Coronavirus-Pandemie bleibt das beherrschende Thema auf dem Börsenparkett. Nach den schockierenden US-Arbeitsmarktdaten vom Donnerstag warten Börsianer gespannt auf die Konsumausgaben, um abzuschätzen, wie sich die Krise auf die Kauflaune der US-Verbraucher auswirkt.

Fast alle Dax-Werte notierten im roten Bereich. Nur Eon legten minimal um 0,1 Prozent zu.

Dax
Dax 12.847,68

08:57 Uhr

Nikkei schafft ein ordentliches Wochenplus

Die Hoffnung auf weitere Hilfspakete im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie hat Asiens Anleger zum Wochenschluss zu Aktienkäufen ermuntert. In Tokio ging der Nikkei 3,9 Prozent fester bei 19.389 Zählern aus dem Handel. Binnen Wochenfrist schaffte er sogar ein Plus von 17,1 Prozent - das ist so viel wie nie zuvor. Auch in China ging es aufwärts.

Es wird damit gerechnet, dass das US-Repräsentantenhaus ein Hilfspaket im Volumen von 2,2 Billionen Dollar verabschiedet. Die US-Notenbank hat bereits ihre Zinsen auf null gesenkt und weitere Hilfen auf den Weg gebracht. Die USA sind mittlerweile das Land mit den meisten Corona-Fällen, und weitere Hilfen könnten nötig werden.

Zum Yen gab der US-Dollar 0,9 Prozent nach auf 108,6 Yen. Auch zu anderen Währungen notierte er schwächer. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen sank auf 0,7979 Prozent.

Nikkei
Nikkei 22.863,73

08:42 Uhr

Weiter höchste Anspannung an den Ölmärkten

Brent Rohöl
Brent Rohöl 42,38

An den Ölmärkten haben die Pfeile im frühen Handel leicht nach oben gezeigt. Die Preise für das sogenannte schwarze Gold haben trotz der anhaltenden Nachfrageschwäche etwas zugelegt. Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 26,58 US-Dollar. Das waren 24 Cent mehr als am Donnerstag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte WTI stieg um 43 Cent auf 23,03 Dollar.

Von Entspannung kann allerdings überhaupt nicht die Rede sein. Am Markt wächst die die Sorge vor einer beschleunigten Ausbreitung des Coronavirus in den USA. Eine verschlechterte Stimmung an den Finanzmärkten dürfte auch die Ölpreise belasten. Neben den wirtschaftlichen Folgen der Ausbreitung des Corona-Virus hält auch der Preiskrieg zwischen der Opec-Führungsnation Saudi-Arabien und Russland unvermindert an.

08:17 Uhr

Börsianer warten gespannt auf US-Daten

Dax
Dax 12.847,68

Zum Abschluss der Börsenwoche wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge niedriger starten. Am Donnerstag hatte er dank Hoffnungen auf zusätzliche Konjunkturhilfen von US-Regierung und Notenbank (Fed) 1,3 Prozent im Plus bei 10.000,96 Punkten geschlossen. Die Coronavirus-Pandemie bleibt das beherrschende Thema auf dem Börsenparkett.

Nach den schockierenden US-Arbeitsmarktdaten vom Donnerstag warten Börsianer gespannt auf die Konsumausgaben, um abzuschätzen, wie sich die Krise auf die Kauflaune der US-Verbraucher auswirkt. Der private Konsum gilt als Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft. "Ungeachtet staatlicher Konjunkturprogramme und Transferzahlungen werden die Haushaltseinkommen vermutlich einbrechen, und der hohe Konsum dürfte tief fallen", warnen die Experten des Vermögensverwalters MFS.

07:42 Uhr

Gewaltige Nachfrage nach KfW-Hilfskrediten

Banken und Sparkassen werden geradezu überrannt von Anfragen nach KfW-Hilfskrediten. Die Zeit drängt: Kleine Betriebe bangen um ihre Existenz, ganze Branchen trifft die Corona-Krise hart. Bis Mittwochabend lagen der KfW 195 Anträge über insgesamt 4,8 Mrd. Euro vor. "Wir erhalten Kreditanträge über alle Größenklassen verteilt, der Schwerpunkt liegt jedoch bei kleinvolumigeren Kreditanträgen bis eine Million Euro", sagte eine Sprecherin der staatlichen Förderbank in Frankfurt. Die Kreditwirtschaft ist bemüht, die Flut der Anträge schnellstmöglich abzuarbeiten - allerdings betonen Banken und Sparkassen auch, Kreditanträge würden weiterhin sorgfältig geprüft.

06:55 Uhr

Telekom stellt Firma hinter RKI-Handydaten ein

Die Deutsche Telekom schließt einem Zeitungsbericht zufolge ihre Tochterfirma Motionlogic, die anonyme Handydaten an das Robert-Koch-Institut (RKI) geliefert hatte. Der Geschäftsbetrieb soll Ende Mai eingestellt werden, sagte eine Telekom-Sprecherin der Zeitung laut Vorabbericht. Der Schritt habe jedoch nichts mit der Datenlieferung an das RKI zu tun.

"Grundlage für diese Entscheidung war die Geschäftsentwicklung des Unternehmens", sagte die Sprecherin. "Die Telekom hat bereits lange vor Beginn der Corona-Krise beschlossen, ihre Tochter Motionlogic zu schließen." Das "Handelsblatt" berichtet weiter, innerhalb der Telekom habe die Datenlieferung der Tochterfirma an das RKI zu Diskussionen geführt.

06:37 Uhr

Tokioter Börse nach Ausverkauf im Plus

Nikkei
Nikkei 22.863,73

Die Tokioter Börse hat zugelegt. Der Nikkei-Index der 225 führenden Werte legte bis zum Mittag um 2,5 Prozent auf 19.131 Punkte zu. Der breiter gefasste Topix erhöhte sich um 2,3 Prozent auf 1431 Zähler. Nach dem Ausverkauf vom Vortag setzten die Anleger ihre Hoffnung auf umfangreiche Konjunkturhilfen unter anderem der USA, mit denen die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie abgefedert werden sollen.

Besonders gefragt waren an der Tokioter Börse Werte aus der Pharma-Branche. Gebremst wurden die Gewinne aber durch einen stärkeren Yen. Der US-Dollar gab zur japanischen Währung ein Prozent nach auf 108,44 Yen. Der Euro legte 0,4 Prozent zu, nachdem er schon am Donnerstag 1,4 Prozent gestiegen war. Die europäische Einheitswährung kostete zuletzt 1,1068 US-Dollar. Der Schweizer Franken notierte bei rund 0,9595 Franken je Dollar und bei etwa 1,0621 Franken je Euro.